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Muslimische Fürbitte im Kölner Dom – Keiner fühlt sich zuständig

9. Februar 2015 in Kommentar, 50 Lesermeinungen
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Islamische Fürbitte beim Soldatengottesdienst im Kölner Dom und keiner ist verantwortlich. Eine Eucharistiefeier ist keine interreligiöse Dialogveranstaltung. Ein kath.net-Kommentar von Johannes Graf


Köln (kath.net/jg)
Im Kölner Dom fand am 22. Januar der traditionelle Soldatengottesdienst zum Weltfriedenstag statt. Kardinal Rainer Maria Woelki zelebrierte die heilige Messe. Neben Vertretern der deutschen Streitkräfte waren auch Soldaten anderer Länder anwesend, die in Deutschland stationiert sind. Die Fürbitten wurden von Militärangehörigen verschiedener Nationen in der jeweiligen Landessprache vorgetragen. Zuvor wurde die deutsche Übersetzung verlesen.

Die dritte Fürbitte wurde von einer muslimischen Soldatin vorgetragen. Die deutsche Übersetzung lautete: „Wir bitten für die Menschen, die dem Unrecht und der Gewalt entgegen treten und dabei ihr Leben riskieren; besonders für unsere Soldatinnen und Soldaten und die Angehörigen der Bundespolizei. Um ein waches Bewusstsein und ein dem Menschen zugewandtes Herz.“

Laut einer kath.net vorliegenden Übersetzung sagte die Soldatin aber: „Im Namen Gottes, des Barmherzigen, des Allerbarmers. Die Grüße seien auf dem Siegel der Propheten (also Mohammed, Anm.). Wir bitten Gott, den Erhabenen, für all die Menschen, die Gewalt und Demütigung ausgesetzt sind und alle diejenigen, die sich mit ihrem Leben der Gefahr aussetzen, insbesondere den Soldaten und Soldatinnen und der Polizei, die über Sicherheit und Schutz und Frieden in den Gemeinschaften wachen.“


Vielleicht handelt es sich nur um ein Missverständnis und die Muslimin hat einfach eine in ihrer Religion übliche und für sie selbstverständliche Einleitungsformel für ein Gebet oder eine Bitte verwendet, die mit dem Veranstalter nicht abgesprochen war. Deshalb sollte man mit Vorwürfen vorsichtig sein.

Objektiv betrachtet hat eine muslimische Fürbitte natürlich nichts in einer katholischen Eucharistiefeier verloren. Mohammed ist für die Christen kein Prophet. Der nachfolgende Vers ist wiederum für Moslems nicht akzeptabel. Der Kantor singt: „Gott unser Vater“, das Volk antwortet: „Wir bitten Dich erhöre uns“. Eine Vater – Kind Beziehung zwischen Allah und dem Menschen ist für den Islam undenkbar.

kath.net hat eine Anfrage an das Erzbistum Köln gestellt, unsere Redaktion wurde an die Domseelsorge verwiesen. Die Domseelsorge teilte uns mit, dass der Soldatengottesdienst vom Katholischen Militärdekanat Köln vorbereitet worden sei, das auch für die Auswahl der Vortragenden der Fürbitten verantwortlich sei. Die Domseelsorge habe die deutschsprachigen Fürbitten erhalten und „zustimmend zur Kenntnis genommen“. Dagegen ist nichts einzuwenden, wenn man sich die deutsche Übersetzung ansieht.

Wer auch immer für die missglückte Fürbitte verantwortlich war – so etwas sollte sich nicht wiederholen. Wie kam es überhaupt dazu, eine Muslimin eine Fürbitte lesen zu lassen? Eine Eucharistiefeier ist schließlich keine interreligiöse Dialogveranstaltung.

Video dieser Eucharistiefeier mit Fürbitte durch eine Muslimin. Die Fürbitte beginnt ab Minute 37:00 mit der deutschen Übersetzung.



Foto Kölner Dom (c) kath.net



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