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Papst: Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland

20. November 2015 in Deutschland, 53 Lesermeinungen
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Vom Lebensschutz bis zum „Sentire cum ecclesia“ der theologischen Hochschullehrer, vom Wert der Beichte bis zum Profil karitativer Einrichtungen nahm Papst Franziskus beim Ad-Limina-Besuch der deutschen Bischöfe ein breites Spektrum in den Blick.


Vatikan-Bonn (kath.net/DBK) kath.net dokumentiert die Ansprache von S. H. Papst Franziskus bei der aus Anlass des Ad-limina-Besuchs gewährten Audienz für die deutschen Bischöfe in Rom, 20. November 2015 gemäß Aussendung der Deutschen Bischofskonferenz in voller Länge:

Liebe Mitbrüder,
es ist mir eine Freude, Euch aus Anlass Eures Ad-limina-Besuchs hier im Vatikan begrüßen zu können. Die Wallfahrt an die Gräber der Apostel ist ein bedeutender Augenblick im Leben eines jeden Bischofs. Sie stellt eine Erneuerung des Bandes mit der universalen Kirche dar, die durch Raum und Zeit als das pilgernde Volk Gottes voranschreitet, indem sie das Glaubenserbe treu durch die Jahrhunderte und zu allen Völkern trägt. Herzlich danke ich dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx für seine freundlichen Grußworte. Zugleich möchte ich Euch meinen Dank aussprechen, dass Ihr meinen Petrusdienst durch Euer Gebet und Euer Wirken in den Teilkirchen mittragt. Ich danke besonders auch für die große Unterstützung, die die Kirche in Deutschland durch ihre vielen Hilfsorganisationen für die Menschen in aller Welt leistet.

Wir leben augenblicklich in einer außergewöhnlichen Zeitstunde. Hunderttausende von Flüchtlingen sind nach Europa gekommen oder sind unterwegs auf der Suche nach Schutz vor Krieg und Verfolgung. Die christlichen Kirchen und viele einzelne Bürger Eures Landes leisten einen enormen Einsatz, um diese Menschen aufzunehmen und ihnen Beistand und menschliche Nähe zu geben. Im Geiste Christi wollen wir uns immer wieder den Herausforderungen durch die große Zahl der Hilfesuchenden stellen. Gleichzeitig unterstützen wir alle humanitären Initiativen, um die Lebenssituation in den Ursprungsländern wieder erträglicher zu machen.

Die katholischen Gemeinden in Deutschland unterscheiden sich deutlich zwischen Ost und West, aber auch zwischen Nord und Süd. Überall engagiert sich die Kirche professionell im sozial-caritativen Bereich und ist auch im Schulwesen überaus aktiv. Es ist darauf zu achten, dass in diesen Einrichtungen das katholische Profil gewahrt bleibt. So sind sie ein nicht zu unterschätzender positiver Faktor für den Aufbau einer zukunftsfähigen Gesellschaft. Auf der anderen Seite ist aber gerade in traditionell katholischen Gebieten ein sehr starker Rückgang des sonntäglichen Gottesdienstbesuchs und des sakramentalen Lebens zu verzeichnen. Wo in den Sechziger Jahren noch weiträumig fast jeder zweite Gläubige regelmäßig sonntags zu Heiligen Messe ging, sind es heute vielfach weniger als 10 Prozent. Die Sakramente werden immer weniger in Anspruch genommen. Die Beichte ist vielfach verschwunden. Immer weniger Katholiken lassen sich firmen oder gehen das Sakrament der Ehe ein. Die Zahl der Berufungen für den Dienst des Priesters und für das gottgeweihte Leben haben drastisch abgenommen. Angesichts dieser Tatsachen ist wirklich von einer Erosion des katholischen Glaubens in Deutschland zu sprechen.

Was können wir dagegen tun? Zunächst einmal gilt es, die lähmende Resignation zu überwinden. Sicherlich ist es nicht möglich, aus dem Strandgut „der guten alten Zeit“ etwas zu rekonstruieren, was gestern war. Wir können uns aber durchaus vom Leben der ersten Christen inspirieren lassen. Denken wir nur an Priska und Aquila, die treuen Mitarbeiter des heiligen Paulus. Als Ehepaar verkündeten sie mit überzeugenden Worten (vgl. Apg 18,26), vor allem aber mit ihrem Leben, dass die Wahrheit, die auf der Liebe Christi zu seiner Kirche gründet, wirklich glaubwürdig ist. Sie öffneten ihr Haus für die Verkündigung und schöpften aus dem Wort Gottes Kraft für ihre Mission. Das Beispiel dieser „Ehrenamtlichen“ mag uns zu denken geben angesichts einer Tendenz zu fortschreitender Institutionalisierung der Kirche. Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen. Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat. Eine übertriebene Zentralisierung kompliziert aber das Leben der Kirche und ihre missionarische Dynamik, anstatt ihr zu helfen (vgl. Evangelii gaudium, 32). Die Kirche ist kein geschlossenes System, das ständig um die gleichen Fragen und Rätsel kreist. Die Kirche ist lebendig, sie stellt sich den Menschen vor Ort, sie kann in Unruhe versetzen und anregen. Sie hat ein Gesicht, das nicht starr ist. Sie ist ein Leib, der sich bewegt, wächst und Empfindungen hat. Und der gehört Jesus Christus.

Das Gebot der Stunde ist die pastorale Neuausrichtung, also „dafür zu sorgen, dass die Strukturen der Kirche alle missionarischer werden, dass die gewöhnliche Seelsorge in all ihren Bereichen expansiver und offener ist, dass sie die in der Seelsorge Tätigen in eine ständige Haltung des ‚Aufbruchs‘ versetzt und so die positive Antwort all derer begünstigt, denen Jesus seine Freundschaft anbietet“ (vgl. Evangelii gaudium, 27). Sicher, die Rahmenbedingungen sind dafür in der heutigen Gesellschaft nicht unbedingt günstig. Es herrscht eine gewisse Weltlichkeit vor. Die Weltlichkeit verformt die Seelen, sie erstickt das Bewusstsein für die Wirklichkeit.

Ein verweltlichter Mensch lebt in einer Welt, die er selbst geschaffen hat. Er umgibt sich gleichsam mit abgedunkelten Scheiben, um nicht nach außen zu sehen. Es ist schwer, solche Menschen zu erreichen. Auf der anderen Seite sagt uns unser Glaube, dass Gott der immer zuerst Handelnde ist. Diese Gewissheit führt uns zunächst ins Gebet. Wir beten für alle Männer und Frauen in unserer Stadt, in unserer Diözese, und wir beten auch für uns selbst, dass Gott einen Lichtstrahl seiner Liebe schicke und durch die abgedunkelten Scheiben hindurch die Herzen anrühre, damit sie seine Botschaft verstehen. Wir müssen bei den Menschen sein mit der Glut derer, die als erste das Evangelium in sich aufgenommen haben. Und „jedes Mal, wenn wir versuchen, zur Quelle zurückzukehren und die ursprüngliche Frische des Evangeliums wiederzugewinnen, tauchen neue Wege, kreative Methoden, andere Ausdrucksformen, aussagekräftigere Zeichen und Worte reich an neuer Bedeutung für die Welt von heute auf. In der Tat, jedes echte missionarische Handeln ist immer ‚neu‘“ (Evangelii gaudium, 11). Auf diese Weise können sich alternative Wege und Formen von Katechese ergeben, die den jungen Menschen und den Familien helfen, den allgemeinen Glauben der Kirche authentisch und froh wiederzuentdecken.

In diesem Zusammenhang der neuen Evangelisierung ist es unerlässlich, dass der Bischof seine Aufgabe als Lehrer des Glaubens, des in der lebendigen Gemeinschaft der universalen Kirche überlieferten und gelebten Glaubens, in den vielfältigen Bereichen seines Hirtendienstes gewissenhaft wahrnimmt. Wie ein treusorgender Vater wird der Bischof die theologischen Fakultäten begleiten und den Lehrenden helfen, die kirchliche Tragweite ihrer Sendung im Auge zu behalten. Die Treue zur Kirche und zum Lehramt widerspricht nicht der akademischen Freiheit, sie erfordert jedoch eine Haltung der Dienstbereitschaft gegenüber den Gaben Gottes. Das sentire cum Ecclesia muss besonders diejenigen auszeichnen, welche die jungen Generationen ausbilden und formen. Die Präsenz der katholischen Fakultäten an den staatlichen Bildungseinrichtungen ist zudem eine Chance, um den Dialog mit der Gesellschaft voranzubringen. Nutzt auch die Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt mit ihrer katholischen Fakultät und den verschiedenen wissenschaftlichen Fachbereichen. Als einzige Katholische Universität in Ihrem Land ist diese Einrichtung von großem Wert für ganz Deutschland und ein entsprechender Einsatz der gesamten Bischofskonferenz wäre daher wünschenswert, um ihre überregionale Bedeutung zu stärken und den interdisziplinären Austausch über Fragen der Gegenwart und der Zukunft im Geist des Evangeliums zu fördern.

Wenn wir ferner einen Blick auf die Pfarrgemeinden werfen, die Gemeinschaft, in der der Glaube am meisten erfahrbar und gelebt wird, so muss dem Bischof in besonderer Weise das sakramentale Leben am Herzen liegen. Hier seien nur zwei Punkte hervorgehoben: die Beichte und die Eucharistie. Das bevorstehende Außerordentliche Jubiläum der Barmherzigkeit bietet die Gelegenheit, das Sakrament der Buße und der Versöhnung wieder neu zu entdecken. Die Beichte ist der Ort, wo einem Gottes Vergebung und Barmherzigkeit geschenkt wird. In der Beichte beginnt die Umwandlung des einzelnen Gläubigen und die Reform der Kirche. Ich vertraue darauf, dass im kommenden Heiligen Jahr und darüber hinaus dieses für die geistliche Erneuerung so wichtige Sakrament in den Pastoralplänen der Diözesen und Pfarreien mehr Berücksichtigung findet. Desgleichen ist es notwendig, die innere Verbindung von Eucharistie und Priestertum stets klar sichtbar zu machen. Pastoralpläne, die den geweihten Priestern nicht die gebührende Bedeutung in ihrem Dienst des Leitens, Lehrens und Heiligens im Zusammenhang mit dem Aufbau der Kirche und dem sakramentalen Leben beimessen, sind der Erfahrung nach zum Scheitern verurteilt. Die wertvolle Mithilfe von Laienchristen im Leben der Gemeinden, vor allem dort, wo geistliche Berufungen schmerzlich fehlen, darf nicht zum Ersatz des priesterlichen Dienstes werden oder ihn sogar als optional erscheinen lassen. Ohne Priester gibt es keine Eucharistie. Die Berufungspastoral beginnt mit der Sehnsucht nach dem Priester im Herzen der Gläubigen. Ein nicht hoch genug zu einschätzender Auftrag des Bischofs ist schließlich der Eintritt für das Leben. Die Kirche darf nie müde werden, Anwältin des Lebens zu sein und darf keine Abstriche darin machen, dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod uneingeschränkt zu schützen ist. Wir können hier keine Kompromisse eingehen, ohne nicht selbst mitschuldig zu werden an der leider weitverbreiteten Kultur des Wegwerfens. Wie groß sind die Wunden, die unserer Gesellschaft durch die Aussonderung und das „Wegwerfen“ der Schwächsten und Wehrlosesten – des ungeborenen Lebens wie der Alten und Kranken – geschlagen werden! Wir alle sind Leidtragende davon.

Liebe Mitbrüder, ich wünsche Euch, dass die Begegnungen, die Ihr mit der Römischen Kurie in diesen Tagen hattet, Euch den Weg mit Euren Teilkirchen in den nächsten Jahren erhellen und Euch helfen, immer besser Euren schönen geistlichen und seelsorglichen Auftrag wahrzunehmen. So könnt Ihr mit Freude und Zuversicht Eure geschätzte und unverzichtbare Mitarbeit an der Sendung der universalen Kirche leisten. Ich bitte Euch weiterhin um Euer Gebet, dass ich mit Gottes Hilfe meinen Petrusdienst ausüben kann, und ebenso empfehle ich Euch der Fürsprache der seligen Jungfrau Maria, der Apostel Petrus und Paulus sowie der Seligen und Heiligen Eures Landes. Von Herzen erteile ich Euch und den Gläubigen Eurer Diözesen den Apostolischen Segen.

Aus dem Vatikan, am 20. November 2015



Archivfoto (c) kath.net/Paul Badde


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Lesermeinungen

 Wunderburger 26. November 2015 
 

Orientalische Kirchen

Zu den orientalischen Kirchen möchte ich folgendes anmerken: Dass in diesen Teilkirchen - wenn man sie so nennen will - der Zölibat nicht vorhanden ist, wundert den aufmerksamen Beobachter der Kirchengeschichte nicht. Sie haben sich wohl im 4. Jahrhundert von der im Altertum üblichen Praxis der täglichen Eucharistiefeier verabschiedet, was ihnen von westlichen Kirchenvätern wie z.B. Augustinus sehr freundlich vorgehalten worden ist. Wenn man sich von der täglichen Eucharistiefeier - wie sie im Herrengebet gefordert wird! - fernhält, darf man sich nicht wundern, dass allmählich der Feind im Inneren der Kirche die Oberhandgewinnt. Und der Teufel geht immer schleichend und langsam vor. Ihm genügt ja schon eine kleine Abweichung von der Wahrheit! So verwundert es nicht, dass die Orientalen verheiratete Priester haben, wahrscheinlich aus denselben Gründen, aus den heute die Aufhebung des Zölibates gefordert werden. Könnte nicht der Islam eine Antwort des Gottes auf diese Sünden sein?


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 Fides Mariae 26. November 2015 
 

Sie werden's ihm nicht glauben

"...so muss dem Bischof in besonderer Weise das sakramentale Leben am Herzen liegen."
Oh ja, das wünsche ich mir von meinem Bischof!!! Aber ihm liegen anscheinend ausschließlich Politik und Flüchtlinge am Herzen.
"In der Beichte beginnt die Umwandlung des einzelnen Gläubigen und die Reform der Kirche." - Bitte direkt an ZDK, BDJ, Pfarrerinitiative etc. weitergeben, liebe Bischöfe!
Das Problem ist: Diese Mahnungen stimmen nicht mit dem allgemeinen Bild von Papst Franziskus überein.
Ich fürchte, dass unsere Bischöfe ihm das nicht abnehmen und denken: "Das sagte er nur, weil er muss / weil der Nuntius es ihm gesagt hat" usw., und so weitermachen wie bisher.


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 queenbix 25. November 2015 

Zeugnis geben

Von Anfang an wählte Gott Menschen, die als Zeugen der Liebe Jesu in die Welt hinaus zogen. Es sind von Gott Berührte, die anderen Zugang zu Gott geben.

In Deutschland stelle ich fest, dass gerade diese Art von "Volksmission" nicht gewünscht wird. In div. Diözesen sind Gebetstage mit solchen Zeugen nicht erwünscht. Laientheologen, die in Ordinariaten teilweise große Macht haben, verunmöglichen Gebetstage - "weil es nicht in unseren Pastoralplan passt".

Man scheint tatsächlich an die Macht der Pastoralpläne und der Institutionen zu glauben und verunmöglicht die Neuevangelisation. Es tut gut, die Papstworte zu dem Thema zu hören, auch wenn man damit rechnen muss, dass sie von den Zuständigen nicht aufgenommen werden :-(


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 bellis 23. November 2015 

Vertrauen und Glauben

Genauso, wie kein vernünftiger Mensch mehr Vertrauen und Glauben in staatliche oder lobbyistische Strukturen hat, habe ich kein Vertrauen oder Glauben in sogenannte kirchliche Strukturen. Hier wie dort geht es nur darum, "eigene" Leute, die zu produktiver Arbeit zu bequem sind, aus Steuer- bzw. Kirchensteuermitteln für überflüssiges, ja schädliches Reden und Handeln bezahlen lassen. Es gibt ein direktes Verhältnis, je mehr Strukturen, desto leerer die Kirchen.


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 Palüm 23. November 2015 
 

Was sagt der Papst 2

9. Katholische Fakultäten an staatlichen Unviversitäten bieten die Chance zum Dialog mit der Gesellschaft.
10. Stärkung des sakramentalen Lebens in den Kirchengemeinden, v.a. Eucharistie und Beichte,
11. Ohne Eucharistie keine Priester.
12. Primat des priesterlichen Dienstes vor den Laien.
12. Kirche als Hüterin des Lebens.
13. Einsatz für Flüchtlinge.

Um's mal etwas provokativ zu formulieren: da bekommen sowohl die Konservativen als auch die Progressiven eine aufs Dach - aber auch Lob. Dreh- und Angelpunkt des katholischen Glaubens sind die Sakramente, die ohne Priester nicht gelebt/gespendet werden können. Wie er sich einen vorbildlichen Priester vorstellt, schreibt er nicht explizit. Aber ein Zitat von Franziskus in einem anderen Zusammenhang ist verbürgt:" "Priester, die – ich erlaube mir dieses Wort – 'aseptisch' sind, die wie frisch aus dem Labor kommen und ganz sauber und schön, die helfen der Kirche nicht!"
Unser Ziel: Produktiver Streit, ja. Aber grundsätzlich gemeinsam.


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 Palüm 23. November 2015 
 

Was sagt der Papst 1

Was kann man aus der Botschaft herauslesen?
1. Den Glauben vorleben. Beispiel geben, so wie Priska und Aquila.
2. Das "Strandgut" der "guten alten Zeit" Strandgut sein lassen und sich neu auf den Weg machen. Strandgut sind Relikte, die an die Ufer des Glaubens angespült werden. Der Papst kritisiert, daraus etwas zu rekonstruieren, was einmal gewesen ist. Die zentralen, biblischen Glaubensinhalte müssen nicht rekonstruiert werden.
3. Eine fortschreitende Institutionalisierung der Kirche ist kontraproduktiv. Die Apparate verschlanken, nicht aufblähen (ist nicht der Vatikan DER katholische Apparat par excellence?).
4. Das Pastorale muss mehr und zusätzlich missionarisch werden.
5. Die Kirche muss bei den Menschen sein, auch bei jenen, die nicht/ nicht mehr bei der Kirche sind.
6. Die Frische des Evangeliums wiedergewinnen. Daraus ergeben sich neue Formen und Wege der Katechese.
7. Gewissenhafte Bischöfe.
8. Treue zum Lehramt, die aber der Freiheit der Wissenschaft nicht widerspricht.


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 Glocke 23. November 2015 
 

@Msgr.Westenfeld

Ihre Worte habe ich besonders aufmerksam gelesen - alles klingt gut und schön - aber trifft es auch die Wirklichkeit? Müßten nicht ALLE Bischöfe die Lehre der Kirche nach außen klar vertreten? Die subjektive Seite der Herren schaut ohnehin nur Gott allein!

Könnte z.B. der Repräsentant eines wirtschaftlichen Unternehmens öffentlich Zweifel am Produkt seiner Firma äußern? Er wäre am nächsten Tag weg vom Fenster!

Sie beklagen das mangelnde Glaubenswissen der Gläubigen - es wird ja geradezu (gewollt?) zerstört! Ausgerechnet an Fronleichnam wird die Realpräsenz expressis verbis geleugnet (nur ein Symbol, ein Bild). Ein älterer Priester meinte kürzlich, hierzulande sei die Kirche von nicht- oder sogar antikatholischen Leuten unterwandert - sowohl beim Establishment wie bei den unzähligen "Schwatzbuden" - "Räte" genannt!

Ist der Austritt gläubiger Menschen aus dieser "Deutschen Kirche" und Zahlg. von Kirchensteuer an die "Kath. Kirche IN Dtschld." (z.B.Petrusbrüder) nicht besser?


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 Waldi 21. November 2015 
 

Ich habe schon einmal darauf hingewiesen,

dass die Gefahr für die katholische Kirche in Deutschland und der Glaubensverlust der Gläubigen nicht von Kommunisten, Materialisten und Atheisten ausgeht, sondern durch innerkirchlichen Wildwuchs und Zersetzung der Eucharistie und der katholischen Kirchenlehre! Nicht die kirchenfeindliche Bedrohung von außen schreckt die Katholiken ab, dass nur noch weniger als zehn Prozent die sonntäglichen Gottesdienste besuchen, sondern die verwirrenden Zustände, die sich innerhalb der Kirche abspielen! Die theatralischen Inszenierungen der Gottesdienste durch Laien in vielen Pfarreien sind der Hauptgrund für das fernbleiben der Gläubigen - und dazu gehöre auch ich. Nicht, dass ich den Glauben verloren hätte, sondern weil ich eine Glaubensstärkung innerhalb der deutsch-katholischen Kirche weitgehend nicht mehr wahrnehme! Es gibt nur noch ganz wenige deutsche Bischöfe, Kardinäle und Pfarrgemeinden, die am Verfall der Volksfrömmigkeit, der Glaubenserosion und der leeren Kirchen unschuldig sind!


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 Lämmchen 21. November 2015 
 

Orientalische Kirche

Ehrlicherweise muss man auch ergänzen, was mir verschiedene Priester/Bischöfe der orientalischen Kirchen gesagt haben: wir haben zunehmend ein Problem im Bereich der verheirateten Priester. Die Frauen (orientalische Kulturen) gehen zunehmend ihre eigenen, emanzipierten Wege und die Trennungsraten steigen zunehmend. Ein Problem, in dem die Orientalischen Kirchen dem Westen noch etwas hinterherhinken und das zunehmend größer werden wird.


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 HX7 21. November 2015 
 

Lasst uns Gott um Hilfe bitten

Die katholische Kirche (und die evangelische auch) hat einen großen Apparat von Mitarbeitern, die leider in viel zu vielen Fällen ihr Leben an Christus nicht festgemacht haben. Möge der Herr ihre Herzen berühren. Und lasst uns Zeugnis von unserem Glauben geben. Ohne Christus kann man nur noch verzweifeln bei den aktuellen Dingen in der Kirche und Politik. Aber mit Christus haben wir Hoffnung - auch wenn in den letzten Zeiten die schlimmsten Prüfungen kommen werden.


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 Stefan Fleischer 21. November 2015 

Mein Bibelkalender heute

schlägt Hebr 13,15-21 zur Betrachtung vor. Insbesondere Vers 17 sei uns allen, nicht zuletzt aber auch unseren Bischöfen sehr ans Herz gelegt:
“Gehorcht euren Vorstehern und ordnet euch ihnen unter, denn sie wachen über euch und müssen Rechenschaft darüber ablegen; sie sollen das mit Freude tun können, nicht mit Seufzen, denn das wäre zu eurem Schaden.”


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 Rolando 21. November 2015 
 

Fortsetzung

Ihre eigene Blindheit festigen, deshalb gehen viele bei Problemen zum Psychologen und geben oft viel Geld aus, wo doch Jesus besser und umsonst hilft. Daher ist der Satz des Papstes wichtig, "Ein verweltlichter Mensch lebt in einer Welt, die er selbst geschaffen hat. Er umgibt sich gleichsam mit abgedunkelten Scheiben, um nicht nach außen zu sehen. Es ist schwer, solche Menschen zu erreichen. Auf der anderen Seite sagt uns unser Glaube, dass Gott der immer zuerst Handelnde ist. Diese Gewissheit führt uns zunächst ins Gebet. Wir beten für alle Männer und Frauen in unserer Stadt, in unserer Diözese, und wir beten auch für uns selbst, dass Gott einen Lichtstrahl seiner Liebe schicke und durch die abgedunkelten Scheiben hindurch die Herzen anrühre, damit sie seine Botschaft verstehen. Die, die sich der Macht des Gebetes bewusst sind haben Verantwortung, Maria in Fatima,: betet, betet, betet...für die Bekehrung der Sünder. Gott wandelt bereits IS Terroristen.


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 Rolando 21. November 2015 
 

Wir müssen um Sündenerkenntnis beten

Etwa 10% sonntägliche Meßbesuche, doch wer kommt zur regelmäßigen Beichte und wer geht zur Eucharistischen Anbetung von diesen 10%? Ein oder höchstens zwei Prozent, doch denen ist bewusst das sie Sünder(in) sind, sie wissen um die Notwendigkeit der ständigen Reinigung der Seele, sie glauben auch, das Jesus in ihr Leben eingreifen kann, sie wissen das Jesus in der Hl. Eucharistie und in der Monstranz bei der Anbetung wirklich real da ist und konkret hilft und reichen Frieden und Freude schenkt und das Herz erneuert, sonst würden sie nicht kommen, sie wissen, ohne Gott geht nichts. Wenn heute ein Priester wirklich diese katholische Glaubenswahrheiten vor einer Abschlußschulklasse sagt, oder sogar in einer Predigt, erntet er Murren und Ignoranz, er wird als Hinterwäldler hingestellt und lächerlich gemacht. Da erkennt man, die Leute sind nicht fähig zuzuhören und nachzudenken, geschweige an ein ewiges Leben mit Gott zu glauben, warum ist das so, was hat z.B. der Pfarrer von Ars gemacht? Er


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 Krisi 21. November 2015 
 

@Paddel

Mobbing in aggressiver Wise und dies was Sie beschreiben stimmt zu. Dann sind Sie wohl eine Lehrkraft, die dies beobachtet. Nur Fürsorgepflicht hat meine damalige Schule nicht gezeigt. Eher mitgemacht.


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 queenie 21. November 2015 
 

Nicht alles Erosion

teilweise aber andere Formen. Selbst Atheisten sind nicht gegen vernünftige christliche Forderungen. Fast jeder ist zu gewinnen und gibt sich nicht absolut. In einer Internetgesellschaft
sind die Interaktionsformen anders; wenn es kein christl Grundwissen mehr gibt, wird es auch nicht verstanden. Böswillig und abweisend erlebe ich fast niemanden. Die Basis wird sehr wohl angenommen. ZB. chin. atheistische
Mitmenschen akzeptieren immer wieder, daß der Mensch ein ethisches Fundament
braucht und das es auch dort-wenn auch in anderer Form vermittelt wird. Auch Bill Gates, dessen Ehefrau m.W. r.k. ist, betont, daß er es für seine Kinder wichtig hält, daß sie in einer Konfession/Religion aufwachsen-in einem
mehr oder weniger geschlossenen System.
Der Überbau und das Image sind Akzeptanzprobleme-weniger der Inhalt. Somit eine Frage der Präsentation und des Marketings.
Hoffe erhalte irgendwann einen Beratungsauftrag: Sozialpsychologie,
Marketing, Public Relations.


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 Glocke 21. November 2015 
 

@Charles X - @Wuna

wenn man unter "Watschn" eine deutliche, wenn auch dezente Zurechtweisung verstehen kann, dann höre ich eine solche aber ebenfalls aus den Worten unseres Papstes! Spricht er etwa nicht von Pastoralplänen, die dem geweihten Priester nicht die gebührende Bedeutung beimessen?

Bei der bolschewistischen Revolution brauchte man ein Zentralkomitee und "Räte" als Ersatz für die Autorität des verjagten Zaren - ! ! Als Ersatz für welche Autorität braucht man diese Strukturen denn in unserer Heiligen Kirche? ? ? Mich wundert der Priestermangel nicht . . . .


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 bernhard_k 20. November 2015 
 

der Zölibat - ein Skandalon in der heutigen Zeit

Papst Benedikt XVI. bezeichnete den Zölibat als Skandalon, weil die heutige Zeit nicht mehr verstehen kann, dass ein Priester radikal Jesus nachfolgt und ganz(!) für Jesus und die Menschen da sein will. Und dafür braucht der Priester die Freiheit um eben Vater für viele sein zu können. Der Zölibat ist ein unermesslicher Schatz der katholischen Kirche.


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 SCHLEGL 20. November 2015 
 

@doda

Ohne die Traditrion des lateinischen Ritus schmälern zu wollen,möchte ich Sie darauf aufmerksam machen,dass es ca. 15 Millionen Katholiken eines orientalischen Ritus gibt! Ca.60% der kath. orient.Priester haben VOR der Diakonenweihe legitimerweise geheiratet und tun einen HERVORRAGENDEN Dienst OHNE Stütze der Kirchensteuer!Also beruft Gott AUCH verheiratete Männer zum Priestertum,zumindest in den Ostkirchen!Msgr.Erzpr.Franz Schlegl rit.lat/rit byz.ukr.


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 carolus romanus 20. November 2015 

Präzise Diagnosen II

Verbindung von EUCHARISTIE und PRIESTERTUM stets klar sichtbar machen. Pastoralpläne, die den geweihten Priestern nicht die gebührende Bedeutung in ihrem Dienst des Leitens, Lehrens und Heiligens im Zusammenhang mit dem Aufbau der Kirche und dem sakramentalen Leben beimessen, sind zum Scheitern verurteilt. Die wertvolle Mithilfe von LAIENCHRISTEN im Leben der Gemeinden darf nicht zum Ersatz des priesterlichen Dienstes werden oder ihn sogar als optional erscheinen lassen. Ohne PRIESTER gibt es keine Eucharistie.
Ein nicht hoch genug zu einschätzender Auftrag des Bischofs ist schließlich der EINTRITT FÜR DAS LEBEN. Die Kirche darf nie müde werden, Anwältin des Lebens zu sein und darf keine Abstriche darin machen, dass das menschliche Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod uneingeschränkt zu schützen ist. Wir können hier keine Kompromisse eingehen, ohne nicht selbst mitschuldig zu werden an der leider weitverbreiteten Kultur des Wegwerfens.


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 carolus romanus 20. November 2015 

Präzise Diagnosen I

SAKRAMENTE werden immer weniger in Anspruch genommen. Die Beichte ist vielfach verschwunden.
Fortschreitende INSTITUTIONALISIERUNG: Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen. Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat.
PASTORALE NEUAUSRICHTUNG: „dafür zu sorgen, dass die Strukturen der Kirche alle missionarischer werden, dass die gewöhnliche Seelsorge in all ihren Bereichen expansiver und offener ist"
Es herrscht eine gewisse WELTLICHKEIT vor. Die Weltlichkeit verformt die Seelen, sie erstickt das Bewusstsein für die Wirklichkeit.
THEOLOGISCHE FAKULTÄTEN: Bischöfe sollen auf Glaubenstreue achten
BEICHTE: das für die geistliche Erneuerung so wichtige Sakrament soll in den Pastoralplänen der Diözesen und Pfarreien mehr Berücksichtigung finden.


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 Charlene 20. November 2015 

Wegreden oder wegschweigen: Wahrscheinlich beides!

Ich bin gespannt, wie die Ermahnungen des Papstes an die kirchlichen Oberhirten weggeredet werden. Ich muss an die Freiburger Rede Papst Benedikts denken, deren Botschaft man damals auch beim besten Willen nicht verstehen wollte.
"....tolle Impulse, herzlichen Dank, lieber Heiliger Vater (endlich wieder) in Rom, wo bitte geht's zur Tagesordnung....

Papst Franziskus jedenfalls erinnert an die Freiburger Themen auf seine Weise. Danken wir ihm im Gebet.

w2.vatican.va/content/benedict-xvi/de/speeches/2011/september/documents/hf_ben-xvi_spe_20110925_catholics-freiburg.html


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 Stefan Fleischer 20. November 2015 

Solange nicht wieder Gott im Zentrum steht,

solange der Fokus auf den Menschen und sein irdisches Heil die Sorge um sein ewiges Heil verdrängen, solange unsere Seelsorger sich um alles andere sorgen, nur nicht um die ihnen anvertrauten unsterblichen Seelen, können wir nur um ein Wunder beten (und selbstverständlich unsere eigene Gottesbeziehung wieder an der ganzen Grösse Gottes neu aufbauen und pflegen).


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 doda 20. November 2015 

Der Zölibat ist kein Sonderrecht, sondern eine göttliche Berufung

Es geht beim Zölibat des Priesters um eine Berufung, die Gott einem Mann schenkt, wenn Er ihn zum Priestertum beruft.
Darauf vertraut die Kirche, auch wenn Sie @CharlesX vielleicht nicht darauf Vertrauen wollen.


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 Cyprianus 20. November 2015 

das Problem ist die Flucht vor der Erkenntnis des Bösen

die Lösung:

Dekret über die Ursünde (peccatum originale), Konzil von Trient

„1. Wer nicht bekennt, dass Adam, der erste Mensch, nachdem er das Gebot Gottes im Paradies übertreten hatte, sogleich die Heiligkeit und Gerechtigkeit, in die er eingesetzt worden war, verloren (amittere) und sich durch den Verstoß dieser Übertretung den Zorn und die Ungnade Gottes und deshalb den Tod zugezogen hat, den ihm Gott zuvor angedroht hatte, und mit dem Tod die Knechtschaft unter der Gewalt dessen, „der" danach „die Herrschaft des Todes innehatte, das heißt des Teufels" [Hebr 2,14] und dass der ganze Adam durch jenen Verstoß der Übertretung dem Leib und der Seele nach zum Schlechteren umgewandelt (commutare) worden ist: der sei verflucht.“


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 girsberg74 20. November 2015 
 

Inständige Bitte:

@Elisabeth53
„wird sich rgendwas in München nach diesen Worten ändern?
… eine Villa in Rom (16 Mio EUR inkl Renovierung) …“

Machen Sie doch dem hohen Herrn nicht seine Datscha mies!


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 Charles X. 20. November 2015 
 

@ Wuna

Eine Watschn kann ich auch beim besten Willen nicht entdecken, aber eine im besten Sinne des Wortes große Ermunterung. Hier wird vom Papst die Welt nicht schlecht geredet, sondern es wird gesagt, dass sie gut ist - und durch das gelebte Christentum noch besser wird.


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 Stanley 20. November 2015 
 

Ich kann das Jammern nicht mehr hören

Verzeihung, aber seit Jahrzehnten jammern die Päpste über den Niedergang des Glaubens in vielen Ländern, tun aber herzlich wenig dagegen.

Dabei liegt die Lösung so nahe:

"Sicherlich ist es nicht möglich, aus dem Strandgut „der guten alten Zeit“ etwas zu rekonstruieren, was gestern war." (Zitat von Papst Franziskus aus dem obigen Artikel)

Frage: Warum nicht? 99,9% von dem was gestern war, hat sich zu allen Zeiten bewährt.

Warum negiert der Papst die Zeit von 70 n.Chr. bis 1962 bloß?

Was war so schlecht an den 1900 Jahren, dass eine Rückbesinnung auf dieses wertvolle Erbe nicht möglich sein soll?

In diesem Erbe liegt doch die Lösung der Kirchenkrise!


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 catolica 20. November 2015 
 

Klare , gute Worte des Heiligen Vaters,

die Situation in Deutschland ist erkannt, nun muss gehandelt werden. Das gilt nicht nur für die Gemeinden, sondern auch für die Priesterausbildung, die Orden , die Hochschulen und Schulen. Das katholische Profil ist vielerorts nur noch marginal erkennbar, es muss wieder leuchten!


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 Msgr.Westenfeld 20. November 2015 

Hervorragende Situationsanalyse

Vorab: Nicht alle Bischöfe denken und handeln gleich. Ich gehe fest davon aus, dass jeder einzelne sich diese Ansprache zu eigen macht. Es geht keineswegs um einen "Einheitsbrei" in den Diözesen Aber es geht um die Einheit der Bischöfe. Keine Diözese sollte gegen die andere ausgespielt werden. Es geht heute darum, in Einheit Flagge zu zeigen. Das war wohl immer die Stärke der katholischen Kirche - insbesondere in Zeiten der Verfolgung. Wer weiß, ob solche Zeiten nicht bereits vor unseren Türen stehen? Beschäftigen wir uns bitte nicht um "KleinKlein" Das wesentliche besteht in einer Vertiefung unseres Christusglaubens. Viele kennen heute ihren eigenen Glauben nicht mehr. Der aber sollte zuerst vertieft werden, bevor wir uns hinter rein äußerlichen Aktivitäten verstecken. Papiere haben viele "Gescheite" in den vergangenen 40 Jahren - bis heute - vorgelegt. Geändert hat sich dadurch kaum etwas. Jetzt geht es - noch einmal- darum, glaubwürdig aus der Kraft des Glaubens Zeugnis abzulegen!


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 Paddel 20. November 2015 

Katholisches Profil an katholischen Schulen?

An unserer katholischen Schule gibt es das nicht. Ehrlich gesagt erkenne ich überhaupt kein Profil. Es ist eher eine Stimulierungseinrichtung zum Sex mit jedem und jeder. Wir kämpfen seit fünf Jahren, damit wenigstens wieder die FSK eingehalten wird. Sollen wir uns an die Diözese wenden? Wir machen uns da gar keine Hoffnung, wenn das so weiter geht, müssen die Kinder wechseln. Nicht, weil sie gemobbt werden, sondern weil sie verdorben werden und das in einem hohen Maß.


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 Fink 20. November 2015 
 

Das Wort "Katechismus" fällt wieder nicht !

Kein Wort von der verbindlichen Glaubenslehre der Kirche (enthalten im Katechismus). Das Evangelium verkünden, ja, natürlich ! Aber wer legt es aus ? Jeder für sich, wie bei den Evangelischen!? Nein, nicht einmal die Universitäts-Theologen, die Kirche legt es aus !


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 Wuna 20. November 2015 
 

@Dottrina
Wo lesen Sie da eine Watschn heraus?
Ich kann da keine finden, auch keine liebevoll verpackte.
Es ist eine lange Ansprache, die einige Grundwahrheiten enthält und die der Papst so vor jeder anderen Bischofskonferenz hätte halten können und wohl auch hält. Aber man kann natürlich immer Einzelsätze heraus greifen und einer Spezialinterpretation unterziehen.


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 Charles X. 20. November 2015 
 

"Ohne Priester gibt es keine Eucharistie."

Richtig. Und woher sollen sie kommen, die Priester? Mindestens ein ganz einfaches Kirchengesetz, die Zölibatsverpflichtung, soll ja nicht fallen, obwohl das Recht der Gemeinden auf die sonntägliche Eucharistie weitaus höher steht als das Sonderrecht der lateinischen Kirche (alle anderen dem Papst unterstellten Kirchen kennen keinen Pflichtzölibat).


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 Glocke 20. November 2015 
 

Elisabeth53

Ich stimme Ihnen zu ! Hinzu kommt noch, daß Kardinal Marx in einem von der Stadt München seinerzeit renovierten Barockpalais wohnen soll - und daß die Luxusvilla in Rom nur 15 Appartements haben soll (also niemals für die Witwe aus der "Hintergasse 24" zur Verfügung steht). Da ist der Domberg zu Limburg ja vergleichsweise bescheiden! Aber Bischof Tebartz sprach auch glasklar in seiner Verkündigung - er war und ist KATHOLISCH!!


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 Dottrina 20. November 2015 
 

Danke, Papst Franziskus!

Auch, wenn ich mich manchmal mit dem aktuellen Heiligen Vater schwer tue, was das Verständnis seiner Reden anbelangt, so bin ich diesmal sehr positiv überrascht. Er hat dem deutschen Episkopat mal so richtig "a Watsch'n" verpaßt - zwar liebevoll verpackt, aber doch sehr eindeutig. Nur - wie schon einige Vorposter zu Recht angemerkt haben - wird es denn etwas bringen? Wieder daheim in den Diözesen, geht es zum "Business as usual" über (gewisse gute Bischöfe sind natürlich ausgenommen). Und, ja, das leidige Thema Kirchensteuer hat Papst Franziskus auch nicht angesprochen. Das wäre dann das i-Tüpfelchen gewesen.


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 huegel76 20. November 2015 

Deutliche Worte vom Heiligen Vater.

Vielen Dank Hierfür.
Allerdings befürchte ich auch, dass diejenigen Institutionen, die der Papst direkt angesprochen, aber nicht beim Namen genannt hat, sich seine Worte wieder so auslegen, wie es ihnen passt.
Das mache ich jetzt allerdings auch: Der Papst hat auch dem Begriff "Dezentralisierung" nochmal eine 2. Richtung gegeben: Nicht nur auf den Ebenen Rom/Ortskirche, sondern auch auf den Ebenen Ortskirche/Bistümer.


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 padre14.9. 20. November 2015 

Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus,

das ist schon eine harte Aussage vom Papst Franziskus. Pelagianismus ist eine Irrlehre.
Aber ich vermute, so ist es.
Pelagius und Luther - heute in Deutschland?!


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 Elisabeth53 20. November 2015 
 

wird sich rgendwas in München nach diesen Worten ändern?

Kommt vieleicht doch Frau Dr. Kässmann nicht mehr in die Frauenkirche?

In der Zeit als Tausende Flüchtlinge nach München kommen und untergebarcht werden müssen, leistet sich Erzbistum ein neues Ordinariatsgebäude für 160 Mio EUR (inkl. Renovierung geplant, 80 Mio EUR bereits ausgegeben), eine Villa in Rom (16 Mio EUR inkl Renovierung) und Sanierung von Domeberg in Freising (rd 20 MIo EUR- geplant)5 Mio Eur für die Flüchtlingshilfe fallen im Vergleich dazu eher extrem klein


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 Krisi 20. November 2015 
 

Schön, dass der Vatikan alle Entwicklungen beobachtet.

Ich habe an einer katholischen Schule gelernt und wurde schwer gemobbt weil ich mich zu Jesus hielt.

Es tut mir leid Ihnen mitteilen zu müssen, dass sich Schafe im Wolfspelz unter katholischen Lehrern und Schülern befinden.

Ich habe mit den Folgen meines damaligen Nervenzusammenbruchs heute noch zu kämpfen.

Angst vor diesen Menschen habe ich heut noch.


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 NoJansen 20. November 2015 

Man kann nur hoffen und dafür beten, dass unsere deutschen Bischöfe bei der Ansprache des Hl. Vaters genau zugehört haben.
Ich will mich auf ein Zitat aus dieser Ansprache beschränken:
" Desgleichen ist es notwendig, die innere Verbindung von Eucharistie und Priestertum stets klar sichtbar zu machen. Pastoralpläne, die den geweihten Priestern nicht die gebührende Bedeutung in ihrem Dienst des Leitens, Lehrens und Heiligens im Zusammenhang mit dem Aufbau der Kirche und dem sakramentalen Leben beimessen, sind der Erfahrung nach zum Scheitern verurteilt. Die wertvolle Mithilfe von Laienchristen im Leben der Gemeinden, vor allem dort, wo geistliche Berufungen schmerzlich fehlen, darf nicht zum Ersatz des priesterlichen Dienstes werden oder ihn sogar als optional erscheinen lassen. Ohne Priester gibt es keine Eucharistie."
In meiner Heimatdiözese (Aachen)ist diese Gefahr, von der der Hl. Vater spricht, längst traurige Wirklichkeit!


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 stellamaris 20. November 2015 
 

Super!

Jetzt heißt es beten und hoffen, dass dien Worten von Papst Franziskus auch taten folgen, die in den Pfarreien sichtbar werden. Und jeder Pfarrangehörige darf dann auch gerne diesbezüglich nachfragen und nachhaken, wenn nötig!


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 st.michael 20. November 2015 
 

Gelegenheit verpasst !

Gut gesagt, aber gerade mit Bezug auf Deutschland fehlt etwas Entscheidendes.
Glauben, Kirchenbesuch erodiert, die kath. Kirche in Deutschland hat aber Rekordeinnahmen an Kirchensteuer.
Wer austritt ist de facto exkommuniziert, warum schafft der Papst keine klaren Verhaeltnisse ?
Warum muss man Steuer zahlen um Katholisch zu sein ?
Sein Bekenntnis zur Armut in Ehren, aber hier koennte er doch einmal ein Zeichen setzen und so auch etwas zur Verschlankung eines total verfetteten Amtsapparates beitragen, der in keiner Weise mehr der Realitaet in Deutschland entspricht.


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 SCHLEGL 20. November 2015 
 

Na also

Diese klare Ansprache unseres Heiligen Vaters beschämt doch alle, die in diesem Forum, oder auch anderswo, Bedenken an seiner Führungsqualität und Rechtgläubigkeit geäußert haben!
Das gilt übrigens für ganz Westeuropa!
Wir brauchen keine "Laiisierung" der Geistlichen und keine "Klerikalisierung" der Laien! "Ecclesia de eucharistia", so hat der heilige Papst Johannes Paul II in einer Enzyklika geschrieben. Die Kirche baut sich von der Eucharistie her auf, daher geht ohne den geweihten Priester in einer Pfarre letztlich GAR NICHTS! Es wird unsere Aufgabe sein, die Laien diese Wahrheit des Glaubens erkennen zu lassen.Msgr. Franz Schlegl


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 Herbert Klupp 20. November 2015 
 

Der Papst hat recht

Der Papst hat recht, wenn er bezüglich Deutschland sagt ( Kurzfassung ) 1. auf die Ursprünge besinnen 2) den Verwaltungsmist reduzieren 3) wieder missionarisch werden - Und ich denke, das gilt auch für ganz (West-)Europa. Liest man zwischen den Zeilen, dann ist das eine Ohrfeige für die deutschen Bischöfe, die sich "gewaschen hat". DANKE, Franziskus !


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 Genesis 20. November 2015 

ein ewiges Vergelt´s Gott an den Heiligen Vater

für die klaren Worte!


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 jadwiga 20. November 2015 

So ist es ! Danke lieber Papst!

Noch ein Bibelzitat:
"Solches aber, liebe Brüder, habe ich auf mich und Apollos gedeutet um euretwillen, daß ihr an uns lernet, daß niemand höher von sich halte, denn geschrieben ist, auf daß sich nicht einer wider den andern um jemandes willen aufblase. Denn wer hat dich vorgezogen? Was hast du aber, daß du nicht empfangen hast? So du es aber empfangen hast, was rühmst du dich denn, als ob du es nicht empfangen hättest? Ihr seid schon satt geworden, ihr seid schon reich geworden, ihr herrschet ohne uns; und wollte Gott, ihr herrschtet, auf daß auch wir mit euch herrschen möchten!…"


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 ThomasMoore 20. November 2015 

Ob sich jetzt etwas ändert? - Teil2

Laienchristen als Priesterersatz:
Leider verschwimmt diese Wahrnehmung zusehends, siehe in diesem Zusammenhang etwa den “Brandbrief“ von Pfarrer Sperling aus Oschersleben. Ein Bekannter erzählte mir, der Pastoralassistent seiner Pfarrgemeinde hätte sich als Nachfolger des Pfarrers vorgestellt.. Aich hier sehe ich keine Initiative, etwas zu ändern.

Zitat: „Die Präsenz der katholischen Fakultäten an den staatlichen Bildungseinrichtungen ist zudem eine Chance, um den Dialog mit der Gesellschaft voranzubringen“

Dummerweise wird das aber seit 40 Jahren als Chance auf Verweltlichung der Kirche begriffen und auch so praktiziert. Anders gefragt: Für wie viele der stattlich verbeamteten Dozenten in den kath. Fakultäten ist das relevant, was Papst, Bischöfe und Lehramt sagen?
Aber auch hier sehe ich kein Bestreben, etwas an dem status quo zu ändern.


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 ThomasMoore 20. November 2015 

Ob sich jetzt etwas ändert?

Die angesprochenen Themen sind ja schon lange bekannt.
Zitat: „..unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat“.
Vollkommen richtig, aber eine Trendumkehr kann ich nicht erkennen. Was noch viel schlimmer ist: Michael Schneider-Flagmeyer spricht davon, daß 70% der Mitarbeiter offensichtlich nichts mit dem Christentum am Hut haben. Zudem ist es möglich, daß Dinge wie der Genderflyer von der DBK herausgegeben werden können, was zeigt, daß den Bischöfen die Kontrolle über diesen Apparat offensichtlich verlorengegangen ist.
Leider hat die vom Hl. Vater beklagte Verweltlichung nicht nur die Zivilgesellschaft ergriffen, sondern auch weite Teile der Kirche. Kann von solchen verweltlichten Strukturen missionarische Strahlkraft ausgehen? Wohl eher nicht, die genügen sich selbst. Auch hier sehe ich derzeit kein Bestreben, das Ruder herumzureißen.
Laienchristen als Priesterersatz:
Leider verschwimmt diese Wahrnehmung zusehends, siehe in diesem Zusammenhang etwa den “Brandbrief“


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 nemrod 20. November 2015 
 

Selbst auf die Gefahr hin als Schwarzseher tituliert zu werden, der Hl. Vater kann da auch mit der Wand reden. In weiten Bereichen der deutschen Kirche wird doch das " Sentire contra ecclesiam" per Kirchensteuer gefördert.


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 SpatzInDerHand 20. November 2015 

DANKE, lieber Papst! Sie machen mir Mut!!


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 Deus caritas est 20. November 2015 
 

Toll!

Thank you Papa Francesco!! Klare Worte und klarer Auftrag! Auf zur Tat!


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 julifix 20. November 2015 

Danke...

tausend Dank und Gott sei gepriesen, lieber Heiliger VAter, für die liebevolle, doch eher Kopf- als Fußwaschung unserer Bischöfe
;-)


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 wedlerg 20. November 2015 
 

wohl wahr

Ob das unseren Bischöfen gefallen wird? Man überschlägt sich in D geradezu nur noch dabei, Stimmen für die professionellen Berufschristen zu erheben. Die Gläubigen und v.a. der Glaube kommt in öffentlichen Statements inzwischen weniger vor als pseudo-68er Wohlfühlphrasen.

"Das Beispiel dieser „Ehrenamtlichen“ mag uns zu denken geben angesichts einer Tendenz zu fortschreitender Institutionalisierung der Kirche. Es werden immer neue Strukturen geschaffen, für die eigentlich die Gläubigen fehlen. Es handelt sich um eine Art neuer Pelagianismus, der dazu führt, unser Vertrauen auf die Verwaltung zu setzen, auf den perfekten Apparat."


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