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'Gewohnheitsmäßige Selbstzufriedenheit' oder 'missionarische Dynamik'?

13. Februar 2014 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
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Der amerikanische Publizist Jeff Mirus unterzieht die katholische Kirche in Deutschland einer profunden Kritik. Selbstzufriedenheit und Stillstand seien an die Stelle einer lebendigen, missionarischen Dynamik getreten, schreibt er.


Manassas (kath.net/jg)
Das Kernproblem der Kirche in Deutschland sei eine „gewohnheitsmäßige Selbstzufriedenheit“, die zur „institutionellen Identität“ geworden sei, schreibt der amerikanische Publizist Jeff Mirus der die katholische Internetplattform CatholicCulture.org gegründet hat. Mirus hat die Lage der Kirche in Deutschland einer profunden Analyse unterzogen. Seine Einsichten würden aber nicht nur auf Deutschland zutreffen betont er.

Anlass seiner Überlegungen ist der Umgang der deutschen Bischöfe mit den Ergebnissen der Umfrage zu Ehe, Familie und Sexualität in Vorbereitung auf die Bischofssynode. Die eingangs angesprochene Selbstzufriedenheit trage eine Tendenz zum Stillstand in sich. Genau diese Art von Stillstand sei es, vor der Papst Franziskus regelmäßig warne. Der ursprüngliche Elan falle weg, man denke und handle wie alle anderen. Die Erhaltung der Institution werde wichtiger als die Mission. Unter diesen Umständen werde Botschaft der Kirche nicht einmal den eigenen Mitgliedern verkündet, geschweige denn Außenstehenden. Dies widerspreche der Natur der Kirche, die in der aktiven Weiterführung der Mission Jesu Christi bestünde, schreibt Mirus gegen Ende seines Artikels.


Das sei der Grund, warum heute nur mehr ein kleiner Teil der Katholiken wesentliche Punkte der kirchlichen Lehre verstehen und praktizieren würde, fährt er fort. Nur eine Minderheit lehne das Zusammenleben von Paaren vor der Ehe ab, verstehe den Unterschied zwischen natürlicher Empfängnisregelung und Verhütungsmitteln, sehe Scheidung und Wiederverheiratung als irregulär an, bemühe sich um Keuschheit und sei der Ansicht, dass ein gebildetes Gewissen sich an einer objektiven moralischen Ordnung zu orientieren habe, analysiert Mirus.

Das betreffe auch das richtige Verständnis der Ehe. Die Kirche lehne die Scheidung und Wiederverheiratung deshalb ab, weil es sich bei der Ehe um ein Sakrament handle. Die Scheidung einer gültigen Ehe sei daher mit der Zurückweisung der Taufe vergleichbar, schreibt Mirus. Durch die Spendung des Ehesakramentes würden die Eheleute eine radikale Veränderung in der Gnadenordnung und ihrem Verhältnis zu Christus und der Kirche erfahren. In der übernatürlichen Ordnung würde das Sakrament nicht „scheitern“, weil die Betroffenen sich nicht entsprechend verhalten würden.

Es bestünden große Unterschiede zwischen dem katholischen und dem säkularen Denken. Letzteres sei weit in die katholische Kirche eingedrungen. In der Kirche sei die Tendenz sichtbar, die Unterschiede zwischen ihrer Lehre und den Werten der säkularen Kultur zu ignorieren. Es sei für die Seelsorger nicht leicht, jene Tugenden zu verteidigen, die quer zur herrschenden Kultur stünden. Diese würden daher einfach nicht angesprochen. Mit der Zeit würde dadurch das Sündenbewusstsein verloren gehen. Mirus spricht wörtlich von einer „Erosion“ des katholischen Verständnisses von der Schwere vieler Sünden.

Die deutschen Bischöfe würden versuchen, diese Spannung zu lösen, indem sie immer wieder Vorstöße für die Kommunion für zivilrechtlich geschiedene Wiederverheiratete machen würden. In letzter Zeit sei die Forderung für die Segnung dieser Verbindungen hinzu gekommen. Mirus kann diesen Ideen nichts abgewinnen. Im Licht des bereits Gesagten würde das bedeuten, die Kirche müsste Beziehungen segnen, die sie gleichzeitig als schwer sündhaft einstuft, weil die Betroffenen das damit zusammenhängende Ehesakrament zurückweisen würden.

Dies würde die Identität der Kirche ins Herz treffen, fährt Mirus fort. Die Sakramente und der Heilsauftrag der Kirche seien ihre zentralen Wesensmerkmale. Die deutschen Bischöfe hätten jahrzehntelang verabsäumt, die Position der Kirche zu Sexualität und Ehe zu verkünden. Jetzt würden sie behaupten, die einzige Alternative bestünde in der Änderung der Regeln. Von Bischöfen, die offenkundig ihre Pflicht vernachlässigt hätten, sei dies „beunruhigend tendenziös“.

Eine wirkliche Lösung sieht Mirus im Wiedererwachen des missionarischen Charakters der Kirche auf allen Ebenen. Dann würde eine lebendige Dynamik an die Stelle der herrschenden Stagnation treten. Die Bischöfe müssten dafür sorgen, dass bei Priestern, Diakonen und Laien ein klares Bewusstsein über die Aufgabe der Kirche vorhanden sei. Die Kirche müsse sich als Gemeinschaft verstehen, die Jesus Christus eine positive Antwort gibt. Die Zukunft liege nicht im Ändern der Regeln, um diese an die Hartherzigen anzupassen. Sie liege darin, Gott zu erlauben, dass er unsere Herzen ändert.


Link zum Artikel von Jeff Mirus (englisch)


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Lesermeinungen

 Incomódo 13. Februar 2014 

Nicht neu und zu oberflächlich

Wieder mal ein Analytiker, der prinzipiell nichts Neues sagt. Mir fehlt eine tiefergehende Analyse, ein Hinterfragen der Ursachen für das Fehlverhalten. Da werden wir bald auf die Tatsache stoßen, dass manche Ämter mit Personen besetzt sind, die nicht alle Voraussetzungen zur Ausfüllung des Amtes mitbringen, ja dass diese Voraussetzungen nicht klar definiert sind, und dass jene, die in Verkennung des ironischen Sinnes des Sprichworts, „Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand“, dieses demütig als Entschuldigung vor sich hertragen, einem verhängnisvollen Trugschluss zum Opfer fallen. Die Konsequenz: Die Kirche braucht eine systematische Personalentwicklung, von der Bedarfs- bis zur Transferanalyse, damit die, die verkünden sollen, auch verkünden, und das fängt damit an, dass sie überhaupt begreifen, was das ist.


1
 
  13. Februar 2014 
 

Trefflich...

analysiert. Schaut man in die (Kirchen-)Geschichte, so gab es das Versagen der Kleriker öfters. Reformen wurden nicht selten von treuen, rechtgläubigen Laien getragen bzw. vom einfachen Klerus oder dem Mönchstum.
Ein Moment der Unachtsamkeit führt in ein Leben der Verdammnis.


8
 

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