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Die Talente fruchten lassen und nicht wegsperren

16. November 2014 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Franziskus: Jesus fordert nicht, seine Gnade in einem Tresor zu verwahren, sondern er will, dass wir sie zum Vorteil der anderen nutzen. Immigration: Zur schwierigen Situation in den Peripherien Roms und anderer Städte. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Das Tagesevangelium mit dem Gleichnis vom anvertrauten Geld (Mt 25,14-30) stand im Mittelpunkt der Ansprache von Papst Franziskus vor dem Gebet des Angelus am 33. Sonntag im Jahreskreis.

Der Mann des Gleichnisses repräsentiere Jesus, die Diener seien seine Jünger und die Talente stünden für das Erbe, das der Herr ihnen anvertraue: sein Wort, die Eucharistie, der Glaube an den himmlischen Vater, seine Vergebung.

Während im üblichen Sprachgebrauch mit dem Wort „Talent“ eine herausragende individuelle Qualität gemeint sei, stünden die Talente im Gleichnis für die Güter des Herrn, die er den Jüngern anvertraue, um sie fruchten zu lassen. Das im Boden gegrabene Loch, in dem der „schlechte und faule Diener“ sein Talent bestatte, verweise auf die Angst vor dem Risiko, „die die Kreativität und die Fruchtbarkeit der Liebe blockiert“.

Jesus fordere nicht, seine Gnade in einem Tresor zu verwahren, „sondern er will, dass wir sie zum Vorteil der anderen nutzen“. „Und wir, was haben wir damit getan?“, fragte der Papst: „Wen haben wir ‚angesteckt’ mit unserem Glauben? Wie viele Menschen haben wir mit unserer Hoffung ermutigt? Wie viel Liebe haben wir mit unserem Nächsten geteilt?“. Jedes Umfeld, auch das Fernste, könne zu einem Ort werden, an dem die Talente Frucht tragen: Es gibt keine Situationen oder Orte, die vom christlichen Zeugnis ausgeschlossen sind“. Das Zeugnis hänge von uns ab


So sporne dieses Gleichnis an, unseren Glauben und unsere Zugehörigkeit zu Christus nicht zu verbergen, „das Wort des Evangeliums nicht zu vergraben, sondern es in unserem Leben, in den Beziehungen, in den konkreten Situationen zirkulieren zu lassen, als Kraft, die stört, die reinigt, die erneuert“. Auch die Vergebung, die der Herr besonders im Beichtsakrament schenke, dürfe nicht in uns selbst verschlossen bleiben. Sie müsse ihre Kraft entfachen, „die die Mauern fallen lässt, die unser Egoismus errichtet hat, die uns in den blockierten Beziehungen den ersten Schritt tun, den Dialog wieder aufnehmen lässt, wo keine Kommunikation mehr ist“. Der Papst forderte die Gläubigen auf, das Evangelium zuhause zu lesen und darüber nachzudenken, was jeder aus seinen Talenten macht.

Der Herr gebe nicht allen dieselben Dinge auf dieselbe Weise. Er vertraue uns an, was richtig sei für uns. Doch er setze in alle dasselbe unendliche Vertrauen: „Enttäuschen wir ihn nicht! Lassen wir uns nicht von der Angst täuschen, sondern erwidern wir Vertrauen mit Vertrauen!“.

Nach dem Angelus ging Franziskus auf die schwierige Situation in den Peripherien Roms und die Spannungen ein, zu denen es in den letzten Tagen zwischen Römern und Immigranten gekommen ist. Dies geschehe in verschiedenen Städten Europas. Der Papst forderte die Institutionen auf, sich prioritär mit diesem sozialen Notstand auseinanderzusetzen. Werde ihm nicht angemessen begegnet, könne die Situation immer mehr degenerieren.

Die christliche Gemeinschaft setze sich konkret dafür ein, dass es zu keinem Konflikt, sondern zur Begegnung komme. Das Wichtige sei, nicht der Versuchung des Konflikts zu verfallen und jede Gewalt zurückzuweisen: „Es ist möglich, in einen Dialog zu treten, aufeinander zu hören, gemeinsam zu planen und auf diese Weise Verdacht und Vorurteile zu überwinden und ein immer sichereres, friedlicheres und inklusives Zusammenleben zu schaffen“.





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