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‚Du sollst nicht töten‘ ist keine Erfindung von Lebensschützern

18. April 2015 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
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Das Tötungsverbot des Schöpfers scheint heutzutage viele zu stören und wird in Zeiten der Verwirrung und der Irritation mit Hilfe von vermeintlich einleuchtenden und verfänglichen neuhumanen Argumenten korrigiert. Von Martin Lohmann


Hamburg (kath.net) Martin Lohmann, Vorsitzender des Bundesverbandes Lebensrecht (BVL) und Publizist, sprach diese Begrüßungsworte bei der BVL-Fachtagung zur „Woche für das Leben“ in Hamburg.

Liebe Freunde des Lebens,

Du sollst nicht töten! Dies ist keine Erfindung von christlichen Lebensschützern oder gar des Bundesverbandes Lebensrecht. Dies ist ein göttliches Gebot, das seit Jahrtausenden gilt und auch künftig seine Gültigkeit verlangt. Das Gebot, das sich als Verbot präsentiert, ist Teil der zehn Gebote. Es sind nur Zehn Gebote, mehr nicht. Nur 10, die Gott selbst gegeben hat. Aber sie scheinen den ach so modernen Menschen radikal zu überfordern.

Vor allem das Tötungsverbot des Schöpfers, das ein Auftrag zum Schutz des Lebens eines jeden Menschen ist, scheint viele heutzutage regelrecht zu stören. Es scheint einem Freiheitsdenken entgegenzustehen, das die mit der Freiheit immer und genuin verbundene Verantwortung neu zu definieren sucht oder diese phantasiereich zu umgehen versucht. Und so gibt es gerade bei dieser von Gott gegebenen Grundlage, bei diesem vom Lebensschöpfer geschenkten Fundament des Lebens und jeder Humanität zahlreiche Initiativen, den Schöpfer zu korrigieren oder dessen eindeutige Orientierung wegzudrücken, zu leugnen oder fehlzudeuten. Und dies, das ist in Zeiten der Verwirrung und der Irritationen immer so, mit Hilfe von vermeintlich einleuchtenden und verfänglichen neuhumanen Argumenten, welche die Sehnsucht nach Barmherzigkeit und das Mitleid in Grenzsituationen zu bedienen scheinen.


Dabei wissen wir, dass sich die Verführung zum Nicht-Guten, also zum Bösen, stets besonders clever zu tarnen weiß. Gerade deshalb ist es so wichtig, im Rahmen der „Woche für das Leben“ durch orientierte Klarheit Zeugnis für das Leben zu geben. Zeugnis für den unbedingten Schutz eines jeden Menschenlebens, das sich den Nöten der Menschen mit Verständnis und wirklicher Hilfsbereitschaft stellt, das die Fragen ernst nimmt und das konkrete Leben des Menschen aufmerksam wahrnimmt. Also letztlich ein heilendes und helfendes Zeugnis, das nichts wegdrückt, das aber zutiefst human ist. Wir wissen, wie wichtig dieses Zeugnis nicht nur am irdischen Ende des Lebens ist, sondern auch zu Beginn. Auch hier brauchen wir die helfende Aufklärung gegen eine lebens- und freiheitszerstörende Ignoranz und Verblendung! Friedvoll. Tolerant. Klar. Freiheit geht nie ohne Verantwortung. Wir sind aber alle zur Freiheit berufen. Zur Freiheit in Verantwortung – zum Leben!

Und nicht zuletzt deshalb ergänzen wir unseren jährlichen „Marsch für das Leben“, zu dem ich alle am 19. September nach Berlin einlade, durch unsere Fachtagung im Rahmen der „Woche für das Leben“. Der „Marsch für das Leben“ und die „Woche für das Leben“ sind und bleiben wichtig. Und es wäre so gut und richtig, wenn wir alle – hier wie dort – ein gemeinsames Zeugnis geben könnten!

Ich begrüße Sie alle herzlich zu unserer Fachtagung, die wir selbstverständlich unterbrechen, damit alle die Gelegenheit haben, an der Eröffnung der „Woche für das Leben“ durch einen Gottesdienst und eine Podiumsdiskussion teilzunehmen. Ganz besonders begrüße ich unsere Experten, die uns so sehr helfen werden, noch einmal etwas klarer sehen zu können. Michael Kiworr wird uns aufzeigen, wie lebensgefährlich der Schwangeren-Bluttest ist und warum wir keine Selektion am Lebensanfang haben dürfen. Robert Spaemann erhellt uns, dass es kein gutes Töten gibt. Und Manfred Spieker macht deutlich, warum es – wie bei der Abtreibung – kein neues Menschenrecht auf Selbsttötung geben kann und darf. Axel Bauer beleuchtet den sogenannten Notausgang Assistierter Suizid aus rechtlicher und ethischer Sicht. Schließlich bekommen wir durch Klaus Spitzke Einblicke in die ganz konkrete Hospizarbeit.

Ich wünsche der „Woche für das Leben“ und uns heute eine gesegnete Zeit, mit offenen Ohren und hörenden Herzen, auf dass wir gute Mitarbeiter des Schöpfers selbst sein können und vielen Menschen helfen werden, aus freiem Verstand Ja zum Leben zu sagen. Immer. Vom Anfang bis zum Ende. Denn: Wir alle sind zum Leben berufen, wozu der Tod gehört. Nicht aber das Töten. Ärzte dürfen nicht zur Lebens-Gefahr werden. Angehörige auch nicht.

Lebenshilfe ist gefragt. Hilfe zum Leben ist auch Hilfe beim Sterben, denn gebraucht werden keine Hände, die töten, sondern Hände und Herzen von Menschen, die beim Sterben da sind und der Würde entsprechend würdig helfen. Begleitung statt Beseitigung! Solidarität statt Selbsttötung!

Finden wir gute Antworten auf die Frage nach dem wirklich menschenwürdigen Sterben, nach der menschenwürdigen Begleitung in schweren Zeiten! Die Antwort auf die Frage „Wie wollen wir sterben?“ ist zugleich eine Antwort auf die Frage „Wie wollen wir leben?“. Unsere gemeinsame Tagung ist also ein Treffpunkt des richtigen Lebens.

Du sollst nicht töten! Das bedeutet auch: Du sollst leben! Und: Du sollst im Blick auf das ewige Leben, zu dem du berufen bist, würdevoll sterben können! Die Treue zu Gott und seinen Geboten ist und bleibt lebensklug, also richtig – und verleiht Klugheit für das und zum Leben.

Wenn Sie so wollen:
Gottes Bestimmung ermöglicht unsere humane Selbstbestimmung. Sie ist Grenze und zugleich Freiheit. Und auch deshalb: Wir lieben das Leben. Immer. Vom Anfang bis zum Ende. In der Freiheit der der Kinder Gottes. Also in aller Freiheit.

Ich danke Ihnen allen sehr.

EWTN Reporter - Martin Lohmann auf dem Marsch für das Leben


Kardinal Lehmann positioniert sich für die Deutsche Bischofskonferenz klar gegen die Sterbehilfe



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