27 Juli 2014, 12:16
Schatz und Kostbarkeit des Reiches Gottes
 
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Franziskus: Wer Jesus begegnet ist, kann seinen Glauben nicht verbergen. Der Friede ist ein Geschenk, um das gebetet werden muss. Nur der mutige Dialog kann zur Überwindung der Gewalt führen: 'Haltet ein, bitte!'. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Angelus am 17. Sonntag im Jahreskreis. In seiner Ansprache vor dem Mittagsgebet ging Papst Franziskus von Tagesevangelium aus, dem Schluss des Kapitels aus dem Matthäusevangelium, das der Evangelist den Gleichnisses vom Reich Gottes gewidmet hatte (Mt 13,44-52). Unter diesen befänden sich zwei kleine Meisterwerke: das Gleichnis vom im Acker verborgenen Schatz und von der kostbaren Perle.

Diese Gleichnisse besagten, dass die Entdeckung des Reiches Gottes unvermittelt oder nach einer langen Suche geschehen könne. In beiden Fällen bleibe gleich, dass der Schatz und die Perle mehr als alle anderen Güter wert seien, so dass sowohl der Bauer als auch der Händler auf alles andere verzichteten, um sie erwerben zu können. Sie müssten dabei nicht nachdenken. Sofort hätten sie den großen Wert des Gefundenen erkannt und seien bereit gewesen, alles andere aufzugeben, um es zu haben.

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So sei es mit dem Reich Gottes. Wer das Reich Gottes finde, so der Papst, habe keine Zweifel, er spüre, dass es das sei, was er gesucht und erwartet habe und seinem echtesten Streben entspreche. Wer Jesus kenne, wer ihm persönlich begegne, „ist fasziniert, angezogen von so großer Güte, von so viel Wahrheit, von so viel Schönheit, und alles in einer großen Demut und Einfachheit. Jesus suchen, Jesus finden: das ist der große Schatz!“.

Franziskus erinnerte daran, wie viele heilige Menschen, die das Evangelium offenen Herzens gelesen hätten, derart von Jesus beeindruckt worden seien, dass sie sich zu ihm bekehrten. So sei es bei Franz von Assisi gewesen, der zwar bereits Christ gewesen sei, dies aber in verwaschener Weise. Das Evangelium aber lasse den wahren und lebendigen Jesus erkennen, der zum Herzen spreche und das Leben verändere. So verlasse man alles, da man das gefunden habe, was Sinn, Geschmack, Licht schenke, auch den Mühen, auch den Leiden und auch dem Tod. Erneut rief der Papst dazu auf, das Evangelium zu lesen und immer ein kleines Evangelium bei sich zu haben.

Alles nehme Sinn an, wenn man diesen Schatz finde, den Jesus „Reich Gottes“ nenne, wenn Gott im Leben herrsche als Friede und Freude in allen Menschen. Das sei es, was Gott wolle. Aus diesem Grund habe sich Jesus hingegeben bis zum Tod am Kreuz, „um uns von der Macht der Finsternis zu befreien und uns ins Reich des Lebens, der Freude, der Schönheit zu führen“.

Die Freude dessen, der das Reich Gottes gefunden habe, sei sichtbar. Der Christ könne seinen Glauben nicht verborgen halten: es scheine in ihm bei allem die Liebe Gottes durch, die er dem Menschen durch Jesus geschenkt habe.

Nach dem Angelus erinnerte Franziskus daran, das sich morgen der 100. Jahrestag des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs jährt. Dabei zitierte er die Worte Benedikts XV. von der „nutzlose Schlächterei“. Der vierjährige Konflikt habe sein in einen gebrechlicheren Frieden gemündet. Der Papst sprach den Wunsch aus, dass sich die Fehler der Vergangenheit nicht wiederholen, sondern alle die Lehren der Geschichte annehmen und immer den Gründen des Friedens durch einen geduldigen und mutigen Dialog den Vorrang geben.

Dabei betonte Franziskus seine besondere Sorge um drei Krisengebiete: den Nahen Osten, den Irak und die Ukraine. Der Papst forderte alle auf, weiter zu beten, damit der Herr den Völkern und den Obrigkeiten dieser Gebiete die Weisheit und die notwendige Kraft schenke, um entschlossen auf dem Weg des Friedens voranzugehen. Im Mittelpunkt aller Entscheidungen dürften keine Sonderinteressen stehen, sondern das Gemeinwohl und die Achtung eines jeden Menschen: „Alles ist mit dem Krieg verloren, und nichts verliert man mit dem Frieden!“

„Nie Krieg!“, so der Papst, der besonders der Kinder gedachte, denen die Zukunft geraubt werde. „Haltet ein! Ich bitte euch aus ganzem Herzen: es ist die Stunde, einhalten. Haltet ein, bitte!“.




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