03 April 2014, 09:30
Die Katze ist nun aus dem Sack. Die Genderei verliert ihre Maske
 
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Der grün-rote Bildungsplan verspritzt das Gift der Genderideologie nicht mehr tröpfchenweise, sondern kommt in einer Klarheit und Gewalt daher, die nun den Widerstand nachgerade zur Pflicht machen - Ein Gastkommentar von Beatrix von Storch

Stuttgart (kath.net) Der Bildungsplan in Baden-Württemberg erhitzt die Gemüter. Zum dritten Mal gehen am Samstag (5.4.2014) die Bürger dagegen in Stuttgart auf die Straße. Zu Recht. Und deswegen ist der grün-rote Bildungsplan eigentlich zu begrüßen: Er verspritzt das Gift der Genderideologie nicht mehr tröpfchenweise, sondern kommt in einer Klarheit und Gewalt daher, die nun den Widerstand nachgerade zur Pflicht machen. Es spricht sich langsam herum, dass es Herrn Kretschman im speziellen, aber vor allem eben den Genderern im allgemeinen nicht darum geht, im Biologieunterricht der 6. Klasse eine zusätzliche Stunde Sexualerziehung einzuführen oder die Gleichberechtigung der Frau zu propagieren.

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Das Gesicht der Genderei ist vielfältig. Der „bipolare Geschlechterzwang“ ist aufzubrechen, die Geschlechter sind zu dekonstruieren, die „Vielzahl von Geschlecht“ zu verkünden, das „geschlechterstereotype Rollenverhalten“ zu unterbinden, die „Zwangsheterosexualität“ zu bekämpfen und – dazu dient der Bildungsplan besonders - die Sexualisierung der Gesellschaft voranzutreiben.

Drei Fragekomplexe zum Bildungsplan und der dort geforderten „Akzeptanz sexueller Vielfalt:

1. Geht es in der schulischen Sexualaufklärung darum, wie das menschliche Leben entsteht, oder geht es um Sex, sexuelle Praktiken, sexuelle Vorlieben und maximierte Triebbefriedigung? Wenn es um letzteres geht: warum sollte das Pflichtstoff sein? Mit welchem Recht darf der Staat diese die Intimität der Schüler so berührenden Inhalte vorgeben?

2. Warum soll dieser Pflichtstoff auch nicht auf das Fach Biologie begrenzt sein, sondern als übergeordnete Querschnittsaufgabe in alle Unterrichtsbereiche hineinwirken?

3. Und warum soll die „sexuelle Vielfalt“ nicht nur „toleriert“ (= hingenommen), sondern „akzeptiert“ (= gutgeheißen?) werden? Ist das nicht der Versuch des Staates, auf innere Haltungen und Einstellungen der Schwächsten Einfluss zu nehmen, an den Eltern vorbei? Ist das nicht ein so evidenter Eingriff in das Erziehungsrecht der Eltern, dass es höchste Zeit ist, hiergegen eine breite Bewegung in Gang zu setzen? Ich bin der Meinung: Ja, das ist es. Der grün-rote Bildungsplan hat es offengelegt: Die Genderer wollen die Menschen umerziehen. Jetzt sind sie einen Schritt zu weit gegangen.

Viele kleine Schritte haben sie ganz unbemerkt schon getan. Unser Bewusstsein verändert sich langsam. Wer das nicht glaubt, den frage ich immer die folgende Frage: „Was ist Ihre Herkunftssprache? Und was ist Ihr Herkunftsland?“ In aller Regel werden die Fragen dann ganz korrekt beantwortet. In unseren Breiten meist mit: Sprache: Deutsch. Land: Deutschland. Die wenigsten haben aber bemerkt, dass sie längst Opfer der Genderer geworden sind. Vor der Genderei unserer Sprache sprach man nämlich von Muttersprache und Vaterland.

Im öffentlichen Diskurs werden die „geschlechterspezifischen Rollenstereotype“ Mutter und Vater aber eliminiert, weil die dahinterstehenden Rollenbilder verschwinden sollen. Deswegen spricht man jetzt von Herkunftssprache und Herkunftsland.

Boysday und Girlsday an den Schulen soll die Jugendlichen dazu bringen, entgegen ihrer ansonsten freiwilligen Wahl sich für geschlechteratypische Berufe zu interessieren. Diese Maßnahme alleine wäre egal. Sollen doch die Mädels mal an den Hochofen und zur Müllabfuhr und die Jungs probieren sich als Krankenschwester und Sekretärin. Nichts dagegen.

Entscheidend ist die Summe der Manipulationen. Man muss alle Maßnahmen im Kontext sehen und darf nicht nur die Einzelmaßnahme beleuchten. Elterngeld zahlt der Staat 14 Monate nur dann, wenn auch der Vater mal in die Mutterrolle schlüpft und den Hausmann macht. Auch das - grundsätzlich vollkommen in Ordnung. Aber mit Geld die Menschen zu manipulieren ist eben nicht mehr in Ordnung. Die Liste ließe sich in vielen Bereichen beliebig fortsetzen.

Das Gute am Bildungsplan:
Die Katze ist nun aus dem Sack. Die Genderei verliert ihre Maske. Der Widerstand kann sich formieren. Und es gibt für jeden Bürger eine klare Frage, die er seinem Abgeordneten stellen sollte: Unterstützen Sie die sofortige und uneingeschränkte Beendigung aller Maßnahmen des Gendermainstreaming? Darauf gibt es nur eine akzeptable Antwort und für die wird am Samstag in Stuttgart demonstriert. Stoppen wir gemeinsam das Gendermainstreaming.

Beatrix von Storch ist Politikerin der "Alternative für Deutschland", Bloggerin und Rechtsanwältin.

Die dritte Demonstration gegen den „Bildungsplan 2015“ findet am Samstag, den 5.4., um 15.00 Uhr auf dem Stuttgarter Marktplatz statt.


Die Debatte um den Bildungsplan 2015 - Worum geht´s?








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