16 Mai 2015, 12:00
'Ich stehe in der Tradition der Kirche, für mich sind Fakten gegeben'
 
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Freiburger Erzbischof Burger: Das Priestertum „ist für Frauen nicht zugänglich“, „da hat sich Papst Johannes Paul klar positioniert“ - Er äußert sich zu Reizthemen wie wiederverheiratete Geschiedene, homosexuelle „Ehe“, Anfragen an Zölibat, Islam.

Freiburg (kath.net) In seinem ersten ausführlichen Interview seit seiner Ernennung und Weihe (29.6.2014) zum Erzbischof von Freiburg positioniert sich Stephan Burger (Foto) am Samstag in aktuell vieldiskutierten Fragen, etwa die Frage nach dem Priestertum für verheiratete Männer oder für Frauen, der Sakramentenzulassung für zivilrechtlich wiederverheiratete Geschiedene und Menschen in homosexueller Partnerschaft, dem Umgang mit einwandernden Menschen islamischen Glaubens.

In der Frage, ob auch Frauen im „Priesterberuf“ „Karriere machen“ sollten, erläuterte Burger: „Da hat sich Papst Johannes Paul II. klar positioniert: Diese Ämter sind für Frauen nicht zugänglich. Und bisher habe ich auch von Franziskus keine Signale wahrgenommen, dass er daran rütteln möchte.“ Gleichzeitig sei ihm persönlich der Rat von Frauen „schon immer wichtig“ und auch das Gemeindeleben werde „von beiden Geschlechtern getragen“, auf diese Kompetenz wolle er nicht verzichten.

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Er stehe in solchen Fragen „in der Tradition der Kirche, für mich sind die Fakten so gegeben. Was die Zukunft bringt, muss ich offen lassen.“

Als „nicht gut“ wertete es der Freiburger Erzbischof, „wenn etwas in der einen Diözese so läuft und der anderen anders, was dann zum Zwiespalt führt. Wir Bischöfe haben die Aufgabe, der Einheit zu dienen.“ Das Thema wiederverheiratete Geschiedene etwa werde in Rom geklärt, dabei sei es für ihn „entscheidend und auch spannend, wie Rom sich zu dieser Frage verhält, wie es sie möglicherweise neu bewertet und neue Zugänge schafft“. Bezüglich der im Oktober zu diesen Themen tagenden Bischofssynode stellte er fest, sie sei „ein Beratungsgremium“, „entscheidend ist, wie Papst Franziskus sich positioniert. Sein Wort gibt letztlich den Ausschlag.“

„Ehe ist nun mal Ehe, und ein homosexuelles Paar kann nach unserem Verständnis keine Ehe schließen.“. Damit scheide ein Zeremoniell wie die Trauung von Mann und Frau bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften aus, bestätigte Burger. „Die Kirche sieht in ihrem Selbstverständnis zunächst die Ehe von Mann und Frau mit dem Wunsch nach Kindern als Keimzelle der Gesellschaft. Was andere Partnerschaften betrifft, hat die Kirche ihre Fragen.“ In diesem Bereich „sieht die katholische Kirche momentan keinen Spielraum. Die Ehe muss unverwechselbar bleiben – bei allem Respekt vor unterschiedlichen Lebensentwürfen, in denen Menschen in Treue zueinanderstehen.“

Der Zölibat sei nicht die Ursache des Priestermangels, „sonst müsste es bei der evangelischen Kirche ja brummen – tut es aber dort auch nicht.“ Er suche die Ursachen eher in „der gesamtgesellschaftlichen Situation. Aus welchen Familien sollen unsere Priester kommen? Früher, bei vier oder fünf Kindern, war das keine Frage. Aber heute? Dem einzigen Sohn wird man kaum nahelegen, den Priesterberuf zu ergreifen.“

Auch über die Migration von Muslimen nach Deutschland ließ sich der Freiburger Erzbischof befragen. Die Geschichte lehre, dass Christen und Muslime miteinander können. „Wenn die Leute, die zu uns kommen, bereit sind, sich auf unsere Werte und unsere Grundordnung einzulassen, sehe ich keine Schwierigkeiten.“ Dann könnten Christen und Muslime sogar „gemeinsam als Religionen in die Gesellschaft hineinwirken.“ Wenn es den einwandernden Muslimen aber darum gehe, „mit einem gewissen Missionseifer unsere Welt umzupolen, dann bekämen wir ein Problem.“

Link zum Interview in der „Badischen Zeitung“: Erzbischof Stephan Burger äußert sich erstmals umfassend.

Christus im Herzen: Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger im Interview




Foto Erzbischof Burger (c) Erzbistum Freiburg



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