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Medienkritik an Caritas-Chef Rainer Flinks

31. August 2015 in Deutschland, 40 Lesermeinungen
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Focus anhand eines BAMS-Berichtes: „Caritas-Geschäftsführer Rainer Flinks richtete sich ein schickes Büro ein, ließ sich seine Geburtstagsparty und sein MBA-Studium bezahlen und erhöhte schließlich sein Gehalt um 60 Prozent.“


Berlin (kath.net) „Caritas-Geschäftsführer Rainer Flinks richtete sich ein schickes Büro ein, ließ sich seine Geburtstagsparty und sein MBA-Studium bezahlen und erhöhte schließlich sein Gehalt um 60 Prozent. Die meisten Posten zeichnete er selbst ab.“ Dies schreibt das Nachrichtenmagazin „Focus“ anhand eines Berichtes der „Bild am Sonntag“ (BAMS).

Im Einzelnen führte der Focus auf: Gemäß der „Bild am Sonntag habe die Caritas 2350 Euro für die Feier des 50. Geburtstages ihres Geschäftsführers bezahlt, er habe die Rechnung eigenhändig unterschrieben. Geschäftsführer, Aufsichtsrat und Caritas-Verband hätten gegenüber der BAMS festgestellt, dass es sich bei der Geburtstagsfeier um eine „dienstliche Veranstaltung“ gehandelt habe.

Außerdem habe er ein neues Büro eingerichtet bekommen, dies habe einen fünfstelligen Betrag gekostet. Zu Ausstattung gehöre auch ein Sichtschutz für 6.000 Euro, eine eigene abschließbare Klokabine sowie eine Terassentür, die auch sein Hund aufschieben könne. Die Ausstattung sei „oberen Mittelklassebereich“ und „verhältnismäßig“, sagte Flinks gegenüber der BAMS


Innerhalb von drei Jahren sei sein Gehalt um 60.000 Euro gestiegen, von 102.319 Euro auf 162.319 Euro, also um 60 Prozent. Trotzdem reichte er noch eine Reinigungsrechnung über 18 Euro ein. Dies erklärte er gegenüber der BAMS folgendermaßen: „Bei einer Dienstveranstaltung wurde ich mit einem vollen Tablett Sekt überschüttet“.

Auch für sein Zusatzstudium zum MBA habe die Caritas 17.909 Euro bezahlt, die entsprechenden Reisespesen für Taxifahrten und Flüge rechnete er dabei gesondert ab und unterschrieb die Bewilligung selbst. Der Caritas-Verband sagte dazu der BAMS, er habe daran „keinen Grund zur Beanstandung gefunden“.

Der „Focus“ schloss seinen Bericht „Caritas-Chef finanzierte Geburtstagsparty mit Spendengeldern“ mit dem Hinweis: „70 Millionen Euro gehen jedes Jahr bei der Caritas ein. Das Geld kommt von Krankenkassen, Pflegekassen und Sozialhilfestellen. Außerdem gibt es Spenden und die Bewohner der 75 Caritas-Pflegeheime zahlen für ihre Versorgung.“

Hintergrund: Der Caritas-Verband ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche.

Flinks, den der Focus als „Caritas-Geschäftsführer“ bezeichnet, ist genaugenommen allerdings der Geschäftsführer der Caritas Altenhilfe Berlin (zuständig für Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern).

UPDATE
Das Nachrichtenmagazin "Focus" weist inzwischen darauf hin, dass die Caritas am Montag gegenüber Focus feststellte, "dass Rainer Flinks nicht Chef der Caritas Altenhilfe Deutschland ist. Er ist Geschäftsführer einer gemeinnützigen Gesellschaft im Erzbistum Berlin, der Caritas Altenhilfe GGmbH. Die Gesamtkosten dieser dienstlichen Veranstaltung haben der Caritas zufolge 2.350 Euro betragen, dies bedeutet Kosten pro Gast von 15,68 Euro. Spendengelder seien dabei nicht maßgeblich gewesen. Der Anteil der Spenden am Etat der Gesellschaft betrage gerade einmal 0,06 Prozent. FOCUS Online wird den Artikel nach einem eingehenden Gespräch mit der Caritas Altenhilfe entsprechend überarbeiten."



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