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Predigt von Kardinal Schönborn 2008: 'Die Sünde der Bischöfe'

5. März 2015 in Chronik, 39 Lesermeinungen
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„Jerusalemer Predigt“ vor europäischen Bischöfen: „Königsteiner Erklärung“ hat die katholische Kirche in Deutschland geschwächt, „Mariatroster Erklärung“ in Österreich – „Wir hatten nicht den Mut!“


Wien (kath.net) „Ich möchte euch eine Sache sagen, die ich im Herzen trage. Ich denke, es ist ein Wort des Heiligen Geistes, das ich sagen muss. Welche ist die Schuld Europas? Die Schuld Europas, die Hauptschuld, ist das Nein zum Leben. Vor einigen Tagen habe ich im österreichischen Fernsehen auf die Frage eines Journalisten geantwortet: „Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt“. Das erste Mal im Jahre 1968, wir feiern jetzt 40 Jahre, durch das Ablehnen von Humanae Vitae. Das zweite Mal im Jahre 1975, als die Abtreibungsgesetze Europa überschwemmt haben. Das dritte Mal zur Zukunft und zum Leben. Gerade gestern habe ich aus Österreich die Nachricht bekommen, dass die Regierung der homosexuellen Ehe zugestimmt hat, auch in Österreich: das ist das dritte Nein. Und dies ist nicht zuerst eine moralische Sache, sondern eine Frage der Gegebenheiten, der Fakten: Europa ist im Begriff zu sterben, da es Nein zum Leben gesagt hat.“ Dies hatte hat der Wiener Erzbischof Christoph Kardinal Schönborn, Vorsitzender der Österreichischen Bischofskonferenz, am 27. März 2008 im Abendmahlssaal in Jerusalem bei der Gemeinschaftstagung der Bischöfe Europas „Domus Galilaeae“ in seiner bemerkenswerte Predigt gesagt. kath.net brachte die Predigt seinerzeit im Wortlaut und möchte die Worte des Kardinals erneut in voller Länge in Erinnerung rufen:

Liebe Brüder im Bischofsamt, Nachfolger der Apostel!
Liebe Brüder und Schwestern!

Viele Dinge gibt es in unserem Herzen an diesem Ort, in diesen Tagen von Ostern, in diesen Tagen der Auferstehung Christi. Es gibt diese außergewöhnliche Lesung aus der Apostelgeschichte, die wir stundenlang meditieren könnten, da sie eine der stärksten Texte über das Mysterium Israels ist, das wir in diesen Tagen erleben, gerade an diesem Nachmittag. Vielleicht komme ich am Ende noch darauf zu sprechen, sofern ihr in der Zwischenzeit nicht eingeschlafen seid.

Aber es gibt eine andere Sache: Das, was wir in diesen Tagen erleben und wovon wir Zeugen sein müssen, gerade an diesem Ort, wo Jesus zu seinen Aposteln sagte: „Dafür seid ihr Zeugen.“ Wovon sind wir Zeugen? Was sind wir gerufen zu bezeugen im Europa von heute? Darüber, was die Jünger auf ihrem Weg erlebt haben als sie zurückgekehrt sind - der griechische Ausdruck ist anastrophe, die Umkehr; sie haben sich in Emmaus bekehrt und sind zurückgekehrt nach Jerusalem, sie haben Jesus beim Brechen des Brotes wieder erkannt. Was ist auf diesem Weg geschehen?

Ich möchte euch eine Sache sagen, die ich im Herzen trage. Ich denke, es ist ein Wort des Heiligen Geistes, das ich sagen muss. Welche ist die Schuld Europas? Die Schuld Europas, die Hauptschuld, ist das Nein zum Leben. Vor einigen Tagen habe ich im österreichischen Fernsehen auf die Frage eines Journalisten geantwortet: „Europa hat dreimal Nein zu seiner eigenen Zukunft gesagt“. Das erste Mal im Jahre 1968, wir feiern jetzt 40 Jahre, durch das Ablehnen von Humanae Vitae. Das zweite Mal im Jahre 1975, als die Abtreibungsgesetze Europa überschwemmt haben. Das dritte Mal zur Zukunft und zum Leben. Gerade gestern habe ich aus Österreich die Nachricht bekommen, dass die Regierung der homosexuellen Ehe zugestimmt hat, auch in Österreich: das ist das dritte Nein. Und dies ist nicht zuerst eine moralische Sache, sondern eine Frage der Gegebenheiten, der Fakten: Europa ist im Begriff zu sterben, da es Nein zum Leben gesagt hat.


Es gibt in meinem Herzen folgendes zu sagen: gerade dies ist der Ort, wo Jesus uns gesagt hat, dass wir die Vergebung unserer Sünden empfangen, denn ich denke, dass dies auch eine Sünde von uns Bischöfen ist, auch wenn niemand von uns im Jahre 1968 Bischof war. Heute haben in Deutschland bei Hundert Eltern 64 Kinder und 44 Enkelkinder: das bedeutet, dass in einer Generation die deutsche Bevölkerung - ohne Einwanderung - sich halbiert. Wir haben „Nein“ gesagt zu Humanae Vitae. Wir waren nicht Bischöfe, aber es waren unsere Mitbrüder. Wir haben nicht den Mut gehabt, ein klares „Ja“ zu Humanae Vitae zu sagen. Es gibt Ausnahmen: der damalige Kardinal von Berlin, Kardinal Bengsch (an Kardinal Meissner gerichtet: „Nicht du, aber Dein Vorgänger; Du hast es dann im Jahre 1968 gesagt“). Er hatte einen Text für die deutsche Bischofskonferenz vorbereitet, einen Text, der ein prophetischer Text war. Dieser Text ist verschwunden, und erschienen ist: „Die Königsteiner Erklärung“, die die katholische Kirche in Deutschland geschwächt hat, das Ja zum Leben zu sagen.

Es gab noch eine andere Ausnahme in Krakau: eine Gruppe von Theologen unter der Leitung des Erzbischofs und Kardinals von Krakau, des vielgeliebten Papstes Johannes Paul II., hat ein „Memorandum“ geschrieben und diesen Text Papst Paul VI. geschickt. Ich denke, dass dieses Zeugnis eines Bischofs der Märtyrerkirche, der schweigenden Kirche, mehr Gewicht hatte, als all die Expertisen (Gutachten), die Papst Paul VI. erstellen hat lassen über dieses Thema, und das ihn diese mutige Entscheidung hat treffen lassen, wegen der er dann in einer schlimmen Einsamkeit geblieben ist. Dieser Text aus Krakau - auch wenn ich keinen historischen Beweis habe, bin ich mir innerlich sicher - hat geholfen, Paul VI. den Mut zu geben, Humanae Vitae zu schreiben.

Dann hat es einen „Verrückten“ in Spanien gegeben, in den Baracken mit einer „Verrückten“ (ich meine zwei „Verrückte in Christus“: Kiko Argüello und Carmen Hernandez), die den Mut hatten, „Ja“ zum Leben zu sagen, „Ja“ zu Humanae Vitae, gegen den Strom, und wie stark war dieser Strom! Ich erinnere mich an die Veröffentlichung des Spiegel in Deutschland: auf der Titelseite Papst Paul VI. mit der Pille in der Hand und mit dem „Nein“, lächerlich gemacht! Aber von diesen Verrückten in Christus her entstand eine Wirklichkeit, die genau so wenig zu negieren ist wie die Wirklichkeit des demographischen Zusammenbruchs Europas: Es sind die Familien des neokatechumenalen Weges, die uns in diesem Europa das Zeugnis geben, dass Paul VI. recht hatte, dass das Leben das große Geschenk Gottes ist und das „Ja“ zum Leben eine Bedingung für ein wirkliches Leben ist, eine Bedingung für ein lebendiges Europa ist.

Aber wir Bischöfe, verschlossen hinter den Türen wegen der Angst, nicht wegen der Angst vor den Hebräern, sondern wegen der Presse, und auch wegen des Unverständnisses unserer Gläubigen. Wir hatten nicht den Mut! In Österreich hatten wir „Die Mariatroster Erklärung“ - wie in Deutschland „Die Königsteiner Erklärung“. Das hat den Sinn des Lebens im Volke Gottes geschwächt, dies hat entmutigt, sich für das Leben zu öffnen. Wie dann die Welle der Abtreibung gekommen ist, war die Kirche geschwächt, da sie nicht gelernt hatte, diesen Mut des Widerstands, den wir in Krakau gesehen haben, den Papst Johannes Paul II. während seines ganzen Pontifikates gezeigt hat, diesen Mut, JA zu sagen zu Gott, zu Jesus, auch um den Preis der Verachtung. Wir waren hinter den verschlossenen Türen, aus Angst. Ich denke, auch wenn wir damals nicht Bischöfe waren, so müssen wir diese Sünde des europäischen Episkopats bereuen, des Episkopats, der nicht den Mut hatte, Paul VI. mit Kraft zu unterstützen, denn heute tragen wir alle in unseren Kirchen und in unseren Diözesen die Last der Konsequenzen dieser Sünde.

„Brüder, ich weiß, dass ihr aus Unwissenheit gehandelt habt“, sagt Petrus zu den Hebräern, seinen Brüdern. „Ihr habt aus Unwissenheit gehandelt“. Wenn wir die Konsequenzen dieses „Nein“ zum Leben gekannt hätten, hätten wir niemals „Nein“ zu Humanae Vitae gesagt, hätten wir den Mut gehabt unseren Brüdern zu sagen: „Habt Vertrauen, glaubt an das Leben“, aber wir haben nicht den Mut gehabt. „Ich weiß, dass ihr aus Unwissenheit gehandelt habt, wie eure Anführer“. „Gott aber hat so erfüllt, was er durch den Mund aller Propheten verkündet hat“: dieses Leiden, für das wir mitverantwortlich sind, die Leiden des „Nein“ zum Leben. Wir wissen alle aus der Beichte, welch großen Schmerz es gibt, wenn die Sünde der Abtreibung gebeichtet wird, und dann die Traurigkeit eines Lebens, gemacht aus dem „Nein“ zum Leben. Wir sind mitverantwortlich für diese Traurigkeit Europas.

„Bereut also und ändert euer Leben“, sagt Paulus zu den Hebräern, nicht zu uns Bischöfen. Er sagt zu den Hebräern: „Kehrt um und ändert das Leben, damit eure Sünden vergeben werden und so der Herr Zeiten des Aufatmens kommen lässt“.

Welchen Trost haben wir für Europa? Ich sage Euch meine Erfahrung als Bischof, als armer Sünder. Ich sehe die Familien des neokatechumenalen Weges, der Gemeinschaften: Personen, die durch eine Katechese, eine Umkehr, den Mut hatten, „Ja“ zum Leben zu sagen und heute, dank eines Charismas, das zwei „Verrückte“ vom Herrn bekommen und angenommen haben, so wie sie sind, mit ihren Gaben und ihren Schwächen. Aber sie haben dieses Charisma angenommen, sie haben den Mut gehabt, die Leiden eines solchen Charismas zu tragen. Wie vieler Leiden! Heute haben wir in der Kirche das Privileg, das Geschenk, Gemeinschaften zu haben mit Familien, aber mit wahren Familien, großen Familien, wie viele von euch und von uns in ihrer Jugend kennen gelernt haben, in ihrer eigenen Familie, sechs, zehn, zwölf Kinder. Es war normal.

Heute befinden wir uns in der europäischen Wüste, und hier sehen wir Gemeinschaften mit Familien! Aber ich sehe die Früchte. Ich sehe unser „Redemptoris Mater“: wenn wir nicht dieses Seminar hätten, welche Armut in unseren Diözesen wegen des Fehlens an Berufungen - sicherlich könnt ihr uns noch weitere Berufungen schicken! Hier haben wir diese Berufungen, und ich sehe, wie diese Berufungen begleitet werden. Mit Demut, mit Ehrlichkeit muss ich sagen, dass trotz all der Anstrengungen im diözesanen Seminar wir es nicht schaffen, menschlich gesehen unsere Seminaristen zu formen, zu bilden, wie sie in den Gemeinschaften des neokatechumenalen Weges geformt werden. Warum? Weil sie hier die Familien haben, weil sie die Erfahrung darüber haben, was Vaterschaft ist. Ich komme aus einer geschiedenen Familie, meine Eltern waren geschieden, mein Großvater war geschieden, meine zwei Brüder sind geschieden. Ich kenne die Wirklichkeit der Scheidung. Aber wo soll man die priesterliche Vaterschaft lernen, wenn es keine Beispiele der Vaterschaft in den Familien gibt? Hier lernen es diese Seminaristen. Jetzt hatte ich den Fall eines jungen Priesters, der aus dem Seminar Redemptoris Mater gekommen ist, der mit einer Frau gesündigt hat. Wir Bischöfe kennen alle die Situation, wenn dies geschieht: einer geht weg, weil er ein Verhältnis hatte, er verlässt das Priesteramt. Die Familien dieser Pfarre und des Weges haben ihn mit Wahrheit und Güte aufgenommen und so seine Berufung gerettet. Er ist vor Ostern zu mir gekommen voller Freude: „Ja, ich habe gesündigt, aber ich habe den Mut gehabt, diese Beziehung zu verlassen, und zurückzukehren.“ Es sind die Familien, die diese Berufung und diesen Priester gerettet haben!

Ich bin überzeugt, dass der Herr uns in der Kirche dieses Charisma gegeben hat, es ist nicht das einzige, es gibt viele Charismen; aber es ist ein Charisma, das uns zeigt, dass es ohne die Familien, ohne das „Ja“ zum Leben keine Zukunft in der Kirche gibt. Deshalb möchte ich unseren Familien des neokatechumenalen Weges danken, ihrem Zeugnis, diesem Mut, sich überall hin senden zu lassen. Eine Familie aus Wien mit 9 Kindern ist in Mission nach Istanbul gegangen, in die Türkei! Diese Familien zeigen uns, was Auferstehung ist.

Brüder, ich will Euch nicht zu sehr aufhalten. Aber an diesem Ort möchte ich Papst Paul VI., Papst Johannes Paul II. und Papst Benedikt dafür danken, dass sie das getan haben, was die Arbeit des Bischofs ist, wie der Heilige Paulus im 14. Kapitel des 1. Briefes an die Korinther sagt, nämlich die Charismen zu unterscheiden und zu sagen: „Das ist von Gott.“ Das heißt nicht, dass die Begründer heilig sind, vielleicht werden sie es, denn der Heilige Thomas von Aquin hat uns erklärt, dass die Charismen Gnaden sind, kostenlos gegeben, für die Kirche und zum Aufbau der Kirche. Sie bedeuten nicht automatisch eine Heiligung des Trägers des Charismas, es ist eine Einladung auch an die Träger des Charismas sich zu heiligen, aber es ist vor allem ein Geschenk an die Kirche. Und ich sehe, hier gibt es ein Geschenk an die Kirche.

Abschließend möchte ich von einer Wirklichkeit sprechen, die wir in all unseren Diözesen kennen, wo es den neokatechumenalen Weg gibt: Er ist nicht immer gut angenommen, es gibt Spannungen, man sagt, er spalte die Pfarren. Ich bin nicht sehr mutig, um immer die Schwachen, die Verfolgten zu stützen, aber eine Sache kann ich sagen: in einem Körper gibt es Spannungen, nur in einem toten Körper gibt es keine Spannungen. Und diese Spannungen sind auch ein Teil der notwendigen Umkehr. Das entschuldigt nicht die menschlichen Fehler, die immer wieder geschehen, aber wenn das Evangelium für die Umkehr verkündet wird, werden Spannungen geschaffen, die unvermeidbar sind! Wir Bischöfe müssen uns fragen, ob nicht diese Spannungen auch heilsam sein können! Weil sie uns wachrütteln, weil sie uns erlauben, uns zu fragen: Was will Gott von uns?

An diesem heiligen Ort möchte ich bitten, dass der Herr eintrete, auch durch verschlossene Türen, und dass er uns den Mut gebe, auch wenn uns in den letzten 40 Jahren der Mut zum „Ja zu Leben“ gefehlt hat. Wir haben es gesagt, aber wir müssen es mit dieser Kraft sagen. Dass er uns das Fehlen des Mutes verzeihen möge und uns die Kraft gebe, die er den Aposteln gegeben hat, als er sie von diesem Ort ausgesandt hat.

Danke für Eure Geduld. Brüder.

Kardinal Schönborn

Archivfoto Kardinal Schönborn (c) Erzdiözese Wien



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Lesermeinungen

 Frauke G. 10. März 2015 
 

Richter Erdling

Ihnen scheinen ja die Argumente auszugehen.

Es ist immer wieder absurd, wenn manche selbst richten aber anderen das Recht auf Berurteilung mit dem Richtverbot absprechen. Berechtigte notwendige aber missliebige Kritik soll durch das vermeintliche Richtverbot aus dem Weg geräumt werden. Kardinal Schönborn muss sich als Hirte die Frage gefallen lassen, warum er vor den Wölfen flieht und das, was Gott Sünde nennt wider besseren Wissens plötzlich "wertschätzt".

Herr Richter Erdling, wenn Sie so gegen das Richten sind warum richten Sie selbst, nennen Schönborns Kritiker Maulhelden und sonstiges und sprechen Schönborn frei? Jemanden frei sprechen ist auch richten.

Kardinal Schönborn soll aufhören eignmächtig das Wort Gottes verändern zu wollen.


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 Sehnsucht 9. März 2015 

Diskussionsstil

Ein weiser Priester hat mir vor Jahren einen guten Tipp gegeben. Er riet mir so über Menschen zu sprechen, dass sie mit dabei stehen könnten. Ich gestehe, es gelingt mir nicht immer. Aber ich habe es nie vergessen und versuche das jeden Tag neu. Wäre das nicht auch für das Diskussionsforum eine gute Richtschnur? Vielleicht sich vorstellen, wir sitzen alle an einem Tisch, auch die Person über die gesprochen wird und vielleicht sitzt sogar ein neuer unbekannter Gast dabei, der gerade beginnt sich für den katholischen Glauben zu interessieren. Und dann nochmal durchlesen und dann erst absenden. Und ich will die erste sein, die sich das zu Herzen nimmt!


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 Richelius 9. März 2015 
 

@ marienkind

Natürlich darf man kritisieren. Es ist nur die Frage, ob man das öffentlich machen muß. Immerhin kann Kritik, wenn sie unberechtigt ist oder schlecht formuliert wird, auch Verwirrung stiften oder Schaden anrichten. Schließlich kann es auch sein, daß man selbst etwas schlecht verstanden hat, oder die Komplexität eines Problems nicht kennt.
"Wir müssen besonders aktuell genau hinschauen welche Hirten wirklich die Lehre vertreten." -> Gute Idee: Fangen wir am besten damit an, daß wir uns mit der vollständigen Lehre der Kirche vertraut machen: Also lesen wir die AAS, COD, und alle relevanten Synodalbeschlüsse der letzten 2000 Jahre. Außerdem noch alle wichtigen Theologen. Ich hoffe Ihr Latein, Griechisch z.T. Syrisch usw. reicht dafür aus.
Was ich Ihnen jetzt schon sagen kann: Die Lehre der Kirche ist bei weitem nicht so klar und einfach, wie Sie glauben. Es gibt unzählige "Ja, aber" in ihr.


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 Erdling 9. März 2015 
 

@Richterin Frauke G.

Na, da wird der Herr sich aber freuen, daß Sie ihn ein wenig auf dem Richterstuhl entlasten. Wer hat Sie für diesen Posten eigentlich autorisiert? Wir sind nicht dazu aufgerufen, die Schuld anderer zu bekennen, sondern die eigene.
Täuschen Sie sich nicht über das Wort Gottes hinweg: Mit dem Maß, mit dem du mißt, wirst auch du gemessen werden.


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 SpatzInDerHand 9. März 2015 

@Erdling: Ihr Beitrag ärgert mich!

Sie schreiben: "Vielleicht ist er deshalb müde, weil selbst die Katholiken ihn nicht lieben, obwohl er sich für die Kirche aufarbeitet." Ihr Argument in allen Ehren - aber haben Sie sich vielleicht auch schon einmal überlegt, ob dies auch für so manchen gilt, der hier in diesem Forum mitschreibt? Ich nehme für mich persönlich in Anspruch, dass ich es müde geworden bin, von meiner eigenen Kirche nicht geliebt zu werden, obwohl ich mich für die Kirche in Treue und Liebe und in Übereinstimmung mit ihrer Lehre und Spiritualität aufarbeite! Nichts ist unserer Kirche derzeit lästiger als ein einfacher, braver Katholik, der nicht schweigen möchte - und das ist ERHEBLICH FRUSTRIEREND!


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 Frauke G. 9. März 2015 
 

@Erdling, Schönborn ist Kardinal und für einen Kardinal gelten höher Maßstäbe.

Niemand greift Schönborn für seine Schwächen an, sondern er wird dafür kritisiert; dass er seine Schwächen kultiviert, darin schwelgt und sich devot dem Zeitgeist unterwirft um den Weg des geringsten Widerstand zu gehen. Schuldeingeständis schön und gut aber was für Konsequenzen zieht der Bischof daraus? Seine Konsequenz lautet"- weil ich zu kleinmütig bin die Lehre zu verteidigen, muss sich die Lehre ändern damit ich Zustimmung ernte und meine Ruhe habe". Es bring nichts Schwächen einzugestehen um weiter zu machen wie bisher oder um noch schlimmer zu werden. 6 Jahre nach dieser Predigt, verfällt er in Lobhudelei für gelebte Homosexualität u.andere irregulären Beziehungen und macht eine Rolle rückwärst.

Es kann nicht sein, dass Kardinäle Glanz, Gloria, Ansehen, Prominenz und Rote Teppiche haben wollen aber den Preis für Nachfolge- Widerspruch, Ablehnung und Verfolgung nicht zahlen wollen.

Die katholische Lehre darf nicht Spielball bischöflicher Willkür- und Schwächen sein.


5

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 Reichert 7. März 2015 
 

Frauke

Ich pflichte Ihnen vollkommen bei.
Kardinal Schönborn sollte eigentlich wis-
sen, daß man nicht zwei Herren dienen
kann. Im weltlichen Leben könnte keine
Firma bestehen, deren Leiter immer mal
wieder geschäftsschädigende Entscheidun-
gen trifft. In der Kirche des deutsch-
sprachigen Raumes haben die Oberhirten
seit Jahrzehnten fast alle den Mumm ver-
loren und sind eher bereit, ihren Herrn
und Meister um zweifelhafter weltlicher
Anerkennung wegen zu verraten. Papst
emer.Benedikt hat nicht grundlos schon
vor drei Jahrzehnten davon gesprochen,
daß das Problem der Kirche ihre Bischöfe
seien!


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 Erdling 7. März 2015 
 

@Frauke G.

Ihre Frage, woher ich wissen will, ob Schönborns Kritiker Maulhelden sind oder nicht, haben Sie selber mir beantwortet. Ich richtete meinen Post an @Maulhelden, und @Frauke G. hat geantwortet; wer sich angesprochen fühlt, ist gemeint.
Ich finde es im Übrigen schäbig, auf der Schwäche von jemandem herumzureiten, der diese Schwäche öffentlich zugibt. Da möchte ich Sie hören, wenn andere mit einem Schuldeingeständnis von Ihnen so umgingen.
Ich bin jedenfalls dankbar, daß mein Leben dereinst von Gott gerichtet wird und nicht von Christen.


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 Frauke G. 7. März 2015 
 

@Theodor69, Nurmut, Erdling

Eure Empörung ist total überzogen und irrational, da Schönborn in dieser Predigt selbst zugibt, was seine Kritiker immer sagen- Schönborn ist zu kleinmütig um den Glauben zu verteidigen wenn er mit Gegenwind rechnet oder er gegen eine Mehrheit ankämpfen muss. Er flieht zu oft. Das ist Fakt und da könnt ihr euch auf den Kopf stellen und es leugnen, es bring einfach nichts.

Erdling woher wollen Sie wissen ob Schönborns Kritiker Maulhelden sind oder nicht? Nach der Bischofssynode hat Schönborn auch nett verpackte Giftpfeile gegen glaubenstreue Katholiken, die die Lehre verteidigen, geschossen.

Es bestreitet doch keiner, dass Schönborn viel Gutes und fromm katholisches sagt. Das Problem bei ihm ist, dass er umfällt und eine 180 Grad Wende macht sobald er auf Gegenwind stößt. Je nachdem wer vor ihm steht und wo die Mehrheit ist, ist er besonders lehramtstreu oder besonders liberal.
Der Anpassungs- und Zustimmungsdruck ist riesig und viele Bischöfe nicht nur Schönborn erliegen ihm.


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 Erdling 7. März 2015 
 

@ Die Maulhelden

Diejenigen, die hier so vehement verbal über Kardinal Schönborn herfallen, sollten sich in einer stillen Minute mal die Frage stellen, welchen Beitrag zur Evangelisation sie selber leisten, außer anonym Gift zu versprühen. Also: Wieviele Menschen hast DU zu Jesus geführt? Wieviele Menschen haben durch DEIN lebendiges Zeugnis erkennen dürfen, wie schön es ist, katholisch zu sein?
@raph, wenn Sie fragen, was diesen Bischof so müde macht: Lesen Sie mal hier die teils großmäuligen Angriffe sogenannter "Romtreuer" gegen ihn. Vielleicht ist er deshalb müde, weil selbst die Katholiken ihn nicht lieben, obwohl er sich für die Kirche aufarbeitet.


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 marienkind 7. März 2015 
 

@nurmut und richelius

Wenn es Grund zur Kritik an Kardinal Schönborn gibt sollte sie auch geäußert werden und niemand hat anderen vorzuschreiben von einer sachlichen Kritik abzulassen.

Verurteilen wird Gott. Wir aber sind mündige Menschen und nur wenn wir urteilen können wir auch Entscheidungen treffen, können wir tätig werden. Wir müssen darüber urteilen was falsch oder richtig ist, sonst können wir die Sünde nicht erkennen.

Es ist wichtig immer pro und kontra zu bedenken, Werdegänge zu studieren, Worte und Taten im Kontext zu sehen um ein gutes Urteil fällen zu können. Eine Schwalbe macht keinen Sommer, eine gute Rede oder Tat keinen komplett guten Menschen.

Wir müssen besonders aktuell genau hinschauen welche Hirten wirklich die Lehre vertreten.


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 Richelius 6. März 2015 
 

@ Christoph (1971)

Ihr Urteil über den Kardinal ist unangebracht. Auch ich kenne ihn und weiß um seine Schwächen. Einen Schenk in dieser Angelegenheit traue ich ihm nicht zu.
Was ihren Hinweis auf die Zahlen betrifft: Das ist das Erbe seiner Vorgänger und nicht sein Werk. Viele der jungen Priester, die Nachkommen, sind durchaus gut. Auch die theol. Fakultät Wien ist wieder ein gutes Stück katholischer geworden in den letzten Jahren.
Mit weniger Gottesdienstbesuchern werden wir leben müssen. Denn das ist der Normalzustand, wenn die Kirche in einer ihr feindlichen Umgebung existiert.


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 nurmut 6. März 2015 
 

Wo ist das Problem?

* dass es in diesem Forum Teilnehmer gibt, die sich anmaßen, der Kirchenführung (Schönborn) vorschreiben wollen, was zu tun wäre.
* dass hier behauptet wird, Schönborn greift "die Lehre der Kirche" an
* dass unterstellt wird, dass Schönborn erst jetzt (unter Papst Franziskus) es wagt, die Lehre der Kirche anzugreifen
* damit wird Schönborn eine antichristliche Vorgangsweise unterstellt und Papst Franziskus selbstverständlich auch
* dass Alles und Jedes Material gegen Schönborn verwendet wird, egal was er sagt oder tut. Sagt er nichts, ist er schuld; sagt er etwas (obiger Artikel) wird es gegen ihn verwendet; sagt er Persönliches und Intimes von Ihm (obiger Artikel) wird es auch gegen Ihm verwendet.
* dass es Teilnehmer gibt die mich (und viele andere) als "Schönborn Fans" bezeichnen.
* Zur Klarstellung: Ich (und viele andere in dem Forum hier) sind einfach RKK Christen, dankbar, der RKK angehören zu dürfen - keine FANS.
Das ist das Problem!


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 Theodor69 6. März 2015 
 

es ist schon skurril….

Da hält Kardinal Schönborn eine Predigt, deren Inhalt wirklich bemerkenswert ist (nicht einmal der Ausnahmetheologe Ratzinger hat je die Königsteiner Erklärung kritisiert) und doch schaffen es die besonders Katholischen dies als Anlass zu nehmen um den Kardinal wieder zu kritisieren.
@Frauke G.: Zu sagen, dass man nicht den Mut hatte, zeigt aus meiner Sicht von Mut. Auf der anderen Seite ist doch der Bischof Küng „einer von den Guten“, oder? Auf die Frage „Soll die Mariatroster Erklärung revidiert, korrigiert werden?“ antwortete er „Meines Erachtens ist eine weitere Fortschreibung erforderlich.“ – und auf entsprechende Nachfrage, kommt nichts greifbares: http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/432277/Schonborns-Predigt-keine-Schuldzuweisung


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 Christoph (1971) 6. März 2015 
 

Niedergang

Um es vorweg zu nehmen: Ich habe nichts gegen Kardinal Schönborn. er ist mir menschlich sogar sehr sympathisch. dennoch bringt es ein Blick auf die statistik auf dem Punkt: 20 Jahre Kardinal Schönborn als Erzbischof von Wien und damit einhergehend, 20 Leitungsfunktion in oberster Ebene. Resultat: Kirchenbesucher haben sich um über 50 % verringert. Rückgang der Priester- und Ordensberufe, kirchliche Skandale (Stützenhofen, etc) ... Ich denke ein Bischof sollte schon auch Rechenschaft über seine Diözese abgeben müssen. Auch wenn Statistiken nicht alles sind, die Bilanz spricht eine deutliche Sprache. In unserer Pfarre gehen Sonntags nur noch 3 % in den Gottesdienst (vor Schönborns Amtszeit waren es immerhin noch 7 %). Wer trägt Verantwortung?


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 Frauke G. 6. März 2015 
 

Theodor 69, Wo ist Ihr Problem?Schönborn bestätigt doch was seine Kritiker anmerken.

"Aber wir Bischöfe, verschlossen hinter den Türen wegen der Angst, nicht wegen der Angst vor den Hebräern, sondern wegen der Presse, und auch wegen des Unverständnisses unserer Gläubigen.Wir hatten nicht den Mut!"Schönborn gibt zu,bezeugt und bestätigt mit eigenem Mund,was seine Kritiker,die Kritiker der deutschsprachigen Bischöfe immer wieder feststellen,glasklar erkennen und kritisieren,dennoch ärgern sich gewisse Schönborn,Marx-und-Kasper-Fans,wenn man die Dinge beim Namen nennt und leugnen das,was Schönborn gerade in der Jerusalemer Predigt eingestanden hat.Es ist falsch,wenn Bischöfe aus Druck, Angst vor der Welt einknicken,sich des Evangeliums,der katholischen Werte schämen und daher das Evangelium und die Lehre Preis geben.Die Angst vor der Welt bzw.der öffentlichen Meinung wird nicht dadurch besser wenn diese Barmherzigkeit oder Entwicklung der Lehre genannt wird. Es ist doch traurig,dass KardinalSchönborn sich aus Angst verbiegen lässt und anfängt die Lehre selbst anzugreifen


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 nurmut 6. März 2015 
 

Schönborn unglaubwürdig?

Lieber Christoph (1971),
bitte bedenken Sie, was Sie hier schreiben.
Auch wenn Sie alle Aktionen, Entscheidungen und Predigten des Kardinals seit 2008 kennen würden, hätten weder das Recht und noch weniger die Kompetenz, so zu (ver)urteilen - es sei denn, Sie wären Gott selbst.
Wir alle sind nicht zu Kardinälen berufen - seien wir froh! Die Last der Verantwortung, die Kirche gut zu führen, liegt nicht bei uns.
Übrigens bin ich völlig anderer Meinung als Sie und glaube, dass Schönborn äußerst glaubwürdig ist und ein sehr guter Hirte ist in dieser schweren Zeit.
Auch ich kann mich irren, aber die Wahrscheinlichkeit, dass Sie sich irren, ist größer. (in 7 von 10 Fällen irrt der Menschen in seinem negativen Urteil über Andere)


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 Suebus 5. März 2015 
 

Ich kenne die Königsteiner Erklärung nicht genau, was hat sie genau relativiert?

Ich muss aber auch sagen, dass ich mit der Lehre der Kirche teilweise meine Schwierigkeiten habe.

Zwar ist es ganz klar, dass das menschliche Leben geschützt werden muss, und zwar auch und gerade das ungeborene.

Andererseits weiß ich nicht genau, ob es Gottes Wille ist, dass sich die Menschheit möglichst stark vermehrt, und dass alle, auch die nicht-tötenden, Mittel per se schlecht sind, die diese Vermehrung verhindern.


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 Suebus 5. März 2015 
 

@Thomas-Karl

So wie ich es verstehe, gibt es nach katholischer Lehre (anders als nach evangelischer) kein autonomes Gewissen. Das Gewissen ist quasi die verinnerlichte katholische Lehre.

Ich vergleiche das Gewissen nach katholischer Lehre gern mit dem Gedächtnis: Das Gedächtnis sind abgespeicherte Ereignisse bzw. Erlebnisse der Vergangenheit. Wenn das Gedächtnis aber mit den Tatsachen nicht übereinstimmt, dann ist es eben eine falsche Erinnerung.

Das Gewissen ist die abgespeicherte katholische Lehre. Wenn es mit der katholischen Lehre nicht übereinstimmt, ist es eben ein „objektiv irrendes“ Gewissen.


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 Wächter 5. März 2015 
 

Mut zum Glauben

Unsere Heiligen haben sich kreuzigen, köpfen, fressen, in Öl sieden, ..., gelassen für den Glauben.
Von den untersten Rängen fordert man das ja auch nachdrücklich, legt endlich Zeugnis ab. Wie eine Herde ohne Hirten ...!


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 bellis 5. März 2015 

Thomas-Karl

Eine Entscheidung eines "katholischen gebildeten Gewissens = eines Mitwissens mit Gott" gegen die Vorgabe Gottes nennt man Sünde.


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 doda 5. März 2015 

Ich erinnere mich noch gut daran,

was vor ein paar Jahren über Kardinal Joachim Meisner gesagt und geschrieben wurde, als er sich öffentlich für eine inhaltliche Präzisierung der Königsteiner Erklärung aussprach.


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 novara 5. März 2015 
 

Lieber Christoph (71)...

... danke für Ihre Worte!!!!

Mut kann man nicht kaufen!


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 Reichert 5. März 2015 
 

osmose

Sie haben glasklar definiert! Wenn man
nunmehr seit Jahrzehnten sieht, was die
beiden Erklärungen angerichtet haben, dann
muß man sich auch endlich einmal dazu be-
quemen, auf die Folgen entsprechend zu
reagieren. Man kann nicht Gott und zu-
gleich dem Weltgeist dienen. Der Relati-
vierung wurde lange genug das Wort geredet!


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 osmose 5. März 2015 
 

Fraglich

Als Konsequenz aus dieser Predigt muss die Rücknahme der "Marientroster Erklärunng folgen. Ebenso in Deutschland die "Königsteiner Erklärung" die durch die Deutschen Bischöfe zurückgenommen werden muss. Erfolgt das nicht, dann ist das ein fatales Zeichen für den Untergang Europas.


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 santaclaus 5. März 2015 
 

Vielen Dank an die Redaktion...

für die nochmalige Veröffentlichung der berühmten Jerusalemer Predigt.

Ich denke, dass die Predigt schon das sagt was der Kardinal wirkich denkt. Der Vorwurf der Unglaubwürdigkeit ist nicht berechtigt. Es kann gut sein, dass es einfacher ist dies in Jerusalem zu sagen (immerhin vor Bischöfen) als auf einer Pressekonferenz in Österreich. Beten wir für unsere Bischöfe, die in unseren Landen viel Mut brauchen um soetwas zu sagen, und urteilen sie nicht.


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 Thomas-Karl 5. März 2015 

@Stefan Fleischer

Das Gewissen ist eine Fähigkeit der Praktischen Vernunft - und als solches natürlich bildungsbedürftig und -fähig. Doch was ist, wenn jemand trotz gebildeten Gewissens gegen eine bestimmte Vorgabe entscheidet? Ist der/die einfach hochmütig?


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 Christoph (1971) 5. März 2015 
 

Schönborn inst unglaubwürdig

Nur ein weiteres Beispiel für viele: als Gerhard Wagner zum Weihbischof von Linz ernannt wurde, gratulierte ihm auch der Wiener Kardinal. Er heisse ihn in der Bischofskonferenz herzlichst willkommen. Als sich der Wind nach der Dechantenkonferenz gegen Gerhard Wagner gedreht hatte, drehte sich auch der Kardinal. Leider, gibt es sehr viele solche Beispiele.


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 theWinner 5. März 2015 
 

Rücknahme der Mariatroster Erklärung

@Sehnsucht
Danke für den Gedanken, den Sie hier einbringen.
Meines Erachtens hat Kardinal Schönborn sogar die ernste Pflicht, die Mariatroster Erklärung zurückzunehmen, falls er (hier: in diesem Punkt/Thema) glaubhaft werden will. Seine Worte in der Jerusalemer Predikt sind Windhauch, wenn er diesen nicht nach besten Kräften in Ausübung seines hohen kirchlichen Amtes die richtigen Taten folgen lässt.
Kardinal Schönborn ist Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz und hat damit die "Vorzugs-Akte" Kraft seines Amtes für das Seelenheil zu wirken und in Einheit mit allen Bischöfen Österreichs die Rücknahme der Mariatroster Erklärung zu proklamieren!
Dies nicht zu tun bzw. dies bisher nicht getan zu haben, kann als Amtsmissbrauch angesehen werden. Denn, seine Pflicht nicht zu tun ist ebenso eine Form von Amtsmissbrauch wie zB falsche Dinge zu tun (d.h. Dinge, die den Geboten Gottes und der kathol. Lehre und Tradition widersprechen).

Es steht zu befürchten, dass @ Christoph (1971)Recht beh


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 Stefan Fleischer 5. März 2015 

@ Thomas-Karl

Dieses alte und richtige Prinzip, darauf dürfen und müssen wir immer wieder zurück greifen, solange wir uns bewusst sind, dass das nur für en gesundes, unverfälschtes und sich an der Lehre der Kirche orientierenden Gewissen handelt. Ein irrendes Gewissen entschuldigt nur so lange, als der Irrtum nicht selbstverschuldet ist, solange es nicht ein Gewissen ist, das sein will wie Gott, selber wissen, selber entscheiden will, was richtig und was falsch, was gut und was böse ist. Stolz und Besserwisserei sind keine Gewissensgründe in diesem Sinn. Gott ist barmherzig und verzeiht alle, die ihm in Demut nah'n. Die Stolzen aber lässt er fallen.


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 Karlmaria 5. März 2015 

Bischof em. Elmar Fischer von Vorarlberg

ist immer für Humanae Vitae eingetreten. Vielleicht sollte man sich in diesen Zeiten einmal überlegen sich mit denjenigen Protestanten zusammenzutun, die sich auch für das Leben einsetzen. Denn es ist ein Wort des Herrn: Ein Reich das in sich gespalten ist kann keinen Bestand haben. Die Ökumene ist eine Pflicht für jeden Christen!


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 Christoph (1971) 5. März 2015 
 

Das würde Schönborn heute so nicht mehr predigen

ich kenne Kardinal Schönborn von gemiensamen Urlaubsaufenthalte in Italien. Die Predigt hielt er als Papst Benedikt XVI. der Universalhirte der Kirche war, jetzt ist es aber Papst Franziskus. Ich denke er untstützt die Mariatroster Erklärung jetzt voll und ganz!


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 Barbossa 5. März 2015 
 

@ Sehnsucht

Ja, die deutschen Bischöfe wissen, dass die „Königsteiner Erklärung“ und die „Lizenz zum Töten“ zu den größten, (wenn nicht die größten überhaupt) Fehlern gezählt werden dürfen. Aber zurücknehmen werden sie ihre Erklärung nicht, weil sie dazu zu feige sind und ein Wiederruf der „Königsteiner Erklärung“ würde bedeuten, dass deutsche Bischöfe auch Fehler machen. Sie hätten nichts dagegen, wenn der Papst diese verbieten würde, dann würden sie die „Schuld“ für die Rücknahme der Erklärung von sich weisen und wie im Falle der „Lizenz zum Töten“ die Schuld dafür dem Papst in die Schuhe schieben, und das alles um das deutsche Volk bei Laune zu halten, damit es weiter brav die Kirchensteuer zahlt.


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 Thomas-Karl 5. März 2015 

Altes theologisches Prinzip

Die österreichischern und die deutschen Bischöfe haben doch nicht einfach gesagt: "Macht, was ihr wollt."
Die Mariatroster und die Königsteiner Erklärung greifen vielmehr auf das alte theologische Prinzip zurück, dass bei moralischen Entscheidungen das Gewissensurteil Vorrang hat. Warum sollten die Bischöfe nicht darauf hinweisen dürfen?


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 raph 5. März 2015 
 

Wie ein Ruf aus längst vergangenen Zeiten

Nach dem Lesen dieser Predigt frage ich mich, innerlich zutiefst erschüttert, was hat diesen Hirten in seiner Verantwortung so müde gemacht?


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 doda 5. März 2015 

Na ja, knapp sieben Jahre... und gut und wahr waren seine Worte.
Danke kath.net für das in Erinnerung rufen seiner prophetischen?! Predigt.


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 Sehnsucht 5. März 2015 

Rücknahme?

Wäre es eigentlich für die amtierenden Bischöfe möglich, die Königsteiner Erklärung und die Mariatroster Erklärung zurückzunehmen? Kennt sich da jemand aus?
Fehler erkannt ....und was tun unsere Bischöfe jetzt?


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 Theodor69 5. März 2015 
 

Vielen Dank an kath.net

Nachdem Kardinal Schönborn von "besonders Katholischen" stets angegriffen wird, finde ich es wunderbar, wenn kath.net diese Rede bringt. Ich kenne keinen österreichischen oder deutschen Bischof (zähle auch Papst Benedikt dazu) der je so deutlich gegen diese beiden Erklärungen etwas gesagt hätte.


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 bernhard_k 5. März 2015 
 

lang, lang ist's her ...


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