Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  3. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  4. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  5. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  6. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  7. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  8. Vorbehaltlos Ja zum Leben!
  9. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  10. Zeitliche und ewige Zukunft
  11. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  12. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  13. Neuer Papst erweist sich als Publikumsmagnet
  14. Massive Mehrheit in Österreich sieht Leben mit Muslimen kritisch
  15. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat

Zölibat, ein 'Päpstliches Nein' und die Sache mit dem richtigen Dreh

9. Dezember 2015 in KNA, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus und der Therapeut - Vor zwei Jahren bat Wunibald Müller den Papst, die Ehelosigkeit von Priestern zu überdenken. Die Antwort ist zwar ein grundsätzliches Nein, lässt aber Spielraum für Interpretationen. Von Christian Wölfel (KNA)


Bonn (kath.net/KNA/red) Wie geht man bei der Katholischen Nachrichtenagentur (KNA) mit einem Brief von Papst Franziskus um, der Vorschlägen zur Zulassung verheirateter Männer eine klare Absage erteilt? KNA-Redakteur Christian Wölfel schreibt dazu: „Es ist eigentlich ein Päpstliches Nein“, doch offenbar ist er damit nicht zufrieden. - kath.net dokumentiert einen aufschlussreichen KNA-Kommentar über einen Vatikanbrief im Wortlaut:

Franziskus und der Therapeut
Vor zwei Jahren bat Wunibald Müller den Papst, die Ehelosigkeit von Priestern zu überdenken. Die Antwort ist zwar ein grundsätzliches Nein, lässt aber Spielraum für Interpretationen. Von Christian Wölfel (KNA)

Münsterschwarzach (KNA) Es ist eigentlich ein Päpstliches Nein, das Wunibald Müller seit Anfang der Woche in den Händen hält. Der Heilige Vater halte es nicht für praktikabel, «universalkirchlich eine Option zwischen einem verheirateten und einem zölibatären Klerus zu ermöglichen». Zwei Jahre hat der Theologe und Psychotherapeut auf dieses Schreiben zu seiner Forderung nach Aufhebung des Pflichtzölibats für Priester warten müssen. Enttäuscht ist der Leiter des Recollectio-Hauses im unterfränkischen Münsterschwarzach trotzdem nicht.


In dem einseitigen Brief, der auf den 25. November datiert ist und über die Vatikanbotschaft in Berlin kam, wird bewusst Bezug genommen auf eine Praxis, die Papst Paul VI. in seiner Enzyklika Sacerdotalis caelibatus 1967 benannte. Danach kann es in einzelnen Fällen eine Zulassung eines verheirateten Mannes zum Priesteramt geben. Diese dürfe aber «keine nachteiligen Folgen für die herrschende Disziplin bezüglich des Zölibats mit sich bringen», wie es heißt. «Warum lässt er das schreiben?», fragt Müller in Richtung Franziskus.

Normalerweise sei dieser Weg bisher nur für evangelische Pfarrer gedacht, die katholisch werden und als Priester tätig sein wollen. Könnte das dann vielleicht auch für verheiratete Diakone oder bewährte Laien, sogenannte viri probati gelten, fragt sich der Theologe. Und interpretiert die Zeilen weiter: Was bedeutet das Wort «universalkirchlich», wenn Franziskus immer wieder von der Bedeutung der Ortskirchen spricht?

«Vielleicht ist es ja ein Weg, wo sich die Tür doch etwas öffnen könnte», sagt Müller und nimmt damit Bezug auf seinen Brief an den Papst vor zwei Jahren. Darin schrieb er, dass die Tür zur Aufhebung des Zölibats lediglich angelehnt sei. «Öffnen Sie die Tür», so der Therapeut damals. Über einen Menschen mit direktem Zugang zu Franziskus habe er das Schreiben damals nach Rom gebracht. Ein weiteres folgte im April 2014. Gehört hat er zunächst nichts - zumindest nicht direkt. Hoffnung, dass seine Zeilen ankamen, hatte er jedoch. Schließlich griff der Papst selbst die Formulierung mit der Tür mehrfach öffentlich auf.

In der nun eingegangenen Antwort wird ihm versichert, dass Franziskus eingehend über das Anliegen unterrichtet worden sei. Und er sich zugleich für die Mitsorge für die Sendung der Kirche durch den Therapeuten, der sich im Recollectio-Haus um Geistliche in Lebenskrisen kümmert, bedankt. Dieser Tonfall ist es, der Müller Hoffnung macht. «Ich habe ja schon andere Briefe bekommen aus Rom.»

Es war genauer gesagt meist sein Bischof, dem dann zum Beispiel von der Glaubenskongregation erklärt worden sei, was moniert werden müsse an Müllers Arbeit, etwa an seiner Promotion zum Thema «Homosexualität - Eine Herausforderung für Theologie und Seelsorge».

Aus dem Tonfall schöpft der 65-Jährige Hoffnung. Manche «alten Floskeln» hingegen enttäuschen ihn dann doch: «Der Priesterzölibat, der die Keuschheit 'um des Himmelreiches willen' zum Ausdruck bringt und auf das Vorbild und den Rat Christi sowie die Empfehlung und die Praxis der Apostel zurückgeht, kann auch heute die Fruchtbarkeit einer geistlichen Vaterschaft sichtbar machen», zitiert er aus dem Brief. Eine Reaktion auf Argumente aus seiner beruflichen Arbeit mit Hunderten von Priestern in Lebenskrisen vermisst Müller dagegen in dem Schreiben.

Der Therapeut hat es nach eigenen Worten mit vielen Geistlichen zu tun, die an der Ehelosigkeit zu zerbrechen drohen oder ein Doppelleben führen. Deren Vorgesetzte wüssten davon, schauten aber weg. «Der Zölibat hat sich selbst überlebt», ist Müller überzeugt.

Nach seinem öffentlichen Brief an den Papst habe er viele positive Zuschriften bekommen, von Priestern, von deren Partnerinnen, auch von «höheren kirchlichen Würdenträgern», erzählt der Theologe. Post gab es aber auch von jenen, die sich fragten, wie er so etwas fordern könne. Der freundliche Brief aus Rom belegt für ihn zumindest eines: «Für Franziskus war das offensichtlich kein Problem.»

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Grafik (c) kath.net


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  2. Meinungsfreiheit auf katholisch
  3. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  4. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  5. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen
  6. "Die Christen und Lebensschützer trauern um Martin Lohmann"
  7. "Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist, sie ist parteipolitisch nach links gekippt!"
  8. Glaube ohne Feuer: Wie die Kirche Angst vor der eigenen Botschaft bekommt
  9. Bischof Strickland warnt vor ‚Crescendo der Apostasie’ in der Kirche
  10. Erzbischof Aguer: Nächster Papst muss die katholische Lehre gegen ‚progressive Mythen’ verteidigen






Top-15

meist-gelesen

  1. Statt Jesuskind in der Krippe ein schleimiges Alien-Monster in der ARD!
  2. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  3. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  4. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  5. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  6. ‚Jede Frau ist stark genug‘, um sich nach einer Vergewaltigung für ihr Baby zu entscheiden
  7. THESE: 'Viele Priester ignorieren das Übernatürliche in der Lehre!'
  8. Kardinal Nemet: Papst Leo ist der Löwe, der die Wölfe jagen wird
  9. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  10. Ermittlungen im Fall Orlandi offenbar an einem Wendepunkt
  11. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  12. USA bombardieren Islamisten nach Massaker an Christen in Nigeria
  13. Psychologe verteidigt Therapie bei ungewollter gleichgeschlechtlicher Neigung
  14. „Driving home for Christmas“ – Nun ist Chris Rea auf dem Weg in seine ewige Heimat
  15. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz