Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  8. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  9. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  10. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  11. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  12. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  13. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert

Alles radikale Christen?

4. März 2015 in Kommentar, 9 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zu einem Beitrag des NDR über den Kongress christlicher Führungskräfte. Von Helmut Matthies


Wetzlar (kath.net/idea) Als auf den Pegida-Demonstrationen in Dresden immer wieder der Ruf „Lügenpresse!“ erschallte, nahm ich meine Kollegen in Schutz. Natürlich gibt es viel Einseitigkeit, ist doch die „große Mehrheit deutscher Medien grün-rot“ (so eine Focus-Analyse). Aber „Lügenpresse“? Doch inzwischen haben wir Verantwortlichen vom Kongress christlicher Führungskräfte unsere eigenen Erfahrungen gemacht. Was sich der NDR im Internet und in seiner Fernsehsendung Hamburg Journal leistete, war eine böswillige Verleumdung von Christen.

Christliche Fundamentalisten?

Da fand vom 26. bis 28. Februar in Hamburg die größte Tagung zum Thema „Werte“ in Europa statt: der 9. Kongress christlicher Führungskräfte unter der Schirmherrschaft des Ersten Bürgermeisters der Hansestadt, Olaf Scholz (SPD). Und wie lautet die Schlagzeile des NDR? „Scholz unterstützt Kongress radikaler Christen.“ Als sich im Internet darüber ein Sturm der Entrüstung erhob, erklärte die Redaktion im Internet: „‚Radikal’ in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Gläubigen zum christlich-fundamentalistischen Spektrum gezählt werden können.“ Damit macht die Redaktion alles noch schlimmer, denn kaum ein Begriff ist durch die islamischen Terrorakte so disqualifiziert wie der, fundamentalistisch zu sein, wird er doch gleichgesetzt mit Gewalt und Fanatismus. Und so etwas sollte Scholz, der grandiose Wahlsieger der Bürgerschaftswahl, unterstützt haben?


Von den mitwirkenden Hamburger Kirchenleitern – der lutherischen Bischöfin Kirsten Fehrs und dem katholischen Weihbischof Hans-Jochen Jaschke – sind nicht einmal konservative, geschweige denn fundamentalistische Aussagen bekannt. Und die Hauptreferenten aus der großen Politik – Bundesinnenminister Thomas de Maizière und CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder – sollen radikale Christen sein? Oder die Spitzenleute aus der Wirtschaft etwa? Jeder würde entlassen, äußerte er sich fundamentalistisch! Und die am Kongress beteiligten pazifistischen Kirchenleute sowie eine langjährige führende grüne Politikerin – alle radikal im Sinne von rechtskonservativ?

Wie weit links steht der NDR?

Wie weit links muss eigentlich der zuständige Redakteur Christian Baars sein, wie verblendet die Redaktion mit ihrer Stellungnahme, dass sie die 3.200 teilnehmenden Führungskräfte so einordnen können? Wie konnten die Verantwortlichen beim NDR diese Berichterstattung durchgehen lassen? Wie konnte man sie überhaupt Christian Baars anvertrauen, hat er sich doch durch ein äußerst einseitiges Buch und entsprechende Filme über „die Majorität der aktiven Christen“ (so die EKD) – die Evangelikalen – geäußert?

Der NDR schadet dem Standort Hamburg

Die Kommentierung des führenden Senders im Norden, des NDR, hat jedenfalls dem Standort Hamburg geschadet. Denn die Unternehmer oder Topmanager aus Verbänden, die bei diesem Kongress überlegten, eine Veranstaltung in Hamburg durchzuführen, werden sich das wohl nun genau überlegen. Wer will sich schon derart öffentlich diffamieren lassen, zumal die Wertung des NDR auch von anderen Medien wiedergegeben wurde?

Als Trost bleibt zweierlei: Zum einen war der 9. Kongress christlicher Führungskräfte von großer geistlicher Einmütigkeit und Harmonie geprägt. Zum anderen: Der NDR meinte es böse mit seiner Etikettierung. Dabei kommt „radikal“ vom lateinischen „radix“, auf Deutsch die Wurzel. Und nach einer tragfähigen Wurzel nennen sich Christen: Jesus Christus. Mit ihm – aber auch nur mit ihm – können sie fröhlich radikal sein.

Der Autor, Helmut Matthies (Wetzlar), ist Leiter der Evangelischen Nachrichtenagentur idea und Vorstandsmitglied des Kongresses christlicher Führungskräfte.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. YouTube-Star "MrWissen2go" räumt Fehler bei Corona-Berichterstattung ein
  2. CSU-Generalsekretär Huber kritisiert den "Bayrischen Rundfunk" wegen Bericht über muslimische Mode
  3. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  4. Nach einseitig negativer Darstellung des Christentums – Programmbeschwerde an ZDF
  5. Welt: „Vorwurf der sexuellen Belästigung – ORF-Chef tritt mit sofortiger Wirkung zurück“
  6. Früherer Bundestagsvizepräsident Kubicki: „Der ZDF-Skandal muss politische Konsequenzen haben“
  7. Wenn das 'Drehbuch' schon vorher feststeht
  8. Gebetshaus Augsburg reagiert mit Stellungnahme auf ARD-Doku „Die hippen Missionare“
  9. Kardinal Müller: „Von Anfang an ist Radio Maryja zu einer Stimme in dieser modernen Wüste geworden“
  10. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert
  3. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  4. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  5. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  6. Warum der Todestag des Franz von Assisi nicht sein Gedenktag ist
  7. Wo der Mensch nicht berechenbar ist
  8. Wenn das Nein nicht mehr zählt
  9. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  10. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  11. Erschütterndes Historiendrama: Netflix-Serie „Fauda“ verarbeitet den Terror des 7. Oktober
  12. Muslimische Organisation: ‚In 45 Jahren wird Frankreich wieder katholisch‘
  13. Frankreichs neue „Generation Leo“: Warum die Jugend plötzlich wieder zum Papst strömt
  14. „Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen“ (Psalm 91)
  15. Schwester Helen und angeblichen Flirt-Fantasien der Dominikaner

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz