Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  2. Fernández: „Miterlöserin“ in offiziellen Vatikandokumenten tabu, in der privaten Andacht erlaubt
  3. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  4. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  5. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papstprediger: KI zeigt „gewisses Etwas auf, das nur wir tun können“
  8. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung
  9. Latein nicht mehr erste Amtssprache im Vatikan
  10. 'Für mich gilt: Mein Leben liegt in der Hand Gottes'
  11. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  12. Cantare amantis est. Der Chor: Ikone der Kirche. Die Freilegung des Glaubensgeheimnisses im Gesang
  13. R.I.P. Martin Lohmann
  14. "Hassprediger und Hofnarr"
  15. Britische Gesundheitsbehörde gibt Zahlen zu Covid-Impfung und Übersterblichkeit nicht bekannt

Israel: Wenn Opfer zu Tätern werden

21. November 2014 in Kommentar, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Zur Berichterstattung des ZDF-„heute journal“ am 18. November über den Anschlag auf eine Synagoge in Jerusalem ein Kommentar des evangelischen Pfarrers Gerhard Gronauer (idea).


Wetzlar (kath.net/idea) Da höre ich am Dienstag von einer Bluttat in Jerusalem. Zwei Palästinenser haben eine Synagoge gestürmt und wahllos vier betende Juden getötet. Die Täter wurden von der Polizei erschossen. Abends will ich im ZDF-„heute journal“ Genaueres erfahren. Doch der Beitrag von Nicole Diekmann lässt mich schaudern.

Ich erwarte Äußerungen des Bedauerns. Stattdessen wird mir der Vater eines Täters präsentiert. Anstatt über die Bluttat seines Sohnes entsetzt zu sein, sagt er gefasst in die Kamera: „Jeder, der sieht, was wir Palästinenser erleiden, kann verstehen, dass Menschen so reagieren.“ Als Motiv des Anschlags nennt Frau Diekmann die Verzweiflung der Palästinenser. Sie hätten damit auf den Tod eines Busfahrers reagiert. Dieser hatte zwar Suizid begangen, aber die Korrespondentin hält einen jüdischen Lynchmord für möglich.


Verzweiflung und Vergeltung

Der ZDF-Beitrag spricht von einer verständlichen Reaktion der verzweifelten Palästinenser. Als die Israelis auf das Attentat reagierten und die Zerstörung der Täter-Häuser ankündigten, gilt das weder als verständliche Reaktion noch als Ausdruck der Verzweiflung, sondern als „Vergeltungsmaßnahme“. Ein Wort, das wir mit etwas Bösem assoziieren. Und das noch mehr, als der einzige Israeli, der interviewt wird, ein ultraorthodoxer Extremist ist, der die Araber tot sehen möchte.

Wer hat da wen umgebracht?

So stehen in dem Fernsehbeitrag die Israelis für mörderischen Hass und Vergeltung, die Palästinenser dagegen für Trauer, Gefühle, Verzweiflung. Wer bitte hat da wen umgebracht? Haben Juden in einer Moschee Muslime ermordet? Es war doch umgekehrt!

Schon lange habe ich keinen derart einseitigen israelkritischen Bericht mehr im Fernsehen gesehen. Durch die Inszenierung der Korrespondentin sind aus den Tätern Opfer geworden, aus den Opfern Täter. Eine solche Verdrehung fördert nicht den Frieden, sondern nur einseitige Ressentiments.

Der Autor, Pfarrer Gerhard Gronauer, ist Mitarbeiter am „Synagogenprojekt“ der Augustana-Hochschule Neuendettelsau.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Medien

  1. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  2. "Hassprediger und Hofnarr"
  3. Die BBC hatte eine Trump-Rede gezielt frisiert, so dass sie zum angeblichen Gewaltaufruf wurde
  4. Skandal: ZDF bestätigt, dass langjähriger palästinischer Mitarbeiter der Hamas angehörte
  5. WELT-Reporter Bojanowski: Die Welt ist viel besser, als behauptet wird
  6. Aktuelle Daten zeigen: Keine Übersterblichkeit in Europa während der Hitzewelle
  7. NDR-Format ‚Zapp‘ erklärt konservatives Denken mit Gehirnanomalie und geringer Bildung
  8. CDU-Politiker reicht Programmbeschwerde wegen Bericht über christliche Fußballer ein
  9. „Staatsfeind Nummer zwei’ – Schwere Vorwürfe von Elon Musk gegen das Magazin „Spiegel“
  10. Kalifat-Verteidigerin Hübsch ist im Rundfunkrat des Hessischen Rundfunks






Top-15

meist-gelesen

  1. R.I.P. Martin Lohmann
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Papst Leo XIV. empfängt deutsche Theologin und Bätzing-Marx-Kritikerin Katharina Westerhorstmann
  4. Fairer Streiter für die Wahrheit – Ein Nachruf auf Dr. h.c. Martin Lohmann (14.3.1957-24.11.2025)
  5. „Als katholischer Christ und als Hochschullehrer macht mich dieser Vorgang tief traurig“
  6. Karmeliten-Pater Joshy Pottackal wird neuer Weihbischof im Bistum Mainz
  7. Papst: Ehe unauflöslich, doch bei Annullierung barmherzig sein
  8. Vatikan macht sich für Monogamie in der Ehe stark
  9. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  10. Nicht nur Kardinäle an der Spitze: Papst ändert Vatikanverfassung
  11. "Hassprediger und Hofnarr"
  12. Die (w)irren Begründungen der Diözese Linz bei dutzenden Pfarrauflösungen
  13. Mutig: Fürst Albert II. verweigert für Monaco die Ausweitung der legalisierten Abtreibung
  14. „Wir bestreiten das Recht einiger Bischöfe, für alle Bischöfe zu sprechen und handeln“
  15. "Was kümmert es den Mond, wenn ihn der Hund anbellt"

© 2025 kath.net | Impressum | Datenschutz