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Italienische Justiz will Vatikanbank durchsuchen

21. Jänner 2014 in Aktuelles, 1 Lesermeinung
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Es geht um fingierte Schenkungen einer Offshore-Gesellschaft, die über Konten des IOR abgewickelt worden sein sollen


Rom (kath.net/KAP) Die italienische Finanzpolizei will im Zuge der Ermittlungen gegen den früheren vatikanischen Rechnungsprüfer Nunzio Scarano nach Medienberichten auch die Räumlichkeiten der Vatikanbank IOR durchsuchen. Das italienische Justizministerium habe ein entsprechendes Rechtshilfeersuchen an den Vatikan gerichtet. Es gehe um fingierte Schenkungen einer Offshore-Gesellschaft, die von Scarano über Konten des vatikanischen Geldinstituts abgewickelt worden sein sollen, so die Berichte vom Dienstag. Demnach wurde Scarano am Morgen abermals verhaftet. Haftbefehle wegen der mutmaßlichen Scheinschenkungen ergingen auch gegen den Priester Luigi Noli und den Notar Bruno Frauenfelder.


Ein Sprecher der Vatikanbank sagte am Dienstag, das Geldinstitut habe "voll kooperiert". So habe man im Juli einen Bericht über die Transaktionen Scaranos in den vergangenen zehn Jahren an die vatikanische Finanzaufsicht AIF weitergeleitet. Insgesamt handelt es sich den Angaben zufolge um sieben Millionen Euro. "Wir haben alles getan, was man tun muss", so der Sprecher. Die vatikanische Justiz habe alle Gelder Scaranos beim IOR seit mehreren Monaten eingefroren. Die vatikanische Finanzaufsichtsbehörde hatte mit ihrem italienischen Pendant im einen Informationsaustausch vereinbart.

Scarano, Rechnungsprüfer der vatikanischen Güterverwaltung Apsa, war im Juni wegen des Verdachts auf Betrug, Korruption und Verleumdung von der italienischen Polizei festgenommen worden. Daraufhin leitete auch die vatikanische Justiz Ermittlungen ein und stellte erstmals ein Rechtshilfeersuchen an Italien.

Dem vatikanischen Rechnungsprüfer wird unter anderem die Mitwirkung an einem versuchten Schmuggel von 20 Millionen Euro von der Schweiz nach Italien vorgeworfen. Wegen gesundheitlicher Beschwerden war er vom Gefängnis in ein Krankenhaus und später in ein Pflegeheim verbracht worden. Zuletzt stand er in seiner Heimatstadt Salerno unter Hausarrest.

Scarano sei nach der erneuten Verhaftung in einer depressiven Verfassung, sagte sein Anwalt Silverio Sica laut den Berichten. Er habe deshalb den Besuch eines Psychiaters bei seinem Mandanten beantragt.

Copyright 2013 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

  22. Jänner 2014 
 

Rechtshilfeersuchen

Das ist jetzt zunächst Sache des Vatikans als selbständigem Staat, die Untersuchungen zu führen. Die italienische Justiz ist da nicht zuständig. Durch die Rechtshilfe bekäme die italienische Justiz die Sache in die Hand. Das wäre nicht richtig nach internationaler Gegebenheit.


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