01 Dezember 2014, 09:30
Josefi: Kein freier Tag, sondern ein Feiertag
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Gesellschaft'
Beim Treffen mit der Südtiroler Landesregierung hat Ivo Muser, Bischof von Bozen und Brixen die Wiedereinführung des Josefitages (19. März) als gesetzlichen Feiertag in Südtirol angeregt.

Bozen-Brixen (kath.net/dbb) Beim Treffen mit der Südtiroler Landesregierung hat Ivo Muser (Foto), Bischof von Bozen und Brixen die Wiedereinführung des Josefitages (19. März) als gesetzlichen Feiertag in Südtirol angeregt. In der Vergangenheit wurden bereits mehrere Ansuchen zur Wiedereinführung von Josefi als zusätzlichen Feiertag eingebracht – aber nicht das war es, was Bischof Muser beim Treffen mit der Landesregierung vorgeschlagen hatte. Das liegt auch nicht in der Kompetenz des Landtags, sondern des römischen Parlaments. Der Bischof regte an, aus religiösen Überzeugungen über die Wiedereinführung des Josefi-Tages anstatt des Pfingstmontags nachzudenken, da diese Änderung vom Landtag entschieden werden kann und von religiösen Überlegungen her wünschenswert wäre.

Werbung
christenverfolgung


Warum Josefi anstatt des Pfingstmontags?

Neben den staatlich festgelegten Feiertagen (1. Jänner, 6. Jänner, Ostermontag, 25. April, 1. Mai, 2. Juni, 15. August, 1. November, 8., 25. und 26. Dezember) hat in Italien jede Stadt die Möglichkeit, ihren Patronatstag zum öffentlichen Feiertag zu erklären. In Südtirol wurde dafür der Pfingstmontag als Feiertag herangezogen (vgl. in Mailand ist es der hl. Ambrosius, in Trient der hl. Vigilius, in Rom Peter und Paul, in Neapel S. Gennaro, in Genua und Florenz Johannes der Täufer usw.). Schon 1977 hatte Bischof Joseph Gargitter bei Landeshauptmann Silvius Magnago einen Vorstoß unternommen, den Josefi-Tag als Patronatstag zu behalten.

Bischof Ivo Muser hat nun angeregt, das kirchliche Hochfest des hl. Josef (Patron der Eheleute, der Familien, der Väter, der Männer, um eine gute Sterbestunde, der gesamten Kirche und des Landes Tirol) zum gesetzlichen Feiertag in Südtirol zu erklären – allerdings nicht als zusätzlichen Feiertag, sondern anstatt des Pfingstmontags. Denn vom gesetzlichen Rahmen her ist der Pfingstmontag der EINZIGE Feiertag, über den der Südtiroler Landtag entscheiden kann.

Abwertung oder Aufwertung?

Den Pfingstmontag gibt es seit dem II. Vatikanischen Konzil im liturgischen Kalender der Gesamtkirche nicht mehr als Feiertag; sollte es künftig den 19. März (hl. Josef) als gesetzlichen Feiertag in Südtirol geben, käme dies selbstverständlich der Aufwertung eines kirchlichen Feiertags gleich.

In keiner Weise geht es um die Abwertung des Pfingstfestes, das zusammen mit Ostern und Weihnachten zu den herausragenden kirchlichen Festtagen gehört und das am Pfingstsonntag gefeiert wird. Wenn von verschiedener Seite am Pfingstmontag als einzigen Festtag, über den der Landtag entscheiden kann, festgehalten wird, dann wohl aus einer Motivation heraus, die nicht in einer religiösen Überzeugung zu finden ist. Es geht nicht um die große Bedeutung des Pfingstfestes, sondern vielmehr will man den Pfingstmontag aus ganz anderen Überlegungen „nicht mehr hergeben“. Und genau hier ist der Kern der Anregung von Bischof Muser an den Landtag zu finden; denn der Bischof hat keinen zusätzlichen freien Tag, sondern die Aufwertung eines Feiertags angeregt, der auch eine besondere Beziehung zu unserem Land hat.

Generell gilt: Wenn Sonn- und Festtage nicht MEHR sind als freie Tage, dann brauchen wir sie aus kirchlicher Überzeugung nicht und dafür setzt sich der Bischof auch sicher nicht ein. Denn Festtage sind ein hohes Kulturgut im Dienst der Gemeinschaft, der verbindenden Werte, der Zusammengehörigkeit, des Glaubens. Unter dieser Rücksicht sind Bischof Muser die Feiertage ein wichtiges Anliegen, allen voran der Sonntag, der Tag der Auferstehung, der christliche Urfeiertag.

Auch die anderen kirchlichen Festtage (Christi Himmelfahrt, Fronleichnam, Peter und Paul), die 1977 in Italien als gesetzliche Feiertage leider abgeschafft wurden, würden die gleiche Aufmerksamkeit verdienen. Die Anregung des Bischofs zur Einführung des 19. März als gesetzlichen Feiertag für Südtirol versteht sich als ein Vorschlag, der zur Zeit und unter den gegebenen gesetzlichen Regelungen realisierbar ist.

Nur der Landtag kann über diesen Vorschlag entscheiden. Die Motivationen des Bischofs sind religiös motiviert, nicht politisch oder aus wirtschaftlichen Überlegungen. Er setzt sich nicht ein für mehr freie Tage, sondern für unsere Sonn- und Festtage.

Foto Bischof Muser: © Diözese Bozen-Brixen

Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!









kath.net ist Teilnehmer des Partnerprogramms von Amazon EU, das zur Bereitstellung eines Mediums für Webseiten konzipiert wurde, mittels dessen durch die Platzierung von Werbeanzeigen und Links zu Amazon.de Werbekostenerstattung verdient werden kann.

Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Frauen auf allen Ebenen der Kirche mehr an Führungsaufgaben beteiligen (76)

Marx gab die 50.000 Euro an „Lifeline“ aus Hilfsetat des Erzbistums (59)

Hütet euch vor den rigiden und versteiften Christen! (56)

Jesuitenpater Wucherpfennig bleibt bei seinen Gay-Äußerungen (49)

"Abtreibung ist wie Auftragsmord! Darf der Papst das sagen?" (39)

War Kardinal Coccopalmerio bei Drogen-Homo-Party anwesend? (35)

„Einige junge Leute sind mit Lehre der Kirche nicht einverstanden“ (35)

Cupich: Keine Kommunion für Homo-Paare ‚ist nicht unsere Politik’ (32)

Der Rassismus des Emmanuel Macron (30)

Wenn es Gott denn gibt (27)

„Sexueller Missbrauch ist auch in der Beichte geschehen“ (26)

Das rechte Beten (25)

Papst: "Wenn ihr so eine Sache seht, sofort zum Bischof!" (24)

Jugendsynode: Jesuitengeneral Sosa, Multikulti, sexuelle Orientierung (23)

„Mich verblüfft der geradezu aggressive Tonfall des Interviews“ (22)