25 Januar 2016, 10:30
Symposium über Gender brauchte starken Polizeischutz
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'gender mainstreaming'
„Demo für alle“ kritisiert: Befürworter der Gendertheorie waren eingeladen, stellten sich aber nicht der Diskussion.

Stuttgart (kath.net/idea) Unter starkem Polizeischutz und mit strengen Einlasskontrollen führte das Bündnis „Ehe und Familie – Demo für alle“ am 23. Januar in Stuttgart ein Symposium durch. An der Veranstaltung „Gender und Sexualpädagogik auf dem Prüfstand der Wissenschaften“ nahmen etwa 800 Besucher teil. Für weitere 400 Interessierte gab es keinen Platz. Linksorientierte Gegner versuchten, die Tagung zu stören. Eine geplante Diskussion mit prominenten Vertretern der Gendertheorie fand zum Leidwesen der Koordinatorin der „Demo für alle“, Hedwig Freifrau von Beverfoerde (Magdeburg), nicht statt. Von allen Angefragten habe sie Absagen bekommen. Einige erklärten, sie hätten keine Zeit, andere lehnten eine Teilnahme grundsätzlich ab, sagte Beverfoerde.

Werbung
syrien1


Prof. Spieker: Gendertheorie ist eine leibfeindliche Ideologie

Die Verfechter des „Gender Mainstreaming“ behaupten, dass es nicht nur Männer und Frauen gebe, sondern zahlreiche unterschiedliche geschlechtliche Orientierungen. Dieser Ansicht widersprachen die Referenten.

Der Sozialwissenschaftler Prof. Manfred Spieker (Osnabrück) bezeichnete die Gendertheorie als eine leibfeindliche Ideologie, die die Natur nicht akzeptiere. „Unter der Tarnkappe der Vielfalt“ würden Ehe und Familie zerstört. Mehrere Bundesländer hätten Aktionspläne beschlossen, um eine „Sexualpädagogik der Vielfalt“ in Kindergärten, Schulen und anderen Bildungseinrichtungen durchzusetzen. Der Germanist Tomas Kubelik (Melk/Österreich) vertrat die Ansicht, dass sich im deutschen Sprachraum „eine subtile Form politisch motivierter Umerziehung“ vollziehe. In vielen amtlichen Schriftstücken müssten statt männlicher Begriffe für Berufsbezeichnungen geschlechtsneutrale Personenbeschreibungen verwendet werden. Verlage schrieben Schulbücher inzwischen „gender-sensibel“ um, damit sie zugelassen werden. An einigen Universitäten werde von Studenten verlangt, Studienarbeiten „gender-gerecht“ zu verfassen; ansonsten müssten sie mit Abzügen bei den Noten rechnen.

Auch die Philosophin Prof. Hanna-Barbara Gerl-Falkovitz (Heiligenkreuz bei Wien) widersprach der Gendertheorie. Die Zweigeschlechtlichkeit des Menschen sei kein soziales Konstrukt, sondern ein einzigartiges Wesensmerkmal. Alle Kulturen gingen davon aus, dass Männer und Frauen einander ergänzten.

Linke Demonstranten erschwerten den Zugang

Rund 300 Personen protestierten gegen die Veranstaltung, der sie auf Plakaten und mit Sprechchören Homosexuellen-Feindlichkeit und rechte Hetze vorwarfen. Nach Angaben der Polizei erschwerten mehrere Demonstranten zeitweise den freien Zugang zum Kongresszentrum. Sie gehörten „überwiegend zum mutmaßlich linken Spektrum“. Mehrere hundert Polizisten seien im Einsatz gewesen. Das Aktionsbündnis „Demo für alle“ besteht aus rund 30 mehrheitlich christlich geprägten Organisationen. Dazu gehören die Initiative Familienschutz, die „Christdemokraten für das Leben“ (CDL) Baden-Württemberg, mehrere Kreisverbände des Evangelischen Arbeitskreises der CDU, das Bündnis „Rettet die Familie“ und die Initiative Zukunft–Verantwortung–Lernen.

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!











Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Einsiedler Abt Urban Federer meint: „Schwul und zölibatär ist okay“ (50)

Kardinal: „Es ist aber besser, an Hunger zu sterben“ (37)

Causa 'Alois Schwarz' - Rom untersagt Pressekonferenz der Diözese Gurk (36)

Der Traum alter Männer (31)

R. I. P. Robert Spaemann (31)

NEU! - kath.net-WhatsApp-Newsletter - NEWS und MISSION (26)

Zollitsch-Satz ist „sehr katholisch“ (25)

Müller: Theologie in Deutschland für Weltkirche nicht repräsentativ (25)

Vatikan reist mit hochrangiger Delegation zu UN-Migrationsgipfel (23)

SPD-Jungpolitiker: Wenn das abgetriebene Kind auf dem OP-Tisch stöhnt (21)

Die Todesengel von links (19)

Argentinien: Erzbischof spricht von „einer Art klerikaler Homolobby“ (17)

Wien: Solidaritätskundgebung für weltweit verfolgte Christen (13)

Irisches Parlament legalisiert Abtreibung (12)

Säureangriff auf Priester in der Kathedrale von Managua (11)