Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  2. Rechtsanwalt Steinhöfel: Maduro war ohne legales Amt, hatte keine völkerrechtliche Immunität mehr
  3. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  8. Menschenrecht auf Abtreibung?
  9. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  10. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  11. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  12. Der Stern stört Jerusalem. Epiphanie und die Ruhe der Gewöhnten
  13. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  14. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  15. Gegen Agenden und Aktivismus: das Kardinalskollegium hält inne

Kardinal O’Malley: ‚Die Kirche ist keine Demokratie’

28. November 2013 in Weltkirche, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Neben der Reform der römischen Kurie nahm der Erzbischof von Boston zu Themen wie ‚Kirche der Armen’, Abtreibung und Homo-Ehe Stellung.


Baltimore (kath.net/jg)
In einem Interview mit dem National Catholic Register nahm Sean Kardinal O’Malley, der Erzbischof von Boston, zur Kurienreform und anderen aktuellen Themen der Kirche Stellung. O’Malley gehört dem aus acht Purpurträgern bestehenden Kardinalsrat an, der Papst Franziskus in Fragen der Kirchenführung berät.

Kurienreform

Es gehe darum, die Kurie effizienter zu machen, damit der heilige Vater die Kirche effektiver regieren könne. Sie solle ganz im Dienst des Papstes und der lokalen Kirchen stehen. Deshalb würden die Dikasterien und päpstlichen Räte auf mögliche Verbesserungen überprüft werden, sagte O’Malley. Angesichts des Wachstums der Kirche außerhalb Europas bestehe der Wunsch, die Kurie zu internationalisieren. Mögliche Schwierigkeiten sieht O’Malley am ehesten in sprachlichen Barrieren und der Bereitschaft potentieller Kandidaten, nach Rom zu übersiedeln.

Papst Franziskus wolle auch die pastorale Situation der Kurienmitarbeiter berücksichtigt wissen. Viele in der Kurie würden ihr Leben dem Dienst an der Kirche widmen. Die richtige Haltung sei aber nicht der Karrierismus, sondern des Dienstes am Evangelium. Der heilige Vater wolle sicherstellen, dass dies der Geist der Kurie sei, betonte der Erzbischof.


Eine Aufwertung der Gremien in der Kirchenführung ist aber nicht geplant. „Die Kirche ist keine Demokratie“, sagte O’Malley wörtlich. Die Kirche funktioniere, wenn sie den Geist Gottes suche. „Das tun wir nicht alleine, das tun wir in einer Atmosphäre des Dialogs und des Gebets“, fuhr er wörtlich fort. Schließlich sei es Aufgabe des Papstes Entscheidungen zu treffen.

Kirche der Armen

Die Kirche habe die Menschen immer dazu ermutigt, einen einfachen Lebensstil zu pflegen, sagte der Kardinal, der selbst aus dem Kapuzinerorden kommt. Es sei nichts dagegen einzuwenden, wenn Menschen entsprechend ihrem Stand leben würden, schließlich habe nicht jeder ein Armutsgelübde abgelegt, sagte der Kardinal. Jeder sei aber aufgefordert angesichts der Not anderer auf überflüssigen Wohlstand und Komfort zu verzichten.

Es sei Aufgabe der Christen, den Wert der Menschen zu sehen, die in unserer Kultur unsichtbar seien. Dazu gehörten die ungeborenen Kinder, die Alzheimer-Patienten, die Drogenabhängigen. „Das sind keine schönen oder produktiven Menschen, keine glitterati“, sagte O’Malley wörtlich. Wir aber müssten den Wert erkennen, den diese Menschen in den Augen Gottes hätten, erinnerte der Erzbischof.

Abtreibung

Kardinal O’Malley ist der Vorsitzende des Lebensschutz-Ausschusses der US-amerikanischen Bischofskonferenz. Eine seiner Hauptaufgaben sieht er darin, die Haltung zur Adoption zu ändern. Frauen in Schwangerschaftskonflikten hätten drei Möglichkeiten: das Baby zu behalten, es abzutreiben oder es zur Adoption frei zu geben. Letzteres werde heutzutage häufig mit Kindesweglegung, Missbrauch und Vernachlässigung gleichgesetzt. Er arbeite daran, diese falsche Auffassung zu korrigieren und den Frauen zu zeigen, wie viele großartige kinderlose Ehepaare es gebe, die hervorragend geeignet seien, ein Kind zu adoptieren, sagte er.

Homo-Ehe

Der Bundesstaat Massachusetts hat als erster die zivilrechtliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare eingeführt. Die Erzdiözese Boston beobachte die Auswirkungen diese Maßnahme. In den öffentlichen Schulen werde mittlerweile eine Anthropologie unterrichtet, die sich vollständig von jener der Kirche unterscheide. Viele Menschen seien von der aggressiven Stimmung gegen die Verfechter der traditionellen Ehe eingeschüchtert, sagte der Erzbischof von Boston über die Lage im Bundesstaat.

In dieser Situation erinnere die Kirche daran, dass die Ehe etwas mit der Familie zu tun habe, fuhr er fort. Alle Studien würden zu dem Ergebnis kommen, dass die Kinder das beste Umfeld für ihre Entwicklung haben, die bei ihren biologischen Eltern aufwachsen und diese in einer Ehe leben, die von Liebe und Hingabe geprägt ist.

Ein großes Problem für die Ehe sei, dass viele Paare ohne Ehebund zusammenlebten. Dies und die weit verbreitete Scheidungsmentalität hätten die Institution der Ehe geschwächt, sagte der Kardinal. Er sei deshalb froh, dass der Papst diese Frage in der kommenden Synode für die Familie behandeln wolle.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirche

  1. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  2. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  3. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  4. Meinungsfreiheit auf katholisch
  5. Die Jugend von heute, die neue Generation Alpha, „sucht Sinn, Rituale und Spiritualität“
  6. US-Erzbischof gibt Anweisung, politische Botschaft an Weihnachtskrippe sofort zu entfernen
  7. Wer MEHR will, soll MEHR bekommen
  8. "Die Christen und Lebensschützer trauern um Martin Lohmann"
  9. "Die Katholische Kirche schwimmt mit dem Zeitgeist, sie ist parteipolitisch nach links gekippt!"
  10. Glaube ohne Feuer: Wie die Kirche Angst vor der eigenen Botschaft bekommt






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. „Die Ursache der Kirchenkrise und ihre Überwindung“
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. Unter den kroatischen Katholiken wächst Grundsatzkritik
  6. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  7. "Beten wir gemeinsam für die kommende Welle!"
  8. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  9. Überlebende der Brandkatastrophe in Crans-Montana: „Möchte Gott danken, dass er mich gerettet hat“
  10. Nach Berliner Stromausfall: „Herr Erzbischof Koch, wir warten auf Ihre Stellungnahme“
  11. Kardinäle votieren für Themen in der Linie von Papst Franziskus
  12. Katholik kritisiert „Schleimjesus“-Fernsehgottesdient mit direktem Brief an verantwortlichen Pfarrer
  13. "Der Herr ist wirklich in diesen Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig"
  14. Ein Frühstück für den Verleugner
  15. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz