14 Oktober 2014, 11:50
Polnischer Episkopatsvorsitzender: Die Relatio ist 'inakzeptabel'
 
Legionaere
 
WEITERE ARTIKEL ZUM THEMA 'Bischofssynode'
Erzbischof Gadecki, Vorsitzender der polnischen Bischofskonferenz, kritisiert: Die Relatio der Bischofskonferenz weicht von der Lehre Johannes Pauls II. ab und hinterlässt den Eindruck, dass kirchliche Lehre bisher unbarmherzig gewesen sei.

Vatikan/Warschau (kath.net) Massive Kritik am Zwischenbericht der Bischofssynode äußerte der Posener Erzbischof Stanislaw Gadecki, Vorsitzender der Polnischen Bischofskonferenz, gegenüber Radio Vatikan. Das Dokument „relatio post disceptationem“ weiche von der Lehre Johannes Pauls II. ab, obendrein zeige es, dass der Bischofssynode eine klare Vision fehle. „Ist das Ziel dieser Synode die pastorale Unterstützung von Familien in Schwierigkeiten“ oder gehe es nur um ein paar Spezialfälle, fragte Gadecki und antwortete: „Unsere Hauptaufgabe ist es, die Familie pastoral zu unterstützen, nicht aber, auf sie einzuschlagen“. Schwierige Situationen sollten zwar betrachtet werden, doch unter dem Aspekt, dass sie nicht den Kern der Familie darstellten. „Spezialfälle entleeren nicht den Bedarf an Unterstützung, der den guten, normalen, durchschnittlichen Familien gegeben werden sollte, welche nicht so sehr um das Überleben, sondern vielmehr um die Treue kämpfen.“

Werbung
Weihnachtskarten


In die Diskussion über Ehe und Familie seien einige Kriterien eingetragen worden, die infrage gestellt werden sollten, sagte der Vorsitzende der Polnischen Bischofskonferen weiter und nannte als Beispiel das Kriterium des Gradualismus. „Kann man das [eheähnliche] Zusammenleben wirklich als ein Unterwegssein auf dem Pfad der Heiligkeit behandeln? Die heutige Diskussion beleuchtete außerdem, dass die Lehre, die in dem Dokument vorgestellt wird, durch die Unterlassungssünde gekennzeichnet ist“, etwa indem der Standpunkt der Welt vorherrsche, dass alles Unperfekte zur Perfektion führen würde.

Aufmerksamkeit sei der Relatio mehr in dem Punkt zugekommen, was sie nicht sage als was sie sage. Gadecki nannte als Beispiel dafür „die praktischen Ausnahmen, man müsse jedoch ebenfalls die Wahrheit präsentieren“. Außerdem würden die Punkte, die von den Kindern sprechen, welche gleichgeschlechtlichen Paaren anvertraut seien, danach klingen, als ob diese Situation gelobt werden würde. „Auch dies ist ein Minus dieses Textes, der ein Ansporn zur Treue und zu den Werten der Familie sein sollte, stattdessen aber alles zu akzeptieren scheint, was es gibt.“

Insgesamt hinterlasse die Relatio „den Eindruck, dass die kirchliche Lehre bisher unbarmherzig gewesen sei und als ob man erst jetzt beginne, die Barmherzigkeit zu lehren“. Die von Kardinal Erdö veröffentlichte Relatio zeige Spuren einer gegen die Ehe gerichteten Ideologie.


Ihnen hat der Artikel gefallen?
Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung auf ein Konto in Ö, D oder der CH oder via Kreditkarte/Paypal!










Lesermeinungen zu diesem Artikel anzeigen und Kommentar schreiben

Sie können nur die Lesermeinungen der letzten sieben Tage einsehen.

 
App play store iTunes app store Jetzt kostenlos herunterladen! mehr Infos Instagram
meist kommentierte Artikel

Erzbischof Viganò kritisiert AIDS-Benefizabend im Stephansdom (46)

Papst an Klimakonferenz: Welt zu weit von Klimazielen entfernt (42)

Ehemaliger französischer Innenminister: Islam wird Europa übernehmen (41)

Drewermann fordert „Sanftmut Jesu“ gegen kirchliche Missbrauchstäter! (41)

Wegen Franziskus die Kirche verlassen? Niemals! (39)

Papst bekräftigt Lehre von "Amoris laetitia" zu Geschiedenen (35)

Bischof Voderholzer zum Synodalen Weg (35)

FAZ: „Vatikan finanziert Elton-John-Film“ mit Peterspfennig (32)

Wie der Bischof von Basel katholische Priester vertreibt (32)

Appell zum Beenden des synodalen Weges (32)

'Je leerer die Kirchen, umso größer die Friday for Future Umzüge' (27)

Kardinal Barreto meint: "Die Kirche ist nicht gespalten" (23)

Kardinal Kasper zum 'Synodalen Weg': Bin sehr skeptisch (20)

Kardinal Schönborn und die Legende von der ‚Homo-Madonna’ (20)

CNN wittert in deutscher katholischer Kirche Schismagefahr (18)