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Kardinal: Die Christen mussten alles zurücklassen, sogar ihre Schuhe

8. August 2014 in Weltkirche, 1 Lesermeinung
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Kardinal Fernando Filoni, der früher apostolischer Nuntius im Irak war: „Die humanitäre Lage ist sehr ernst. Diese Menschen sind sich selbst überlassen: die Grenzen sind geschlossen und sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen.“


Bagdad (kath.net/Fides) In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag „drangen die Kämpfer des selbsternannten ‚Kalifats’ in die Ninive-Ebene ein und vertrieben Tausende von Christen, die in den Dörfern der Region leben”, so der Präfekt der Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Kardinal Fernando Filoni, im Gespräch mit dem Fidesdienst. „Die Christen mussten alles zurücklassen, sogar ihre Schuhe, und wurden dazu gezwungen, sich barfuss in die irakischen Kurdengebiete auf den Weg zu machen. Die Lage der vertriebenen Christen ist verzweifelt, denn in Erbil, der Hauptstadt der irakischen Kurdengebiete, will man sie nicht aufnehmen, weil man nicht weiß, wo man so viele Menschen unterbringen soll.“ „Über die jüngste Entwicklung wurde ich von den chaldäischen Schwestern der Töchter von der Makellosen Jungfrau Marie informiert”, so Kardinal Filoni, der früher als Apostolischer Nuntius in Irak tätig war und das Land gut kennt. „Die humanitäre Lage ist sehr ernst. Diese Menschen sind sich selbst überlassen: die Grenzen sind geschlossen und sie wissen nicht, wohin sie gehen sollen. Es gibt bereits erste Tote, drei oder vier Jugendliche sollen gestorben sein. Man muss diesen Menschen umgehend helfen“.


„Die Dschihadisten des Kalifats kamen“ am Mittwochabend „,gegen 23 Uhr und zwangen die Einwohner dazu ihre Wohnungen umgehend zu verlassen. Viele mussten sogar im Schlafanzug fliehen“, so der dramatische Bericht von Schwester Luigina von den chaldäischen Schwestern der Töchter von der Makellosen Jungfrau Maria über die Vertreibung der Einwohner der christlichen Dörfer der Ninive-Ebene. „Aus Qaraqosh, der größten christliche Stadt des Irak, und allen umliegenden Dörfern wurden die christlichen Einwohner vertrieben. Sogar das Dorf Alqosh, in dem seit jeher ausschließlich Christen leben, musste verlassen werden”, so die Ordensfrau.

„Wir wissen noch nicht genau wie viele Menschen fliehen mussten. Es muss jedoch auch berücksichtigt werden, dass in der Ninive-Ebene auch Christen Zuflucht gefunden hatten, die in den vergangenen Wochen aus Mossul vertrieben worden waren“, sowie „diejenigen, die bereits 2003 aus Bagdad geflohen waren“, erinnerte Schwester Luigina. „Diese Menschen befinden sich nun an der Grenze zu den irakischen Kurdengebieten. In den vergangenen Stunden erteilten die Behörden die Erlaubnis ihrer der Einreise in das Gebiet, wo sie von den Pfarreien der Region aufgenommen wurden. Der Erzbischof von Erbil, der Hauptstadt des irakischen Kurdistan, bat unterdessen in einem Spendenaufruf um die Bereitstellung von Decken und anderen lebensnotwendigen Hilfsmitteln”.

Spendenmöglichkeit für Betroffene via „Kirche in Not“!

Kirche in Not Deutschland

Kirche in Not Österreich

Kirche in Not Schweiz

ZDF heute - Christen auf der Flucht



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