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Neue ‚Pille danach‘: IMABE-Institut warnt vor Freigabe

12. April 2014 in Österreich, 2 Lesermeinungen
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Kirchliches Bioethik-Institut: Zyklustag der Frau entscheidet auch bei Präparaten mit dem Wirkstoff Ulipristal, ob Pille verhütet oder abtreibt.


Wien (kath.net/ KAP)
Das kirchliche Institut für Medizinische Anthropologie und Bioethik (IMABE) warnt vor einer EU-weiten Freigabe der "Pille danach" mit dem Wirkstoff Ulipristal (UPA) für den Apothekenverkauf, welche die Europäische Arzneimittelbehörde derzeit erwägt. Aktuellen Forschungen zufolge habe das Präparat auch abtreibende Wirkung, so die in Wien beheimatete Einrichtung in einer Mitteilung. Wer die "Pille danach" nur zur Verhinderung einer Ovulation, nicht aber zu einer möglichen Abtreibung einsetzen wolle, müsse sich deshalb weiterhin zuerst mit medizinischen Methoden über das Zyklusstadium der Frau vergewissern. Dies gebiete, so IMABE, die ethische und medizinische Sorgfaltspflicht.

Ulipristal - im Handel etwa unter dem Namen "EllaOne" - wird vom Herstellern als die neue, bessere "Pille danach" propagiert, da sie laut Hersteller bis 120 Stunden nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr 80 Prozent der möglichen Schwangerschaften verhindert. Die Darstellung des Präparats als "Notfallverhütung" - vorgeblich durch Verhinderung des Eisprungs kurz vor diesem - bezweifeln Forscher stark: "EllaOne" wirke über den gleichen Mechanismus wie die Abtreibungspille "Mifepriston" und verändere die Gebärmutterschleimhaut so, dass sich der Embryo nicht mehr einnisten kann und abgestoßen wird. Darauf deuteten auch die häufig auftretenden Blutungen bei Einnahme in der zweiten Zyklusphase, zitiert IMABE eine von Bruno Mozzanega von der Universität Padua aktuell veröffentlichte Studie im Fachblatt "Reproductive Science".


Jüngste Studien über die Behandlung von gutartigen Gebärmuttertumoren (Myomen) durch Ulipristal stützen diese Kritik: Jene Wirkweise auf die Gebärmutter, die der Hersteller hier preise - große Tumoren würden durch UPA um rund 50 Prozent schrumpfen - habe man bisher "unter den Tisch fallen lassen, wenn es darum ging, die Substanz als 'Pille danach' zu vermarkten", teilte IMABE mit. Auf eine mögliche frühabtreibende Wirkung von Ulipristal hat zudem auch die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA bereits hingewiesen.

Empfehlungen für Ärzte

Das Bioethikinstitut hat für Ärzte einen Text mit aktuellen Expertenempfehlungen zur Notfallkontrazeption ("Pille danach") im Falle einer Vergewaltigung in der Zeitschrift "Imago Hominis" sowie auf der IMABE-Homepage publiziert. Bereits im Vorjahr wurde dazu eine Stellungnahme erarbeitet, die auf die Abhängigkeit vom Zyklustag der Frau hingewiesen hat. Anlass war damals die Frage, ob katholische Krankenhäuser die "Pille danach" an Vergewaltigungsopfer abgeben dürften. Dazu müsste geklärt sein, ob diese Präparate nur antikonzeptiv oder nidationshemmend wirken, da dies einen erheblichen moralischen Unterschied darstellt.

Derzeit sind in Österreich allein Levonorgestrel(LNG)-Präparate rezeptfrei erhältlich, während in Deutschland sowohl LNG- als auch UPA-Präparate eine ärztliche Verschreibung benötigen. Falls die EU-Arzneimittelbehörde eine Freigabe beschließt, muss UPA allerdings künftig EU-weit in jeder Apotheke erhältlich sein.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich (www.kathpress.at) Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 Diadochus 12. April 2014 
 

Erbsenzählerei

Ob die Pille danach nidationshemmend wirkt oder abtreibend, sei dahingestellt. In jedem Fall ist sie ein Eingriff in die Natur mit dem alleinigen Ziel, Leben zu verhindern. Das ist nicht moralisch. Eine weitere Diskussion erübrigt sich da. Ein Schlupfloch, so wie es das Bioethik-Institut gerne hätte, gibt es da nicht.


3
 
 Rolando 12. April 2014 
 

Unterschied

Die natürliche Empfängnisregelung ist sicherer als jede Pille, ob davor oder danach, der Unterschied ist, bei der natürlichen Methode werden die "sog.Versager" (bitte nicht falsch verstehen) geboren, bei den Pillen werden sie getötet, nicht geboren, somit scheinen die Pillen als sicher. Es werden aber wesentlich mehr bei vergleichbarer Einnahme der Pillen u. der NER durch die Pille getötet als bei NER geboren werden.


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