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Oregon: Nach Legalisierung der Euthanasie boomen 'Todescocktails'

21. Februar 2003 in Aktuelles, keine Lesermeinung
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Im US-Bundesstaat greifen immer mehr ältere Menschen zum assistierten Selbstmord. Häufiger Grund: Sie wollen anderen nicht zur Last fallen.


Salem (www.kath.net / PLI) Wer Todescocktails anbietet, darf sich nicht wundern, wenn sie auch getrunken werden. Seitdem die Beihilfe zum Selbstmord im US-Bundesstaat Oregon per Gesetz erlaubt ist, nimmt die Anzahl der Todesfälle von Jahr zu Jahr zu. Fast doppelt so viele Menschen wie 2001 nahmen im Vorjahr im US-Bundesstaat Oregon das Gesetz in Anspruch, das Beihilfe zum Selbstmord erlaubt. Das gab die Organisation "Compassion in Dying" bekannt, eine Lobby, die sich für Euthanasie einsetzt. 2002 nahmen sich 30 von der Gruppe betreute Klienten das Leben, 2001 waren es 17. Oregon hat seit 1994 ein Gesetz, das Beihilfe zum Selbstmord erlaubt, 1997 wurde bei einer zweiten Abstimmung das Gesetz erneut angenommen. Zwischen 1998 und 2001 nahmen sich 91 Personen in Oregon "legal" das Leben. Eine offizielle Statistik für 2002 wird für März erwartet.

"Es ist nicht überraschend, dass sich die Zahl der assistierten Selbstmorde verdoppelt hat", erklärt Tom Marzen, Anwalt im "National Legal Center for the Medically Dependant and Disabled". "Es sollte daher auch nicht überraschen, wenn sie sich im Laufe der Jahre wiederholt verdoppeln. Assistierter Selbstmord ist gesetzlich möglich, und die Menschen werden sich immer bewusster, dass sie das in Anspruch nehmen können", sagt Marzen. Das "soziale Stigma" verschwinde und außerdem sei es "eine billigere und leichtere Alternative zur Pflege von schwerkranken und behinderten Personen".

Zahlreiche Ärzte, religiöse Gruppierungen und Pro-Life-Gruppen stehen seit geraumer Zeit in Opposition zu dem Gesetz. Sie sind überzeugt, dass mehr in die Schmerzbekämpfung investiert werden sollte. Der Staat begebe sich auf Glatteis, wenn er entscheide, "welche Leben enden dürfen und welche nicht", meint John Tuohey, Priester und Ethiker in Portland. Vielen Patienten würde Angst eingejagt, sagt der Psychiater Greg Hamilton, Mitglied der Gruppe "Physicians for Compassionate Care". "Man sagt ihnen, dass ihr Tod voller Schmerzen und ohne Würde sein wird. Wir können uns gut um diese Menschen kümmern." Viele Menschen, die sich für assistierten Selbstmord entscheiden, täten dies, weil sie meinten, dass sie eine Belastung für die anderen wären.

Patienten, die assistierten Selbstmord in Anspruch nehmen, dürfen keine längere Lebenserwartung als 6 Monate haben und müssen mehrere Male um entsprechende Hilfe bitten. Zumindest ein Mal muss dieser Wunsch schriftlich erfolgen. Sie müssen die tödlichen Medikamente außerdem selbst einnehmen, der Arzt darf ihnen nicht dabei helfen. Statistiken zeigen, dass es sich bei den bisherigen Kandidaten durchwegs um ältere Personen mit höherer Bildung handelt. Oregon ist der einzige US-Bundesstaat mit einer derart liberalen Euthanasiegesetzgebung.



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