28 September 2015, 12:00
Katholische Reaktionen auf die 'Gender-Ideologie'
 
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Die Liste der katholischen Warnungen vor Gender ist lang: Päpste Franziskus und Benedikt XVI, mehrere Bischofskonferenzen aus europäischen Ländern... Leseprobe 3 aus „Gender – Was steckt dahinter?“ von Mathias von Gersdorff

Illertissen (kath.net) In den letzten Jahren haben Papst Franziskus, Papst Benedikt XVI., etliche europäische Bischofskonferenzen oder einzelne Bischöfe Hirtenbriefe veröffentlicht, in denen vor den Gefahren der Gender-Ideologie gewarnt wird.

Die Spanische Bischofskonferenz veröffentlichte am 26. April 2012 ein sehr langes Hirtenwort, in welchem die Ehe und die eheliche Liebe im Zentrum stehen. Ausführlich wird auf das Apostolische Schreiben von Papst Johannes Paul II. „Familiaris consortio“ (das letzte umfassende lehramtliche Dokument der katholischen Kirche über Ehe und Familie, promulgiert am 22. November 1981) und überhaupt auf die katholische Lehre über die Ehe und die Familie eingegangen. Gegen diese Lehre der katholischen Kirche richtet sich Gender, so das Schreiben der spanischen Bischöfe. Diese Ideologie widerspricht der göttlichen Schöpfungsordnung (Als Mann und Frau schuf er sie [Gen 1,27]) und zerstört dadurch die Grundlagen für die Bildung von Ehen. Deshalb muss diese „Pseudowissenschaft“ abgelehnt werden und stattdessen eine „Kultur der Ehe und der Familie“ geschaffen werden.

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In seiner Weihnachtsansprache an die Römische Kurie vom 21. Dezember 2012 warnte Papst Benedikt XVI. vor der Gender-Ideologie: „‚Man wird nicht als Frau geboren, sondern man wird dazu.‘ (…) In diesen Worten ist die Grundlegung dessen gegeben, was man heute unter dem Stichwort Gender als neue Philosophie der Geschlechtlichkeit darstellt. Das Geschlecht ist nach dieser Philosophie nicht mehr eine Vorgabe der Natur, die der Mensch annehmen und persönlich mit Sinn erfüllen muss, sondern es ist eine soziale Rolle, über die man selbst entscheidet, während bisher die Gesellschaft darüber entschieden habe. Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig.“

Auch Papst Franziskus warnte vor Gender als einer Ideologie, die zu Verwirrung und zur Zerstörung der Familie führt. Gender sei ein ideologischer Angriff, der Versuch einer ideologischen Kolonisierung anhand einer familienfeindlichen Doktrin.

Der Hirtenbrief der Portugiesischen Bischofskonferenz vom 14. November 2013 geht direkt auf die Irrtümer der Gender-Ideologie ein und kritisiert die gesetzlichen Maßnahmen, die zur Einführung dieser Ideologie getroffen werden, vor allem die Öffnung des Ehegesetzes für gleichgeschlechtliche Paare.

Im deutschen Sprachraum stieß das Hirtenwort des Churer Bischofs Vitus Huonder auf größere Aufmerksamkeit. In einem knappen Text mit der Überschrift „Gender – Die tiefe Unwahrheit einer Theorie“ zeigt er die wichtigsten Gefahren, die von der Gender-Ideologie ausgehen, ohne lang auf die katholische Sexual- und Ehemoral einzugehen. Bischof Huonder benutzt eine pointierte Sprache und geht direkt zur Sache. Das Ziel des Genderismus, wie der Churer Bischof die Gender-Ideologie nennt, wird mit folgenden Worten beschrieben: „Das Ziel des Genderismus ist, dass jede ‚sexuelle Identität‘ als gleichwertig akzeptiert wird. In diesem Sinn geschieht die konkrete gesellschaftliche Durchsetzung dieser Ideologie unter anderem durch das vermeintliche Recht gleichgeschlechtlicher Paare, zu heiraten und Kinder zu adoptieren, oder durch die (Homo-)Sexualisierung der Kinder in Kindergarten und Schule.“

Bischof Huonder verstand sein Hirtenwort als Beitrag zum „Welttag der Menschenrechte“ und zeigte auf, dass die Implementierung von Gender totalitäre Züge annimmt: „Mit großer Sorge sieht die Kirche, dass in öffentlichen Diskussionen und in den Medien mehr und mehr nur noch die Argumente des Genderismus toleriert werden. Wer anders denkt, wird gesellschaftlich ausgegrenzt und muss mit juristischen Sanktionen rechnen. Auf diese Weise werden die Grundrechte des Menschen bezüglich Religion und freier Meinungsäußerung zunehmend beschnitten.“

Im Hirtenwort werden die Gefahren von Gender für die Gesellschaft, für die Familie, für die Frau, für den Mann und für die Kinder aufgezählt. Die Klarheit und die Präzision der Aussagen brachte die Feinde Huonders, vor allem natürlich die LSBTTIQ-Gruppen, in Rage. Gegen ihn tobte eine lange Hetzkampagne.

Auch die Polnische Bischofskonferenz warnte in ihrem Hirtenwort vor den totalitären Zügen der Gender-Ideologie: „Sollte jemand es in Zukunft wagen, die homosexuelle Propaganda zu beanstanden, wird er sich strafbar machen. Das bedeutet auch die Bedrohung für das Wirken der katholischen Medien und erlegt eigentlich die Notwendigkeit auf, eine Selbstzensur einzuführen.“

Die Slowakische Bischofskonferenz erklärt in ihrem Hirtenbrief, dass auch die Gender-Ideologie zur „Kultur des Todes“ gehört. Diesen Begriff hat Papst Johannes Paul II. verwendet, um die Abtreibungsgesellschaft zu beschreiben. Indem die Gender-Ideologie die christliche Ehe und Familie frontal angreift, trägt sie zum Tod einer Gesellschaft bei.

Auch die Bischöfe der Kirchenregion Triveneto (im Nordosten Italiens) und der Toskana veröffentlichten Pastoralbriefe gegen die Gender-Ideologie.

Trotz unterschiedlicher Gewichtungen und Ausführlichkeit warnen alle hier genannten kirchlichen Stellungnahmen vor den katastrophalen Folgen von Gender für die Kinder, die Familie und nicht zuletzt die Gesellschaft. Die Kinder würden einer Frühsexualisierung unterzogen, um ihnen die Gender-Ideologie einzutrichtern. Dabei würden sie mit sexuellen Inhalten konfrontiert werden, die keinen Respekt vor der kindlichen Unschuld kennen.

Alle Stellungnahmen sind sich auch einig, dass in grober Art und Weise das Erziehungsrecht der Eltern missachtet wird, was eigentlich eine logische Konsequenz dieser Doktrin ist: Wenn das Geschlecht eine „Konstruktion“ ist, dann sind es auch die Ehe und die Familie. Sind diese Institutionen aber willkürliche Fabrikationen, so stehen ihnen auch keine Rechte zu.

kath.net-Lesetipp:
Gender. Was steckt dahinter?
Von Mathias von Gersdorff
144 Seiten, Hardcover
2015 Media Maria
ISBN 978-3-945401-14-9
Preis 15.40 EUR

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