Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  9. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  10. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  11. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  14. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  15. Marsch für das Leben München – Unterstützung von Bischof Barron, Schweigen von Marx und Wilmer

Jahreswechsel: Bischöfe ziehen nüchterne Bilanz

1. Jänner 2015 in Österreich, 1 Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zunehmende Christenverfolgung, Auswirkungen des geplanten Fortpflanzungsmedizingesetzes, gewisse Glaubensmüdigkeit- und Trägheit in Mittelwest-Europa aber auch schwindende Stabilität in vielen Ländern Europas haben 2014 geprägt.


Wien (kath.net/ KAP)
Eine eher nüchterne Bilanz zum scheidenden Jahr haben Österreichs Bischöfe in ihren Silvesterpredigten gezogen. Die zunehmende Christenverfolgung, die Auswirkungen des geplanten Fortpflanzungsmedizingesetzes, eine gewisse Glaubensmüdigkeit- und Trägheit in Mittelwest-Europa aber auch die schwindende Stabilität in vielen Ländern Europas hätten das Jahr 2014 geprägt. Anstatt in Resignation zu versinken, forderten die Bischof aber zur Zuversicht auf; denn "Zuversicht an der Schwelle zu einem neuen Kalenderjahr ist Bereitschaft zu einer tätigen Hoffnung", so Österreichs dienstältester Bischof, der Steirische Diözesanbischof Egon Kapellari, in seiner Silvesterpredigt im Grazer Dom.

Kapellari verwies auf die Situation vieler Menschen in Kriegsgebieten, wie Syrien, dem Irak, der Ost-Ukraine, dem Heiligen Land und Teilen Afrikas. Die Silvesternacht werde in diesen Regionen vor allem für Millionen bedrängter Christen zu einer "traurigen Nacht". Aber auch in vielen Ländern Europas sei die Stabilität im Schwinden begriffen, dazu gehörten, so der Bischof, auch Österreich und Deutschland. Grund zur Resignation gebe es aber dennoch nicht, sondern vielmehr einen "Impuls, die Chancen in diesem Wandel zu erkennen und durch viele Allianzen zu nützen". Allianzen von Menschen, "die bei Wahrung ihrer individuellen und ihrer Gruppenidentität über grundsätzlich zu achtende Grenzen und Interessen hinaus das Miteinander fördern".


Auf die "beunruhigend hohe Zahl der wegen ihres Glaubens verfolgten, vertriebenen und getöteten Christen weltweit", hat auch Kärntens Diözesanbischof Alois Schwarz in seiner Silvesterpredigt im Klagenfurter Dom hingewiesen und davor gewarnt, "die Augen vor dieser dramatischen Realität zu verschließen". Das auslaufende Jahr sei, so Schwarz, für die weltweit bis zu 100 Millionen verfolgten Christen "ein Schreckensjahr" gewesen. Besonders das "unmenschliche und barbarische Vorgehen" der Terrormiliz "Islamischer Staat" habe 2014 Millionen Menschen zu Flüchtlingen gemacht. Dies sei, so der Bischof, "erschütternd und alarmierend zugleich" und erfordere "Solidarität mit den verfolgten Christen sowie Barmherzigkeit und Offenheit im Umgang mit Flüchtlingen". In Kärnten gebe es in Flüchtlingsfragen eine Kooperation "in sehr enger Abstimmung" zwischen Kirche und Land.

Erneut nahm der Kärntner Bischof auch zur aktuellen Debatte rund um das geplante Fortpflanzungsmedizingesetz Stellung und betonte, dass "der Mensch nicht Ebenbild des Menschen werden darf, sondern Ebenbild Gottes ist und bleibt". Wir der Mensch nach seinem eigenen und nicht nach Gottes Bild geschaffen, ändere sich der Begriff der Menschenwürde, "und das Leben wird eng", so Schwarz.

Heftige Kritik am geplanten Fortpflanzungsmedizingesetz übte in seiner Silvesterpredigt auch der Niederösterreichische Diözesanbischof Klaus Küng. Seit der Einführung der Fristenregelung vor 40 Jahren "ergibt ein Dammbruch den nächsten". Der aktuellste Schritt sei das nur noch vom Parlament zu beschließende Fortpflanzungsmedizingesetz, "das die Gesellschaft weiter in Richtung einer vermeintlich liberalen, und immer freizügigeren Gesetzgebung ohne Blick auf das Kindeswohl treibt".

Die bisher streng verbotene, "eigentlich verpönte" Präimplantationsdiagnostik erlaube nun den umfangreichen Gencheck von künstlich befruchteten Eizellen im Labor. Beim geringsten Verdacht werden Embryonen im ersten Stadium ihres Lebens in großer Zahl "verworfen", kritisierte der Bischof. Bedenkenswert sei auch die Öffnung der künstlichen Befruchtung für Lesbischen Paare, sowie die Erlaubnis für alle Ehepaare und Partnerschaften Eizellspenden und Samenspenden von Dritten zu erhalten. Diese Entwicklungen machten die Kinderwunschmedizin immer mehr zu einer "Kinderwunschindustrie", wo nach Marktinteressen mit menschlichen Ressourcen gehandelt werde.

Küng wünsche sich im Gegensatz dazu ein Österreich, das sich "konsequent für den Lebensschutz einsetzt, der auch den Anfang und das Ende des natürlichen Lebens einschließt. Wir wollen keine Designerbabys, wir wollen keinen assistierten Suizid, sondern achtsamen Lebensschutz am Beginn des Lebens und eine menschenwürdige Betreuung der Kranken und Sterbenden". Das sei Fortschritt und mache Österreich zu einem Land der Zukunft. Mit Diskriminierung sexueller Orientierungen habe das nichts zu tun, so Küng. Klar sei aber: Familie, die auf der Ehe zwischen Mann und Frau begründet sei, müsse gefördert werden.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bischöfe

  1. 'Für jeden Unsinn ein Bischof' - Scharfe Kritik an Erzbischof Heße
  2. Mainz: Pater Joshy Pottackal O.Carm. wurde zum Weihbischof geweiht
  3. US-Bischof Malone betet mit seinen sieben Geschwistern wöchentlich Rosenkranz per Videokonferenz
  4. Indiens katholische Bischöfe fordern Aufhebung religionsfeindlicher Gesetze
  5. Papst sagt Weihbischof für Schweizer Diözese Chur zu
  6. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  7. Papst: Ein Bischof ist „ein Diener und kein Herr; ein Hirte und nicht der Besitzer der Herde“
  8. Paderborn: Der neue Erzbischof Udo Markus Bentz hat seinen Platz eingenommen
  9. Kardinal Müller kritisiert ‚kindisches Verhalten’ von Bischöfen, welche die Alte Messe unterdrücken
  10. US-Bischofskonferenz: Kampf gegen die Abtreibung ist wichtigstes politisches Ziel







Top-15

meist-gelesen

  1. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  2. So nicht, Mr. Präsident!
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  5. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  6. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  10. "Derselbe Polarstern"
  11. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber
  12. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  13. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  14. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  15. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz