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Kreuz vor der chinesischen Botschaft in Berlin errichtet

4. September 2015 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Menschenrechtler protestieren damit gegen die Entfernung von Kreuzen


Berlin (kath.net/idea) Die Gesellschaft für bedrohte Völker (Göttingen) hat gegen die Verletzung der Religionsfreiheit von Christen in der Volksrepublik China demonstriert. Aus Protest errichtete die Menschenrechtsorganisation am 3. September ein drei Meter hohes rotes Kreuz vor der chinesischen Botschaft in Berlin. An der Aktion beteiligten sich rund 30 Personen. Zum Hintergrund: In den vergangenen zwei Jahren hatte das kommunistische Regime mindestens 1.200 Kreuze von offiziell anerkannten Kirchen in der Provinz Zhejiang abreißen lassen. Laut der Gesellschaft für bedrohte Völker haben dort viele Christen gegen die Zerstörung von Kirchen und Kreuzen friedlich Widerstand geleistet und wurden festgenommen. Unter den Inhaftierten seien auch 270 Rechtsanwälte, die die Rechte chinesischer Christen verteidigten.


Wie der China-Experte der Organisation, Ulrich Delius, auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea sagte, steckt hinter dem „Kreuzsturm“ in der Provinz Zhejiang die irrige Annahme kommunistischer Funktionäre: „Wenn keine Kreuze mehr zu sehen sind, werden die Menschen auch nicht mehr in die Kirche gehen.“

Die Volksrepublik China gehöre heute zu den Ländern, in denen die Zahl der Christen am stärksten wachse. Schätzungen zufolge liegt ihre Zahl dort bei bis zu 130 Millionen. Die Gesellschaft für bedrohte Völker erinnerte mit ihrer Aktion auch an das Massaker 1989 in Peking. Dabei kamen nach Schätzungen 2.600 Demonstranten ums Leben.

Teilnahme von Ex-Kanzler Schröder an Militärparade in Peking „beschämend“

China beging am 3. September den 70. Jahrestag des Sieges über Japan im Zweiten Weltkrieg mit einer Militärparade in Peking. Rund 12.000 Soldaten marschierten am Tor des Himmlischen Friedens an der Staatsführung und ihren Gästen vorbei. Darunter waren der russische Präsident Wladimir Putin, der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) und der wegen Völkermords gesuchte sudanesische Staatschef Omar Hassan al-Bashir. Die Gesellschaft für bedrohte Völker zeigte sich „empört“, dass Schröder die Militärparade besuche, obwohl die Opfer des Massakers von 1989 nicht rehabilitiert wurden. Delius: „Es ist beschämend, dass ein deutscher Sozialdemokrat das Schicksal der getöteten und verschwundenen chinesischen Demokraten so instinktlos missachtet.“ Schröder sollte sich lieber um die Rechte der in den vergangenen Wochen willkürlich inhaftierten 270 Rechtsanwälte bemühen, so die Organisation.

China: Behörde reißt Kirche ab - Gemeinde hatte wochenlang vergeblich einen menschlichen Schutzwall gebildet - Gebäude hatte Architekturpreis (engl.)


Kardinal Zen berichtet über die großen Schwierigkeiten der Kirche in seiner Heimat China (englisch, von Catholic News Service)



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Lesermeinungen

  4. September 2015 
 

Politische Kämpfe

In China ist wie auch in Europa kein Konsens unter den Regierenden und den Provinzen. Teile sehen in die Zukunft, Teile wollen rückwärts. Es besteht Konkurrenz und verschiedene Gruppen bekämpfen sich.
Das ist wie beim unrühmlichen Verhalten gegen etnozentristisch gepolte Länder über Flüchtlingen in Europa. Einzelne
ethnozentristisch gepolte Länder wie
Ungarn (schon im 3. Reich eine sehr un-rühmliche Rolle) akzeptieren eine Pluralität nicht. Sie verfolgen bspw. die Sinti und Roma über Jahrhunderte an-
statt ihnen eine Integration in die Gesellschaft zu ermöglichen. Sowohl Brüssel in Europa als auch Peking sollte ihnen den Geldhahn zudrehen bzw.
ihre Rechte beschränken bzw. sie ausschließen. Flüchtlinge noch nach Religion unterscheiden und diskriminieren zu wollen ist teuflisch.


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