Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  2. Liegt ein Schisma in der Luft?
  3. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  4. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  5. MAGNIFICA HUMANITAS
  6. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  7. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  8. Die Liturgie gehört nicht uns! Reform muss aus der Tradition wachsen
  9. Adios Toni!
  10. Polnische Bischofskonferenz bejaht in Positionspapier die Ehe nur „zwischen Mann und Frau“
  11. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  12. Medien spekulieren weiter über möglichen Beginn des Seligsprechungsprozesses für Benedikt XVI.
  13. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  14. Kardinal Kasper warnt deutsche Kirche vor Arroganz: „Beste Methode, sich unbeliebt zu machen“
  15. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative

Wissenschaftler: 'Frau Jesus'-Papyrus ist Fälschung

9. Mai 2014 in Aktuelles, 8 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der Münsteraner Ägyptologe Stephan Emmel hält die Fälschung sogar für recht jung. «Sie dürfte in den vergangenen zehn Jahren entstanden sein», mutmaßt der Experte.


Münster (kath.net/KNA) Der wissenschaftliche Streit um das sogenannte «Frau Jesu»-Papyrus geht weiter. Es handele sich um eine Fälschung, berichtete die Universität Münster am Freitag unter Berufung auf neueste wissenschaftliche Erkenntnisse des Koptologen und Gastforschers an der Hochschule, Christian Askeland. Der Münsteraner Ägyptologe Stephan Emmel hält die Fälschung sogar für recht jung. «Sie dürfte in den vergangenen zehn Jahren entstanden sein», mutmaßt der Experte.

Im Herbst 2012 hatte die kirchenhistorikerin Karen King von der Harvard-Universität ein koptisch-ägyptisches Papyrus-Fragment vorgestellt, das für erhebliches Aufsehen in Wissenschaft und Kirche sorgte. King behauptete, auf die Frauen im Urchristentum müsse ein neues Licht geworfen werden, auch sie könnten nämlich Jünger Jesus gewesen sein. In der vermeintlichen Quelle wird Jesus zitiert, er spricht von «Maria», später von «meiner Frau» und sagt: «sie wird meine Schülerin sein können.» Die Entdeckung löste auch viele Berichte zur Frage aus, ob Jesus eine Frau hatte.


Askeland argumentiert nun, dass es sich um eine «unglaubliche Fälschung» handele. Das will der 37-jährige Wissenschaftler durch den Vergleich mit einem zweiten, angeblich antikem Papyrus-Fragment entdeckt haben, das ebenfalls aus den Forschungsmaterialien der Entdeckerin Karen King kommt, von derselben Quelle stammt und in
ähnlicher Weise aufgebaut ist. Auch die Tinte sei anscheinend identisch gewesen, ebenso das benutzte Schreibgerät.

Dieses zweite Fragment sei aber ganz offensichtlich eine Fälschung, die buchstaben- und zeilentreu aus einem echten Papyrus des vierten Jahrhunderts kopiert worden sei. Zudem argumentiert der Forscher, dass der im Dokument verwendete Dialekt für das 7. bis 9. Jahrhundert nach Christus, auf das Karen King das Papyrus datiert hatte, gar nicht möglich sei. Dieser besondere Dialekt sei nämlich bereits im
frühen 6. Jahrhundert verschwunden. Wenn das neue
Johannesevangelium-Fragment eine Fälschung sei, so die Schlussfolgerung von Askeland, sei notwendigerweise das «Frau-Jesu»-Fragment auch eine Fälschung.

Erst im April hatte King, Inhaberin des renommierten Hollis-Lehrstuhls an der Universität Harvard, erklärt, bei dem Papyrus handele es sich nicht um eine moderne Fälschung, sondern um ein historisches Dokument. Radiokarbontests hätten eindeutig bewiesen, dass das vier mal 7,5 Zentimeter große Bruchstück zwischen den Jahren 659 und 859 entstanden sei. Auch Schriftbild und Buchstaben passten zu dieser Datierung.

Dass Christian Askeland seine Wege von der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, seinem derzeitigen Arbeitgeber, an die WWU führten, sei ein glücklicher Umstand gewesen: «Er hat über die koptische Übersetzung des Johannesevangeliums promoviert. Somit war er genau der Richtige, der das entdecken konnte», sagte Koptologe Stephen Emmel. Die Fälschung hält er sogar für recht jung. «Sie dürfte in den vergangenen zehn Jahren entstanden sein», mutmaßt der Experte.


(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Jesus Christus

  1. Mariä Lichtmess - Das Fest der Begegnung und Darstellung des Herrn im Tempel (2. Febr.)
  2. Warteschlangen vor den Kinos: Der Film „Sacré Coeur“ bricht in Frankreich Zuschauerrekorde!
  3. 1.167 Beichten in 65 Stunden
  4. Jesus first! - 'Gott kann nur bis 1 zählen'
  5. "Jesus ist der gute Hirt - nicht ich"
  6. Kardinal in Fastenpredigt an Kurie: Konzentriert euch auf Jesus
  7. Jesus. Eine Weltgeschichte
  8. Die göttliche Dreifaltigkeit nämlich nimmt in uns Wohnstatt am Tag der Taufe
  9. Man kann auch sagen, dass niemand außer Christus in den Himmel aufsteigt
  10. Englischer Priester: Jesus, nicht der NHS, ist Herzstück des Landes






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Bischofsweihen - Piusbruderschaft kündigt die Namen der vier neuen Bischöfe an
  3. Liegt ein Schisma in der Luft?
  4. MAGNIFICA HUMANITAS
  5. Weltweiter Rosenkranz für den Frieden am 30. Mai mit Papst Leo XIV. – Übertragung aus dem Vatikan
  6. Bischof Heiner Wilmer empfängt Kommunion aus den Händen einer Laiin
  7. Die ekklesialen Abrissbagger kreisen in den Dörfern
  8. Er starb, weil er die Ehe verteidigte
  9. Adios Toni!
  10. Großbritannien: Blühende Tradi-Franziskaner-Kommunität steht vor der Auflösung
  11. Martin Mosebach: ‚Die Nichtnagetiere betreten das sinkende Schiff‘
  12. Erzdiözese Salzburg: Weiterbildungsveranstaltung mit Homosexuellen-Initiative
  13. Islamexperte Mansour warnt: Europa hat ‚naive Haltung‘ zum Islam
  14. Das Babel-Syndrom. Die gezählte Seele und der steinerne Himmel der Maschinen
  15. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz