21 Februar 2014, 19:00
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Dass ein neukreierter Kardinal das rote Birett und den Kardinalsring außerhalb eines Konsistoriums empfängt, ist ungewöhnlich, aber nicht ohne historisches Vorbild. Von Ulrich Nersinger

Vatikan (kath.net) Erzbischof Loris Capovilla (98), der ehemalige Privatsekretär von Papst Johannes XXIII. (1958-1963), wird nicht zum Konsistorium nach Rom kommen. Er hat den Heiligen Vater gebeten, ihn mit Rücksicht auf sein Alter und seine Gebrechlichkeit von der Fahrt in die Ewige Stadt zu entbinden. Die Insignien seiner neuen Würde wird er in den nächsten Tagen durch einen päpstlichen Gesandten im Geburtsort des seligen Konzilspapstes, in Sotto il Monte (Norditalien), überreicht bekommen. Gegenüber dem Internetportal „Vatican Insider“ sagte Monsignore Capovilla, die Ordensfrauen, die ihn betreuen, hätten ihm bereits einen roten Talar angefertigt. Es ist kein Novum in der neueren Geschichte der Kardinalserhebungen, dass ein Purpurträger aus Alters- oder Gesundheitsgründen das rote Birett und den Kardinalsring außerhalb eines Konsistoriums empfängt.

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1998 war einer der erwählten neuen Kardinäle, der Pro-Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsverfahren, Titularerzbischof Alberto Bovone, schwer erkrankt. Er befand sich in der römischen Poliklinik „Agostino Gemelli“. An dem Tag, an dem der Heilige Vater auf dem Petersplatz das Öffentliche Konsistorium abhielt, begab sich Kardinalstaatssekretär Angelo Sodano in das Krankenhaus. In der Kapelle des Hospitals hatten sich dreihundert Gläubige, unter ihnen Verwandte, Freunde und Mitarbeiter Bovones, versammelt. Zu Beginn der Zeremonie legte der Erzbischof den vorgeschriebenen Treueeid ab. Ein päpstlicher Zeremoniar verlas anschließend die Ernennungsbulle des Papstes. Der Kardinalstaatssekretär setzte dem Kranken das rote Birett auf, übergab ihm die Bulle und übereichte den Kardinalsring. Kardinal Alberto Bovone erholte sich nicht mehr von seiner schweren Krankheit und verstarb schon am 17. April 1998.

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