Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  6. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  7. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  8. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  14. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  15. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“

Polens Bischöfe: Ehelehre Johannes Pauls II. nicht aufweichen

19. März 2015 in Familie, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Philosophieprofessor Stanislaw Grygiel: Die von Kardinal Kasper im Blick auf die Ostkirche ins Spiel gebrachte Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen nach einer Zeit der Buße wäre seiner Meinung nach "nichts anderes als das Segnen der Sünde"


Warschau-München (kath.net/KAP) Die Polnische Bischofskonferenz (KEP) hat sich bei ihrer Frühjahrsvollversammlung vor allem mit der bevorstehenden Weltbischofssynode zur Familie befasst. Bei einem Studientag mit dem von Johannes Paul II. nach Rom geholten Philosophieprofessor Stanislaw Grygiel, einem Schüler von Karol Wojtyla in Lublin, wurde eine Beibehaltung der "vollen Lehre" von Johannes Paul II. sowohl bei der Synode als auch in ihrer Umsetzung in der Zeit danach gefordert. Grygiel ortete diesbezüglich große Gefahren. Die von Kardinal Walter Kasper im Blick auf die Ostkirche ins Spiel gebrachte Zulassung von wiederverheirateten Geschiedenen nach einer Zeit der Buße wäre seiner Meinung nach "nichts anderes als das Segnen der Sünde", erklärte er, wie die polnische katholische Nachrichtenagentur KAI berichtet.

Vor der letzten Synode hatten die Vatikan-Korrespondenten mehrerer Zeitungen - darunter "Espresso" und "National Catholic Register" - darauf aufmerksam gemacht, dass das Synodensekretariat Grygiel als einen der führenden Köpfe im Päpstlichen Institut "Hl. Johannes Paul für die Studien von Ehe und Familie" bei der Auswahl der Berater "in auffälliger Weise" übergangen habe. Grygiel würde "an der Tür klopfen, aber nicht hereingelassen", hatte es im "Espresso" wörtlich geheißen.


Im Gespräch mit Journalisten am Rande der Bischofskonferenz sagte KEP Vizevorsitzender Erzbischof Marek Jedraszewski laut "Il Foglio" (Donnerstag), dass "kein Papst der Schöpfer der Lehre der Kirche" sein könne, sondern nur "ihr erster Protektor, in Zusammenarbeit mit dem gesamten Episkopat". Der Erzbischof betonte auch die Dringlichkeit "zu entdecken, was die Ehe im Licht der Offenbarung Gottes ist, und nicht das Evangelium und die Lehre der Kirche an die kulturellen Einstellungen, die sich verändern, anzupassen".

In einem Interview für die Würzburger "Tagespost" (Donnerstag) präzisierte Jedraszewski. Die Bischöfe würden keinerlei Grund sehen, von den pastoralen Indikationen Johannes Pauls II., die in seinem Apostolischen Schreiben "Familiaris consortio" von 1981 enthalten seien, abzuweichen. Für die Kirche müsse diese Lehre Bezugspunkt bleiben. Auch bei den Fragen, worin wahre Solidarität bestehe und wie offen man für die Herausforderungen der modernen Welt zu sein habe, sei der frühere Papst nach wie vor ein Lehrer.

Politik in Polen rückt vom Wojtyla-Papst ab

Formal gesehen sei Johannes Paul II. in seiner polnischen Heimat eine Autorität, de facto sei allerdings das Gegenteil der Fall, bedauerte der Stellvertretende Vorsitzende der Bischofskonferenz. Jedenfalls gelte dies, wann man über eine gewisse politische Realität spreche. Anlässlich des zehnten Todestages des Papstes habe das polnische Parlament 2015 zwar zum Johannes-Paul-II.-Jahr erklärt. Gleichzeitig aber hätten das polnische Parlament (Sejm) und Senat aber eine ganze Reihe von Initiativen gebilligt, wie den Gesetzentwurf zur Anwendung der In-Vitro-Methode, kritisierte der Erzbischof. Diese stünden aber im direkten Widerspruch zur Lehre von Johannes Paul II.

Nach Ansicht Jedraszewskis braucht Europa die christliche Inspiration, um eine wahre Einheit verwirklichen zu können. Dabei gehe es um eine Einheit, die sich nicht nur auf wirtschaftliche Interessen stütze, sondern auf das christliche Wertefundament, wie es Johannes Paul II. oft betont habe, sagte der polnische Erzbischof im "Tagespost"-Interview. Europa sei nun einmal ein Kontinent, der aus verschiedenen Traditionen, Kulturen und Sprachen bestehe.

Wenn von einer europäischen Familie gesprochen werde, dann nur deswegen, weil es einen gemeinsamen christlichen Wertekanon gebe, der diese Vielfalt zusammenhalte, sagte Jedraszewski. Leider werde dieser Kanon aber derzeit infrage gestellt. Als Beispiel nannte der Erzbischof das französische Satire-Magazin "Charlie Hebdo", das gezielt Werte verspotte, die religiösen Menschen heilig seien. "Die Zukunft Europas lässt sich aber nicht auf Spott errichten, sondern nur auf Verständnis und gegenseitigen Respekt."


Copyright 2015 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bischofssynode

  1. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  2. Kardinal Fernandez, Präfekt des Glaubensdikasteriums: „Synodalität: Warum nein und warum ja?“
  3. Synodenrat gibt Auftrag für allgemeine Kirchenversammlung 2028
  4. Das Schweigen der Synode zum Alten Ritus
  5. Bischof Barron in ‚offenem Widerspruch’ zum Abschlussbericht der Synode über die Synodalität
  6. Erzbischof Fisher/Sydney: Nicht alles dem Heiligen Geist zuschreiben
  7. ‚Verwirrt und verwirrend’ – Kardinal Zen äußert Bedenken zur laufenden Bischofssynode
  8. Mexikanischer ‚Dubia’-Kardinal: Synode hat keine lehramtliche Autorität
  9. Kardinal Zen befürchtet Manipulation der Synode über die Synodalität
  10. Bischof Bonnemain: Sexualmoral ‚kann und muss ... vertieft und weiterentwickelt werden’







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  3. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  4. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  5. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  6. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  7. Wo Begegnung zur Zivilisation der Liebe wurde. Die Armen als Fleisch Christi
  8. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  9. Junge Französin bekennt vor Papst: „Wie der heilige Paulus sagt: ‚Für uns ist Christus das Leben‘“
  10. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  11. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  12. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  13. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  14. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  15. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz