07 Mai 2015, 10:00
60 Jahre Staatsvertrag: Rosenkranz-Initiative mit Fokus auf Bibel
 
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Neue Vorsitzende der in Österreich gestarteten Gebetsgemeinschaft, Gallhofer: Einladung zum Rosenkranzgebet aufgrund der ernsten Situation in Welt und Kirche weiterhin aktuell

Wien (kath.net/KAP) 60 Jahre nach ihren Massenmobilisierungen für das Gebet um die Unabhängigkeit Österreichs richtet die weltweite Gebetsgemeinschaft "Rosenkranz-Sühnekreuzzug" (RSK) heute ihren Fokus besonders auf Neuevangelisierung: Angesichts des Glaubensschwundes vor allem in Europa, der niedrigen Zahl der Priester- und Ordensberufungen sowie der materiellen und geistigen Not soll "neue Freude und Begeisterung für das Wort Gottes und eine intensivere Beschäftigung damit geweckt werden", erklärte die neue Vorsitzende der Gebetsgemeinschaft, Traudl Gallhofer, am Mittwoch gegenüber "Kathpress".

Gallhofer ist Vorsitzende des neu eingesetzten Vorstandes des "Rosenkranz-Sühnekreuzzuges um den Frieden in der Welt", nachdem dessen jahrzehntelanger Leiter, Pater Benno Mikocki, mit 1. Oktober 2014 altersbedingt die Hauptverantwortung abgegeben hatte. Im Februar traten überarbeitete Statuten in Kraft, wonach Kardinal Christoph Schönborn als Wiener Ortsbischof rechtlich und der Salzburger Erzbischof Franz Lackner für die spirituelle Begleitung zuständig ist; beide Bischöfe gemeinsam hatten bereits im Herbst das Patronat des RSK übernommen.

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Die Geschichte des RSK ist eng mit dem Österreichischen Staatsvertrag verknüpft, dessen Unterzeichnung sich am 15. Mai zum 60. Mal jährt. Gegründet 1947 vom Franziskanerpater Petrus Pavlicek (1902-1982) infolge einer Eingebung bei einer Dankeswallfahrt in Mariazell nach geglückter Heimkehr aus der Kriegsgefangenschaft, war das zentrale Anliegen der Gemeinschaft die Einladung zum Rosenkranzgebet - für die Bekehrung der Menschen zu Gott sowie um Frieden und Freiheit für Österreich und die Welt. 1949 empfahl die Bischofskonferenz die Bewegung.

Zur Zeit des Staatsvertrags-Abschlusses 1955 und seiner 354 erfolglosen Verhandlungen im Vorfeld hatten sich bereits 500.000 Gläubige der Gebetsgemeinschaft angeschlossen, die u.a. zahlreiche Sühneandachten, Nachtanbetungen und eindrucksvolle Bittprozessionen über die Wiener Ringstraße veranstaltete. Auch führende Politiker schlossen sich diesem Gebet an, allen voran Bundeskanzler Julius Raab und Außenminister Leopold Figl. "Wenn nicht so viel gebetet worden wäre, so viele Hände in Österreich sich zum Gebet gefaltet hätten, so hätten wir es wohl nicht geschafft", wird Kanzler Raab in einem späteren persönlichen Gespräch mit Kardinal Franz König zitiert.

Initiative bleibt weiterhin Vorbild

Dass der RSK nach der Unabhängigkeit Österreichs weitere Aufgaben bekam, geht auf die Aufrufe mehrerer Bischöfe in anderen Ländern - darunter Joao Pereira Venancio von Fatima oder Rudolf Graber von Regensburg - zurück, die ihren Gläubigen empfahlen, sich dem Rosekranzgebet für Bekehrung und Frieden anzuschließen. In den Ländern der Mission und des Kommunismus sowie nach der Errichtung der Berliner Mauer vor allem in Deutschland erfuhr der RSK regen Zulauf, sodass es in den 1960er-Jahren zwei Millionen Menschen in 132 Ländern eingetragene Mitglieder gab.

Weiterhin gilt der RSK international als ein Vorzeige-Initiative: Zuletzt im Februar 2015 hatte der ukrainische Bischof Antal Maynek die Bevölkerung seines Landes zum Gebet für Frieden und Truppenabzug aufgerufen und dabei an das Beispiel des Wiener Franziskaners P. Petrus Pavlicek erinnert. Der RSK-Gründer, für den seit 2000 ein Seligsprechungsprozess läuft, war 1982 verstorben; gezeichnet von seinem unermüdlichen Einsatz, hatte er seine Tätigkeiten nach einem Herzinfarkt 1970 einschränken müssen.

Pavliceks Ordensbruder und Assistent, P. Benno Mikocki, übernahm 1982 die Leitung der Gemeinschaft und ihrer Exerzitien, Einkehrtage und Marienfeiern, darunter die bis heute in Wien jährlich im September abgehaltene "Maria-Namen-Feier", sowie auch ihrer Zeitschrift "Betendes Volk Gottes". Die nunmehrige RSK-Vorsitzende Gallhofer würdigte Mikockis Bemühen darum, "den Glauben in einer volkstümlichen Art und Weise zu verkünden, eine an der Lehre der Kirche und der Bibel orientierte Marienverehrung zu verbreiten und auch gesellschaftspolitische Themen aufzugreifen".

Derzeit 700.000 Mitglieder

Heute beziffert der Rosenkranz-Sühnekreuzzug die Zahl seiner weltweiten Mitglieder auf rund 700.000, wobei es im Vorjahr allein in Österreich 622 Neuregistrierungen gab. Weiterhin sei die Einladung zum Rosenkranzgebet aktuell, auch aufgrund der ernsten Weltsituation, betonte Gallhofer. "Gebet ist eine Macht, die Gottes Barmherzigkeit auf diese Welt herabzieht", zitierte die Vorsitzende den RSK-Gründer P. Pavlicek. Zur Unterstützung stellt der RSK allen Interessierten Infoflyer, die Zeitschrift und die monatliche Betrachtung zu den Sonntagslesungen kostenlos zur Verfügung. (Infos: www.rsk-ma.at)

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