Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  2. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  3. Marx ärgert sich über die "Reaktionären" und "Stimmungsmache"
  4. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  5. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  6. „Gott und sein Gesetz sind wichtiger als menschliche Vereinbarungen und Macht“
  7. Leo XIV. über Papst Franziskus: Ein großes Geschenk für die Welt
  8. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  9. ‚Augustiner für den Frieden‘ – Der spätere Leo XIV. bei einer Friedensdemonstration in Rom 1983
  10. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  11. Pater Karl Wallner warnt vor Naivität: 'Politischer Islam hat bei uns keinen Platz'
  12. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix
  13. Erst Gerichtssaal, dann Preisverleihung: Weronika Krawczyk erhält Opoka-Preis „Auf Fels gebaut“
  14. Trotz Konflikt mit dem Papst - Trump genießt jetzt Rekordzustimmung bei US-Katholiken
  15. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv

Religiöse Aspekte in der Islamdiskussion nach den Pariser Morden

30. Jänner 2015 in Kommentar, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Die Politik der Anbiederung an islamische Erwartungen mit der Preisgabe eigener kultureller Standards verhindert geradezu die angestrebte Integration.“ Gastkommentar des evangelischen Oberkirchenrates i.R. Klaus Baschang


Karlsruhe (kath.net) Bei uns ist ein kultureller Relativismus aufgekommen, der sich und anderen verbietet, Unterschiede zwischen den Religionen überhaupt wahrzunehmen. Einer sehr oberflächlichen Kenntnis des Christentums wird als interessante Alternative der Islam als ursprunghafte Friedensreligion angeboten, deren Gewaltaktivitäten nur auf einem Irrtum beruhe. Dabei kann man in jedem Schulbuch den Unterschied zwischen den beiden Religionsbegründern gerade in der Gewaltfrage nachlesen, so man das denn will.

Dieser kulturelle Relativismus beruht gewiss auch auf einer Bekenntnisschwäche der christlichen Kirchen. Das geht allerdings viel mehr auf das Konto der pluralistischen EKD als des zentral organisierten und ritualstarken Katholizismus. Diese Entwicklung trifft die Kirchen hart. Sie können sich dem Terror der Vielfaltsideologie kaum entziehen. Toleranz wird gegen profilierte Eigenposition gestellt. Dabei weckt der Verzicht auf erkennbare Profilbildung doch nur Misstrauen und führt dann zum Ende von Toleranz.

Man muss natürlich zwischen Religionssystemen und Religionsangehörigen unterscheiden. Im Protestantismus geschieht das relativ locker, sonst gäbe es nicht so viele Freikirchen, in der katholischen Kirche sehr viel zurückhaltender. Der Islam leugnet solche Trennung. Darum setzt er die Scharia weltlichem Recht voran und stellt seine eigene Menschenrechtskonvention von Kairo 1948 unter Scharia-Vorbehalt.


Das Wissen darüber ist leider nicht weit verbreitet, auch nicht tiefer begründet. So kommt es zu vorauseilendem Gehorsam. ALDI nimmt eine Flüssigseife vom Markt, weil darauf eine Moschee abgebildet ist. Etwa die Hälfte der Bundesländer hat irgendwelche islamischen Vereinigungen als Körperschaften des öffentlichen Rechts anerkannt – aus nachvollziehbaren pragmatischen Gründen zwecks Ermöglichung von muslimischem Religionsunterreicht in unseren Schulen und in deutscher Sprache, aber ohne verfassungsrechtliche Prüfung, ob damit nicht die Unterscheidung von Religion und Staatsordnung berührt ist. Es gibt noch wesentlich mehr Beispiele dafür, dass der Islam längst zu Deutschland „gehört“. Sie werden aber kaum publik gemacht - die Schere im Kopf der Medien.

Was aber bedeutet dieses „gehört zu Deutschland“? Historisch ist es eindeutig falsch. Ist damit gemeint, dass diese Religion inzwischen Deutschland „prägt“, so wie wir vom Christentum einschließlich Judentum (und den Konflikten zwischen beiden) geprägt wurden? Wollen wir also Mohammed als verpflichtendes Lebensvorbild für unsere muslimischen Mitbürger, Sondergerichtsbarkeit für diese, Mehrehe, Frauen mit minderer Würde gegenüber den Männern, Sonderregeln für die Kinder beim Sportunterricht in den Schulen, Ersetzung christlicher Feiertagsnamen durch religiös neutrale usw.?

Zur Kultur des Abendlandes gehörte immer, dass Minderheiten in der Mehrheitsgesellschaft eigenen Raum hatten. In ihm konnten sie ihre Herkunft pflegen und sich ihrer vergewissern, bis dann eine oder zwei Generationen später die volle Integration erfolgt ist. Die Integration misslingt aber, wenn Mehrheitsgesellschaften die abweichenden Lebensregeln der Minderheiten sich zu eigen machen wollen oder müssen. Die Politik der Anbiederung an islamische Erwartungen mit der Preisgabe eigener kultureller Standards verhindert geradezu die angestrebte Integration.

Die verbalen Friedensbekundungen der islamischen Verbandsfunktionäre und ihre gemeinsamen Auftritte mit der Kanzlerin und dem Bundespräsidenten taugen nichts, weil sie den kulturellen Relativismus auch noch fördern. Sie würden erst hilfreich, wenn endlich eigene Aufgaben der muslimischen Gemeinden benannt würden, mit denen sie in ihren Reihen Integration fördern: Pflege der deutschen Sprache in den Familien, Frauenbildung in den Moscheen, Gewaltprävention im Koranunterricht, Demos gegen Verfolgung Andersgläubiger in islamischen Ländern, Ausbildung und Anstellung der Imame unabhängig von der Türkei usw.

Politik und Kirchen würden mit solchen Erwartungen an die Verbände diejenigen gebildeten und zumeist auch gläubigen Muslime unter uns unterstützen, die sich dafür einsetzen, die Gewaltelemente aus dieser Religion zu entfernen. Seyran Ates, Necla Kelek, Ayaan Hirsi Ali, Hamed Abdel-Samad und andere. Man kann auch davon ausgehen, dass die Mehrheit der unter uns lebenden Muslime ihren Glauben relativ un-dogmatisch lebt und an einer solchen „Reformation und Aufklärung” des Islam, wie gerne gesagt wird, durchaus interessiert wäre.

Klaus Baschang wurde 1976 zum Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Baden berufen, von 1991 bis 1998 war Baschang zudem ständiger Stellvertreter des Landesbischofs.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Pakistans Scharia-Gericht billigt Entführung, Vergewaltigung, Kinderehe einer 13-jährigen Christin
  2. Islamistengruppe ‚Nūr al-ʿIlm‘ breitet sich in Norddeutschland aus
  3. Wien: Einziger Christ in der Klasse wird "Schwein" genannt
  4. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  5. Kardinal Schönborn: "Wenn sich bei uns so viele Menschen vom Christentum verabschieden..."
  6. „Wir führen Einzelgespräche mit Muslimen im persönlichen Kontakt“
  7. Papst besucht die Blaue Moschee in Istanbul - Gebetet hat er dort aber nicht
  8. Der neue Erzbischof von Wien und der Islam
  9. Iran: Immer mehr Frauen verstoßen gezielt gegen die Hijab-Pflicht
  10. Muslime größte Religionsgemeinschaft an öffentlichen Wiener Pflichtschulen







Top-15

meist-gelesen

  1. Große SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  2. Papst Leo XIV. geht auf Distanz zu Kardinal Marx und seinen geplanten Homo-Segnungen
  3. Christus, das Licht der Jugend und der Familien
  4. Marx erlaubt Segnung homosexueller Paare
  5. „Wenn man der Wahrheit einen Namen geben möchte, ist das sicher Gott“
  6. Keine Bistums-Erlaubnis für Afrika-Madonna in der Gebetsstätte Marienfried
  7. Diplomatischer Coup: US-Präsident Trump verhindert Hinrichtung von acht Frauen im Iran
  8. "Einfach viel unverschämter vom persönlichen Glauben erzählen"
  9. US-Moderator Sean Hannity hat die katholische Kirche verlassen.
  10. Der Fall „Correctiv“: Ein journalistischer Sündenfall und seine Folgen
  11. Gericht verhandelt über Diskriminierung einer Lebensschutzgruppe an der Uni Heidelberg
  12. Finanzströme des Islam-Terrors: Hisbollah-Netzwerke bis nach Österreich aktiv
  13. Pater Karl Wallner warnt vor Naivität: 'Politischer Islam hat bei uns keinen Platz'
  14. Israel: Haftstrafe für zwei Soldaten nach schwerem Vandalismus an Kruzifix
  15. Die Lehre der Kirche vom ‚gerechten Krieg‘ - ein kurzer Überblick

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz