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Das Drama des Völkermordes an den Armeniern

16. Oktober 2014 in Chronik, keine Lesermeinung
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Der Film „The Cut“ (Der Schnitt) erinnert an den Völkermord von Muslimen an den christlichen Armeniern (1915 bis 1916), bei dem etwa eine Million Menschen starben. Karsten Huhn hat ihn vorab gesehen.


Wetzlar (kath.net/idea) Seine Eltern nannten ihn Nazaret, benannt nach dem Geburtsort Jesu Christi. Der Kreuzweg des Armeniers Nazaret Manoogian, Schmied und Vater von Zwillingstöchtern, beginnt in einer Nacht 1915. Von der türkischen Gendarmerie wird er zusammen mit anderen Armeniern zur Zwangsarbeit abkommandiert. Von ihren Peinigern bekommen sie ein verführerisches Angebot: „Wer seinen Glauben abschwört und zum Islam übertritt, wird sofort freigelassen.“ Einige treten vor. Den Übrigen werden die Kehlen durchgeschnitten (man fühlt sich an die Terrormilizen des „Islamischen Staates“ erinnert). Nazaret überlebt, weil der ihm zugeteilte Soldat nicht zum Mörder werden will. Fortan verurteilt ihn die schwere Halsverletzung zum Schweigen.


Der Film des deutsch-türkischen Regisseurs Fatih Akin verstört mit drastischen Bildern von Hunger, Gewalt und Tod. Nazaret irrt durch die Wüsten Mesopotamiens. Er findet einen Brunnen. Statt des erhofften Wassers sieht er am Brunnengrund aufgedunsene Leichen. In einem Sterbelager sieht er sein Volk verenden. Kennt Gott kein Erbarmen? Nazaret flieht durch die Berge, dann in einem Viehwaggon. In von katholischen Nonnen betriebenen Waisenhäusern sucht er nach seinen Töchtern. „Bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden“, rät eine Nonne.

Der Film zeigt die Frömmigkeit der armenischen Christen und auch, wie die Überlebenden des Völkermordes in alle Welt zerstreut werden. Überall bleibt Nazaret ein Fremdling, ein Ausgestoßener, der als „dreckiger Jude“ verspottet wird, obwohl er Christ ist. Nazaret sucht weiter – in Syrien, Libanon, Havanna, schließlich in den USA. Seine Töchter hat er schon verloren, nun kommt ihm auch noch der Glauben abhanden. Er geht nicht mehr in die Kirche, betet nicht mehr. Ein schmerzhafter Film, der keinen Trost kennt.

The Cut, Regisseur: Fatih Akin, Länge: 138 Minuten, FSK: 12 Jahre, Kinostart 16. Oktober

The Cut - Trailer zum Film über den Völkermord an den Armeniern



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