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Bischof Oster erwartet keine radikalen Änderungen der Ehe-Lehre

21. Oktober 2014 in Familie, 35 Lesermeinungen
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Wenn die Wiederverheiratung Geschiedener «zum Modell wird, dann verlieren wir in der Kirche vielleicht etwas von der Dimension, die Christus mit dem Wort beschreibt: 'Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich'»


Frankfurt (kath.net/KNA) Der Passauer Bischof Stefan Oster (Foto) geht nicht von radikalen Änderungen der kirchlichen Lehrmeinung zur Ehe aus. Die Kirche werde keine Lehren vertreten, die den bisherigen explizit widersprechen, sagte Oster der «Frankfurter Rundschau» (Montag). Wenn die Praxis, dass geschiedene Katholiken neue Beziehungen eingehen, «zum Modell wird, dann verlieren wir in der Kirche vielleicht etwas von der Dimension, die Christus mit dem Wort beschreibt: 'Wer mein Jünger sein will, der nehme sein Kreuz auf sich'», so Oster.

Menschlich sei der Wunsch nach einer neuen Partnerschaft aber sehr verständlich: «Ich bin der Letzte, der auf diese Menschen anklagend mit dem Finger zeigt», sagte der Bischof nach der vatikanischen Bischofssynode zu Ehe und Familie.

Christus wolle, dass Menschen solche «schwierigen Situationen bestehen, in ihnen reifen und dadurch immer mehr zu glaubenden, hoffenden und liebenden Menschen werden», sagte Oster. Es bedürfe künftig einer deutlich intensiveren Ehevorbereitung von Paaren.


Oster betonte, es gebe zudem «eine Lehrentwicklung in der Kirche» in den Bereichen Ehe und Familie. So gelte heute nicht mehr die Auffassung, dass der einzige Zweck einer Ehe die Zeugung von Nachkommen sei. «Gegen eine solche einseitig verrechtlichte Sicht betont die Kirche, dass die Sexualität auch dem Wohl der Ehegatten dient», erklärte der Bischof.

In Bezug auf Homosexualität betonte Oster: «Möglicherweise ist der Tonfall neu, aber in der Sache kann ich nichts erkennen, was die Kirche nicht schon immer gelehrt hätte, und kann deshalb bislang allem zustimmen.» Auf Nachfrage erläuterte er weiter: «Jeder Mensch, der handelt, erstrebt ein Gut und handelt niemals einfach durch und durch Böse, sagt der heilige Thomas von Aquin. Und jede Handlung findet in einem komplexen, umfassenden Kontext statt. Wir beurteilen zwar die sexuelle Handlung zwischen gleichgeschlechtlichen Menschen oder diejenige außerhalb der Ehe zwischen Mann und Frau nicht positiv. Aber das heißt doch noch lange nicht, dass wir das ganze Leben solcher Menschen negativ beurteilen. Es ist doch völlig selbstverständlich, dass Werte wie Treue und gegenseitige Sorge auch bei Menschen ihren positiven Wert und Reichtum haben, die im Hinblick auf ihre Sexualität nicht nach dem leben, was wir für Gottes Gebot halten.»

Er freue sich zudem, dass Papst Franziskus eine neue Dialogkultur in der Kirche ermöglicht habe. Es schade nicht, «wenn in unseren ganzen 'routinierten Betrieb' mal ein bisschen Bewegung kommt», so Oster.

Link zum Originalinterview in der 'Frankfurter Rundschau': "Christen müssen üben".



Foto Bischof Oster (c) Legionäre Christi

(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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