Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht Bruch, sondern lebendige Tradition - Wider den Missbrauch der Liturgiereform
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Kard. Sarah: „Die Abneigung gegen Latein und Gregorianik wird mit der 68er-Generation verschwinden“
  4. Rom sollte in Deutschland endlich Bischöfe einsparen und Bistümer zusammenlegen!
  5. Die Krise des Bischofsamtes
  6. Papst Leo: „Die Welt durchlebt eine besonders unruhige Phase“
  7. Die Hölle, eine verschwiegene Wahrheit
  8. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  9. Caroline Bosbach: „Linkspartei erklärt evangelikale Christen zum Feindbild“
  10. Polnischer Primas in Jasna Góra: „Recht auf Leben von der Empfängnis bis zum natürlichen Tod“
  11. Ist ein linker Punksänger klüger als Bischof Feige?
  12. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  13. „Es gibt keinen notwendigen Widerspruch zwischen Synodalität und Tradition“
  14. R.I.P. Dolly Parton
  15. Erzdiözese Mexiko will angemessenes Begräbnis für abgetriebene und nach der Geburt gestorbene Babys

Rottenburger Bischof gegen Einrichtung eines 'Friedwaldes'

28. Mai 2003 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


An die Stelle der christlichen Hoffnung auf ewiges Leben trete die Rückkehr in den naturhaften Kreislauf des Stirb und Werde, kritisierte Bischof Gebhard Fürst.


Rottenburg/Isny (www.kath.net / drs / red)
Gegen die Einrichtung eines"Friedwaldes" in Isny-Neutrauchburg hat sich der Rottenburger BischofGebhard Fürst ausgesprochen. Friedwälder seien eine Absage an einechristlich-humane Begräbniskultur und die christliche Auferstehungshoffnung.Der Bischof kritisierte, dass die hinter der FriedWald GmbH stehendeweltanschauliche Ausrichtung "nicht transparent gemacht" werde. Offenbarhandle es sich um eine "Hinwendung zur Natur als quasi-göttlicher Instanz".Das christliche Kreuz als Zeichen der Erlösung werde durch den"naturwüchsigen Baum ersetzt", erklärte Fürst.

Die Friedwald GmbH wirbt auf ihrer Website damit, für eine "individuelle,naturnahe Art der Bestattung" zu sorgen. Der Friedwald biete "eineeinzigartige, stimmungsvolle Ruhestätte außerhalb normaler Friedhöfe". DieAsche des Verstorbenen wird in den Wurzelbereich eines Baumes oder Straucheseingebracht, der zur Beisetzung oder bereits vorher gepflanzt oderausgesucht wird. Der Baum nimmt die Asche als Nährstoff. Sie werde so "zueinem Sinnbild für das Fortbestehen des Lebens und ist zudem eine sehrpersönliche Erinnerung an den Verstorbenen".

Bischof Fürst kritisiert, dass die Sicht des Menschen als Person, worauf dieganze abendländische Kultur gründe, im Naturhaften zu entschwinden drohe."An die Stelle der christlichen Hoffnung auf ewiges Leben bei Gott tritt dieRückkehr in den naturhaften Kreislauf des Stirb und Werde." Die christlicheÜberzeugung von der Würde des Menschen und seiner Einzigartigkeit imUnterschied zu allen anderen Lebewesen dürfe nicht dem Zeitgeist Preisgegeben werden. Der Mensch sei nicht einfach ein Produkt der Natur, das amEnde der Natur zurückgegeben werde, sondern Person und gottebenbildlichesGeschöpf Gottes.

Bei der Einrichtung von Friedwäldern seien Anklänge an esoterische oder anneuheidnische Naturvergötzung unverkennbar. Demgegenüber müsse eineBestattungskultur neu gepflegt werden, die den Friedhof als öffentlichen Ortder Trauer und des Abschiednehmens, der personalen Würde jedes Einzelnenauch im Tod sowie der Hoffnung auf Auferstehung erkennbar mache, mahnteBischof Fürst. Nachdrücklich stellte er sich hinter die Stellungnahme derkatholischen und evangelischen (Gesamt-)Kirchengemeinde Isny zur EinrichtungeinesFriedwaldes in Neutrauchburg.

