Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  2. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  3. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  4. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  5. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  6. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  7. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  8. Bistum Huelva führt verbindliches zweijähriges Katechumenat für erwachsene Taufbewerber ein
  9. Junge brasilianische Katholiken hoffen auf mehr Glaubenslehre und ehrfürchtige Liturgie
  10. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  11. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  12. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  13. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen
  14. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf
  15. Papst Leo: „So können wir als Christen das Alter leben: gebrechlich, aber zugleich berufen“

Christenverfolgung: 'Hier hätte der BDKJ Gesicht zeigen können'

22. August 2014 in Kommentar, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Christen zeigen ihre Solidarität mit den Opfern des IS-Terrors im Irak. Und was macht der BDKJ? Einen Flashmob "gegen rechtsextreme Ideologien" - Ein Gastkommentar von Rudolf Gehrig


Köln (kath.net/rg) „Übertrieben“ und „sinnlos“ nannte kürzlich eine Freundin die Solidaritätsaktion vieler Christen, die sich in den Internetforen und der social media Welt ausgebreitet hat: Viele christliche Facebook- und Twitter-Nutzer löschten ihr Profilbild und ersetzten ihr Gesicht durch eine Abbildung des arabischen „NUN“. Es ist der 14. Buchstabe des arabischen Alphabets und steht für den ersten Buchstaben des Wortes "Nazara", die arabische und auch im Koran vorkommende Bezeichnung für Christen. Mit diesem Buchstaben markierten die IS-Terroristen in Mossul die Häuser von Christen, um den Mördern die Ziele anzuzeigen. Die Christen waren machtlos, wurden aus der Stadt vertrieben oder getötet. Daraus erwuchs die Idee, das „N” als Zeichen des Protests in den sozialen Netzwerken zu verwenden.

„Na toll, das machen dann alle Leute und fühlen sich cool, weil sie ja angeblich so ‘mutig’ sind. Dabei bringt das den Leuten da drüben doch gar nichts”, war der Vorwurf meiner Bekannten. Ich kann es ein Stück weit nachvollziehen. Am Computer im (noch) sicheren Europa ist es leicht, „solidarisch” und mutig zu sein. Es ist ähnlich bequem wie sich „entschieden antifaschistisch” zu geben, solange die Bilderbuch-Faschisten mit Glatze und Baseball-Schläger in der Minderheit sind. Gerade im Internet tut es niemandem weh, sich als Christ zu outen, wenn man das arabische „N” als Profilbild verwendet. Im echten Leben ist es da schon schwieriger, wie neulich ein Priesteramtskandidat Im niederländischen Utrecht zu spüren bekam, kath.net hat berichtet.


Ein Facebook-User schreibt auf seiner Seite, sein neues Profilbild sei „ein Versuch, gegen diesen Wahnsinn ein kleines symbolisches Zeichen für Solidarität aus der Ferne zu setzen, Gebete und Anteil zu spenden, bzw. für Aufmerksamkeit dieses grausamen Schicksals zu sorgen.” Diese Aufmerksamkeit ist zum Teil schon erreicht. Immer mehr Menschen beteiligen sich an der Aktion, was zur Folge hat, dass die Diskussionen über die katastrophale Lage der verfolgten Christen auch langsam in den weltlichen Medien ankommen. Die Zeitung DIE WELT berichtete bereits Ende Juli davon: kath.net hat berichtet.

Auf die vielen Anfragen der Gläubigen hin organisierte das Erzbistum Köln relativ spontan am vergangenen Wochenende sogar einen Schweigegang durch die Innenstadt mit anschließend ökumenischem Friedensgebet im Dom, um auf die Verfolgungen aufmerksam zu machen. Gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenverband Köln kam ein eindrucksvoller Gebetszug von über 1.500 Menschen zusammen. Auch Weihbischof Ansgar Puff und Domdechant Msgr. Robert Kleine waren an vorderster Spitze mit dabei.

Eigentlich eine Selbstverständlichkeit, dachte ich, dass sich die Christen des „sicheren“ Europa mit ihren verfolgten Glaubensgeschwistern zumindest solidarisieren und für sie beten, wenn sie schon nicht direkt helfen können. Pustekuchen! Noch immer schweigen katholische Bischöfe und Verbände zu den Gräueltaten in Nahost. Ungern möchte man als „islamophob“ dastehen. Geht es bei den Todesopfern allerdings um die religiöse Minderheit der Jesiden, fällt es uns schon leichter, einen empörten Aufschrei zu starten.

Ich dachte eigentlich, dass das Bespiel von Köln in anderen Diözesen vielleicht Schule macht. Dass auch anderswo in Deutschland Menschen für die verfolgten Christen auf die Straße gehen. Zumindest in den Bistümern. Vereinzelt gab es solche Aktionen, die meist jedoch privat initiiert waren. Doch was geschieht von offizieller Seite aus?

Der BDKJ, naturgemäß ein Protestverband, der es sich auf die Fahnen geschrieben hat, Ungerechtigkeiten anzuprangern und ändern zu wollen, kündigt für Ende September einen Flashmob an, der unter dem Motto: „Für Vielfalt und gegenseitigem Respekt“ stattfinden soll. Na endlich endlich! Doch worum soll es gehen? Na logo, man will „ein Zeichen setzen“ und zwar „gegen rechtsextremistische Ideologien“. Nazis gehen immer. Das ist ehrenwert und wichtig. Aber wann engagiert sich der katholische (!), kirchensteuerfinanzierte Weltverbesserer-Verband mal für die Leute, denen es gerade wirklich schlecht geht?

„Auf der Seite des BDKJ lese ich nicht einmal eine Stellungnahme zu den Vorkommnissen im Nordirak”, schreibt Stefan Rochow auf Facebook, „daher bleibe ich bei der Auffassung, dass der BDKJ hier falsche Prioritäten setzt. Vielfalt und Toleranz in unserer Gesellschaft und weltweit, werden heute mehr denn je durch islamistische Extremisten (ich rede hier nicht vom Islam allgemein, weil ich hier sehr genau unterscheide) bedroht. Hier wäre ein Flashmob notwendig und wenn ich etwas gegen Antisemitismus Stellung beziehen möchte, dann darf ich bei moslemisch geprägten Antisemitismus nicht wegsehen. Genau das ist im Moment die große Angst der jüdischen Mitbürger in unserem Land. Hier hätte der BDKJ Gesicht zeigen können.“

Eine Woche vor dem geplanten Flashmob gegen Rechtsextremismus findet am 20. September in Berlin übrigens der Marsch für das Leben statt. Viele der Ungeborenen gehören schon längst zu den Opfern ungerechter Tötungen. Davon liest man auf der Homepage des BDKJ übrigens ebenfalls – nichts. Warum auch. Vielleicht ist ihnen das Thema Lebensschutz zu „rechtsextremistisch“.

Setzen Sie ein Zeichen der Solidarität mit verfolgten Christen, bestellen Sie jetzt das neue "NUN"-T-Shirt bei kath.net. Reinerlös geht an die Irak-Hilfe von "Kirche in Not": Im KATHSHOP bestellen!

EWTN: Schweigemarsch in Köln für Verfolgte Christen im Irak


NUN - Das T-Shirt der Nazarener bei KATH.NET


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Christenverfolgung

  1. UN-Experten: Christliche Frauen und Mädchen in Nigeria besonders von Gewalt bedroht
  2. Bischof Robert Barron: Krieg gegen Christen ist real – Welt darf nicht länger schweigen
  3. Besuch des syrischen Präsidenten - „Kirche in Not“ fordert Bundeskanzler Merz zum Handeln auf
  4. Zur weltweiten Christenverfolgung Schweigen, zu Israels „Fehler“ Empörung
  5. Belgischer öffentlich-rechtlicher Sender lässt Moderatoren Marien- und Jesus-Statuen zertrümmern!
  6. In muslimischen Regionen müssen Christen den Ramadan nicht selten mitbefolgen
  7. Berliner Landesbischof Stäblein erinnert an weltweite Christenverfolgung
  8. Neuer Bericht zum Iran: Zahl der Festnahmen von Christen verdoppelt sich
  9. Mexiko: Historiker fordern mehr Bewusstsein für Cristero-Krieg
  10. „Christen in Europa sehen sich zunehmend Hass und Diskriminierung ausgesetzt“






Top-15

meist-gelesen

  1. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  2. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  3. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  4. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  5. Streit kocht hoch: Braucht die barocke Basilika Weingarten wirklich einen neuen „modernen“ Altar?
  6. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  7. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  8. Die Familie ist das Hauptziel des Bösen: Die prophetische Warnung des hl. Scharbel
  9. Bischof Paprocki: FSSPX ist "im Grunde eine weitere protestantische Sekte"
  10. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen
  11. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  12. Medjugorje: Gebetsstätten nach Schändung wieder gesäubert und benutzbar
  13. "Die Hölle ist der Ort der größtmöglichen Gottesferne"
  14. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  15. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz