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Alle sind 'Charlie' – Wer ist 'Nigeria'?

19. Februar 2015 in Kommentar, 3 Lesermeinungen
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Zu den Terroranschlägen der islamischen Sekte „Boko Haram“. Vielleicht sollte man tatsächlich von Medienrassismus sprechen. Von Matthias Matussek


Berlin (kath.net/idea) Vielleicht sollte man tatsächlich zur Abwechslung einmal politisch korrekt sein und von Medienrassismus sprechen: Während sich die westliche Weltöffentlichkeit in Schockstarre befand über das Massaker an den Karikaturisten des Satire-Blattes Charlie Hebdo, fand in Nigeria ein anderes statt, das nahezu totgeschwiegen wurde. 3 Zeilen in der Tagesschau, das war‘s.

10.000 Männer, Frauen und Kinder abgemetzelt

In Paris mordeten islamische Terroristen ein Dutzend französischer Journalisten und Zeichner. In Nigeria brannten zur gleichen Stunde Kämpfer der islamistischen Boko Haram eine ganze Stadt nieder und metzelten rund 10.000 hin, Männer, Frauen und Kinder, die sich der Zwangsislamisierung widersetzt hatten.

Warum spricht niemand darüber?


Warum niemand darüber sprach? Nun, als politisch korrekter Journalist würde ich sagen: weil sie Dritte Welt waren, die Opfer, weil sie schwarz waren, weil sie Christen … nein, das würde da jetzt nicht reinpassen, die Religion der Politischen Korrektheit duldet keine andren neben sich und zeigt Mitgefühl für Christen, nur wenn es nicht anders geht, denn schließlich haben sie einst die Kreuzzüge … und so weiter.

Gehört das Christentum zu Deutschland?

Die Kraft zur Differenzierung scheint völlig aufgebraucht zu werden für den Islam, den sie, trotz aller in dessen Namen verübter Gräuel, immer wieder neu und sophistisch vom Islamismus zu trennen sich mühen. Nicht ob der Islam zu Deutschland gehört, ist die Frage, sondern das Christentum.

Die Karikaturisten des Charlie Hebdo traten im Namen einer satirischen und derben Religionskritik an. Sie boten Identifikationspotenzial, weshalb die Buttons „Je suis Charlie“ immense Verbreitung fanden.

Die Menschen der niedergefackelten Stadt Baga im Norden Nigerias boten Identifikation eher weniger – sie wurden umgebracht, weil sie Christen waren. Und dazu noch weit weg. In Gegenden, wo das Abschlachten mittlerweile zur Routine gehört. Da, denken sich die Redaktionen, denkt die deutsche Öffentlichkeit, da reicht der Dreizeiler, die Kurzmeldung.

Wegen Lady Di keine Zeit für Mutter Teresa

So ist das Geschäft der Medien, nach dem Motto der New York Times „All the news that‘s fit to print“ – „Alle Nachrichten, die es wert sind, gedruckt zu werden“. Und die einen sind es nun mal mehr als die andren.

Da können die Ansichten sehr weit auseinandergehen: Als Lady Di, die Märchenprinzessin, im Pariser Tunnel verunglückte, konnten die Medien nicht genug berichten über das Leben der Modeikone. Ein paar Tage später verstarb Mutter Teresa, die kleine Heilige aus Kalkutta. Unbemerkt – denn die Medien waren mit den Vorbereitungen zu Lady Dis Staatsbegräbnis beschäftigt.

Der Autor, Matthias Matussek, ist Kolumnist der überregionalen Tageszeitung „Die Welt“ (Berlin), zuvor war er Redakteur beim „Spiegel“.





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