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Die allen angebotene göttliche Barmherzigkeit kennt keine Grenzen!

6. April 2014 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Franziskus: Nehmt die Bibel offenen Herzens an! Christus befreit von den Grabsteinen der Sünde. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Tausende von kleinen Evangelienbüchern wurden am heutigen fünften Fastensonntag zum Angelus auf dem Petersplatz verteilt. Hatte Papst Franziskus nicht am 16. März eine „Hausaufgabe“ gegeben? Nun machte er sie selbst:

„Ich frage euch etwas“, so der Papst an jenem Sonntag: „Lest ihr jeden Tag einen Abschnitt aus dem Evangelium? Ja, nein… ja, nein… halb und halb… Einige ja und einige nein. Aber das ist wichtig! Lest ihr das Evangelium? Das ist eine gute Sache; es ist eine gute Sache, ein kleines Evangelienbuch zu haben, ein kleines, und es immer bei sich zu haben, in der Jackentasche, in der Handtasche, um dann zu einer beliebigen Tageszeit einen kleinen Abschnitt zu lesen. An irgendeinem Moment des Tages nehme ich das Evangelium aus der Tasche und lese etwas, einen kleinen Abschnitt. Dort, im Evangelium, spricht Jesus! Denkt daran. Das ist nicht schwer, und es ist nicht einmal notwendig, dass es alle vier sind: eines der Evangelien, ganz klein, das bei uns ist. Immer mit dem Evangelium bei uns, weil es das Wort Jesu ist, um darauf hören zu können“. Und zum Schluss hatte Franziskus erneut gemahnt: „Nicht vergessen: diese Woche – hört auf Jesus! Und denkt an diese Sache mit dem Evangelium: werdet ihr es tun? Werdet ihr das tun? Am kommenden Sonntag werdet ihr mir sagen, ob ihr das getan habt: ein kleines Evangelium in der Jackentasche oder in der Handtasche, um im Lauf des Tages einen kleinen Abschnitt zu lesen“.


Nach dem Angelus erinnerte der Papst dann an die antike Tradition, den Katechumenen in der Fastenzeit ein Evangelium zu überreichen: „So will ich euch hier auf dem Platz – aber als Zeichen für alle – ein kleines Evangelienbuch überreichen“. Franziskus erinnerte auch daran, dass es heute möglich sei, die ganze Bibel in einem Smartphone oder einem Tablet mit sich zu tragen. Das Wichtige sei, die Bibel zu lesen, „mit allem Mitteln, und sie offenen Herzens anzunehmen“.

In seiner Ansprache kommentierte Franziskus das Tagesevangelium von der Auferstehung des Lazarus (Joh 11,1-45). Dieses wunderbare Zeichen – der Höhepunkt seiner Zeichen – sei zu göttlich gewesen, um von den Hohenpriestern toleriert werden zu können. So hätten sie beschlossen, Jesus zu töten.

„Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt,
und jeder, der lebt und an mich glaubt, wird auf ewig nicht sterben“ (V. 25-26): auf dieses Wort Jesu hin „glauben wir, dass das Leben dessen, der an ihn glaubt und seinem Gebot folgt, nach dem Tod in ein neues, volles und unsterbliches Leben verwandelt werden wird“. Wie Christus würden auch wir mit unserem Leib auferstehen, der in einen glorreichen Leib verherrlicht werde: „Er erwartet uns beim Vater, und die Kraft des Heiligen Geistes, der ihn auferweckt hat, wird auch den auferwecken, der sich mit ihm vereint hat“.

Vor dem Grab des Lazarus habe Jesus laut gerufen : „Lazarus, komm heraus!“. Dieser kategorische Ruf gelte einem jeden Menschen, da alle vom Tod gezeichnet seien. Die Stimme Jesu sei jene des Herrn über das Leben, der wolle, dass alle Leben in Fülle hätten. Christus resigniere nicht vor den Gräbern, „die wir uns mit unseren Entscheidungen des Bösen und des Todes, mit unseren Fehlern, mit unseren Sünden errichtet haben“. Er fordere auf, aus den Gräbern herauszugehen, in die uns unsere Sünden versinken ließen. Er rufe uns dringlich, aus dem Dunkel des Gefängnisses herauszugehen, in das wir uns verschlossen hätten, indem wir uns mit einem falschen, egoistischen und mittelmäßigen Leben begnügten.

Der Papst rief dazu auf, sich von den Worten Jesu ergreifen zu lassen und von den Binden des Stolzes zu befreien, der uns zu Sklaven, zu Sklaven unserer selbst, zu Sklaven so vieler Götzenbilder, so vieler Dinge mache: „Unsere Auferstehung beginnt hier: wenn wir entscheiden, dem Befehl Jesu zu gehorchen und zum Licht, zum Leben hinauszugehen. Wenn von unserem Gesicht die Maske abfällt und wir den Mut unseres ursprünglichen Gesichts finden, das nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffen wurde“.

Die Geste Jesu zeige, bis zu welchem Punkt die Gnade Gottes gehen können. Er zeige somit, wohin unsere Umkehr, unsere Veränderung gelangen könne: „Die allen angebotene göttliche Barmherzigkeit hat keine Grenzen! Der Herr ist immer bereit, den Grabstein unserer Sünden zu heben, der uns von ihm trennt, dem Licht der Lebendigen“.

Nach dem Angelus erinnerte Franziskus an den 20. Jahrestag des Beginns des Völkermords in Ruanda. Der Papst brachte seine Nähe zum Volk von Ruanda zum Ausdruck und ermutigte dazu, den Prozess der Versöhnung fortzusetzen: „Habt keine Angst! Baut eure Gesellschaft auf dem Felsen des Evangeliums auf, in Liebe und Eintracht, da nur so ein dauerhafter Friede geschaffen wird“.

Franziskus gedachte auch des fünften Jahrestages des Erdbebens von L’Aquila. Der Papst betete für die Opfer und „für den Weg der Auferstehung des Volkes von L’Aquila: die Solidarität und die geistliche neue Geburt seien die Kraft für den materiellen Wiederaufbau“.




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