20 Dezember 2015, 12:18
Das Staunen über das Kommen Jesu
 
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Franziskus: der Andere – die Geschichte – die Kirche, Orte des Staunens, Orte der Begegnung mit dem Herrn. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Angelus am vierten Adventssonntag. Ein besonderer Tag für die römischen Kinder. Viele Tausende von ihnen kamen auf dem Petersplatz zum traditionellen Gebet des Angelus zusammen und brachten ihre „Jesuskindlein“ – „Bambinelli“ mit, um sie vom Papst segnen zu lassen, bevor sie sie am Weihnachtstag in die Krippen legen. Daran erinnerte Papst Franziskus nach dem Mittagsgebet.

In seiner Ansprache konzentrierte sich Franziskus auf das Tagesevangelium und die Gestalt Marias, die zu ihrer Verwandten Elisabet geht (vgl. Lk 1,39-45), welche vom Heiligen Geist und von Staunen erfüllt werde und großes Staunen verspüre.

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Um Weihnachten fruchtbringend zu feiern, seien wir berufen, am Ort des Staunens zu verweilen. Im alltäglichen Leben gebe es drei dieser Orte. Der erste Ort sei der Andere, in dem der Bruder und die Schwester, in dem der Sohn Gottes zu erkennen sei, vor allem wenn er arm sei, denn Gott sei arm in die Welt gekommen und lasse sich vor allem von den Armen annähern.

Ein weiterer Ort des Staunens sei die Geschichte. Oftmals aber glaubten wir, sie in der rechten Weise zu sehen, und statt dessen laufen wir Gefahr, sie invertiert zu verstehen. Dies sei der Fall, wenn sie von der Marktwirtschaft bestimmt scheine, von der Finanz, von den Mächtigen des Augenblicks. Der Gott von Weihnachten dagegen „mischt die Karten neu“, wie dies Maria im Magnificat singe: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen. Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen“.

Ein dritter Ort des Staunens sei die Kirche. Sie dürfe nicht allein als religiöse Institution gesehen, sondern müsse als Mutter empfunden werden, die trotz all ihrer Flecken und Falten die Züge der von Christus geliebten und gereinigten Braut durchscheinen lasse. Es sei dies eine Kirche, die die vielen Zeichen der Liebe zu erkennen wisse, die Gott ihr beständig schicke. Eine Kirche, für die Jesus, der Herr, nie ein Besitz sein werde, den es eifersüchtig zu verteidigen gelte, sondern immer jener, der ihr entgegenkomme und den sie voll Vertrauen und Freude zu erwarten verstehe, die Mutter Kirche, die immer die Türen offen habe und alle aufnehme und umarme, die hinausgehe und alle Fernstehenden suche, um sie zur Barmherzigkeit Gottes zu führen.

An Weihnachten schenke sich Gott uns, indem er seinen Sohn schenke, den Einzigen, der seine ganze Freude sei. Maria solle helfen, das Staunen im Anderen, in der Geschichte, in der Kirche über die Geburt des Herrn zu empfinden, „des Geschenks der Geschenke, das unverdiente Geschenk, das uns das Heil bringt“.

Nach dem Angelus würdigte der Papst die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft für den Frieden in Syrien und Libyen. Franziskus betete dann für die Opfer der schweren Überschwemmungen in Indien und empfahl die Verstorbenen der Barmherzigkeit Gottes.

Papst Franziskus Angelus 20.12.2015 (italienisch): Das Staunen über das Kommen Jesu










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