Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  2. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  3. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  4. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  5. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  8. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  9. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  10. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  11. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  12. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  13. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  14. Deutsches Auswärtiges Amt verzichtet auf Genderschreibweise
  15. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf

Warum ich mich für Bischof Tebartz-van Elst einsetze

14. Oktober 2013 in Kommentar, 92 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Dem Limburger Bischof war die naturgemäß heikle Aufgabe zugefallen, das Bistum im Sinn des Genuin-Katholischen zu sanieren. Ein Gastkommentar von Bernhard Mihm


Limburg-Paderborn (kath.net) Seit vielen Jahren lebe ich in Paderborn. Was also bringt mich dazu, mich für einen Mann einzusetzen, der in seinem anderen Kirchensprengel Bischof ist, dort im Klerus und bei Funktionären im Laienstand offensichtlich nur wenige Freunde hat und derzeit von der Medienmeute gehetzt wird?

Ich habe die Hälfte meines Lebens im Bistum Limburg verbracht: Erst als Kind und Jugendlicher in der „acies bene ordinata“ vor dem II. Vaticanum, in jener „wohlgeordneten Schlachtreihe“ einer Kirche, die in meiner liberal-protestantisch geprägten Geburtsstadt wahrlich beides nötig hatte: gute Ordnung und kämpferische Tapferkeit. Und später dann in der Aufwühlung nachkonziliare Wirren, in der beides verloren gegangen war. Was hatte ich angetroffen, als ich nach vielen Jahren Ende der 70-er Jahre zurückgekommen war? Ein kirchliches Milieu, das sich bis zur Selbstdeformation den 68-ern wenn nicht angeschlossen, so doch selbstzweifelnd unterworfen hatte, einen von intellektualistischer Skepsis oder geistloser Neuerungssucht zerfressenen Klerus und eine Bistumsleitung, die das alles hinnahm und die nicht mehr führen, sondern nur noch moderieren wollte. Der liberale Frankfurter oder nassauische Protestantismus war auch innerkatholisch Leitbild geworden. Rom wurde zum Widerpart. Die Renitenz des gewiss persönlich frommen und gottergebenen, aber doch skurril-eigenwillig agierenden Bischofs Kamphaus passte nicht nur in dieses Bild, sondern wurde als wohltuende Bestätigung des ohnehin nicht vorhandenen geistig-geistlichen Tohuwabohus empfunden.


Und dann kam Tebartz-van Elst: ein ganz normal regierender katholischer Bischof, jedenfalls einer, der ganz normal regieren wollte. Ihm war die naturgemäß heikle Aufgabe zugefallen, das Bistum im Sinn des Genuin-Katholischen zu sanieren. Worum es dabei ging und noch immer geht, wurde exemplarisch in einem Interview deutlich, das der Frankfurter Stadtdekan Johannes Graf zu Eltz, der sich übrigens zum heftigen Gegenspieler des Bischofs entwickeln sollte, am 15. November 2010 der FAZ gegeben hat: „Mein Langzeitprojekt ist die theologisch begründete Delegitimierung evangelischer Kirchlichkeit durch die Integration reformatorischer Elemente in die katholische Kirche (…) Mein Vorschlag, daß die katholische Kirche den Rahmen zur Verfügung stellt, damit Sie (die Protestanten) in Ruhe protestantisch sein können.“ Treffender hätte nicht beschrieben werden können, was das kirchliche Bestreben landauf, landab in diesem Bistum geworden war.

Und wenn derselbe Graf zu Eltz im selben Interview den geweihten Priester egalitaristisch nur zum Gehilfen der Laien erklärte, musste ihm und seinesgleichen sauer aufstoßen, dass der neue Bischof gut katholisch lehrte, dass nur der geweihte Priester „Seelsorger“ im eigentlichen Sinn sein könne. Was nun mit den bislang gehätschelten Gemeindereferenten und vor allem –referentinnen, die in pseudopriesterlicher Gewandung um den Altar herumstolzieren konnten, in der hl. Messe predigen durften und denen man als „Gemeindeleiter(inne)n Funktionen des Pfarrers übertragen hatte? Der Schock war groß, als man so aus der selbstgebastelten Welt Limburgischen Kirchturms in die Realität katholischer Kirchlichkeit versetzt wurde.

Und als der neue Bischof die kirchliche Einsegnung einer homosexuellen Verbindung missbilligte und mit Sanktionen belegte, war klar: da war nichts mehr mit Anpassung an die liberale Zivilität nach dem Muster jener Protestanten, denen die katholische Kirche „den Rahmen zur Verfügung stellen“ wollte, „damit sie in Ruhe protestantisch sein können“ (Graf zu Eltz).

Kein Wunder, dass nun ein Pfarrgemeinderat pressewirksam vermerkte, es „entstehe der Eindruck, dass bei Bischof Tebartz-van Elst die Orthodoxie Priorität habe vor dem Bemühen um moderne Menschen.“ Als ob das kirchliche Bemühen um Menschen nicht gerade darin bestehe, sie zur Wahrheit (Orthodoxie) zu führen und bei ihr zu halten. Als ob die Kirche Wellness zu verschaffen habe und ihr „Kerngeschäft“ nicht darin bestehe, die Menschen zum ewigen Heil zu bringen, dass genau das jene Menschenfreundlichkeit wäre, die ihr von ihrem göttlichen Stifter aufgetragen ist. Kein Wunder bei solcher Mentalität, dass ein Begehren machtvoll durch die Limburger Bistumslande zog: dieser Bischof muss weg!

Alles andere war und blieb bis zur Stunde nur Mittel zum Zweck.

Ein noch vor Tebartz-van Elsts Amtsantritt eingeleitetes Bauvorhaben geriet finanziell aus dem Ruder – so ähnlich wie die Elbphilharmonie dem Hamburger Senat, der Stuttgarter Hauptbahnhof der Deutschen Bahn oder der Großflughafen Willy Brandt dem Berliner Regierenden Bürgermeister. Und, von der Meute gehetzt, verhedderte sich Tebartz-van Elst in der Mediendebatte um eine Flugreise und dem diese Debatte prägenden Interpretations-Hick-Hack. Das öffentliche Getöse um beides ist gewaltig geworden – in der Presse und auch in kirchlichen Kreisen. Und manches mag sogar unerfreulich sein. Es ist alles aber kein Grund dafür, Persönlichkeiten mit oder ohne Schlips, mit oder ohne Kollar zu schwankenden Gestalten werden zu lassen.

Denn in Wirklichkeit geht es um einen Kampf in der Kirche um die Kirche. Und in diesem Kampf steht Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst auf der richtigen Seite!

Zum Verfasser: Bernhard Mihm ist Kuratoriumsmitglied des „Forums deutscher Katholiken“. Mihm, langjähriger Kommunalpolitiker, war vor seinem Umzug nach Paderborn u.a. Fraktionsvorsitzender der CDU und Stadtverordnetenvorsteher im Frankfurter Stadtparlament gewesen.

Foto Bischof Tebartz-van Elst (c) Bistum Limburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Tebartz-van Elst

  1. „Nach Missbrauchs-Skandal wirkt Badewannen-Diskussion lächerlich“
  2. Früherer Limburger Bischof Tebartz bei Exerzitien des Papstes
  3. Tebartz-van Elst wirbt für «Mut zur Identität» in der Kirche
  4. Tebartz-van Elst nimmt an Fastenexerzitien des Papstes teil
  5. Tebartz-van Elst äußert sich erstmals wieder: Barmherzigkeit ist alles
  6. Tebartz-van Elst muss keinen Schadenersatz leisten
  7. Zeitung: Papst gegen Schadenersatz durch Tebartz- van Elst
  8. Limburger Staatsanwaltschaft bekräftigt ihre Rechtsauffassung
  9. «Bild»: Bistum Limburg will Schadensersatz von Tebartz-van Elst
  10. Bischof Tebartz-van Elst in geändertem Outfit






Top-15

meist-gelesen

  1. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  2. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  5. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  6. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  7. DANKE JUSTIN! - Kanadischer Sänger bringt Stadion während WM-Finale mit „Halleluja“ zum Schweigen!
  8. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  9. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  10. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  11. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  12. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  13. INSA-Umfrage: Relative Mehrheit der Deutschen lehnt Leihmutterschaft ab
  14. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  15. Birkenstock springt auf "Nun Girl Summer"-Trend auf: Animierte Filz-Nonne in Birkenstock-Sandalen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz