Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  7. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  8. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  11. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

Zürich: 'Katholischer' Jugendtreff bietet Totenkontakt ins Jenseits

10. November 2015 in Schweiz, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Katholische Jugendarbeit bietet Spiritismussitzung an – Bistum Chur distanziert sich, Stellungnahme des Bistums in voller Länge


Zürich (kath.net) Im katholischen Jugendtreff Zürich lief Anfang November eine umstrittene Veranstaltung: Ein Medium behauptete, Jenseitskontakte herzustellen. Als „Spirit Reader“ fungierte Alex Hurschler, er erzählt davon, dass er schon als Kind seine tote Schwester gesehen habe. Verstorbene würden sich bei ihm bemerkbar machen, er habe gelernt, diese Zeichen für Lebende zu „übersetzen“. Darüber berichtete der SRF. Etwa zwei Dutzend Jugendliche waren zu der Veranstaltung gekommen und übten sich unter Nachhilfe des Meisters – so der SRF – im Zeichenlesen und im diesbezüglichen „Bauchgefühl“. Die Veranstaltung ist Teil einer Reihe im „GeistLabor“. Co-Organisator Adrian Marbacher spricht davon, dass in diesem „spirituellen Erfahrungsraum“ Sinnsuchende über Jenseitskontakte an ihr christlichen Wurzeln herangeführt werden sollen. Der Theologe Marbacher ist Jugendseelsorger der Katholischen Kirche des Kantons Zürich.

Das Bistum Chur zeigt sich gegenüber diesen Veranstaltungen kritisch. Für den konkreten Anlass erläuterte das Bistum Chur: „Die Zürcher Anstellungsbehörde ist autonom vom Bischof. Aus diesem Grund lehnt der Bischof die Verantwortung für Anlässe des Jugendtreffs ab. Diese liegt allein bei Zürich.“


Die Jugendseelsorge Zürich ist gemäß Selbstbeschreibung auf der Homepage „die Fachstelle für Jugendarbeit und Jugendberatung der „Katholischen Kirche im Kanton Zürich“. Beispielsweise unterstützt sie „Pfarreien, Jugendarbeitende und Jugendverbände in Fragen rund um die kirchliche Jugendarbeit“, Pfarreien können sich beispielsweise auf Kursen über die Firmvorbereitung oder auch allgemein über kirchliche Jugendarbeit informieren.

Die „Katholische Kirche im Kanton Zürich“ ist ein Zusammenschluss von fünf Dekanaten. Der Einfluss von Bischöfen auf das Schweizer Staatskirchentum ist allgemein gering. Weitere Informationen siehe kathpedia: Schweizer Staatskirchentum.

kath.net dokumentiert die Stellungnahme des Bistums Chur vom 9.11.2015 in voller Länge:

“Die Zürcher Körperschaft wollte den neuen Leiter des Jugendtreffs anstellen. Der Bischof leistete keinen Widerstand, denn seine Einflussmöglichkeiten sind sehr klein. Die Zürcher Anstellungsbehörde ist autonom vom Bischof. Aus diesem Grund lehnt der Bischof die Verantwortung für Anlässe des Jugendtreffs ab. Diese liegt allein bei Zürich.”

Grundsätzlich sollte aber folgendes bedacht werden:

- in der Esoterik geht es oft um Begabungen oder übernatürliche Sensibilitäten, die jemand hat oder erwerben will, um in Kontakt mit dem Überirdischen zu treten. Im Christentum ist es aber nicht der Mensch, der irgendwie disponiert oder geübt sein muss, um einen privilegierten Zugang zum Göttlichen zu haben (Medium, Schamane, spiritueller Lehrer o.ä.). Sondern es ist Gott, der von sich aus auf uns zukommt, ganz unabhängig von unserem Können und oft überraschend – vergleichbar mit einem Vater, der sein Kind plötzlich an der Hand nimmt, ohne dass dieses dafür etwas Besonderes tut.

- hinter vielen Formen der Esoterik verbirgt sich das Verlangen, sich überirdische Zusammenhänge dienstbar zu machen. Dazu sagt die Bibel: „Es soll bei dir keinen geben, der seinen Sohn oder seine Tochter durchs Feuer gehen lässt, keinen, der Losorakel befragt, Wolken deutet, aus dem Becher weissagt, zaubert, Gebetsbeschwörungen hersagt oder Totengeister befragt, keinen Hellseher, keinen, der Verstorbene um Rat fragt. (...) Du sollst ganz bei dem Herrn, deinem Gott, bleiben“. (Dt 18,10-13).

- Dazu der Katechismus der kath. Kirche (Nr. 2116): “Sämtliche Formen der Wahrsagerei sind zu verwerfen: Indienstnahme von Satan und Dämonen, Totenbeschwörung oder andere Handlungen, von denen man zu Unrecht annimmt, sie könnten die Zukunft „entschleiern“ [Vgl. Dtn 18,10; Jer 29,8.]. Hinter Horoskopen, Astrologie, Handlesen, Deuten von Vorzeichen und Orakeln, Hellseherei und dem Befragen eines Mediums verbirgt sich der Wille zur Macht über die Zeit, die Geschichte und letztlich über die Menschen, sowie der Wunsch, sich die geheimen Mächte geneigt zu machen. Dies widerspricht der mit liebender Ehrfurcht erfüllten Hochachtung, die wir allein Gott schulden.”


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. Das kirchliche Amt zwischen Wahrheit und Selbstreferenz – Vom Selbstausdruck zum Christuszeugnis
  2. Neue Fantasien über das Weiheamt für Frauen?
  3. Warum kein einfach gläubiger Katholik „Laienpredigten“ in der heiligen Messe braucht
  4. „Je besser die zentralen Ämter der Kirche geführt werden, desto größer der Nutzen für die Kirche“
  5. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  6. „Treue oder Einheit? Wie wird Leo XIV. mit den Lehr- und Disziplinarproblemen der Kirche umgehen?“
  7. Erzbistum Brisbane/Australien: Messbesucherzahlen wachsen seit drei Jahren
  8. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  9. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  10. Niederländischer Weihbischof Mutsaerts: „Möchte mich nun an liberale Theologen und Gläubige wenden“






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  6. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  10. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  11. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  12. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  13. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht
  14. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen
  15. Papst reagiert bestürzt auf Ermordung von Bischof Afonso/Mosambik

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz