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Von Limburg nach Köln und zurück

6. Dezember 2013 in Kommentar, 26 Lesermeinungen
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Die Veteranen sind etwas unvorsichtig geworden: Von langer und etwas zittriger Hand werden „spontane“ Aktionen geplant - Ein kath.net-Kommentar von Professor Wolfgang Ockenfels OP


Trier (kath.net) Noch ist der verdienstvolle Joachim Kardinal Meisner von seinem Amt als Erzbischof von Köln nicht feierlich verabschiedet worden, da machen sich schon die einschlägigen Kirchenreformer über seine Nachfolge her. Sie wissen zwar noch nicht, wer es werden soll, aber wer es nicht werden soll, ist ihnen schon klar. Entsprechende „Listen“ – in des Wortes doppelter Bedeutung - sind in Vorbereitung und werden raffiniert angewandt.

Der alte Klüngel der „Kölner Kircheninitiative“ ist aufgewacht und wittert nach dem Erfolg der einstweiligen Ausschaltung des Limburger Bischofs Morgenluft. Die Veteranen sind aber auch etwas unvorsichtig geworden. Von langer und etwas zittriger Hand werden „spontane“ Aktionen geplant, hinter denen eine Strategie im Zusammenspiel von Gremienkatholiken und Medien sichtbar wird. Natürlich sollen jetzt noch keine Maximalforderungen erhoben werden. Man will es sich schließlich nicht mit dem neuen Papst verderben, auf den man als Verbündeten hofft. Man will ja nur etwas mitbestimmen und beruft sich dabei im frommen Tonfall auf den Heiligen Geist. Der wird gerne „charismatisch“ in Anspruch genommen, wenn es gegen das kirchliche Amt, gegen Kirchenrecht und Konkordate geht.

Die basisdemokratischen Verfechter einer von Rom und dem Domkapitel weit-hin unabhängigen Bischofswahl geben sich freilich schon seit längerem als das eigentliche „Kirchenvolk“ aus, das sich „seine“ Repräsentanten selber wählt oder abwählt. Der Anspruch „Wir sind Kirche“ ist immer schon eine dreiste und zugleich unbiblische Anmaßung gewesen. Jetzt reklamieren sie für sich die von Papst Franziskus gewünschte „Dezentralisierung“ der Kirche. Allerdings hängt die Stärkung der Ortskirchen und der Bischofskonferenzen von deren Fähigkeit und Bereitschaft ab, die eigenen Probleme im Einklang mit dem Papst und der Weltkirche zu lösen. Und nicht im Einverständnis mit kirchenfremden Medien, die als „Vierte Gewalt“ einen gewaltigen öffentlich-politischen Druck ausüben. Nach dem Motto: Der Kölner Dom entferne sich von Rom.

Die katholische Kirche folgt weltweit und seit je ihren eigenen Regeln, mit denen gerade ihre Politisierung vermieden werden soll. Demokratie ist eine politische Herrschaftsform, in der die Volkssouveränität zum Ausdruck kommt, und zwar vor allem durch Mehrheitswillen und Medienmacht. In der Kirche ist aber Christus der Souverän, dem Priester und Laien zu dienen haben. Wenn die Schafe ihre Hirten selber wählen oder abwählen wollen, werden sie vorher die Wölfe fragen müssen. Dieser Logik kann Rom nicht folgen, wenn es um Freiheit und Selbstbestimmung der Kirche geht. Das große Medienspektakel „Köln sucht seinen Superbischof“ wird uns zwar kaum erspart bleiben. Aber wer auch immer aus diesem Rummel als Bischof hervorgehen sollte, müsste schon das Zeug zum Märtyrer mitbringen.

Zurück nach Limburg: Das große mediale Schauspiel „Deutschland sucht den Superschurken“ mußte einstweilen unterbrochen werden. Denn der Gejagte hat sich in ein Kloster zurückgezogen, zu dem nicht einmal die Medien Zutritt haben. Die journalistischen Jagdgenossen und ihre klerikalen Treiber sind ermattet und haben eine Pause verdient, die sie mit dem Aushecken neuer Verdachtsmomente füllen können. Während die kirchenamtliche Untersuchungskommission der Deutschen Bischofskonferenz den Fakten zur Causa Limburg nachzugehen versucht, um sie von wuchernden Fiktionen abzulösen, findet auch das aufregungsbedürftige Publikum Gelegenheit zum cool down.

Eine gewisse Ermüdung hatte sich sogar bei den stets „sprungbereiten“ Kirchenkritikern gezeigt. Schon bevor Papst Franziskus, auf den die progressiven Verächter des Katholischen all ihre Hoffnung auf einen kurzen Prozeß setzten, die Ruhepause verordnete, war der ohnehin dünne Informationsfluß über den Bischof von Limburg versiegt. Sich immer Neues aus den Fingern zu saugen, überfordert gleichermaßen phantasiebegabte Journalisten, die ihren Beruf als Polizisten, Richter und Henker verfehlt haben, und intrigante Berufskatholiken, die sich als erwählte Kirchenhirten gebärden.

Der Appetit kommt bekanntlich beim Essen, und das hängt davon ab, was serviert wird. In der Sättigungsphase erscheinen freilich auch neu aufgetischte Gerichte und Gerüchte nicht mehr konsumierbar. Immerhin konnten kirchenkritische Kreise und Leitmedien inzwischen schon als Erfolgsmeldung eine steigende Kirchenaustrittsquote durchgeben, an der freilich auch die evangelischen Landeskirchen partizipieren. Was natürlich nicht beabsichtigt war. Denn der Limburger Käse sollte eigentlich nur zum katholischen Himmel stinken.

Die ökumenische Eintracht („getrennt marschieren, vereint geschlagen werden“) scheint sich zu bewähren, was natürlich einigen schuldbewußten katholischen Bischöfen, die sich von ihrem Limburger Kollegen distanzierten, nicht paßt. Sie wollen schließlich nicht – wie der hl. Sebastian – die Pfeile der öffentlichen Kritik auf sich ziehen, obwohl sie genau die Kriterien erfüllen, welche die Kirchenkritiker, nicht das Kirchenrecht, definiert haben. Am Beispiel der Isolationsfurcht (vulgo Feigheit) mancher Bischöfe läßt sich die Theorie der „Schweigespirale“ (Elisabeth Noelle-Neumann) gut demonstrieren.

Die periodisch auftretenden Kirchenaustritts- und Spendenverweigerungswellen bilden einen interessanter Fall für die Medienwirkungsforschung, die beim Limburger Ereignis auch mal der Frage nachgehen sollte, wie viele Leser der vormaligen Qualitätspresse, vor allem der FAZ, ihr Abonnement im Zeitraum der Kampagne aufgekündigt haben. Es sind, wie man inzwischen erfährt, wesentlich mehr als jene, die nur einen Anlaß gesucht haben, aus ihrer angestammten, nicht mehr geglaubten Glaubensgemeinschaft auszutreten.

Ganz zu schweigen von den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, aus denen man in Deutschland leider nicht so leicht austreten kann wie aus einer Kirche. Wären die jüdischen und islamischen Gemeinden derart ins mediale Kreuzfeuer geraten, hätten wir schon längst eine aufgeregt politische Debatte über die Grenzen der öffentlich-rechtlichen Zwangskörperschaften, deren Finanzgebaren übrigens sehr zweifelhaft ist. Nirgendwo wird mehr Geld für Blödsinn verschwendet als bei den Rundfunkanstalten. Dagegen waren die Limburger Bauten keine überflüssigen Ausgaben, sondern lohnende Investitionen, an denen noch spätere Generationen ihre Freude haben werden.

Wie beim Sport wird nach der Erholungsphase des cool down die Parole ausgegeben: warm up. Alles wieder aufwärmen! - wird es in romkritischen Kreisen auch dann heißen, wenn von den Vorwürfen gegen den Bischof von Limburg nicht mehr viel übrig geblieben ist. „Egal, der Bischof wird verbannt“ – werden kirchenkritische Fanatiker - frei nach Gotthold Ephraim Lessing: Nathan der Weise - als Parole ausgeben, auch wenn inzwischen bereits die dicksten Lügen und Halbwahrheiten der Medienkampagne aufgeklärt worden sind:

1. Das Diözesane Zentrum (mit Tagungs- und Verwaltungsräumen, Bibliothek und Kapelle) ist nicht als persönliche Residenz des Bischofs auszugeben.

