Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  2. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  3. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  4. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  5. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  6. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  7. Écône, zum Zweiten
  8. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  9. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  10. Leo XIV. auf Lampedusa: Zum Nächsten wird man!
  11. Ein unvermeidliches Schisma?
  12. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  13. „Die große Würde des Priestertums besteht …“
  14. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  15. Ignat Solschenizyn: ‚… wir wurden um unseren kostbarsten Besitz gebracht: unser inneres Leben‘

Schweizer Bischöfe auf Kuschel-Kurs mit Salafisten?

17. September 2014 in Schweiz, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Forum für einen fortschrittlichen Islam nannte es tragisch, dass die Schweizer Bischofskonferenz auch „eine salafistische Sekte“ angeschrieben habe, „ohne zu überlegen, für welchen Islam diese stehen“.


Freiburg i.Ü. (kath.net) Moderate Muslime kritisieren den Offener Brief der Schweizer Bischofskonferenz (SBK) an muslimische Organisationen, wie das Schweizer Medienportal „blick.ch“ berichtete. Das „Forum für einen fortschrittlichen Islam“ monierte, dass die Schweizer Bischofskonferenz den Brief auch an den Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) geschickt habe. Der IZRS gelte aber als Sammelbecken für radikale Muslime und ihr Präsident Nicolas Blancho vertrete die salafistische, ultrakonservative Strömung des Islam. Einzelne Mitglieder des IZRS werden vom Nachrichtendienst beobachtet. Saïda Keller-Messahli vom „Forum für einen fortschrittlichen Islam“ sagte: „Der Islamische Zentralrat ist eine gefährliche Organisation“. Keller-Messahli nannte es tragisch, wenn selbst die Bischofskonferenz, „die es besser wissen sollte, eine salafistische Sekte anschreibt, ohne zu überlegen, für welchen Islam diese stehen“.

Der von Bischof Charles Morerod als Vorsitzendem der „Arbeitsgruppe Islam der Schweizer Bischofskonferenz“ unterzeichnete Brief begann mit den Worten „Liebe muslimische Freunde“, er warb um den Dialog zwischen Katholiken und Muslimen.


Farhad Afshar, Mitglied der Arbeitsgruppe der Bischofskonferenz, verteidigte das Vorgehen: „Der Brief ging an rund 300 muslimische Organisationen in der Schweiz.“ Der Versand sei anonym erfolgt, man habe den Zentralrat nicht ausschließen wollen.


kath.net dokuementiert den Offenen Brief der SBK-Arbeitsgruppe „Islam“ an die muslimischen Organisationen in der Schweiz:

Liebe muslimische Freunde

Der Arbeitsgruppe „Islam“ (AGI) der Schweizer Bischofskonferenz ist es ein wichtiges Anliegen, heute diese Botschaft an Sie zu richten. Der Auftrag der AGI ist die Förderung und Stärkung des Dialogs und des gegenseitigen Verständnisses zwischen Katholiken und Muslimen.

Die dramatische Situation in verschiedenen Ländern im östlichen Mittelmeerraum drängt uns zu dieser Botschaft. Die in erster Linie betroffenen Opfer des Terrorismus in dieser Region sind die Muslime. Viele unter ihnen sind und bleiben solidarisch mit den Landsleuten, welche einer anderen Religion angehören. Sie alle – ob Christen, Muslime oder Andersgläubige – leiden unter den Blutbädern und Gewalttaten, die sie dazu zwingen, ihr Land und ihre zerstörten Häuser zu verlassen.

Angesichts der sich ereignenden, schweren Eingriffe in die einem jedem Menschen zukommenden Rechte auf Leben, auf Achtung seiner Würde und auf Freiheit fühlen wir uns verpflichtet, Ihnen unseren tiefen Schmerz und unsere entschiedene Ablehnung solcher Handlungen kundzutun. Wir sind zudem über die Zerstörung des zum Teil tausendjährigen historischen, kulturellen und religiösen Erbes in Syrien und Irak schockiert.

Diese Situation bleibt nicht ohne Auswirkungen auf die Muslime in unserem Land. Es besteht die Gefahr, das Gedankengut des Islamischen Staates mit dem Islam an sich gleichzusetzen, was zu einer erhöhten Angst vor dem Anderen führt, insbesondere in Zeiten wirtschaftlicher und sozialer Unsicherheit.

Die AGI will mit dieser Botschaft ausdrücken, dass sie fest entschlossen ist, zusammen mit allen Menschen guten Willens die Bemühungen um ein besseres gegenseitiges Verständnis, insbesondere zwischen Katholiken und Muslimen, zu unterstützen und zu fördern. Die AGI ist fest davon überzeugt, dass Sie als Gläubige einer Religion der Mitte für einen aufrichtigen Dialog und eine verbindliche Zusammenarbeit offen sind und bleiben, um einen Beitrag zum friedlichen Zusammensein in einer offenen Gesellschaft zu leisten – etwas, was im Nahen und Mittleren Osten so sehnlichst gewünscht wird.

Freiburg, 8.9.2014

Mgr Charles Morerod, Präsident der AGI
Erwin Tanner, Sekretär der AGI


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Schweizer Bischofsko

  1. Schweizer Bischöfe bei Papst Franziskus
  2. Aktive Sterbehilfe? – Keine Antwort ist auch eine Antwort!
  3. Schweiz: Strenge Schutzmaßnahmen für öffentliche Messfeiern
  4. Schweizer Bischöfe: 10.000 Franken für umstrittene 'Seenotrettung'
  5. Kriminalisierung des christlichen Menschenbildes?
  6. Schweizer Bischöfe wollen über Begleitung Sterbewilliger reden
  7. Auch die Schweizer Bischöfe planen umstrittenen synodalen Weg
  8. Die Schweizer Bischöfe und Abt Urban vom Stift Einsiedeln
  9. Schweizer Bischofskonferenz wirbt für „Mission Manifest“
  10. Kein Sonntagsverkauf am Heiligabend






Top-15

meist-gelesen

  1. Der Vatikan ordnet das Rückkehr-Prozedere für Menschen, die die Piusbruderschaft verlassen wollen
  2. Écône, zum Zweiten
  3. „Alten und neuen Ritus bestehen lassen. Latein verbieten? Das spielt Rebellen in die Hände“
  4. „Die Behauptung, Rom gehe hart gegen Rechte vor, nicht aber gegen Linke, ist schlichtweg falsch“
  5. Christian Würtz ist neuer Bischof von Eichstätt!
  6. Ein besonderer Tag für ‚unseren‘ Pfarrsekretär
  7. „Die Berufung auf die Tradition gegen die Kirche von Rom ist ein Widerspruch in sich“
  8. Der deutsche Frauenweiheämterstuhlkreis
  9. Taylor Marshall zu FSSPX: Diese liturgische Neuerung ist eindeutig ‚nicht traditionell‘
  10. Busfahrer rollt seinen Gebetsteppich aus, betet Richtung Mekka und unterbricht die Fahrt minutenlang
  11. Papst zieht auch in Castel Gandolfo zurück in seinen Palast
  12. Ignat Solschenizyn: ‚… wir wurden um unseren kostbarsten Besitz gebracht: unser inneres Leben‘
  13. Bischof Hansen von Oslo will Angebot für 'Alte Messe' ausbauen
  14. Oberster Gerichtshof der USA bestätigt Regelungen zum Schutz von Frauen im Sport
  15. Wien: Semesterschluss "nicht nur mit Diplom, sondern mit Mission"

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz