12 Januar 2015, 08:00
'Ich bin nicht Charlie'
 
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Warum idea-Redaktionsleiter Wolfgang Polzer sich nicht mit dem französischen Satiremagazin Charlie Hebdo identifizieren kann.

Wetzlar (kath.net/idea) „Je ne suis pas Charlie“ – Nein, ich bin nicht Charlie. Ich kann mich nicht mit dem französischen Satiremagazin Charlie Hebdo identifizieren, wie es viele führende Politiker, Kirchenleute und auch einige evangelikale Journalisten tun. Ja, ich solidarisiere mich mit den Charlie-Journalisten, die zum Ziel und Opfer des abscheulichen radikal-islamischen Terroranschlags in Paris geworden sind. Ich stehe an der Seite aller Menschen, die ins Visier dieser Barbaren geraten. Terror ist durch nichts zu rechtfertigen, schon gar nicht durch eine Religion. Aber ich kann mich trotzdem nicht mit einer Satirezeitschrift solidarisieren, die regelmäßig den Glauben, auch den christlichen, in den Dreck zieht. Sonst könnte ich das Vaterunser mit seiner ersten Bitte „Geheiligt werde Dein Name“ nicht mehr beten.

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Satire darf nicht alles

Ich kann auch nicht einstimmen in den jetzt wieder häufig zitierten Ausspruch des deutschen Schriftstellers Kurt Tucholsky (1890-1935): „Satire darf alles.“ Meiner Ansicht nach darf auch Satire nicht das mit Spott oder Hohn überziehen, was anderen Menschen heilig ist, – ob es sich um Jesus Christus, Mohammed, Buddha oder andere Religionsführer handelt. Nein, ich bin nicht für Zensur, aber ich plädiere für „Selbstzucht“, wie es die Bibel nennt. Das ist eine Frage des Anstands. Deshalb: Ja, ich trauere mit den Opfern von Charlie Ebdo ebenso wie mit den Christen, Jesiden, gemäßigten Muslimen und Atheisten, die gewissenlose und unheilige „Gotteskrieger“ von El Kaida, dem Islamischen Staat, Boko Haram oder El Shabab umbringen und bedrohen. Trotzdem: Charlie bin ich nicht.

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