30 August 2015, 12:16
Die Satzungen des Menschen und das wahre Gesetz Gottes
 
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Franziskus: das äußerliche Beachten des Gesetzes ist nicht ausreichend, um gute Christen zu sein. Der Primat der Innerlichkeit. Gedenken an den Märtyrerbischof Melki und an das Flüchtlingsdrama in Österreich. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Angelus am 22. Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet kommentierte Papst Franziskus das Tagesevangelium (Mk 7, 1-8.14-15.21-23), das von dem Gespräch Jesu mit einigen Pharisäern und Schriftgelehrten über den „Wert der Überlieferung der Alten“ berichtet.

Jesus nenne sie zusammen mit Jesaja „Satzungen von Menschen“, die nie den Platz des Gebotes Gottes einnehmen dürften. Die alten Vorschriften hätten nicht allein die von Gott dem Mose offenbarten Gebote umfasst, sondern eine Reihe von Angaben, die die Anweisungen des mosaischen Gesetzes spezifiziert hätten. Die Schriftgelehrten hätten diese als authentischen Ausdruck authentischer Religiosität vorgelegt. Dem gegenüber sage Jesus auf prophetische Weise: „Ihr gebt Gottes Gebot preis und haltet euch an die Überlieferung der Menschen“ (V. 8). Diese Worte erfüllten mit Bewunderung für den Meister, dessen Weisheit von Vorurteilen befreie.

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Der Papst unterstrich, dass Jesus auch uns warnen wolle, nicht zu meinen, dass das äußerliche Beachten des Gesetzes ausreichend sei, um gute Christen zu sein. Das wortwörtliche Beachten der Gebote sei etwas steriles, wenn es nicht die Herzen ändere uns ich in konkrete Haltungen umsetze: „sich der Begegnung mit Gott und seinem Wort öffnen, Gerechtigkeit und Frieden suchen, den Armen, den Schwachen, den Unterdrückten helfen“. Alle wüssten, wie schlecht für die Kirche jene Menschen seien, die sich sehr katholisch geben, aber dann in der Wirklichkeit ein christliches „Gegen-Zeugnis“ gäben.

Jesus sage weiter: „Nichts, was von außen in den Menschen hineinkommt, kann ihn unrein machen, sondern was aus dem Menschen herauskommt, das macht ihn unrein“ (V. 15). Damit betone er den Primat der Innerlichkeit, des Herzens. Die äußerlichen Haltungen seien die Folge dessen, was wir im Herzen entschieden hätten, nicht umgekehrt. Die Grenze zwischen Gut und Böse gehe durch unser Inneres. Der Schatz sei das Herz, die Lehre Jesu. Daher müsse das Herz geläutert werden und sich bekehren. Ohne ein geläutertes Herz sei es unmöglich, wirklich „saubere Hände und Lippen“ zu haben, die aufrechte Worte der Liebe, der Barmherzigkeit und der Vergebung sprächen.

Nach dem Angelus erinnerte Franziskus an die gestrige Seligsprechung in Harissa (Libanon) des syrisch-katholischen Märtyrerbischofs Flavian Michele Melki (1858-1915). In einer schrecklichen Christenverfolgung sei er ein unermüdlicher Verteidiger der Rechte seines Volkes gewesen. Der Papst unterstrich, das auch heute die Christen im Nahen Osten und anderen Teilen der Welt verfolgt werden. So solle die Seligsprechung des Märtyrers ihnen Trost, Mut und Hoffnung schenken. Heute gebe es mehr Märtyrer als in den ersten Jahrhunderten des Christentums. Franziskus rief die Regierenden auf, überall dafür zu sorgen, dass die Religionsfreiheit gewährleistet werde. Ebenso solle die internationale Gemeinschaft etwas tun, um der Gewalt ein Ende zu setzen.

Auch das jüngste Flüchtlingsdrama in Österreich mit über 70 Toten in einem Lastwagen veranlasste Franziskus, sich dem Gebet von Kardinal Schönborn und aller österreichischen Christen für die Toten, unter diesen vier Kinder, anzuschließen. Verbrechen dieser Art, die die ganze Menschheitsfamilie beleidigten, müssten verhindert werden. Der Papst betete in Stille für alle Flüchtlinge und Migranten, die leiden und das Leben verloren haben.

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