2. Die Badewanne des Bischofs hat bei weitem keine 15.000 Euro gekostet.

3. Der Bischof hat wohl kaum gegen kirchenrechtliche Bestimmungen verstoßen, wenn er sich vorher in Rom abgesichert hat.

4. Der „Beauftragte für den Bischofsbau“, Generalvikar Franz Josef Kaspar, und der von ihm eingesetzte Vermögensverwaltungsrat haben schon früh von der Kostensteigerung Kenntnis gehabt.

5. Der Bischof leidet nicht an dem ihm unterstellten „Asperger-Syndrom“.

6. Der Bischof ist kein Lügner. Er ist einem falschen juristischen Ratschlag gefolgt, indem er eine „eidesstattliche Erklärung“ abgegeben hat. Er ist vom „Spiegel“ durch eine geheime Kameraaufnahme hereingelegt worden, alles weitere ist Wortklauberei: Ob man business class geflogen sei, d.h. gebucht habe, aber wegen eines Bonus-Meilen-upgrades first class geflogen sei, aber nicht gebucht habe, ist ziemlich belanglos.

7. Der Bischof ist nicht vom Papst „suspendiert“, d.h. amtsenthoben worden. Er wurde lediglich beurlaubt – und wird von seinem Generalvikar vertreten.

Genug davon, diese und weitere Punkte werden sich doch wohl im Lauf der Zeit klären lassen? Aber egal, der Bischof wird verbannt. Kein Interesse an gerechter Aufklärung haben zunächst jene Bischofskollegen, denen man zu Recht Verschwendung vorwerfen könnte, etwa im Fall des „Weltbild“-Verlages, der nur noch mit dem Arbeitsplatzargument subventioniert werden kann. Prunk & Protz weithin, vor allem in Stuttgart und München, am wenigsten in Limburg. Vor allem haben jene Rechthaber der öffentlichen Meinung an einer juristisch-präzisen Aufklärung kein Interesse, die von Insinuation, Spekulation und Sensation leben. Die Qualitätspresse, einstmals vom Ethos des „fit for print“ der New York Times erfüllt, verkommt immer mehr zur Hure einer Gesinnungsschnüffelei, der die Unterscheidung zwischen überprüfter Information und sachgemäßer Interpretation völlig gleichgültig ist.

In den Redaktionen haben sich viele verkrachte Theologen, abgefallene Priester und entsprungene Mönche festgesetzt, die ihre Ressentiments abarbeiten wollen. Sie haben – wie Daniel Deckers in der FAZ – von der Inquisition nur die Folter, nicht die rechtsgeschichtlichen Fortschritte eines gerechten und transparenten Verfahrens gelernt. Und sie beleben den alten Investiturstreit. Sie können Bischöfe vielleicht zur Strecke bringen. Aber ob sie auch neue inthronisieren, ist noch fraglich. Wenn Rom Tebartz-van Elst als Sündenbock in die Wüste schickt oder wegbefördert (was auf dasselbe hinausläuft), ist der nächste Bischof fällig: Dann heißt es: „Der Nächste bitte!“ In Köln werden schon die Messer gewetzt zur rechtzeitigen Erledigung von Kandidaten, die der neuen Inquisition nicht genehm sind.

Der Dominikanerpater Wolfgang Ockenfels ist ordentlicher Professor für Christliche Sozialwissenschaft an der Theologischen Fakultät Trier.

Prof. Ockenfels beim Kongress FREUDE AM GLAUBEN in Aschaffenburg


Foto: © www.theo.uni-trier.de


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Lesermeinungen

 Romerike de Riprode 10. Dezember 2013 
 

Hervorragend

Insbesondere der Absatz zur Inquisition ist gut beobachtet


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 Hadrianus Antonius 8. Dezember 2013 
 

Hervorragend!

Bei diesem herrlichen Artikel von Prof. Ockenfels mußte ich an den Hl. Franz von Sales und an den Hl. Carolus Borromaeus denken: geschliffene Sprache, die Probleme klar erkannt und besprochen, ein deutliches mahnendes Wort und Aufdecken der Motive vieler Gegner.
Am treffendsten das Wort "Isolationsfurcht (vulgo Feigheit)":
St.Paulus reiht die Tapferkeit, den Mut unter die Haupttugenden ein, auch als Eigenschaft des Hl. Geistes.
Es ist sehr wichtig, sich dies immer wieder vor Augen zu führen.
Herzlichen Dank!


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 Ulrich Motte 8. Dezember 2013 
 

Evangelische Kirchen,

die im Gegensatz zur keineswegs demokratischen Wahl in der EKD (weder gleich noch frei noch unmittelbar)Demokratien oder Fast-Demokratien sind, sind nach üblichen Maßstäben dafür meist konservativer, auch als die RKK.


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0
 
 willibald reichert 6. Dezember 2013 
 

Eva 1941

Wie Katholischsein heute unter der "Leitung" von Bischof Ackermann buchsta-
biert wird, veranschaulicht nichts besser
als die Frage an das Schulamt der Diözese
wegen der Verwendung des Youcat:
DAS SEI NICHT GEPLANT UND ERWÜNSCHT!!!
RELIGIONSUNTERRICHT SEI DAFÜR DA, FRAGEN
ZU STELLEN UND NICHT DAFÜR, ANTWORTEN ZU
GEBEN!!! Wer so etwas in seinem Bistum
zuläßt und den daraus resultierenden
religiösen Analphabeten trotzdem wahl-
los die Sakramente spendet, wirft, wie
es der Schrift heißt, die Perlen vor die
Säue!


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0
 
 Marienzweig 6. Dezember 2013 

weiterverbreiten!

Der Dartpfeil traf "." punktgenau ins Schwarze!
In diesem Augenblick wünschte ich mir, kath.net hätte doppelt so viele Leser, damit sie Gelegenheit bekämen, diesen glasklaren Aufsatz von Professor Wolfgang Ockenfels zu lesen.

Würde man ähnlich offene Worte in irgendeinem Bistumsblatt zu Gesicht bekommen, in irgend einer Online-Zeitung?
Und so bleibt nur die Verlinkung an Freunde und Bekannte zu diesem hervorragenden Meinungsbeitrag.


9

0
 
 Schott 6. Dezember 2013 
 

Zusammenhang Limburg - Köln

Die Analyse von Prof. Ockenfels ist so brillant!
Auch der Zusammenhang Limburg - Köln ist sehr gut heraus gearbeitet. Wer die unsägliche "Diskussions"runde (ohne Diskussionen - weil ohne abweichende Meinungen) in Limburg im November verfolgt hatte, wird sich an die Aussage eines Beteiligten - Valentin (?) - erinnern, dass sich das nach Limburg auch in Köln das Kirchenvolk "erheben" würde.
Allerdings scheint der Initative auf ihrer Homepage viel Gegenwind entgegen zu pusten. Und die für heute, Freitag, noch angekündigte Pressekonferenz (kath.net 4. Dezember) der sog. Kölner Kircheninitative fand wohl nicht statt?


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 kreuz 6. Dezember 2013 

Prof Ockenfels schreibt am Schluß d. Artikels

"Wenn Rom Tebartz-van Elst als Sündenbock in die Wüste schickt oder wegbefördert (was auf dasselbe hinausläuft), ist der nächste Bischof fällig: Dann heißt es: „Der Nächste bitte!“ In Köln werden schon die Messer gewetzt zur rechtzeitigen Erledigung von Kandidaten, die der neuen Inquisition nicht genehm sind."

ich kann mir vorstellen, daß er den Artikel im link gelesen hat :-)

www.vatican-magazin.de/index.php/magazin/aktuelle-ausgabe/titel-thema


8

0
 
 Waldi 6. Dezember 2013 
 

Berichte von diesem großartigen...

Professor Wolfgang Ockenfels sitzen wie gegossen. Es ist immer wieder ein Hochgenuss, die Stellungnahmen zu brenzligen Ereignissen von diesem wortgewandten, blitzgescheiten und tapferen Theologen zu lesen. Der einzige, mit dem ich Professor Wolfgang Ockenfels vergleichen könnte, ist der Prälat Dr. Wilhelm Imkamp von Maria Vesperbild! Zu einem "vierblättrigen Glücks-Kleeblatt" würde ich zu diesen beiden unerschrockenen Gottesmännern gern noch zwei ebenso unerschrockene hinzufügen: Den Weihbischof Andreas Laun und Joachim Kardinal Meisner!


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 Eva 1941 6. Dezember 2013 
 

Das Beste ...

... was ich bisher über diesen Klüngel bzw. diese Machenschaften gelesen habe. Danke, Herr Professor Ockenfels!
Köstlich Ihre Formulierungen wenn das Ganze nicht einen so traurigen Hintergrund hätte.
Ich möchte meinen Kopf darauf verwetten, daß Ihre Ausführungen in keiner Kirchenzeitung zu finden sind. Oder doch vllt. in der Trierer??


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0
 
 Toribio 6. Dezember 2013 
 

Listen und "Listen"

Was für ein Wortspiel! Mit welchen Tricks und "Listen" gearbeitet wird, hat der Kölner Stadt-Anzeiger schon vor Tagen unter "Kandidatengeflüster: Wer wird Nachfolger von Meisner?" vorexerziert. Dort werden 7 Kandidaten aufgelistet und bewertet: Heiner Koch, Stephan Ackermann, Franz-Josef Overbeck, Rainer Maria Woelki, Dominikus Schwaderlapp, Franz-Peter Tebartz-van Elst und Georg Gänswein.
Unabhängig davon, welche Namen man hier bewusst aus dem Spiel gelassen hat, finde ich die Reihenfolge interessant: aus dieser und den dazu gehörigen Bewertungen lese ich heraus, dass man mit Heiner Koch und vor allem mit Stephan Ackermann sehr zufrieden wäre, mit Franz-Josef Overbeck und Rainer Maria Woelki zur Not leben könnte, dass man aber Dominikus Schwaderlapp, Franz-Peter Tebartz-van Elst und Georg Gänswein als Katastrophe sehen würde.


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 Toribio 6. Dezember 2013 
 

Toribio: Die "Kölner Initiative" würde...

... ganz auf der Linie der päpstlichen Rede von der Dezentralisierung liegen. Ziemlich dreist, die von Papst Franziskus gewünschte "Dezentralisierung" der Kirche jetzt so ganz unverschämt für sich zu reklamieren, obwohl man in Zukunft klar vorhat, die Probleme nicht mehr im Einklang mit dem Papst und der Weltkirche zu lösen, sondern völlig eigenständig und mehr auf das Einverständnis kirchenfremder Medien hörend. Aber wie schon erwähnt wird auch die Kirche in Köln ihren eigenen Regeln folgen, denn darin ist Christus der Souverän, dem Priester und Laien zu dienen haben... die Wölfe werden auch weiterhin außen vor bleiben!
"Köln sucht seinen Superbischof" - das wird vielleicht tatsächlich noch ein großes Medienspektakel, wobei Pater Ockenfels wohl auch damit vollkommen Recht haben wird: "Aber wer auch immer aus diesem Rummel als Bischof hervorgehen sollte, müsste schon das Zeug zum Märtyrer mitbringen."


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 Toribio 6. Dezember 2013 
 

Toribio: Brilliant wie von Pater Ockenfels gewohnt!

Der alte Klüngel der "Kölner Kircheninitiative" sei aufgewacht und wittere Morgenluft... muss man sich vor diesem Zusammenspiel von Gremienkatholiken und Medien jetzt regelrecht fürchten? Nein, denn gerade die für Europa so wichtige Kirche in Köln wird unbeirrt ihren Weg gehen.
Zugegeben, lustig ist es nicht, wenn z.B. eine Clique von Intriganten sich bei ihren Ränkespielen im frommen Tonfall auch noch auf den Hl. Geist beruft... das könnte einem, wie es ein Blogger geschrieben hat, die Zornesröte ins Gesicht treiben. Echte Katholiken werden anders handeln... sie werden innigst den Hl. Geist anrufen, dass er wieder einen durch und durch katholischen Mann an die Spitze des größten deutschen Bistums beruft!
Anders die basisdemokratischen Kräfte, die sich wie überall gerne als das eigentliche "Kirchenvolk" sehen, die würden sich "ihre" Repräsentanten selber wählen oder abwählen wollen, auch wenn dieser Anspruch eine dreiste und zugleich unbiblische Anmaßung ist und bleiben wird.


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 leibniz 6. Dezember 2013 
 

Thomas von Aquin

begeisternd!
Man merkt einfach, dass Prof. Ockenfels sehr viel Thomas gelesen hat - geistreich, spritzig, genial!Ich habe schon viele gute Artikel von ihm gelesen bzw. Reden gehört - aber damit hat er sich selbst übertroffen. Vielen Dank!


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0
 
 Matthäus 5 6. Dezember 2013 

Pater Ockenfels

Liebe Mitchristen,
Sehr gerne lese ich seine Artikel, noch lieber schaue ich mir seine Vorträge bei youtube oder k-tv an. Eine Diözese könnte sich glücklich schätzen, ihn als Bischof zu begrüßen. Wie ich höre, ist bald mit einer Vakanz im Erzbistum Köln zu rechnen ...
Herzliche Grüße
Matthäus 5


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0
 
 willibald reichert 6. Dezember 2013 
 

carl eugen

Bei dem gesamten Räteunwesen ist das
katholische Mäntelchen, zumindest wenn
es über das Dekanat hinaus geht, doch nur
eine Kaschierung ganz anderer Ziele, näm-
lich die Kirche protestantischer zu ma-
chen. Diese Politideologen leben wie die
Made im Speck. Wenn ich richtig informiert bin, hat das Zd"K" allein
mehrere hundert Leute auf seiner Gehaltsliste
stehen und die Summe, die es alljährlich
erhält ist auch im zweistelligen Millio-
nenbereich, einzig allein zu dem Zwecke,
die Gläubigen zu verwirren und die Wahr-
heit ihrem, ich muß es so formulieren,
beschränkten Bild, gefügig zu machen.
Das ist für mich nicht nur ein Mißbrauch
des Glaubens, sondern auch eine sinn-
lose Verschwendung von Kirchensteuern
für ein Gremium, das keine demokratische
Legitimation hat, mich zu vertreten.
Ganz volkstümlich gesagt heißt das:Geld
zum Fenster raus zu werfen und den Verän
derern Narrenfreiheit einzuräumen!


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 carl eugen 6. Dezember 2013 

Herzlichen Dank, lieber Prof. Ockenfels!

Ein gelungener und pointierter Kommentar. Habe ich mit grossem Genuss gelesen.
Der Gremienkatholizismus ist in meinen Augen die Geissel der Kirche in Deutschland. Und er wird ihr Untergang sein. Die "Kircheninitiative" von Köln ist doch dafür der beste Beweis. Ein paar Gremienkatholiken und vehinderte Theologen fordern mehr Demokratie und Mitsprache der Laien in der Kirche, aber keiner der gläubigen Laien hört diesen versprengten Revoluzern überhaupt zu. Weil es einfach niemanden interessiert, was diese Gremienheinis sagen. Weil diese Leute nämlich überhaupt kein Mandat haben für die Gläubigen zu sprechen. Mich hat z. B. noch nie jemand gefragt, wen ich gerne als meinen Vertreter im ZdK u. ä. hätte. Diese Leute fordern mehr Demokratie und scheuen eine demokratische Wahl in ihre Ämter, wie der Teufel das Weihwasser. Diese Leute vertreten nur sich selbst, sonst niemanden. Sie treiben einen Keil zwischen die Gläubigen und entzweien. Das ist deren Aufgabe. Gott helfe uns.


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0
 
 HX7 6. Dezember 2013 
 

Gremienkatholizismus vor dem Aus?

Kann es sein, dass der Gremienkatholizismus vor dem Aus ist, weil sie damit niemenden in der Gesellschaft mehr erreichen? Welcher Suchende interessiert sich schon für deren Themen? Relevante Fragen, die auf dem Sterbebett entstehen werden ja nicht beantwortet - stattdessen wird die hoffnungsvolle Zukunft gemäß der Schrift und Tradition unbegründet relativiert.Einige Jahre werden diese Gremien wegen der Kirchensteuer noch gut leben können. Nachwuchs haben sie meines Erachtens aber nicht. Das würde auch die zögerliche Reaktion aus Rom verständlich machen, weil man diese Leute einfach aussitzt. Zumindest gibt es in den romtreuen Erneuerungsbewegungen viel mehr Familien mit Kindern als in diesen Post-68-Dekadenzkreisen. Zumindest habe ich noch keinen Suchenden nach Gott gefunden, der sich bspw. für das ZdK interessiert. Ich wünschte mir, dass diese Einschätzung stimmt - dann geht die Kirche ja doch nicht unter!


15

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 PBaldauf 6. Dezember 2013 
 

Ockenfels, wie stimmig

Sprachlich, inhaltlich: Brillant
Der ‘Ockenfels‘ hat den Verstand
der – man sei darum nicht bös –
Bei vielen doch recht nebulös

Wie stimmig er analysiert
Er trifft ins Schwarze, pointiert
Der Pater schreibt aus einem Guss
Man denkt: Wie wahr! Welch ein Genuss

Ganz sicher schätzt im Himmel ihn
Der heilige Thomas von Aquin
und murmelt, im Gespräch mit Karl Rahner:
„Das nenne ich klar, wie: Dominikaner!“

www.kathshop.at/suche.php?sb=9783903028371


10

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 rosenberg 6. Dezember 2013 

Volltreffer

Chapeau für diesen Meisterschuss! Das war ein satter Zehner, mitten ins dunkle Herz des deutschen Gremienkatholizismus!


12

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 girsberg74 6. Dezember 2013 
 

@ M.Schn-Fl

Danke für die Erwähnung von Friedrich Dürrenmatt.

Tja, seine Komödien sind nicht nur zum Lachen. Nicht umsonst galt er vielen seiner Schweizer Landsleute, besonders den mittleren Vornehmen, als Nestbeschmutzer.


13

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 Dottrina 6. Dezember 2013 
 

Ein hervorragender Mann,

der Herr Prof. Ockenfels! Super-Artikel! Habe ihn beim Kongress "Freude am Glauben" live erlebt. Besser kann man das Ganze Drumherum um Limburg und jetzt Köln gar nicht ausdrücken. Deo gratias!


27

0
 
 M.Schn-Fl 6. Dezember 2013 
 

Sehr scharfsinnig wie immer, aber diesmal

hat sich der Dominikaner Prof. Wolfgang Ockenfels selbst übertroffen.
Schon Friedrich Dürrenmatt hat vor Jahrzehnten gesagt, dass der Welt von heute nur noch mit der Komödie (d.H. mit Humor nicht mit Comedy) beizukommen ist.Inzwischen ist die Lage so, dass ich - etwas gestelzt - sarkastischen Humor hinzufügen möchte, gewürzt mit einem Schuss richtig verstandener Polemik, die nach wie vor eine große, seltene Kunst ist wie der echte Humor auch.
Beides beherrscht P. Wolfgang Ockenfels OP perfekt und ist damit in der "großen Schlacht des Don Camillo" der Kirche eine wirkliche Hilfe, weil er den medialen Inquisitoren und ihrer klerikalen Helfer plus Berufskatholiken in Argument und Diktion weit überlegen ist und sie mit ihren eigenen Waffen, aber wesentlich verbessert, schlägt.


34

0
 
 DerNeue 6. Dezember 2013 
 

Vielen Dank P. Ockenfels ...

... für Ihren absolut zutreffenden Beitrag. Allerdings irren Sie sich in einem kleinen Punkt.

„suspendieren“ heißt nämlich laut (online) Duden tatsächlich: „[einstweilen] des Dienstes entheben“ und laut Wikiwörterbuch „jemanden zeitweise von einer Verpflichtung oder einem Amt entbinden“. Das passt dazu, dass es wohl vom lat. suspendere kommt, was „in der Schwebe lassen“ bedeutet.
Folglich ist es nicht falsch, zu sagen, dass der Bischof vom Papst „suspendiert“ wurde.

Ich selbst hatte mich aber zunächst auch über diese Formulierung aufgeregt, weil ich auch dachte, dass eine Suspendierung bedeutungsgleich mit einer Amtsenthebung ist. Und vermutlich denken das die meisten, was wiederum die Wortwahl in den Medien erklärt (sie hätten ja alternativ und weniger missverständlich schreiben können, dass er nur für eine - wenn auch unbestimmte - Zeit sein Amt nicht ausübt).
MfG, DN


9

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 thomasunglaublich 6. Dezember 2013 
 

Brillant!

Danke für diesen Beitrag, der inhaltlich und sprachlich ein Genuß ist.
Der Begriff "Edelfeder" scheint mir angebracht.


23

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 QuintusNSachs 6. Dezember 2013 
 

Einfach toll,

wie Pater Professor schreibt!


17

0
 
 kreuz 6. Dezember 2013 

sehr empfehlenswert, mit spitzer Feder geschrieben,

den Anlässen entsprechend.
Köln ist Limburg 2.0, ein 2. Aufguß.
unbedingt verbreiten den Kommentar!
köstlich, danke Prof. Ockenfels

"Die Qualitätspresse, einstmals vom Ethos des „fit for print“ der New York Times erfüllt, verkommt immer mehr zur Hure einer Gesinnungsschnüffelei..."


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