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Papst Franziskus: Ich bin ein Sünder!

26. September 2013 in Aktuelles, 75 Lesermeinungen
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Jesuitenzeitschriften Civilta' Cattolica und "Stimmen der Zeit" veröffentlicht umfassendes Interview mit Papst Franziskus - ACHTUNG: Korrigierte Version des Interviews. Stand 25.9.


Rom (kath.net)
Papst Franziskus hat in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview gegenüber der Jesuiten-Zeitschrift Civilta' Cattolica zu zahlreichen Themen Stellung genommen. Das Interview führte Antonio Spadaro SJ, Direktor von Civilta' Cattolica. In dt. Sprache wurde das Interview von "Stimmen der Zeit" veröffentlicht. [Anm.: Dies ist die korrigierte Version, Stand 25.9.2013]

Santa Marta, Montag, 19. August 2013, 9.50 Uhr

Es ist Montag, der 19. August. Papst Franziskus hat mir für 10 Uhr ein Treffen mit ihm im Gästehaus Santa Marta gewährt. Von meinem Vater habe ich die Gewohnheit geerbt, immer vor der vereinbarten Zeit einzutreffen. Die Personen, die mich empfangen, lassen mich in einem kleinen Saal Platz nehmen. Aber ich brauche nicht lange zu warten: Schon nach wenigen Minuten werde ich zum Aufzug begleitet. In diesen zwei Minuten habe ich Zeit, mich daran zu erinnern, dass (Mitte Juni 2013) in Lissabon bei einem Treffen von Chefredakteuren einiger Jesuiten-Zeitschriften der Vorschlag aufgetaucht war, wir sollten alle gemeinsam ein Interview mit dem Papst veröffentlichen. Ich hatte mit den anderen Chefredakteuren darüber diskutiert und einige Fragen entworfen, die die Interessen aller zum Ausdruck bringen würden. - Als ich den Aufzug verlasse, sehe ich den Papst, der mich schon an der Tür erwartet. Ja, ich hatte tatsächlich den angenehmen Eindruck, durch keine Türen gegangen zu sein.

Ich betrete sein Zimmer, und der Papst lässt mich auf einem bequemen Stuhl Platz nehmen. Er selbst setzt sich auf einen höheren und härteren Sessel - wegen seiner Rückenprobleme. Das Ambiente ist einfach, ja karg. Der Arbeitsplatz am Schreibtisch ist sehr schlicht. Ich bin betroffen von der Schlichtheit der Ausstattung. Es gibt wenige Bücher, wenig Papier, wenige Kunstgegenstände. Darunter eine Ikone des heiligen Franziskus, eine Statue Unserer Lieben Frau von Luján, der Schutzpatronin Argentiniens, eine Statue des schlafenden heiligen Josef, die jener sehr ähnlich ist, die ich schon in dem Zimmer gesehen hatte, das er als Rektor und Provinzial am Colegio Máximo von San Miguel bewohnt hatte. Die Spiritualität von Bergoglio setzt sich nicht aus »harmonisierten Energien« zusammen, wie er es nennen würde, sondern aus menschlichen Gesichtern: Christus, der heilige Franziskus, der heilige Josef, Maria.

Der Papst empfängt mich mit dem Lächeln, das inzwischen vielfach um die Welt gegangen ist und die Herzen öffnet. Wir beginnen, über verschiedene Themen zu sprechen, aber vor allem über seine Brasilienreise. Der Papst betrachtet sie als eine wahre Gnade. Ich frage ihn, ob er sich ausgeruht habe. Er bejaht das, sagt, es gehe ihm gut, aber vor allem sei der Weltjugendtag für ihn ein »Mysterium« gewesen. Er sagt mir, dass er bis dahin nicht gewohnt gewesen war, vor so großen Menschenmassen zu sprechen: »Es gelingt mir, die einzelnen Personen, eine nach der anderen, anzuschauen, in persönlichen Blickkontakt mit denen zu treten, die ich vor mir habe. An die Massen habe ich mich noch nicht gewöhnt.«

Ich sage ihm, dass das stimmt und dass es alle berührt. Man sieht es: Wenn er unter Menschen ist, ruhen seine Blicke tatsächlich immer auf den Einzelnen. Dann projizieren die Fernsehkameras die Bilder, die alle sehen können; aber so kann er sich frei fühlen, wenigstens direkt in persönlichem Augenkontakt mit denen zu treten, die er vor sich hat. Mir scheint, dass es ihm gefällt, diesen direkten Augenkontakt mit Personen zu haben, die er vor sich sieht; das heißt, dass er der sein kann, der er tatsächlich ist, und seine gewohnte Art, mit den anderen zu kommunizieren, nicht ändern muss, auch wenn er Millionen Menschen vor sich hat, wie es am Strand von Copacabana der Fall war.

Bevor ich das Aufnahmegerät einschalte, sprechen wir auch über andere Dinge. Als er eine Publikation von mir kommentiert, sagt er, dass die zwei von ihm besonders geschätzten zeitgenössischen französischen Denker Henri de Lubac1 und Michel de Certeau2 seien. Auch ich sage ihm etwas eher Persönliches. Dann spricht er über sich und insbesondere über seine Wahl zum Papst. Er sagt mir: Als ihm das Risiko, gewählt zu werden, am Mittwoch, dem 13. März, beim Mittagessen bewusst geworden sei, habe er einen tiefen und unerklärlichen Frieden und einen inneren Trost gespürt - zugleich mit einer völligen Dunkelheit, einer tiefen Finsternis. Und diese Gefühle haben ihn bis zur Wahl begleitet.

Ich würde gern noch länger so vertraut mit ihm reden, aber nun nehme ich doch die Blätter, auf denen ich einige Fragen notiert habe, und schalte das Aufnahmegerät ein. Zunächst danke ich ihm im Namen aller Chefredakteure der Jesuiten- Zeitschriften, die dieses Interview veröffentlichen werden.

Kurz vor der Audienz, die er den Jesuiten der Civiltà Cattolica gewährte,3 hat der Papst mir gegenüber geäußert, dass er große Schwierigkeiten habe, Interviews zu geben. Er sagt mir, er ziehe es vor, mehr nachzudenken, statt in Augenblicksinterviews aus dem Stand Antworten zu geben. Er spüre, dass ihm die richtigen Antworten erst kommen, nachdem er die erste Antwort gegeben hat. »Ich habe mich selbst nicht wiedererkannt, als ich auf dem Rückflug von Rio de Janeiro den Journalisten, die mir die Fragen stellten, antwortete«, sagt er zu mir.

Aber es stimmt: In diesem Interview fühlt sich der Papst mehrmals so frei, das, was er auf eine Frage antwortet, zu unterbrechen, um zur vorherigen Antwort noch etwas hinzuzufügen. Ein Gespräch mit Papst Franziskus ist wie ein Vulkanstrom von Ideen, die sich miteinander verknüpfen. Selbst wenn ich mir Notizen mache, habe ich das unangenehme Gefühl, einen sprudelnden Dialog zu unterbrechen. Es ist klar, dass Papst Franziskus mehr an Gespräche als an das Ablesen eines vorbereiteten Textes gewöhnt ist.

Wer ist Jorge Mario Bergoglio?

Ich habe die Fragen vor mir, aber ich beschließe, nicht dem von mir vorbereiteten Entwurf zu folgen, und frage den Papst etwas unvermittelt: »Wer ist JorgeMario Bergoglio?« Der Papst blickt mich schweigend an. Ich frage ihn, ob man ihm eine solche Frage stellen darf. Er gibt mir ein Zeichen, dass er die Frage akzeptiert, und sagt: »Ich weiß nicht, was für eine Definition am zutreffendsten sein könnte… Ich bin ein Sünder. Das ist die richtigste Definition. Und es ist keine Redensart, kein literarisches Genus. Ich bin ein Sünder.«

Der Papst denkt weiter nach, ergriffen, so als hätte er diese Frage nicht erwartet, als wäre er gezwungen, eine weitere Überlegung anzustellen.

»Ja, ich kann vielleicht sagen, ich bin ein wenig gewieft, ich verstehe mich zu bewegen, aber es stimmt, dass ich auch ein bisschen arglos bin. Ja, aber die beste Zusammenfassung, die mir aus dem Innersten kommt und die ich für die zutreffendste halte, lautet: ›Ich bin ein Sünder, den der Herr angeschaut hat.‹ Und er wiederholt: »Ich bin einer, der vom Herrn angeschaut wird. Meinen Wahlspruch Miserando atque eligendo habe ich immer als sehr zutreffend für mich empfunden.«

Der Wahlspruch des Papstes stammt aus den Homilien des heiligen Beda Venerabilis, der in seinem Kommentar zur Episode der Berufung des heiligen Matthäus schreibt: »Jesus sah einen Zöllner, und als er ihn liebevoll anblickte und erwählte, sagte er zu ihm: Folge mir!« Und der Papst fügt hinzu: »Das lateinische Gerundium miserando scheint mir sowohl ins Italienische wie ins Spanische unübersetzbar zu sein. Ich würde es am liebsten mit einem anderen Gerundium übersetzen, das es gar nicht gibt: misericordiando.«

Papst Franziskus fährt mit einem Gedankensprung, dessen Sinn ich nicht gleich verstehe, in seiner Betrachtung fort: »Ich kenne Rom nicht. Ich kenne nur wenige Orte der Stadt. Darunter Santa Maria Maggiore; dorthin bin ich immer wieder gegangen.«5 Ich lache und sage zu ihm: »Das haben wir alle sehr wohl verstanden, Heiliger Vater!«

»Ja doch«, fährt der Papst fort, »ich kenne Santa Maria Maggiore, Sankt Peter… Aber wenn ich nach Rom kam, habe ich immer in der Via Scrofa gewohnt. Von dort besuchte ich oft die Kirche San Luigi dei Francesi; dorthin ging ich, um das von Caravaggio gemalte Bild von der Berufung des heiligen Matthäus zu betrachten.«

Ich beginne zu ahnen, was mir der Papst sagen will. »Dieser Finger Jesu, der auf Matthäus weist - so bin ich, so fühle ich mich, wie Matthäus.« Und hier wird der Papst entschieden, so als hätte er das Bild von sich, nach dem er suchte, erfasst: »Es ist die Geste des Matthäus, die mich betroffen macht: Er packt sein Geld, als wollte er sagen: ›Nein, nicht mich! Dieses Geld gehört mir nicht! Siehe, das bin ich: ein Sünder, den der Herr angeschaut hat.‹ Und das habe ich gesagt, als sie mich fragten, ob ich meine Wahl zum Papst annehme.« Dann murmelt er: »Peccator sum, sed super misericordia et infinita patientia Domini nostri Jesu Christi confisus et in spiritu penitentiae accepto.«6

Warum sind Sie Jesuit geworden?

Ich begreife, dass diese Formel bei der Annahme der Wahl für Papst Franziskus auch ein Identitätsausweis ist. Da gibt es nichts mehr hinzuzufügen. Ich fahre mit der ersten der vorbereiteten Fragen fort: »Heiliger Vater, was hat Sie zum Eintritt in die Gesellschaft Jesu bewogen? Was hat Sie am Jesuitenorden besonders berührt?«

»Ich wollte etwas mehr, wusste aber nicht, was. Ich war ins Priesterseminar eingetreten. Die Dominikaner gefielen mir, und ich hatte Dominikaner als Freunde. Aber dann habe ich die Gesellschaft Jesu gewählt, die ich gut kannte, weil das Seminar den Jesuiten anvertraut war. An der Gesellschaft Jesu haben mich drei Dinge berührt: der Sendungscharakter, die Gemeinschaft und die Disziplin. Das mutet seltsam an, weil ich von Geburt an ein undisziplinierter Mensch bin. Aber die Disziplin der Jesuiten, ihre Art, die Zeit einzusetzen, hat mich sehr beeindruckt.«

»Und dann etwas, das für mich wirklich fundamentale Bedeutung hat: die Gemeinschaft. Ich sehe mich nicht als einsamen Priester. Ich brauche Gemeinschaft. Und das wird aus der Tatsache verständlich, dass ich hier in Santa Marta wohne: Als ich in das Haus einzog, wurde mir per Los das Zimmer 207 zugeteilt. Das Zimmer, in dem wir uns jetzt befinden, war ein Gästezimmer. Ich habe mich entschieden, hier, im Zimmer 201, zu wohnen, weil ich, als ich die päpstliche Wohnung in Besitz nahm, in mir ein deutliches ›Nein‹ spürte. Das päpstliche Appartement im Apostolischen Palast ist nicht luxuriös. Es ist alt, geschmackvoll eingerichtet und groß, nicht luxuriös. Aber letztendlich gleicht es einem umgekehrten Trichter. Es ist groß und geräumig, aber der Eingang ist wirklich schmal. Man tritt tropfenweise ein. Das ist nichts für mich. Ohne Menschen kann ich nicht leben. Ich muss mein Leben zusammen mit anderen leben.«

Während der Papst von Sendung und Gemeinschaft spricht, fallen mir alle jene Dokumente der Gesellschaft Jesu ein, in denen von »Gemeinschaft für die Sendung« die Rede ist. Und das finde ich in seinen Worten wieder.

Was bedeutet es für einen Jesuiten, Papst zu sein?

Ich frage den Papst, was es für ihn bedeutet, dass er der erste Jesuit ist, der zum Bischof von Rom gewählt wurde: »Wie verstehen Sie den Dienst an der Gesamtkirche, zu dessen Erfüllung Sie berufen wurden, im Licht der ignatianischen Spiritualität? Was bedeutet es für einen Jesuiten, zum Papst gewählt zu werden? Welcher Punkt der ignatianischen Spiritualität hilft Ihnen am besten, Ihr Amt zu leben?«


»Die Unterscheidung«, antwortet Papst Franziskus, »ist eines der Anliegen, die den heiligen Ignatius innerlich am meisten beschäftigt haben.7 Für ihn ist sie ein Kampfmittel, um den Herrn besser kennenzulernen und ihm in größerer Nähe zu folgen. Mich hat immer eine Maxime betroffen gemacht, mit der die Vision des Ignatius beschrieben wird: Non coerceri a maximo, sed contineri a minimo divinum est.8 Über diesen Satz habe ich auch im Blick auf die Leitung, auf die Erfüllung des Amtes des Superiors viel nachgedacht: sich nicht vom größeren Raum einnehmen zu lassen, sondern imstande zu sein, im engsten Raum zu bleiben. Diese Tugend des Großen und des Kleinen ist die Großmut, die uns aus der Stellung, in der wir uns befinden, immer den Horizont sehen lässt: tagtäglich die großen und die kleinen Dinge des Alltags mit einem großen und für Gott und für die anderen offenen Herzen zu erledigen. Das heißt, die kleinen Dinge wertzuschätzen innerhalb der großen Horizonte, jenen des Reiches Gottes.«

»Diese Maxime bietet die Parameter, um eine korrekte Haltung für die Unterscheidung einzunehmen, um die Dinge Gottes von seinem ›Gesichtspunkt‹ her zu sehen. Für den heiligen Ignatius müssen die großen Prinzipien in den Umständen von Raum, Zeit und Personen verkörpert sein. Johannes XXIII. nahm diese Haltung bei der Leitung ein, als er den Grundsatz wiederholte: Omnia videre, multa dissimulare, pauca corrigere (Alles sehen, viel übersehen, wenig korrigieren). Denn auch wenn er alles, die großen Dimensionen, sah, beschäftigte er sich nur mit Wenigem, in einer sehr kleinen Dimension. Man kann große Projekte haben und sie verwirklichen, indem man auf wenige kleine Dinge als Grundlage setzt. Oder man kann schwache Mittel einsetzen, die sich als wirkungsvoller erweisen als die starken, sagt auch der heilige Paulus im ersten Korintherbrief.«9

»Diese Unterscheidung braucht Zeit. Viele meinen zum Beispiel, dass Veränderungen und Reformen kurzfristig erfolgen können. Ich glaube, dass man immer genügend Zeit braucht, um die Grundlagen für eine echte, wirksame Veränderung zu legen. Und das ist die Zeit der Unterscheidung. Manchmal spornt uns die Unterscheidung jedoch dazu an, etwas sofort zu erledigen, was man eigentlich später tun wollte. Und so ist es auch mir in diesen Monaten ergangen. Die Unterscheidung erfolgt immer in der Gegenwart des Herrn, indem wir auf die Zeichen achten, die Dinge, die geschehen, hören, mit den Menschen, besonders mit den Armen, fühlen. Meine Entscheidungen, auch jene, die mit dem normalen Alltagsleben zu tun haben, wie die Benutzung eines einfachen Autos, sind an eine geistliche Unterscheidung gebunden, die auf ein Erfordernis antwortet, das durch die Umstände, die Menschen und durch das Lesen der Zeichen der Zeit entsteht. Die Unterscheidung im Herrn leitet mich in meiner Weise des Führens.«

»Ich misstraue jedoch Entscheidungen, die improvisiert getroffen wurden. Ich misstraue immer der ersten Entscheidung, das heißt, der ersten Sache, die zu tun mir in den Sinn kommt. Sie ist im Allgemeinen falsch. Ich muss warten, innerlich abwägen, mir die nötige Zeit nehmen. Die Weisheit der Unterscheidung gleicht die notwendige Zweideutigkeit des Lebens aus und lässt uns die geeignetsten Mittel finden, die nicht immer mit dem identisch sind, was als groß und stark erscheint.«

Die Gesellschaft Jesu

Die Unterscheidung ist also ein Stützpfeiler der Spiritualität des Papstes. Darin kommt in besonderer Weise seine jesuitische Identität zum Ausdruck. Ich frage ihn, wie seiner Meinung nach die Gesellschaft Jesu der Kirche heute dienen könne, worin ihre Besonderheit bestehe, aber auch, welche Risiken sie eingehe.

»Die Gesellschaft Jesu ist eine Institution, die sich in Spannung, immer radikal in Spannung befindet. Der Jesuit ist dezentriert. Die Gesellschaft Jesu in sich selbst ist dezentriert: Ihr Zentrum ist Christus und seine Kirche. Also: Wenn die Gesellschaft Jesus Christus und die Kirche als Mitte hat, hat sie zwei fundamentale Bezugspunkte für ihr Gleichgewicht, um an den Rändern der Gesellschaft zu leben. Wenn die Gesellschaft Jesu jedoch ihren Blick allzu sehr auf sich selbst richtet, stellt sie sich als sehr solide, gut gewappnete Struktur in den Mittelpunkt und läuft damit Gefahr, sich sicher und selbstgenügend zu fühlen. Die Gesellschaft Jesu muss immer den Deus semper maior vor sich haben, die Suche nach der immer größeren Ehre Gottes; sie muss vor sich haben die Kirche, die wahre Braut unseres Herrn Christus des Königs, der uns gewinnt und dem wir unsere ganze Person und unser ganzes Schicksal aufopfern, obwohl wir nur unzureichende tönerne Gefäße sind. Diese Spannung führt uns ständig aus uns selbst heraus. Was die dezentrierte Gesellschaft wirklich stark macht, ist dann das zugleich väterliche und brüderliche Mittel der ›Gewissensrechenschaft‹, weil es ihr eben hilft, besser in die Sendung hinauszugehen.«

Hier bezieht sich der Papst auf einen besonderen Punkt der Konstitutionen der Gesellschaft Jesu, wo geschrieben steht, dass »der Jesuit sein Gewissen offenlegen muss«, das heißt »seine innere Situation, die er so lebt, dass der Obere bewusster und umsichtiger sein kann, wenn er den Betreffenden zur Erfüllung seines Auftrags entsendet.«10

»Aber es ist schwierig, über die Gesellschaft Jesu zu sprechen«, fährt Papst Franziskus fort: »Wenn man zu viel erklärt, besteht die Gefahr von Missverständnissen. Die Gesellschaft Jesu kann man nur in erzählerischer Form darstellen. Nur in der Erzählung kann man die Unterscheidung anstellen, nicht aber in der philosophischen oder theologischen Darlegung, wo man diskutieren kann. Der Stil der Gesellschaft Jesu ist nicht der Stil der Diskussion, sondern jener der Unterscheidung, die natürlich die Diskussion im Prozess voraussetzt. Das mystische Umfeld definiert nie seine Grenzen, schließt das Denken nicht ab. Der Jesuit muss immer ein Mensch von unabgeschlossenem, von offenem Denken sein. Es hat in der Gesellschaft Zeiten gegeben, in denen ein strenges, geschlossenes, eher instruktiv-asketisches als ein mystisches Denken gelebt wurde; diese Entstellung hat die Epitome Instituti11 hervorgebracht.«

Hier bezieht sich der Papst auf eine Art praktische Zusammenfassung, die in der Gesellschaft Jesu im 20. Jahrhundert verfasst wurde und in Gebrauch war und als ein Ersatz der Konstitutionen angesehen wurde. Von diesem Text wurde die Ausbildung der Jesuiten lange Zeit geprägt; das ging so weit, dass manche die Konstitutionen gar nicht mehr lasen, die doch der Grundlagentext sind. Aus Sicht von Papst Franziskus drohten während dieser Zeit die Regeln den ursprünglichen Geist des Ordens zu verdrängen, und die Gesellschaft Jesu sei der Versuchung erlegen, das Charisma zu detailliert zu erläutern und festzuschreiben.

Der Papst fährt fort: »Der Jesuit denkt immer weiterführend, in Kontinuität, mit Blick auf den Horizont, in dessen Richtung er gehen soll, während er Christus im Zentrum hat. Das ist seine wahre Stärke, sie spornt ihn dazu an, auf der Suche, schöpferisch und hochherzig zu sein. Sie muss daher heute mehr denn je contemplativa in actione (beschaulich im aktiven Tun) sein, sie muss eine tiefe Nähe zur ganzen Kirche haben, die als ›Volk Gottes‹ und ›heilige hierarchische Mutter Kirche‹ verstanden wird. Das verlangt viel Demut, Opfer, Mut, besonders wenn man Unverständnis erlebt oder Gegenstand von Missverständnissen und Verleumdungen ist, aber es ist die fruchtbarste Haltung. Denken wir an die vergangenen Spannungen wegen der chinesischen und der malabarischen Riten sowie an die Reduktionen in Paraguay.«12

»Ich bin selbst Zeuge von Missverständnissen und Problemen, welche die Gesellschaft Jesu auch in jüngster Zeit erlebt hat. Darunter die schweren Zeiten, als es um die Ausweitung des ›vierten Gelübdes‹, des Gehorsams gegenüber dem Papst, auf alle Jesuiten ging. Was mir zur Zeit von Pater Pedro Arrupe13 Sicherheit gab, war die Tatsache, dass er ein Mann des Gebetes war, ein Mann, der viel Zeit im Gebet verbrachte. Ich erinnere mich, wie er nach Art der Japaner am Boden sitzend lange Zeit im Gebet verbrachte. Dadurch hatte er die richtige Haltung und traf die richtigen Entscheidungen.«

Das Vorbild: Peter Faber, ein »reformierter Priester«

An diesem Punkt frage ich mich, ob es unter den Jesuiten von den Anfängen der Gesellschaft Jesu bis heute Gestalten gibt, die ihn besonders berührt haben. Und so frage ich den Papst, ob es sie gibt, welche es sind und warum. Der Papst beginnt mit der Nennung von Ignatius14 und Franz Xaver,15 aber dann hält er bei einer Gestalt inne, die die Jesuiten kennen, die aber sicher nicht allgemein bekannt ist: der selige Peter Faber (1506 -1546) aus Savoyen. Er ist einer der ersten Gefährten des heiligen Ignatius, ja der Erste, mit dem er das Zimmer teilte, als beide Studenten an der Sorbonne waren. Der Dritte im selben Zimmer war Franz Xaver. Pius IX. hat Peter Faber am 5. September 1872 seliggesprochen; der Heiligsprechungsprozess ist im Gang.

Der Papst erwähnt eine Ausgabe von Peter Fabers Memoriale, die er von zwei Jesuitenfachleuten (Miguel A. Fiorito und Jaime H. Amadeo) erstellen ließ, als er Provinzial war. Eine Ausgabe, die dem Papst besonders gefällt, ist die von Michel de Certeau. Ich frage ihn, warum er gerade von Faber so beeindruckt ist, welche Züge seiner Gestalt ihm imponieren:

»Der Dialog mit allen, auch mit den Fernstehenderen und Gegnern, die schlichte Frömmigkeit, vielleicht eine gewisse Naivität, die unmittelbare Verfügbarkeit, seine aufmerksame innere Unterscheidung, die Tatsache, dass er ein Mann großer und starker Entscheidungen und zugleich fähig war, so sanftmütig, so sanftmütig zu sein …«

Während Papst Franziskus die persönlichen Wesensmerkmale seines Lieblingsjesuiten aufzählt, begreife ich, wie sehr diese Gestalt für ihn tatsächlich ein Lebensvorbild gewesen ist. Michel de Certeau nennt Faber schlicht und einfach den »reformierten Priester«,16 für den innere Erfahrung, dogmatische Formulierung und Strukturreform eng und unlösbar miteinander verbunden sind. Es scheint mir also begreiflich zu sein, dass sich Papst Franziskus gerade an dieser Art von Reform inspiriert. Der Papst fährt dann mit einer Betrachtung über das wahre Gesicht des Gründers der Gesellschaft Jesu fort:

»Ignatius ist ein Mystiker, kein Asket. Ich ärgere mich, wenn ich jemanden sagen höre, die Geistlichen Übungen seien nur dann ignatianisch, wenn sie schweigend vollzogen werden. In Wirklichkeit können auch Exerzitien, die mitten im Lebensalltag und nicht schweigend vollzogen werden, vollkommen ignatianisch sein. Jene verzerrende Strömung, die das Asketentum, das Schweigen und die Buße unterstreicht, hat sich besonders im spanischen Umfeld auch in der Gesellschaft Jesu verbreitet. Ich stehe hingegen der mystischen Strömung von Louis Lallement17 und Jean-Joseph Surin18 nahe. Und auch Peter Faber war ein Mystiker.«

Die Erfahrung von Führung und Leitung

Welche Art von Leitungserfahrung hat Pater Bergoglios Ausbildung - er war zunächst Hausoberer und dann Provinzoberer in der Gesellschaft Jesu - weiter reifen lassen? Der Führungsstil der Gesellschaft setzt die Entscheidung seitens des Oberen, aber auch das Gegenüber mit seinen Konsultoren (Beratern) voraus.

Und so frage ich den Papst: »Denken Sie, dass Ihre Führungserfahrung aus der Vergangenheit Ihnen bei Ihrer aktuellen Leitung der Gesamtkirche dienen kann?« Papst Franziskus wird nach einer kurzen Überlegungspause ernst, bleibt dabei aber sehr gelassen:

»Um die Wahrheit zu sagen: In meiner Erfahrung als Oberer in der Gesellschaft habe ich mich nicht immer so korrekt verhalten, dass ich die notwendigen Konsultationen durchführte. Und das war keineswegs gut. Mein Führungsstil als Jesuit hatte anfangs viele Mängel. Es war eine schwere Zeit für die Gesellschaft Jesu: Eine ganze Jesuitengeneration war ausgefallen. Deshalb wurde ich schon in sehr jungen Jahren zum Provinzial ernannt. Ich war erst 36 Jahre alt - eine Verrücktheit! Ich musste mich mit sehr schwierigen Situationen auseinandersetzen und traf meine Entscheidungen schroff und eigenmächtig. Ja, aber etwas muss ich doch noch hinzufügen: Wenn ich einer Person eine Sache anvertraue, habe ich totales Vertrauen zu dieser Person. Sie muss wirklich einen sehr schweren Fehler begehen, bevor ich sie zurechtweise. Dessen ungeachtet sind die Menschen des Autoritarismus überdrüssig. Meine autoritäre und schnelle Art, Entscheidungen zu treffen, hat mir ernste Probleme und die Beschuldigung eingebracht, ultrakonservativ zu sein. Ich habe eine Zeit einer großen inneren Krise durchgemacht, als ich in Córdoba lebte. Nun bin ich sicher nicht wie die selige Imelda19 gewesen, aber ich bin nie einer von den ›Rechten‹ gewesen. Es war meine autoritäre Art, Entscheidungen zu treffen, die Probleme verursachte.«

»Ich spreche von diesen Dingen als einer Lebenserfahrung und um begreiflich zu machen, welche Gefahren es gibt. Mit der Zeit habe ich vieles gelernt. Der Herr hat mir diese Führungspädagogik ungeachtet meiner Fehler und Sünden gewährt. So hatte ich als Erzbischof von Buenos Aires alle vierzehn Tage ein Treffen mit meinen sechs Weihbischöfen und mehrmals im Jahr mit dem Priesterrat. Es wurden Fragen gestellt und der Raum für die Diskussion geöffnet. Das hat mir sehr geholfen, die besten Entscheidungen zu fällen. Und nun höre ich gewisse Personen, die mir sagen: ›Man soll nicht zu viel beraten, sondern entscheiden.‹ Ich glaube jedoch, dass die Konsultation sehr wichtig ist. Die Konsistorien und die Synoden sind zum Beispiel wichtige Orte, um diese Konsultation wahrhaftig und aktiv durchzuführen. Man sollte sie in der Form allerdings weniger starr gestalten. Ich wünsche mir wirkliche, keine formellen Konsultationen. Das Gremium der acht Kardinäle - diese Beratungsgruppe von außen - ist nicht allein meine Entscheidung, sondern Frucht des Willens der Kardinäle, wie er bei den Generalkongregationen vor dem Konklave zum Ausdruck gebracht wurde. Und ich will, dass es echte, keine formellen Beratungen geben wird.«

»Mit der Kirche fühlen«

Ich bleibe beim Thema Kirche und versuche zu verstehen, was es für Papst Franziskus genau bedeutet »mit der Kirche zu fühlen«, wovon der heilige Ignatius in seinen Geistlichen Übungen schreibt. Der Papst antwortet, ohne zu zögern, mit einem Bild:

»Das Bild der Kirche, das mir gefällt, ist das des heiligen Volkes Gottes. Die Definition, die ich oft verwende, ist die des Konzilsdokuments Lumen gentium in Nummer 12. Die Zugehörigkeit zu einem Volk hat einen großen theologischen Wert: Gott hat in der Heilsgeschichte ein Volk erlöst. Es gibt keine volle Identität ohne die Zugehörigkeit zu einem Volk. Niemand wird allein gerettet, als isoliertes Individuum. Gott zieht uns an sich und betrachtet dabei die komplexen Gebilde der zwischenmenschlichen Beziehungen, die sich in der menschlichen Gesellschaft abspielen. Gott tritt in diese Volksdynamik ein.«

