Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  2. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  3. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  4. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  5. Offensichtlich geht es heute auch ohne Religion
  6. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  7. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  8. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  9. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  10. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  11. Sozialethiker Rhonheimer: Jesus war kein Kapitalismuskritiker
  12. USA werden im Jahr 2100 ein katholisches Land sein
  13. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  14. „Schick diese Artikel gerne an alle neugierigen und fragenden Freunde weiter!“
  15. Wir sind hier, um der Welt zu erklären, dass auch Wladimir Putin für seine Verbrechen bezahlen muss"

Sterbehilfe: Werden unsere Alten und Kranken zukünftig vogelfrei sein?

26. Juni 2015 in Kommentar, 14 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erschreckende Ergebnisse einer belgischen Studie: Offenbar töten Hausärzte Patienten ohne vorherige Einwilligung. Die Studie lässt auch in der deutschen Sterbehilfe-Diskussion massive Fragen aufkommen. kath.net-Kommentar von Petra Lorleberg


Berlin (kath.net/pl) Die britische Daily Mail berichtete am 11. Juni 2015 über eine neue Studie, die belegt, dass belgische Hausärzte Patienten ohne deren vorherige Einwilligung töten. Es hat offenbar bereits tausende Menschen getroffen. In deutschen Medien wird die Meldung allerdings kaum aufgegriffen, obwohl – oder sollte man besser sagen: „weil“? – wir unmittelbar vor entscheidenden Weichenstellungen der deutschen Gesetzgebung zur Sterbehilfe stehen. Den zukünftigen Willen des Gesetzgebers kennen wir bisher noch nicht. Den gestalterischen Willen der Majorität der Medien in Deutschland kann allerdings auch der in Medienangelegenheiten weniger erfahrene Zuschauer/Leser zweifelsfrei ablesen. In Bild-, Ton- und Schriftmedien lässt sich eine starke Bejahung des aktiven Tötens erkennen. Streit herrscht höchstens noch über so zweitrangige Fragen wie: Dürfen auch gewerbliche Organisationen mitmischen oder soll das Töten in Zukunft nur „ehrenamtlich“ oder durch „barmherzige“ (und natürlich nur völlig unegoistische) Angehörige erlaubt sein?

Zurück zur Meldung der „Daily Mail“: Die akademische Studie, die im „Journal of Medical Ethics“ veröffentlich wurde, bringt zum Vorschein, dass unter hausärztlicher Versorgung tausende Menschen getötet worden sind, obwohl sie keine vorherige Einwilligung dazu gegeben hatten. Meist wären sie zu einer Einwilligung auch nicht mehr in der Lage gewesen, denn entweder lagen sie im Koma oder sie waren fortgeschritten dement oder die Ärzte hatten sonstwie entschieden, dass es im Patienteninteresse läge, nicht vorab zu fragen.


Sehr häufig informierten Ärzte nicht einmal die Familie über ihr Vorhaben, eine tödliche Injektion zu verabreichen. Vielmehr sahen die Ärzte ihren Entschluss als medizinische Entscheidung an, die sie alleine treffen mussten, berichtete die britische Zeitung.

Allgemein erfolgt nach Angaben der Studie bereits bei einem von sechzig Todesfällen die aktive Sterbehilfe ohne vorherige Einwilligung.

Die Hälfte der ohne ihre Einwilligung Getöteten war über 80 Jahre alt, zwei Drittel von ihnen war im Krankenhaus und ohne tödliche Krankheit.

Nach Darstellung der „Daily Mail“ bringt die Studie neue Fragen in die zunehmend kontrovers geführte Diskussion über das 13 Jahre alte belgische Sterbehilfegesetz ein. In Belgien wurde das Gesetz von den Ärzten stark akzeptiert, so dass inzwischen Ärzte sogar Kinder töten. Raphael Cohen-Almagor, Professor der Hull University, stellte dazu besorgt fest: „Die Entscheidung, welches Leben nicht länger lebenswert ist, liegt nicht in der Hand der Patienten, sondern in den Händen der Ärzte.“

Angesichts der für die Bundestagsdebatten vorliegenden Gesetzentwürfe muss man sich deshalb auch in Deutschland fragen: Wird es mittelfristig überhaupt noch eine Strafverfolgung geben, wenn jemand, der alt, krank oder behindert ist, getötet wird? Wird es überhaupt noch eine gesetzliche Abgrenzung zum Mord geben (können)? Wird Töten bald per se immer erlaubt sein, wenn jemand die nötige (medizinische oder andersweitige) Qualifikation dafür nachweisen kann?

Werden unsere Alten und Kranken zukünftig vogelfrei sein, ohne den rechtlichen Schutz des Menschenrechtes auf Leben?

Es gilt deshalb sehr genau hinzuschauen, welche Bundestagsabgeordneten für welchen Entwurf stimmen!

Sterbehilfe: 'Nur Sensburg/Dörflinger-Gesetzentwurf verharmlost nicht'

Link zum Artikel der „Daily Mail“: Belgian GPs 'killing patients who have not asked to die': Report says thousands have been killed despite not asking their doctor

Sterben mit Würde? Eine nähere Betrachtung zur Euthanasie




Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  2. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  3. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  4. Logische Konsequenzen der Freigabe der Abtreibung
  5. Vatikan bestätigt: Kliniken des belgischen Ordens sind nicht mehr katholisch!
  6. Österreichische Bischofskonferenz: Für umfassenden Lebensschutz!
  7. CDL fordert dringend ein "legislatives Schutzkonzept" bei Sterbehilfe
  8. Aktive Sterbehilfe? – Keine Antwort ist auch eine Antwort!
  9. Vatikan erkennt belgischen Ordens-Kliniken katholische Identität ab
  10. Kritik an Sterbehilfe an Demenzkranken in Niederlanden hält an






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Oktober 2025 mit kath.net in MEDJUGORJE mit P. Leo MAASBURG
  3. 'Ich bin Protestant und glaube an die Realpräsenz der Eucharistie'
  4. Das einzige Land mit der Bibel auf seiner Flagge
  5. Kardinal Burke kritisiert liturgische Änderungen nach dem II. Vatikanischen Konzil
  6. Großbritannien: Junge Menschen kehren in die Kirchen zurück
  7. "Katholischer Medienpreis" der DBK für "korrektive Fake News"
  8. Die deutsche Versuchung, selbst ins Autoritäre abzugleiten!
  9. USA: Dominican Sisters of St. Cecilia heißen dieses Jahr 21 Postulantinnen willkommen
  10. Lebensschutz ist und bleibt ein Kernthema für Christen
  11. Ist der Begriff „Neger“ mit dem des „parasitären Zellhaufens“ verfassungsrechtlich vergleichbar?
  12. Papst an Ministranten: Denkt über Priesterberuf nach
  13. Papst Leo XIV. betet für die Opfer des Attentats auf eine katholische US-Schule
  14. US-Erzdiözese Denver: Pfarreien nominieren 900 junge Männer für das Priestertum
  15. Wie zwei Konvertiten spannend den Glauben vermitteln

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz