15 April 2015, 09:30
Kritik am Fehlen der deutschen Botschafterin bei Armenier-Messe
 
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Die Abwesenheit der deutschen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, bei der Messe zum Gedenken an die Verfolgung der Armenier mit Papst Franziskus hat Kritik hervorgerufen.

Vatikanstadt (kath.net/KNA) Die Abwesenheit der deutschen Botschafterin beim Heiligen Stuhl, Annette Schavan, bei der Messe zum Gedenken an die Verfolgung der Armenier mit Papst Franziskus hat Kritik hervorgerufen. «Ich finde es sehr bedauerlich, dass bei einer solch wichtigen und historischen Gedenkfeier die deutsche Botschafterin beim Heiligen Stuhl fehlte», sagte der Düsseldorfer Historiker Michael Hesemann am Dienstag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Dies belege einmal mehr «die ignorante Politik der Bundesregierung gegenüber dem Völkermord an den

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Armeniern», so Hesemann.

Die Deutsche Botschaft beim Heiligen Stuhl teilte dazu am Dienstag auf Anfrage mit, dass die Botschafterin derzeit nicht in Italien sei. Als ihr Vertreter habe «selbstverständlich der Gesandte der Botschaft an der Messe zur Erhebung des Heiligen Gregor von Narek zum Kirchenlehrer teilgenommen».

Der Historiker und Publizist Hesemann hatte jüngst ein Buch über den Völkermord an den Armeniern veröffentlicht und nahm am Sonntag selbst an der Messe im Petersdom teil.

Die Abwesenheit Schavans sei umso bedauerlicher, als der Völkermord an den Armeniern auch ein trauriges Kapitel der deutschen Geschichte sei, so Hesemann weiter. Die damalige deutsche Regierung habe alles getan, um das Bekanntwerden des Völkermords zu verhindern. Deutsche Generäle, die als Militärberater im Osmanischen Reich wirkten, hätten die Massaker geschehen lassen ohne zu protestieren.

Papst Franziskus hatte die Verfolgung der Armenier in dem Gottesdienst als «ersten Genozid des 20. Jahrhunderts» bezeichnet und damit scharfen Protest der türkischen Regierung hervorgerufen. Die Bundesregierung verwendet den Begriff «Völkermord» für die Verfolgung der Armenier nicht.


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