Darin wird kritisiert, dass hinter der neu geplanten Bestattungsform ineinem Friedwald eine "naturreligiöseWeltvorstellung" stehe. Da ein Friedwald kein Friedhof, sondern ein Stückfreie Natur sei, sehen die beiden Kirchengemeinden den pietätvollen Umgangmit den Toten gefährdet. Nach ihrer Auffassung ist zur Gewährleistung derTotenruhe eine "klare Umfriedung des Geländes" notwendig. Informationstafelnreichten zur Verhinderung eines unbefugten Betretens und Befahrens nichtaus.

Die von der FriedWald GmbH in Aussicht gestellte Mitwirkung einesGeistlichen bei einer Beerdingung lehnen die Pfarrer der Isnyer Gemeindenausdrücklich ab. Sie wehren sich dagegen, dass ihr seelsorgerlicher Auftragin dieser Weise "neu definiert" werde. Durch ihre Bestattungsart fördere dieFriedwaldidee "die Anonymisierung im Umgang mit dem Tod". Zeichen der Trauerwürden bewusst ausgeschlossen. Damit würden die Bedürfnisse derHinterbliebenen ebenso wenig ernst genommen wie die bisher gewachseneTrauerkultur.

Die Isnyer Gemeinden befürchten zudem einen Bestattungstourismus, weil essich bei der geplanten Einrichtung eines Friedwaldes um den einzigen südlichdes Odenwaldes handeln würde. Letztlich sei die Friedwaldidee keinealternative Möglichkeit einer pietätvollen Bestattungskultur, sondern einekommerziell motivierte Geschäftsidee mit einer Monopolstellung, die derchristlichen Bestattungstradition deutlich wiederspreche. Die in Aussichtgestellten geringeren Begräbniskosten können nach Ansicht der IsnyerGemeinden auch mit der Einrichtung entsprechender Grabstellen oder einerUrnenwand erreicht werden.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Deutschland

  1. Mit allen Mitteln gegen das Recht auf Leben
  2. ALfA: Ohne Recht auf Leben gibt es überhaupt keine Rechte
  3. Deutsche Kirchenstatistik 2023: 20 Mill. 'Katholiken', aber nur 1,26 Mill. besuchen die Hl. Messe
  4. 131 Kirchenschließungen in Deutschland in 5 Jahren
  5. Neokolonialistische Außenpolitik auf marxistischem Boden
  6. Wohin steuert die katholische Kirche in Deutschland
  7. Das bundesdeutsche Bermuda-Dreieck der Großideologen
  8. Kirche muss reich an Glauben sein, nicht reich an Geld
  9. „Ohne Priester keine Kirche Jesu Christi“
  10. FDP-Tänzer wollen mit Urheberrecht Lebensschützern den Mund verbieten






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Bischof widerruft Erlaubnis, dass die Piusbruderschaft in Lourdes Sakramente spenden dürfen
  3. Mexiko: Gedenkfeier zum 100. Todestag der ersten Cristero-Märtyrer
  4. Babyboom auf einer US-Entbindungsstation: 17 Krankenschwestern erwarten zeitgleich Nachwuchs
  5. Polnische Pfarre verlangt von Autofahrern Gebete als "Parkgebühr"
  6. Wer ist Jesus Christus für mich? Der Glaube als tägliche Entscheidung
  7. Irland: 30 Prozent Rückgang bei katholischen Taufen in zehn Jahren
  8. Ein Wunder der Vorsehung
  9. Die Krise des Bischofsamtes
  10. Deutschland: 2024 waren nur noch 43 % der Bestattungen christlich
  11. US-Regierung leitet 2 Milliarden Dollar an christliche Hilfsorganisationen um
  12. Slowakei und Polen planen gemeinsamen Johannes-Paul-II.-Pilgerweg
  13. „Wenn ich mich nicht täusche, gibt es in der Geschichte keine vergleichbare Institution“
  14. Nur der Weg der Liebe ist der Weg des Lebens
  15. Nicaragua: Regime veröffentlicht Propaganda-Video von festgenommenem Bischof Mata

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz