Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  2. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  3. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  6. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  7. Vatikan dementiert Bericht über Abweisung Macrons durch den Papst
  8. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  9. Seligsprechungsprozess für Pater Alfred Delp SJ wird eröffnet
  10. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  11. US-Vizepräsident Vance wird erneut beim „March for Life“ teilnehmen und sprechen
  12. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  13. Eine unerträgliche Verharmlosung des tatsächlichen NS-Unrechts!
  14. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  15. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"

Nach den Frankfurter Krawallen Kritik an den Blockupy-Organisatoren

20. März 2015 in Deutschland, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


So schwere Krawalle hat es in Deutschland seit langem nicht mehr gegeben: Bürgerkriegsähnliche Zustände, Brandstiftung an Polizeiautos, fliegende Pflastersteine, Polizisten werden mit ätzender Säure attackiert.


Frankfurt am Main (kath.net/idea) So schwere Krawalle hat es in Deutschland seit langem nicht mehr gegeben: Bürgerkriegsähnliche Zustände herrschten am 18. März in Frankfurt am Main. Anlass waren Proteste des antikapitalistischen Blockupy-Bündnisses gegen die Eröffnung der neuen Zentrale der Europäischen Zentralbank. Vermummte Demonstranten, die zum Teil aus dem Ausland angereist waren, setzten Polizeiwagen und Barrikaden in Brand und warfen mit Pflastersteinen. Rund 200 Personen wurden verletzt. Unter ihnen sind 94 Polizisten, so eine Polizeisprecherin. Blockupy wird nach eigenen Angaben unter anderem getragen von der Partei „Die Linke“, der globalisierungskritischen Organisation Attac und Gewerkschaften. Der Sprecher der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN), Volker Rahn (Darmstadt), übte scharfe Kritik an den Organisatoren der Blockupy-Proteste. „Ich habe im Vorfeld, während und auch nach den Demonstrationen in Frankfurt eine klare Distanzierung des Aktionsbündnisses Blockupy von den gewaltsamen Ausschreitungen vermisst“, so Rahn auf Anfrage der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Noch am Morgen des 18. März, „als über das Frankfurter Ostend bereits Rauchschwaden zogen“ und das Ausmaß der Gewalt bereits klar gewesen sei, habe eine Sprecherin öffentlich erklärt, dass die Bankenstadt „ein paar kaputte Glasscheiben“ aushalten müsse. Bei einer anschließenden Pressekonferenz hätten sich die Organisatoren nur „halbherzig von den Gewalttätern distanziert“ und um Verständnis für die Randalierer geworben. „Ich weiß nicht, was das Verspritzen von Säure auf Polizisten oder das Demolieren von einfachen Döner-Läden mit dem durchaus berechtigten Protest gegen die Euro-Politik und Kritik an der Macht des Geldes zu tun hat“, so Rahn. Hier sei das „Demonstrationsrecht im wahrsten Sinne des Wortes mit den Füßen getreten worden“. Es wurde „eine Chance vertan, um über ein sozialeres Europa nachzudenken“


Fast genauso schwer wiege, dass in der Folge der „friedliche Protest Tausender im Krawall einiger weniger untergegangen ist“. Die „wichtigen Impulse und guten Argumente der Kapitalismus- und Globalisierungskritiker“ seien hinter dem „Rauch brennender Autos und Barrikaden einfach verschwunden“. Dabei habe die evangelische Kirche im Vorfeld noch selbst zu einem friedlichen Protest in Frankfurt aufgerufen, da sie beispielsweise eine kritische Sicht auf die Folgen einer „rigiden Euro-Politik, aber auch einer ungehemmten Wirtschaftsordnung und ungebremsten Globalisierung “ durchaus teile. Die Blockupy-Bewegung habe am 18. März „eine gute Chance vertan, für sich und ihre Ideen zu werben, um gemeinsam über ein sozialeres Europa und eine gerechtere Welt nachzudenken“.

Früherer EKD-Ratsvorsitzender: Proteste nicht mit der APO vergleichbar

Der frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber (Berlin) sagte dem Handelsblatt (Düsseldorf) in einem Interview: „Die Gewaltsamkeit der Demonstration muss man scharf verurteilen.“ Sie lasse sich auch nicht mit der Außerparlamentarischen Opposition (APO) der späten 1960er-Jahre vergleichen. Die Demonstranten kämen von weither angereist und wendeten Strategien an, die sie an anderen Stellen erprobt hätten: „Wichtige Inhalte, um die es gehen muss, werden dadurch überdeckt.“

Polizeipfarrer: Der „heftigste Einsatz“ in meiner bisherigen Tätigkeit

Bei der Demonstration waren auch mehrere evangelische und katholische Polizeipfarrer als Ansprechpartner für die Beamten im Einsatz. Zu ihnen gehörte der hessen-nassauische Pfarrer Wolfgang Hinz (Frankfurt am Main). Wie er gegenüber idea sagte, war es der „heftigste Einsatz“, den er in seiner fast 20-jährigen Tätigkeit als Polizeiseelsorger erlebt hat. Hinz hat die Attacken der gewalttätigen Demonstranten als Augenzeuge erlebt. Die „sehr beweglichen Angreifer“ hätten Polizeibeamte bewusst verletzen wollen und bei ihrer Flucht vor dem Zugriff auch noch verhöhnt. Er selbst sei in einen „schwarzen Block“ vermummter Demonstranten geraten, der vor der Polizei flüchtete: „Das war ein sehr beklemmendes, bedrückendes Gefühl.“ Hinz sprach nach eigenen Angaben mit Beamten beim Essen und während einer Ruhephase. Sie seien erschüttert gewesen vom Ausmaß der Gewalt und der Zerstörungswut.

CPV: In Gedanken und Gebeten bei den Verletzten

Der Pressesprecher der Christlichen Polizeivereinigung (CPV), Kriminalhauptkommissar Holger Clas (Hamburg), erklärte: „Wir sind entsetzt über die Geschehnisse in Frankfurt. Gewalt kann nie eine Lösung gesellschaftlicher Probleme sein. In Gedanken und Gebeten sind wir bei allen Menschen, die bei diesen Ausschreitungen zu Schaden gekommen sind. Wir wollen dabei aber auch für diejenigen unter den Demonstrantinnen und Demonstranten Fürbitte leisten, die sich zu dieser Eskalation der Gewalt haben hinreißen lassen.“ Die CPV pflegt mit Regionalgruppen in ganz Deutschland Verbindungen zu rund 4.000 Polizisten. Sie bietet Lebens- und Orientierungshilfen an, auch mit Unterstützung der Polizeiseelsorge.

#Blockupy Frankfurt: Frankfurter Polizei veröffentlicht Video des Angriff auf Polizeistation


FAZ - #Blockupy Frankfurt: Welle der Gewalt


#Blockupy Frankfurt: Tränengas der Polizei erwischt Reporter, 18. März 2015



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  3. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  4. Zwischen Wölfen und Brüdern
  5. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  6. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  7. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  8. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  9. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt
  10. Österreichs Integrationsministerin richtet „Dokumentationsstelle politischer Islam“ ein






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. „In Deutschland tobt derzeit ein Kirchenkampf“ - Droht ein Schisma?
  3. Debatte um Leitung der Deutschen Bischofskonferenz - Lehramtstreue Bischöfe als „Königsmörder“?
  4. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  5. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  6. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  7. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  8. Katholikin Eva Vlaardingerbroek verliert Einreiseerlaubnis nach Großbritannien
  9. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  10. Josef Grünwidl ist neuer Erzbischof von Wien
  11. „Papst Leo XIV. stellt in allen seinen Predigten und Ansprachen immer Jesus Christus in die Mitte“
  12. Papst Leo sendet kraftvolle Grußbotschaft an die Teilnehmer des „Marsch für das Leben“/Washington
  13. Neuerlich ein Vandalenakt im Petersdom
  14. These: Der dreifaltige Gott soll in der Liturgie der Messe verkündet werden
  15. "Ich glaube, dass Gott das erste Selfie geschossen hat.“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz