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Evangelisches ‚Wort zum Sonntag’ im Dienst der Gender-Ideologie

3. Juli 2015 in Deutschland, 34 Lesermeinungen
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Eine evangelisch-lutherische Pastorin hat in der Sendung ‚Das Wort zum Sonntag’ Positionen der Gender-Ideologie übernommen und versucht, diese biblisch zu begründen.


Wennigsen (kath.net/jg)
Die evangelisch-lutherische Pastorin Annette Behnken hat in der ARD-Fernsehsendung „Das Wort zum Sonntag“ am 27.6.2015 zum Thema „Frauen im Test“ gesprochen. Dabei hat sie Positionen der Gender-Ideologie vertreten und versucht, diese biblisch zu begründen.

„Wissenschaftlich“ könne man keine genaue Grenze zwischen männlich und weiblich ziehen. „Wissenschaftler sprechen von tausenden unterschiedlichen Geschlechtervarianten bei uns Menschen“, behauptet sie wörtlich. Welche wissenschaftlichen Ergebnisse dieser Aussage zugrunde liegen, sagt Behnken nicht. Eine kurze Recherche ergibt, dass es zur Frage der geschlechterspezifischen Interessen zumindest unterschiedliche Auffassungen gibt. Die Biologie etwa kennt klare Unterschiede zwischen Mann und Frau. Die Hirnforschung hat in den letzten Jahren gezeigt, dass die Gehirne von Frauen und Männern unterschiedlich arbeiten.


Behnken geht in weiterer Folge auf den biblischen Schöpfungsbericht ein. „Gott schuf den Menschen als Mann und Frau“ (Gen 1,27) zitiert sie. Auf diesen Satz hätten sich „Kirchen und Gesellschaft lange Zeit berufen“ und damit „viel Unrecht angerichtet“. Heute habe sich „Gott sei Dank“ viel geändert, auch in den Kirchen, fährt sie fort. Doch die Aufgabe, gegen Verfolgung, Ausgrenzung und Diskriminierung vorzugehen, sei so lange aktuell, so lange es diese Phänomene gebe. „Die Vielfalt der Geschlechter ist keine Bedrohung sondern eine Wirklichkeit“, sagt sie wörtlich.

Dann versucht die Pastorin, ihre Aussage biblisch zu begründen und zitiert den Brief des Apostels Paulus an die Galater: „Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus.“ (Gal 3,28; Übersetzung der Lutherbibel, Ausgabe 1984). Das sei die „Vision seit biblischen Zeiten bis heute“, ist Behnken überzeugt.

Der Apostel Paulus wollte mit dem zitierten Satz keine anthropologische Aussage machen, die den Unterschied zwischen Mann und Frau aufhebt. Es geht ihm um die Einheit im Glauben. Für den Glauben an Christus spielt es keine Rolle, ob man Jude oder Grieche, Sklave oder Freier, Mann oder Frau ist. Das vollständige Zitat lautet: „Denn ihr seid alle durch den Glauben Gottes Kinder in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Hier ist nicht Jude noch Grieche, hier ist nicht Sklave noch Freier, hier ist nicht Mann noch Frau; denn ihr seid allesamt einer in Christus Jesus. Gehört ihr aber Christus an, so seid ihr ja Abrahams Kinder und nach der Verheißung Erben.“ (Gal 3,26-29, Übersetzung der Lutherbibel, Ausgabe 1984)



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