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Autor Abdel-Samad: Übergriffe haben auch mit dem Islam zu tun

9. Jänner 2016 in Aktuelles, 4 Lesermeinungen
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Moralisierung und grenzenlose Freiheit zusammen bewirken oft unkontrolliertes und schändliches Verhalten.


Berlin (KNA)
Die Übergriffe auf Frauen in der Silvesternacht haben laut dem deutsch-ägyptischen Publizisten Hamed Abdel-Samad auch mit dem Islam zu tun. Die strenge Sexualmoral, die Hierarchisierung und «Geschlechterapartheid» schlage oft ins Gegenteil um, schreibt er in einem Beitrag für das politische Magazin «Cicero» (Online-Ausgabe Freitag).

«Eine Religion, die die Frau entweder als Besitz des Mannes oder als eine Gefahr für seine Moral sieht, ist mitverantwortlich», so der Politikwissenschaftler. Die junge Generation in der islamischen Welt sei in einer Dualität aufgewachsen. Zu Hause und in der Moschee werde sie moralisch streng erzogen, im Internet dagegen erlebe sie eine Welt, in der es keine Grenzen zwischen Mann und Frau und keine festgeschriebene Moral gebe.


Ein Problem entstehe dann, wenn jemand mit diesen Erfahrung nach Europa komme und ihm dann plötzlich die Gemeinschaft fehle, die sein moralisches Verhalten überwache. «Die einen werden Salafisten, die anderen werden Dealer, Straßendiebe oder Frauenbegrapscher», führte Abdel-Samad aus.

Es dürften jedoch nicht alle Muslime und Flüchtlinge für das Verbrechen einer kleinen Gruppe verantwortlich gemacht werden. Der ägyptische Autor fordert aber die nicht betroffene Mehrheit der Muslime auf, sich der Probleme der eigenen Communities zu widmen. «Ich wünsche mir mehr Ehrlichkeit in Bezug auf die Sexualmoral und das Gewaltpotenzial im Islam.»

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


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