»Das Volk ist das Subjekt. Und die Kirche ist das Volk Gottes auf dem Weg der Geschichte - mit seinen Freuden und Leiden. Fühlen mit der Kirche bedeutet für mich, in dieser Kirche zu sein. Und das Ganze der Gläubigen ist unfehlbar im Glauben. Es zeigt diese Unfehlbarkeit im Glauben durch den übernatürlichen Glaubenssinn des ganzen Volkes Gottes auf dem Weg. So verstehe ich heute das Sentire cum ecclesia, von dem der heilige Ignatius spricht. Wenn der Dialog der Gläubigen mit dem Bischof und dem Papst auf diesem Weg geht und loyal ist, dann hat er den Beistand des Heiligen Geistes. Es ist also kein Fühlen, das sich auf die Theologen bezieht.«

»Es ist wie bei Maria: Wenn man wissen will, wer sie ist, fragt man die Theologen. Wenn man wissen will, wie man sie liebt, muss man das Volk fragen. Ihrerseits liebte Maria Jesus mit dem Herzen des Volkes - wie wir im Magnificat lesen. Man muss also nicht denken, dass das Verständnis des Sentire cum ecclesia nur an das Fühlen mit dem hierarchischen Teil der Kirche gebunden sei.«

Der Papst präzisiert nach einer Denkpause trocken, um Missverständnisse zu vermeiden: »Freilich muss man aufpassen, dass man nicht meint, diese Form der Unfehlbarkeit aller Gläubigen, von der ich im Licht des Konzils spreche, sei eine Art Populismus. Nein, es ist die Erfahrung der ›heiligen hierarchischen Mutter Kirche‹, wie sie der heilige Ignatius genannt hat, der Kirche als Volk Gottes, die Hirten und das Volk zusammen. Die Kirche ist die Ganzheit des Volkes Gottes. Ich sehe die Heiligkeit im Volk Gottes, seine tägliche Heiligkeit. Es gibt eine ›Mittelklasse der Heiligkeit‹, an der wir alle teilhaben können, von der Malègue spricht.«

Der Papst bezieht sich auf Joseph Malègue, einen ihm lieben französischen Schriftsteller, geboren 1876 und gestorben 1940. Er meint besonders seine unvollendete Trilogie Pierres noires - die Mittelklassen des Heils. Manche französische Kritiker nennen Malègue auch den »katholischen Proust«.

Der Papst fährt fort: »Ich sehe die Heiligkeit im geduldigen Volk Gottes: eine Frau, die ihre Kinder großzieht, ein Mann, der arbeitet, um Brot nach Hause zu bringen, die Kranken, die alten Priester, die so viele Verletzungen haben, aber auch ein Lächeln, weil sie dem Herrn gedient haben, die Schwestern, die so viel arbeiten und eine verborgene Heiligkeit leben. Das ist für mich die allgemeine Heiligkeit. Ich bringe Heiligkeit oft in Verbindung mit Geduld: nicht nur die Geduld als hypomoné,20 als das Auf-sich-Nehmen von Ereignissen und Lebensumständen, sondern auch als Ausdauer im täglichen Weitergehen. Das ist die Heiligkeit der kämpfenden Kirche, von der Ignatius auch spricht. Das war die Heiligkeit meiner Eltern, meines Vaters, meiner Mutter, meiner Großmutter Rosa, die mir so viel Gutes getan hat. In meinem Brevier habe ich das Testament meiner Großmutter Rosa. Ich lese es oft: Es ist für mich wie ein Gebet. Sie ist eine Heilige, die so viel gelitten hat - auch moralisch. Sie ist immer mit Mut vorangegangen.«

»Diese Kirche, mit der wir denken und fühlen sollen, ist das Haus aller - keine kleine Kapelle, die nur ein Grüppchen ausgewählter Personen aufnehmen kann. Wir dürfen die Universalkirche nicht auf ein schützendes Nest unserer Mittelmäßigkeit reduzieren. Und die Kirche ist Mutter. Die Kirche ist fruchtbar, und das muss sie sein. Schau, wenn ich negative Verhaltensweisen von Dienern der Kirche oder von Ordensmännern oder -frauen bemerke, ist das Erste, was mir in den Sinn kommt: ›eingefleischter Junggeselle!‹ oder ›alte Jungfer!‹ Sie sind weder Väter noch Mütter. Sie sind nicht imstande gewesen, Leben weiterzugeben. Wenn ich hingegen die Biografien der Salesianer-Missionare lese, die nach Patagonien gegangen sind, lese ich Geschichten von Leben, von Fruchtbarkeit.«

»Ein anderes Beispiel aus diesen Tagen: Ich habe gesehen, dass das Telefongespräch, das ich mit einem Jungen geführt habe, von den Zeitungen aufgegriffen wurde. Ich habe angerufen, weil er mir einen sehr schönen Brief geschrieben hatte, ganz einfach. Das war für mich ein Akt der Fruchtbarkeit. Ich habe mir bewusst gemacht, dass ein heranwachsender Junge einen als Vater angesehen hat und ihm etwas von seinem Leben erzählt. Der Vater kann nicht sagen: ›Darauf pfeife ich!‹ - Diese Fruchtbarkeit tut mir sehr gut.«

Junge und alte Kirchen

Ich bleibe beim Thema Kirche und stelle dem Papst eine Frage im Licht des jüngsten Weltjugendtages: »Dieses große Ereignis hat erneut die Scheinwerfer auf die Jugend gerichtet, aber auch auf diese ›geistlichen Lungen‹, die die jungen Kirchen darstellen. Welche Hoffnungen fließen aus diesen Kirchen für die Gesamtkirche?«

»Die jungen Kirchen entwickeln eine Synthese aus Glauben, Kultur und Leben auf dem Weg. Sie ist anders als die entwickelte Synthese der älteren Kirchen. Für mich ist das Verhältnis zwischen den älteren Kirchen und den jüngeren ähnlich dem Verhältnis von Jüngeren und Älteren in einer Gesellschaft: Sie bauen die Zukunft - die Einen mit ihrer Kraft, die Anderen mit ihrer Weisheit. Sie gehen selbstverständlich immer Risiken ein. Die jüngeren Kirchen halten sich für selbständig und autonom, die älteren wollen den jüngeren ihre kulturellenModelle aufdrücken. Die Zukunft baut man aber miteinander.«

Die Kirche - ein Feldlazarett

Papst Benedikt XVI. hat bei der Ankündigung seines Rücktritts die Welt als ein Subjekt rascher Veränderungen gezeichnet. Sie sei bewegt von sehr relevanten Fragen für das Glaubensleben, die Körper- und Geisteskräfte verlangten. Ich frage den Papst auch im Licht dessen, was er mir eben gesagt hat: »Was braucht die Kirche in diesem historischen Moment besonders? Sind Reformen nötig? Was sind Ihre Wünsche für die Kirche in den kommenden Jahren? Von welcher Kirche ›träumen‹ Sie?«

Papst Franziskus geht vom Anfang meiner Frage aus und beginnt: »Papst Benedikt hat einen Akt der Heiligkeit vollbracht, einen Akt der Größe, der Demut. Er ist ein Mann Gottes.« Papst Franziskus zeigt große Zuneigung und enorme Hochachtung für seinen Vorgänger.

»Ich sehe ganz klar« - fährt er fort -, »dass das, was die Kirche heute braucht, die Fähigkeit ist, Wunden zu heilen und die Herzen der Menschen zu wärmen - Nähe und Verbundenheit. Ich sehe die Kirche wie ein Feldlazarett nach einer Schlacht. Man muss einen Schwerverwundeten nicht nach Cholesterin oder nach hohem Zucker fragen. Man muss die Wunden heilen. Dann können wir von allem anderen sprechen. Die Wunden heilen, die Wunden heilen… Man muss ganz unten anfangen.«

»Die Kirche hat sich manchmal in kleine Dinge einschließen lassen, in kleine Vorschriften. Die wichtigste Sache ist aber die erste Botschaft: ›Jesus Christus hat dich gerettet.‹ Die Diener der Kirche müssen vor allem Diener der Barmherzigkeit sein. Der Beichtvater - zum Beispiel - ist immer in Gefahr, zu streng oder zu lax zu sein. Keiner von beiden ist barmherzig, denn keiner nimmt sich wirklich des Menschen an. Der Rigorist wäscht sich die Hände, denn er beschränkt sich auf das Gebot. Der Laxe wäscht sich die Hände, indem er einfach sagt: ›Das ist keine Sünde‹ - oder so ähnlich. Die Menschen müssen begleitet werden, die Wunden geheilt.«

»Wie behandeln wir das Volk Gottes? Ich träume von einer Kirche als Mutter und als Hirtin. Die Diener der Kirche müssen barmherzig sein, sich der Menschen annehmen, sie begleiten - wie der gute Samariter, der seinen Nächsten wäscht, reinigt, aufhebt. Das ist pures Evangelium. Gott ist größer als die Sünde. Die organisatorischen und strukturellen Reformen sind sekundär, sie kommen danach. Die erste Reform muss die der Einstellung sein. Die Diener des Evangeliums müssen in der Lage sein, die Herzen der Menschen zu erwärmen, in der Nacht mit ihnen zu gehen. Sie müssen ein Gespräch führen und in die Nacht hinabsteigen können, in ihr Dunkel, ohne sich zu verlieren. Das Volk Gottes will Hirten und nicht Funktionäre oder Staatskleriker. Die Bischöfe speziell müssen Menschen sein, die geduldig die Schritte Gottes mit seinem Volk unterstützen können, so dass niemand zurückbleibt. Sie müssen die Herde auch begleiten können, die weiß, wie man neue Wege geht.«

»Statt nur eine Kirche zu sein, die mit offenen Türen aufnimmt und empfängt, versuchen wir, eine Kirche zu sein, die neue Wege findet, die fähig ist, aus sich heraus und zu denen zu gehen, die nicht zu ihr kommen, die ganz weggegangen oder die gleichgültig sind. Die Gründe, die jemanden dazu gebracht haben, von der Kirche wegzugehen - wenn man sie gut versteht und wertet - können auch zur Rückkehr führen. Es braucht Mut und Kühnheit.«

Ich fasse zusammen, was der Papst sagt, und beziehe mich dann auf das Faktum, dass es Christen gibt, die in kirchlich nicht geregelten oder komplexen Situationen leben, Christen, die in einer oder anderer Weise offene Wunden haben. Ich denke an wiederverheiratete Geschiedene, homosexuelle Paare, andere schwierige Situationen. Wie kann man in solchen Fällen eine missionarische Seelsorge pflegen? Was betonen? Der Papst zeigt, dass er mich verstanden hat, und antwortet:

»Wir müssen das Evangelium auf allen Straßen verkünden, die frohe Botschaft vom Reich Gottes verkünden und - auch mit unserer Verkündigung - jede Form von Krankheit und Wunde pflegen. In Buenos Aires habe ich Briefe von homosexuellen Personen erhalten, die ›sozial verwundet‹ sind, denn sie fühlten sich immer von der Kirche verurteilt. Aber das will die Kirche nicht. Auf dem Rückflug von Rio de Janeiro habe ich gesagt, wenn eine homosexuelle Person guten Willen hat und Gott sucht, dann bin ich keiner, der sie verurteilt. Damit habe ich das gesagt, was der Katechismus sagt. Die Religion hat das Recht, die eigene Überzeugung im Dienst am Menschen auszudrücken, aber Gott hat uns in der Schöpfung frei gemacht: Es darf keine spirituelle Einmischung in das persönliche Leben geben. Einmal hat mich jemand provozierend gefragt, ob ich Homosexualität billige. Ich habe ihm mit einer anderen Frage geantwortet: ›Sag mir: Wenn Gott eine homosexuelle Person sieht, schaut er diese Existenz mit Liebe an oder verurteilt er sie und weist sie zurück?‹ Man muss immer die Person anschauen. Wir treten hier in das Geheimnis der Person ein. Gott begleitet die Menschen durch das Leben und wir müssen sie begleiten und ausgehen von ihrer Situation. Wir müssen sie mit Barmherzigkeit begleiten. Wenn das geschieht, gibt der Heilige Geist dem Priester ein, das Richtige zu sagen.«

»Das ist auch die Größe der Beichte: jeden Fall für sich zu bewerten, unterscheiden zu können, was das Richtige für einen Menschen ist, der Gott und seine Gnade sucht. Der Beichtstuhl ist kein Folterinstrument, sondern Ort der Barmherzigkeit, an dem der Herr uns anregt, das Bestmögliche zu tun. Ich denke auch an die Situation einer Frau, deren Ehe gescheitert ist, in der sie auch abgetrieben hat. Jetzt ist sie wieder verheiratet, ist zufrieden und hat fünf Kinder. Die Abtreibung belastet sie und sie bereut wirklich. Sie will als Christin weitergehen. Was macht der Beichtvater?«

»Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Ehen, mit Verhütungsmethoden. Das geht nicht. Ich habe nicht viel über diese Sachen gesprochen. Das wurde mir vorgeworfen. Aber wenn man davon spricht, muss man den Kontext beachten. Im Übrigen kennt man ja die Ansichten der Kirche, und ich bin ein Sohn der Kirche. Aber man muss nicht endlos davon sprechen.«

»Die Lehren der Kirche - dogmatische wie moralische - sind nicht alle gleichwertig. Eine missionarische Seelsorge ist nicht davon besessen, ohne Unterscheidung eine Menge von Lehren aufzudrängen. Eine missionarische Verkündigung konzentriert sich auf das Wesentliche, auf das Nötige. Das ist auch das, was am meisten anzieht, was das Herz glühen lässt - wie bei den Jüngern von Emmaus. Wir müssen also ein neues Gleichgewicht finden, sonst fällt auch das moralische Gebäude der Kirche wie ein Kartenhaus zusammen, droht, seine Frische und den Geschmack des Evangeliums zu verlieren. Die Verkündigung des Evangeliums muss einfacher sein, tief und ausstrahlend. Aus dieser Verkündigung fließen dann die moralischen Folgen.«

»Wenn ich das sage, denke ich auch an unsere Predigt und die Inhalte der Predigten. Eine schöne Predigt, eine echte Predigt muss beginnen mit der ersten Verkündigung, mit der Botschaft des Heils. Es gibt nichts Solideres, Tieferes, Festeres als diese Verkündigung. Dann muss eine Katechese kommen. Dann kann auch eine moralische Folgerung gezogen werden. Aber die Verkündigung der heilbringenden Liebe Gottes muss der moralischen und religiösen Verpflichtung vorausgehen. Heute scheint oft die umgekehrte Ordnung vorzuherrschen. Die Homilie ist der Maßstab, um Nähe und Fähigkeit der Begegnung zwischen Seelsorger und Volk zu messen. Wer predigt, muss das Herz seiner Gemeinschaft kennen, um zu sehen, wo die Frage nach Gott lebendig und heiß ist. Die evangelische Botschaft darf nicht auf einige Aspekte verkürzt werden. Auch wenn diese wichtig sind, können sie nicht allein das Zentrum der Lehre Jesu zeigen.«

Erster Papst aus einem Orden nach 182 Jahren

Papst Franziskus ist der erste Papst, der aus einem religiösen Orden kommt - nach dem Kamaldulenser Gregor XVI., der 1831, vor 182 Jahren, gewählt wurde. Ich frage also: »Was ist heute der spezifische Platz der Ordensmänner und Ordensfrauen in der Kirche?«

»Ordensleute sind Propheten. Sie sind diejenigen, die eine Nachfolge Jesu gewählt haben, die sein Leben im Gehorsam gegen den Vater nachahmt, Armut, Gemeinschaftsleben und Keuschheit. In diesem Sinn dürfen die Gelübde nicht zu Karikaturen werden, sonst wird zum Beispiel das Gemeinschaftsleben zur Hölle, die Keuschheit zum Leben als alter Junggeselle. Das Gelübde der Keuschheit muss ein Gelübde der Fruchtbarkeit sein. In der Kirche sind Ordensleute besonders berufen, Propheten zu sein, die bezeugen, wie Jesus auf dieser Erde gelebt hat, und die zeigen, wie das Reich Gottes in seiner Vollendung sein wird. Ein Ordensmann oder eine Ordensfrau darf nie auf Prophetie verzichten. Das bedeutet nicht, dass man sich gegen die hierarchische Seite der Kirche stellt, wenn die prophetische Funktion und die hierarchische Struktur nicht übereinstimmen. Ich spreche von einem positiven Vorschlag, der aber keine Angst machen darf. Denken wir daran, was so viele große heilige Mönche, Ordensfrauen und -männer seit dem Abt Antonius getan haben. Prophet zu sein, bedeutet manchmal, laut zu sein - ich weiß nicht, wie ich mich ausdrücken soll. Die Prophetie macht Lärm, Krach - manche meinen ›Zirkus‹. Aber in Wirklichkeit ist es ihr Charisma, Sauerteig zu sein: Die Prophetie verkündet den Geist des Evangeliums.«

Teil 2 des Interviews





Anmerkungen:
1 Henri de Lubac SJ (1896 -1991): französischer Theologe; nach der Enzyklika Humani generis zeitweiliger Entzug der Lehrerlaubnis, Peritus beim Zweiten Vatikanischen Konzil, 1983 Kardinal.
2 Michel de Certeau SJ (1925 -1986): französischer Soziologe, Historiker und Kulturphilosoph. Certeau hat über die Mystik von Pierre Favre SJ (Peter Faber) promoviert und die Werke des Mystikers Jean-Joseph Surin SJ herausgegeben.
3 Vgl. Udienza di Papa Francesco a La Civiltà Cattolica, in: La Civiltà Cattolica 164 (2013/III) 3-7 (Ausgabe 3913 vom 6. 7. 2013).
4 Vgl. Dekret 2 (Erklärung: Jesuiten heute) der 32. Generalkongregation der Gesellschaft Jesu (1974/75).
5 Santa Maria Maggiore ist eine der vier Patriarchalbasiliken Roms, gelegen auf dem Esquilinhügel (unweit des Hauptbahnhofs Stazione Termini). Am Morgen nach seiner Wahl besuchte Papst Franziskus kurz die Basilika und betete in einer Kapelle, wo er auch Blumen ablegte. Auch vor dem Abflug zum Weltjugendtag in Rio de Janeiro stattete er der dort aufbewahrten Marien-Ikone einen Besuch ab, zündete eine Kerze an und legte wieder ein Blumengebinde ab. Auch nach seiner Brasilienreise kam er kurz nach Santa Maria Maggiore und legte diesmal unter der Marien-Ikone einen Fußball und ein Trikot nieder, das Jugendliche ihm in Rio geschenkt hatten.
6 »Ich bin ein Sünder, aber im Vertrauen auf die Barmherzigkeit und die unendliche Geduld unseres Herrn Jesus Christus und im Geist der Buße nehme ich an.«
7 In den ignatianischen Exerzitien (Exerzitienbuch, Nr. 32) spielt die Unterscheidung der Geister (vgl. 1 Kor 12,10; 1 Joh 4,1- 6) eine entscheidende Rolle und stellt dort die zentrale Übung dar; vgl. Michael Schneider, Unterscheidung der Geister. Die ignatianischen Exerzitien in der Deutung von E. Przywara, K. Rahner und G. Fessard, Innsbruck 21987; Marianne Schlosser (Hg.), Die Gabe der Unterscheidung. Texte aus zwei Jahrtausenden, Würzburg 2008.
8 »Nicht begrenzt werden vom Größten und dennoch einbeschlossen im Kleinsten, das ist göttlich.« Diese Formulierung der flämischen Jesuiten zum 100-jährigen Bestehen des Ordens 1640 übernahm Hölderlin als Motto für seinen Hyperion.
9 Vgl. 1 Kor 1,27 sowie 1 Kor 9,22.
10 Vgl. Satzungen der Gesellschaft Jesu, Nr. 551.
11 1924 wurde ein Handbuch der für die Gesellschaft Jesu relevanten rechtlichen Bestimmungen herausgegeben. Es erschien unter dem Titel Epitome Instituti Societatis Iesu und wurde mehrfach überarbeitet. Entgegen ihrem Titel gibt es nicht nur das Eigenrecht der Gesellschaft Jesu wieder, sondern auch einschlägige Bestimmungen des allgemeinen Kirchenrechts. Eine stark von den Epitome geprägte Mentalität kann zum Rubrizismus führen, dem Regeln wichtiger sind als der Geist der Exerzitien.
12 Anspielung auf geschichtliche ›Problemfelder‹ bei der Missionierungsarbeit der Jesuiten, die zu Konflikten mit Rom führten.
13 Pedro Arrupe SJ (1907-1991): von 1965 bis 1983 Generaloberer der Gesellschaft Jesu.
14 Ignatius von Loyola SJ (1491-1556): baskischer Gründer der Gesellschaft Jesu (Jesuiten), 1622 heiliggesprochen.
15 Franz Xaver SJ (1506 -1552): Mitbegründer der Gesellschaft Jesu und Wegbereiter der christlichen Mission in Asien, 1622 heiliggesprochen, Patron der Missionen.
16 Die ersten Jesuiten, die in Oberitalien im Einsatz waren, wurden auch »pretiriformati« (Reformpriester) genannt, was in den 30er und 40er Jahren des 16. Jahrhunderts durchaus Assoziationen zu Anliegen reformatorischer Theologen wachwerden ließ und auch zu Verwechslungen führte.
17 Louis Lallement SJ (1578 -1635): französischer Theologe und Mystiker mit nachhaltigem Einfluss auf die Spiritualität der Gesellschaft Jesu und des geistlichen Lebens (»zweite Bekehrung«, »inneres Beten«).
18 Jean-Joseph Surin SJ (1600 -1665): französischer Theologe und Mystiker.
19 Redensartlich etwa: »ein Tugendlamm«.
20 Das im Neuen Testament verwendete griechische Wort für Geduld.


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Lesermeinungen

 Dornheimer 28. September 2013 
 

Worte des Papstes

Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und die Diensterfüllung dürfen doch nicht mit Heiligkeit in irgendeinen Kontext gebracht werden. Das führt doch entschieden zu weit. Wieso mußte es eine korrigierte Fassung geben ? Das ist doch eine der Fragen. Alles sehr wenig auf den Punkt gebracht. Von dem Pontifex Maximus muss mehr erwartet werden.


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 kreuz 27. September 2013 

@Theodor & Rolando

ich habe den link nicht reingestellt weil ich das toll finde,
sondern zur Information :-)


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 Theodor69 27. September 2013 
 

@kreuz

Politiker müssen darauf bedacht sein ihre Wähler mit bestimmten Aussagen zufrieden zu stellen. Dabei müssen sie aufpassen, wenn sie etwas für den "einen Flügel" sagen, dann darf es "dem anderen Flügel" nicht wehtun. Ein Papst und v.a. dieser Papst ist anders. Er muss das sagen was notwendig ist - und das tut er. Wer dann (zu Recht oder zu Unrecht) jubelt sollte wirklich egal sein. Ich wünsche mir auch keinen Papst, der es "den Anderen so richtig sagt", sondern einen der es auch mir "so richtig sagt", wo ich nachdenklich werde, meine Selbstgerechtigkeit überdenke und Dinge neu und anders sehe. Da ist dieser Papst - bei aller Wertschätzung gegenüber seinen Vorgängern - herausragend.


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 Antigone 27. September 2013 
 

@tokobi

Ja, genau! Ich lese das jetzt alles nicht nochmal!
Und an alle, die hier jammern: ist nicht vielleicht Euer Glaube zu schwach?


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 jadwiga 26. September 2013 

Man fragt sich unwillkürlich; Wo stehe ich als Sünder, wenn der Papst, der wöchentlich beichtet, viel betet, fastet, etc., sich selbst als ein Sünder bezeichnet?


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 TOKOBI 26. September 2013 
 

Die zweite Version? Schade, dass soetwas nötig ist!

Es wäre schöner, wenn man einfach die Stellen angegeben hätte, die fehlerhaft übersetzt wurden und die nun korrigiert sind. Man wäre dann nicht gezwungen, den gesamten Text noch einmal zu lesen; direkt kurz ist er ja nicht.


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 Rolando 25. September 2013 
 

Kreuz

Bitte aufpassen mit den Piusbrüdern,sie sind ungehorsam, es ist wie vor 2000 Jahren, die Pharisäer glaubten an Gott, achteten auf genaueste Einhaltung des Gesetzes, suchten bei Jesus das Haar in der Suppe,( fanden ganze Haarbüschel), erkannten jedoch Gott in Jesus nicht, waren dadurch auch nicht gehorsam. Heute wollen Einige es ganz genau machen, erkennen jedoch den von Gott Eingesetzten ( Papst Franziskus) nicht und sind ungehorsam. Glauben die Piusbrüder das sich der Heilige Geist irrt? Erkennen sie den Weg der göttlichen Barmherzigkeit nicht, die den Menschen bis zum Lebensende begleitet, oder ist jeder Verdammt der sich nicht nach dem Willen der Piusse sofort bekehrt? Der Herr gibt den Piusbrüdern doch auch alle Zeit dieser Welt um umzukehren. Ich schrieb dies weil Sie auf die Seite der PB hinwiesen.
Ihnen Gottes reichsten Segen


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 kreuz 24. September 2013 

zur Information

Das Papstinterview – die glaubenslose Welt jubelt

pius.info/lehramt/8298-das-papstinterview-die-glaubenslose-welt-jubelt


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 jadwiga 23. September 2013 

@Kreuz,

danke!
So ist es; Wir sollen alles tun, was in unserer Macht steht, um den Rest kümmert sich Gott!

Gott segne Sie!


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 kreuz 22. September 2013 


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 kreuz 22. September 2013 

@jadwiga

das Gefühl hab ich auch, daß die große Kerze bereits angezündet ist.
dake für den schönen Kommentar

www.kathtube.com/player.php?id=29889


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 jadwiga 22. September 2013 

Ein Sünder, der vom Ende der Welt kommt?

Der Matthäus war auch ein Sünder und saß am Tisch am weitesten von Jesus entfernt. Seine Schwäche hat Gott genutzt um uns zu zeigen, dass Er, der Gott ist, der besonders in den Schwachen seine Kraft manifestieren kann:
"Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig"

Gott liebt Anomalien; Was kalt ist, macht er heiß, was schwach ist macht er stark, wo dunkel ist macht er Licht.

Ich habe so ein Gefühl, dass alles Gut laufen wird, weil die große Kerze sogar in Deutschland schon angezündet wurde. Von dem Licht noch nicht viel zu sehen ist, weil, wie üblich, wenn im Dunkel das Licht zu brennen beginnt, kommen zuerst die Blutsauger vorbei und kurzfristig versperren die Sicht.


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 Philalethes 22. September 2013 
 

@ Charlie_BN: "Uminterpretieren"

Sie sprechen vom "Uminterpretieren" der anderen und bezeichnen es als peinlich. Gilt nicht ein Hineininterpretieren wie das Ihrige als noch peinlicher, zumal dann, wenn es ohne jeden Beleg geschieht?


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 Helena_WW 22. September 2013 
 

Das Problem sind die, die "Barmherzigkeit" unbarmherzig als Argument missbrauchen

um egoistisch, rücksichtslos gegenüber dem Nächsten ihre Eigeninteressen durchzudrücken. Die Werte wie "Barmherzigkeit" oder "Solidarität" entstellend als Instrument auszunutzen trachten zu ihren eigenen Vorteilen, um damit gegen andere Forderungen zu stellen. Auch das ist eine Form von Pharisäertum, wichtige Werte entstellend missbrauchen als Kampfmittel gegen und um andere auszunutzen. Diese die nicht begreifen wollen, Barmherzigkeit erst mal eine Aufforderung an sie selbst, an jeden selbst gerichtet ist, dass jeder Barmherzigkeit dem Anderen schenkt, zu teil werden lässt. Auch im Sinne von Nachsicht, von Verzeihung, Versöhnung und neue Chancen geben dem Anderen. Scheint bei einigen Verständnis- und Wahrnehmungsproblem zu sein. Oft bei Medien, Nichtchristen, die Christen so zu ihren volkseigenen Wohltätigkeitshanseln bevormunden wollen und nur dazu, die in Sack und Asche herumzulaufen haben und nichts zu vermelden. Sind ja Christen deshalb muüssen sie sich das gefallen lassen.


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 carl eugen 22. September 2013 

Lieber @Charlie_BN.

Frei nach Loriot: Und gesundheitlich ist bei Ihnen alles in Ordnung? Der einzige der hier peinlich ist, sind Sie. Ich gebe Ihnen einen guten Tip: Lassen Sie Ihren Senf bei spiegelonline und Konsorten los. Da können Sie vielleicht punkten!


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 Charlie_BN 21. September 2013 
 

Wer aus diesem Interview...

...keinen Kurswechsel der Kirche liest, ist blind. Und alle Versuche, krampfhaft das zu leugnen und seine Worte so lange umzuinterpretieren, bis sie wieder ins eigene Weltbild passen, sind peinlich. Die Kirche bricht auf, in eine Zukunft, die ich ihr mehr als nur wünsche, aber fast nicht mehr für möglich gehalten habe. Man kann wieder katholisch sein, ohne sich zu verstecken. Schön. Mein Gott, was für ein Papst...!!!


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 Scotus 21. September 2013 

Es geht um Nachfolge und die Frage: "Bin ich´s?"

Jedesmal wenn ich in Rom bin, muss ich unweigerlich in die Kirche San Luigi dei Francesi geheh, um das großartige Bild "Die Berufung des hl. Matthäus" von Caravaggio zu betrachten:

Die Kunsthistoriker sehen gerne in jenem Alten, der angeblich auf sich zeigt, den Apostel Matthäus. Ich sehe in jenem ganz am Ende des Tisches sitzenden jungen Mann den von Jesus berufenen Jünger Matthäus.

Matthäus muss jener sein, der von Jesus aus am weitesten entfernt ist und seine Botschaft am ehesten nötig hat, und dessentwegen er am meisten gekommen ist. - Denn wie hätte so ein Alter noch in die Mission gehen können!

Der von Kunsthistorikern als Matthäus gedeutete Mann sitzt an der Seite, lateral, ist im Bild eigentlich eine Nebenfigur. Jesus hat es auf den anderen abgesehen und Caravaggio auch: jenen schönen jungen Sünder, für den das Opfer besonders groß ist: auf alles zu verzichten, auf das Geld zuerst, das vor ihm liegt.

Es geht - wie beim Abendmal - auch hier um die bange Frage: "Bin ich´s"


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 Scotus 21. September 2013 

Das Evangelium für die ganz großen Sünder

@Kreuz: Das ist auch eine meiner liebsten Stellen. Überhaupt mag ich das Matthäusevangelium. Es ist das Evangelium der Zöllner, Sünder und Dirnen.

Und besonders gefällt mir auch folgende Übertragung von Arnold Stadler:

Als Jesus weiterging, sah er einen am Zoll sitzen, bei Geld und Welt, und sagte zu ihm: "Matthäus, komm, gehen wir! - Folge mir nach!" Und er stand auf und folgte ihm.
Bald waren sie in seinem Haus beim Essen, das Haus war voller Sünder und nichtsnutzigen Volks, und sie alle aßen zusammen, Jesus, diese Leute und alle, die er in dieses dubiose Haus mitgebracht hatte.
Ein paar alte Pharisäer sahen das und warfen Jesu Jünger vor: "Wie kann euer Meister zusammen mit diesem Gesindel essen?" Er aber hörte das und ließ sie wissen:
"Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken! Ich will Barmherzigkeit, und nicht irgendwelche Opfer! Die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten: Deswegen bin ich hierhergekommen."


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 Tin 21. September 2013 
 

Papst Franziskus

Unser Hl. Vater, bekennt mit dem Hl. Petrus öffentlich:

„Herr, gehe von mir fort! Ich bin ein sündiger Mensch.“

So sollen sich Katholiken daran erinnert wissen, nicht in der Sünde zu verweilen & ebenso angesprochen sein, wem im irdischen Leben alleine zu dienen & zu folgen ist. Es geht im Endeffekt um das Reich Gottes, an dem wir alle mitwirken sollten.


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 kreuz 21. September 2013 

es würde mich freuen @carl eugen

wenn es Ihnen etwas hilft.
den Gerechten (Mt 9,13) bleibt die Aufgabe, BXVI`s Vermächtnis hochzuhalten.

die gemeinsame Liebe zu Jesus Christus sollte uns davor bewahren, diese beiden Päpste auseinander zu dividieren.

und daß "die Welt" die Dinge schon immer nur so versteht wie sie will, sollte uns nicht ängstigen.

www.kathtube.com/player.php?id=30258


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 Quirinusdecem 21. September 2013 
 

@ alle die (Ver)zweifeln

Bitte lesen sie den Text genau:
1. Ich bin ein Sünder (mehrfach)
-ich darf nicht (ver)urteilen, schon gar nicht als Sünder ( Balken - Splitter)
2. Die Position der Kirche ist klar und ich bin ein Kind der Kirche
Kein Mensch, und insbesondere der Papst kann die zehn Gebote abschaffen oder außer Kraft setzen, auch nicht durch ein Dogma oder was auch immer
Darüber , so der Papst, muss man nicht immer wieder reden, das ist klar.
3. Die Kirche muss handeln wie auf einem Schlachtfeld.....
Was glauben sie denn, wer da auf dem Schlachtfeld liegt, gebrochen, verwundet und ohne Hoffnung auf Rettung
- die Sünder, die Diebe und Mörder, die Abtreibenden und insbesondere deren Helfer, die wider die Schöpfungsordnung lebenden und daran leidenden. Es hilft zunächst einmal nicht diesen Ihre Sünden vorzuhalten sondern ihnen hilft die Zuwendung, das Zuhören und die Hand um sich wieder aufzustehen.
Später, so der Papst , könne wir über das Andere Reden.....


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 Quirinusdecem 21. September 2013 
 

@TOKOBI

Liebe(r) Tokobi,

ich möchte Sie um Verzeihung bitten, wenn ich Sie mit meinen Ausführungen negativ berührt habe. Bitte seien sie versichert, dass diese nur der Tatsache geschuldet waren, das das Thema um das es mir ging nicht vordergründig die Abtreibung war. Bei dem Them Abtreibung bin ich voll und ganz bei Ihnen und den Marsch für Leben habe ich vor einigen Jahren in Münster mitgemacht und musste hier den Hass und die Beschimpfungen der Gegner über mich ergehen lassen, was aber nichts ist im Gegensatz zu dem Töten von ungeborenem Leben, im Gegensatz Philosophie des Todes die sich erlaubt zu bestimmen wer oder was ein Mensch ist und wer nicht.....


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 Marienzweig 21. September 2013 

Kann Papst Franziskus das wollen?

Es sind nicht nur die kirchenfernen Menschen, die Papst Franziskus anspricht und hoffentlich erreicht.
Auch die Progressiven unter uns fühlen sich durch ihn bestätigt.
Ich habe das gestern abend unmittelbar selbst erfahren.
Im Rahmen einer Veranstaltung zur Vorbereitung der Zusammenlegung zweier SE´s waren sämtliche Pfarrgemeinderäte eingeladen.
Durch Einzelgespräche und in Diskussionen, durch die zahlreichen Äusserungen zweier von drei anwesenden Pfarrern und die entsprechenden Reaktionen der Teilnehmer zeigte sich mir das Bild einer sich als modern gebenden und dem "Geist der Zeit" offenen Abendgesellschaft.
Die beiden Pfarrer, Unterzeichner der Freiburger Aktion "Den nötigen Aufbruch wagen" waren hocherfreut über die Aussagen Papst Franziskus.
Die Leute klatschten begeistert.
Ich hatte das Gefühl, die Woge des modernen Katholozismus rollt jetzt gerade über uns hinweg.
Zwei meiner Nebenleute waren ebenso bedrückt wie ich, wie sich später im Gespräch herausstellte.
Andere auch?


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 carl eugen 21. September 2013 

Teil II.

Aber ich muss anfangen, mir im Klaren zu sein, das die Ära Benedikts XVI. endgültig zu Ende ist, und mit Papst Franziskus eine neue Zeitrechnung in der Kirche begonnen hat. Benedikt XVI. hat es ja selbst so bezeichnet: Auf die Frage ob er das Ende des Alten, oder der Anfang von etwas Neuem ist, sagte er: Etwas von Beidem! Franziskus hat eine andere Sicht auf die Kirche, und so wie es aussieht, steht die Kirche mit ihm vor grossen Umbrüchen. Das muss mir und uns allen klar sein. Ich selbst habe etwas Angst davor, aber am Ende vertraue ich auf den Heiligen Geist. Er wird die Kirche schon gut begleiten. Nochmals Danke, lieber @kreuz, und auch Ihnen liebe @ Marienzweig und Ihnen, lieber @Wiederkunft und @kaiserin herzlichen Dank für Ihrer aller Beistand. Danke!


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 Viator Hungaricus 21. September 2013 

Lieber @Carl Eugen

Ich kann sehr gut nachvollziehen, was Sie schreiben. Auch ich tue mir schwer mit dem "Unklartext" einiger Passagen in diesem Interview. Andererseits steht darin nichts Neues. Inhaltlich nicht, da der Hl. Vater weiß, daß er kein Jota am Glauben der Kirche ändern könnte - selbst wenn er wollte, was ich keineswegs unterstellen möchte - deswegen referenziert er ja den Katechismus und sogar Vinzenz von Lérins, den klassischen Gewährsmann der überzeitlichen Einheit des kirchlichen Glaubens ("quod semper ubique ab omnibus.."). Nichts Neues auch, was Papst Franziskus selbst betrifft, denn er hat in den letzten Monaten deutlich gemacht, wie er den Glauben verkündigen und verkündigt sehen möchte. Er will über die positiven Dinge des Glaubens sprechen und nicht (immer) über das, wozu der HERR eben Nein sagt. Diese Schwerpunktsetzung haben wir zu akzeptieren, aber wir dürfen auch finden, dass das Evangelium ebenso die "harten Worte" enthält, die auch unserer Zeit unverkürzt verkündigt gehören.


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 carl eugen 21. September 2013 

Lieber @kreuz!

Von ganzem Herzen danke ich Ihnen für Ihr wunderbares Antwortschreiben. Es hat mir sehr gut getan. Wissen Sie, ich verdanke Benedikt XVI. so viel, er ist mein Vater im Glauben, und ich liebe ihn fast so sehr wie meinen eigenen Vater. Und ich habe seinen Rücktritt immer noch nicht richtig verkraftet. Er fehlt mir unendlich. Franziskus ist ein guter, frommer Mann, und wahrscheinlich tue ich ihm ziemlich Unrecht. Aber er kann einfach die in meinem Herzen klaffende Lücke, die mit dem Rücktritt Benedikts entstanden ist, nicht füllen. Sehen Sie, ich bin ein Sünder. Ich beneide Franziskus für die Zuneigung die er überall erfährt, und die Benedikt XVI. nicht vergönnt war. Ich habe Angst, das die grossen Leistungen Benedikts XVI. von dem medialen Hype um Papst Franziskus in den Schatten gestellt werden, und er vielleicht vergessen wird. Ich bin der Sünde des Neides verfallen, und tue damit Papst Franziskus Unrecht! Ich fühle mich einfach so verlassen. Verstehen Sie?


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 Landeskirche 21. September 2013 
 

Der Papst ist der Papst und das ist gut so!

Der Papst der Nachfolger des Petrus. Das ist ein Amt und keine "Person". Er ist kanonisch gewählt und der Heilige Geist war dabei, oder etwa nicht? Damit möchte ich andeuten, dass die privaten Personen hinter dem Amt verschwinden. Der jeweilige Papst hat das Lehramt und setzt unterschiedliche Akzente. Das war schon immer so.
Warum werden nun immer diese Gegensätze zwischen Papst em. und Papst aufgebaut? Persönliche Vorlieben haben eigentlich keine Bedeutung. Lassen wir und überraschen wohin der Heilige Geist uns mit dem Papst führen will.


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 kaiserin 21. September 2013 
 

Wiederholung!

@Marienzweig @carl eugen @Wiederkunft - Mein Mann und ich empfinden leider dasselbe. // Post scriptum: Geehrtes kath.net!Wir hoffen, wenn die einen hier "das" offen sagen können,dürfen wir "es" auch! Danke,Grüße!!


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 kaiserin 21. September 2013 
 

@Adson_von_Melk - Ich bin da ziemlich fertig, aber (wie Sie auch)"lang nicht damit fertig"!


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 kreuz 21. September 2013 

"zufällig" paßt das Tages-Evangelium dazu

Evangelium nach Matthäus 9,9-13.
In jener Zeit sah Jesus einen Mann namens Matthäus am Zoll sitzen und sagte zu ihm: Folge mir nach! Da stand Matthäus auf und folgte ihm.
Und als Jesus in seinem Haus beim Essen war, kamen viele Zöllner und Sünder und aßen zusammen mit ihm und seinen Jüngern.
Als die Pharisäer das sahen, sagten sie zu seinen Jüngern: Wie kann euer Meister zusammen mit Zöllnern und Sündern essen?
Er hörte es und sagte: Nicht die Gesunden brauchen den Arzt, sondern die Kranken.
Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer. Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten.

evangeliumtagfuertag.org/M/DE/


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 Kant 21. September 2013 

Stark in Christus – gehorsam dem Lehramt II

Verunsichert? Wir waren einfach verwöhnt durch zwei demütige, ganz unprätentiös auftretende Päpste, die ohne Aufsehen um ihre Person, ihre Privat-Ansichten und Vorlieben sich nach der Offenbarung Gottes, nach Jesus und seinem Geist ausgerichtet haben. Es gab wahrlich schwierige Päpste in der Kirchengeschichte. Wie wird man Franziskus einst beurteilen? Lassen wir uns nicht verunsichern und warten wir geduldig ab, wie sich das römische Lehramt entwickeln wird. Ein Interview hat dafür keine Relevanz! So oder so: in dieser Situation sind wir noch mehr gerufen, wie viele Heilige in schwierigen Situationen der Kirchengeschichte in treuem Gehorsam dem Lehramt gegenüber in Christus und seinem Geist Sicherheit und Kraft zu finden. Eine wunderbare Herausforderung: stark in Christus – gehorsam dem Lehramt!


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 kreuz 21. September 2013 

lieber @carl eugen

kann Sie sehr gut verstehen.
jede(r) macht wohl diesen inneren Kampf durch, und eines geht auf jeden Fall verloren: die Gleichgültigkeit!
Franziskus ist dabei, Menschen zu fischen, so wie es auch Petrus aufgetragen wurde. und das macht er z.Zt. im Millionen-Bereich.
und wir, wir sind die daheimgebliebenen Söhne, (auch über dieses Gleichnis hat Franziskus gesprochen) und müssen ohne Neid und Wut begreifen, daß es die verlorenen Schafe sind, denen er nachgeht, und für die er auch mal das Schaf schlachtet.
er läßt keine Wahl zwischen ganz mögen und ganz ablehnen, m.E. legt er es geradezu drauf an.
aber er bezieht sich -wie alle seine Vorgänger- auf den Einzigen Fels den es überhaupt gibt: auf den Eckstein, den die Bauleute verworfen haben: auf Jesus Christus.
so gesehen zeigt der Kompaß auch auf hoher See immer die Richtung an.
bei allem was Franziskus tut und sagt, denke ich immer: "was würde Jesus heute tun, wie wäre er zu den Menschen?"
willkommen in der Wüste (s.link)
LG

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 Kant 21. September 2013 

Stark in Christus – gehorsam dem Lehramt I

Ich denke, das muß man einfach zugeben: dieser Papst verunsichert die lehramtstreuen Katholiken und gibt den lehramtsfeindlichen Kräften Aufwind. Ob er das wirklich beabsichtigt, oder ob das nur Wirkung seines vertrauensseligen Charakters ist? Aber das scheint er irgendwie nicht zu verstehen: Der Kampf geht nicht um Sakramente für wiederverheiratete Geschiedene oder um einen „verständnisvolleren“ Umgang mit Homosexuellen. Der Kampf geht um die ganze kirchliche Sexualmoral, um die Famlie, um die Gnade, um die Kraft der Sakramente, um eine Zivilisation der Liebe oder des Todes, um die ewige Bestimmung dieser Generation für den Himmel oder die Hölle. Und hinter denen, die kämpfen, stehen übernatürliche Kräfte, die wir nicht nur mit freundlichen Worten und Entgegenkommen überwinden werden. Deshalb sollen wir Christen zwar arglos wie die Taube sein, aber auch klug wie die Schlangen.


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 Wiederkunft 21. September 2013 
 

Verunsicherung

@Carl Eugen @Marienzweig. Mir geht es genau so. Kaum denke ich ,nein die Aussagen unseres Papstes sind wunderbar, dann kommen gleich wieder Formulierungen ,die mich verunsichern. Ohne jetzt wieder einen Papst gegen den Anderen ausspielen zu wollen, trotzdem hat es bei seinen Vorgängern keine so zwiespältigen Aussagen gegeben. Ich hoffe ,das es sich hier nur um sprachlichen Ausdruck handelt.


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 Marienzweig 21. September 2013 

Lieber @carl eugen!

Mir geht es wie Ihnen!
Ich bin verunsichert und zerrissen.
Bei Papst Benedikt wusste ich stets, woran ich war.
Wenn sich Papst Franziskus so ausdrückt, dass erst hinterfragt werden muss, wie er das gemeint haben könnte, ist das nicht gut.
Es öffnet Spekulationen Tür und Tor.

@carl eugen, bitte entschuldigen Sie sich nicht!
Dürfen wir nicht mehr sagen, wenn wir etwas nicht verstehen?
Gestern, im Deutschlandfunk, hieß es, diese neuen Töne von Papst Franziskus könnten das Gesicht der Kirche von innen her verändern.
Ich kann und will nicht glauben, dass dies seine Absicht ist.

Es wird gejubelt, gehofft aber auch gebangt, befürchtet und vor allem - interpretiert.
Nur Papst Franziskus weiß genau, was er meint. Hoffentlich!


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 TOKOBI 21. September 2013 
 

@Quirinusdecem - Einspruch!

Lieber Quirinusdecem,
heut Morgen werde ich mich mit hoffentlich ganz vielen Menschen auf den Weg nach Berlin machen, um mit einem Schweigemarsch das Morden an den Schwächsten, nämlich an den ungeborenen kleinen Menschen, ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu heben und um für ein Ende dieses Grauens zu beten.
Ihr Satz – sicher so nicht gemeint, das will ich gern konzedieren – lässt mich ob seiner lässigen Formulierung frösteln:
„Nun die Abtreibung ist passiert und wird bereut und kann vergeben werden.“
Wenn jemand einen Ihrer Familienangehörigen vorsätzlich umgebracht hätte und Sie würden hernach in den Medien solch einen Satz („Nun der Mord ist passiert und wird bereut und kann vergeben werden,“) lesen müssen …
Verstehen Sie, was ich meine?
Hier geht es nicht darum, dass jemandem das Fahrrad gestohlen wurde; es werden Menschen regelrecht abgeschlachtet – wir sollten der Wahrheit auch in dieser Deutlichkeit nicht ausweichen – und da verbietet sich Ihr flapsiger Ton.


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 carl eugen 21. September 2013 

Verstehen Sie mich nicht falsch. Ich mag den Heiligen Vater sehr. Er ist ein guter Mensch. Aber meine Seele braucht Kontinuität und Halt, und dieses Interview hat meine Seele sehr erschüttert. Was kann ich nur dagegen machen? Ich bin schon ein klein wenig verstört. Nach unserem guten Benedikt XVI. fällt mir die Umgewöhnung zu Papst Franziskus doch schwerer als ich selbst geglaubt habe. Entschuldigen Sie, das ich Sie so volltexte, aber es ist mir einfach ein Bedürfnis, das einmal los zuwerden. Ich stecke tatsächlich in einer kleinen Krise, und weiss nicht, wie ich da wieder rauskommen soll. Das macht mir ein wenig Sorgen.


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 Hadrianus Antonius 20. September 2013 
 

Reconciliatio et p./Spe salvi II

Ähnliches findet sich sehr häufig bei Palliativkranken, bei Sterbenden.
Es ist zutiefst menschlich Heilung für sich, Aussöhnung mit Gott anzustreben.
Gerade hie sind die fast letzte Worte von Spe salvi hifreich(Kap.48): "Als Christen sollten wir uns nie nur fragen: Wie kann ich mich selber retten? Sondern auch: Wie kann ich dienen, damit andere gerettet werde und daß anderen derr Stern der Hoffnung aufgeht? Dann habe ich am meisten für meinige Rettung getan."
Der im Interview genannte sel. Peter Faber SI war übrigens der erste Jesuit-priester, sehr irenisch und sanft; seine vielleicht größte Leistung waren jedoch die ignatianische Exerzitien die er in 1543 für den 21-jährigen Pieter Kanis hielt- den von mir hochverehrten Hl. Petrus Canisius, den Apostel der Contrareformation in den deutschen Ländern.


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 Hadrianus Antonius 20. September 2013 
 

Reconciliatio e.p./ Spe salvi facti sumus I

Ein sehr inhaltreiches Interview- Der hochgeehrte @Kant und @Adson haben hierzu gediegene Kommentare gegeben.
Ich habe, auch unter schwerem Feuer von Bekannten geraten, erst einmal das Apostolische Schreiben "Reconciliatio et Paeniteantia"(1997) v. sel. Papst Johann Paul II gelesen, und danach auch noch in der 2. Enzyklika "Spe salvi"(2007) v. Papst em. Benedikt XVI.
Kaum von der Öffentlichkeit beachtet, und auch in katholischen Milieus kaum wahrgenommen, findet sich dort alles Wichtige glasklar gesagt.
Gerade das Beispiel der beichtenden Frau mit Abtreibung, Scheidung, erneuter glücklichen Verbindung und 5 Kindern zeigt etwas ganz menschliches: die tiefe Trauer um Fehlentscheidungen und Taten, in freiem Wille getan und dann hinterher bereut; einerseits das getötete ungeborene Kind, wovon der Hl. Vater heute so wunderschön sprach, und der erste Ehemann, anderseits die reumütige Sünderin in neuer, nicht schlechten Situation.ff


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 Philalethes 20. September 2013 
 

@Providelis: "Es gibt so viele unbestreitbar positive Haupt- und Nebeneffekte dieser Meldung!"

"Sich ehrlich hinterfragen lassen." Ohne Zweifel! Aber metaphorische Formulierungen lassen mehrere Deutungen zu. Das machen sich auch die Kirchengegner zunutze. Dergleichen kann man nach allen bisherigen Erfahrungen voraussehen. (In dem Namen "Providelis" könnte providere stecken!) Da ist das Lehramt schon eine Richtschnur und keineswegs ein "Randaspekt"!


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 kreuz 20. September 2013 

bei manchen Sätzen beim Durchlesen ging es mir

als hätte ich 1/2 Flasche Wein getrunken, bin aber nüchtern.
„Ich kenne Rom nicht. Ich kenne nur wenige Orte der Stadt. Darunter Santa Maria Maggiore; dorthin bin ich immer wieder gegangen.“ ff

danke @Adson für den Hinweis, das GANZE Interview zu betrachten.
s.g.carl eugen, keine Angst, er geht "nur" zu den Rändern und ich glaube, Franziskus steht ÜBER den Mißverständnisen und Fehlinter-pretationen.

was ich beobachte: seine Hauptarbeit ist gerade die, die Jesus seinem ersten Papst aufgetragen hat: "von nun an wirst du Menschen fischen!"

www.kathtube.com/player.php?id=30719


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 Iñigo 20. September 2013 

@ Kant

Der Papst weiß sehr wohl um die Wirkung seiner Worte. Aber er hat keine Angst vor Veränderung, er betont sogar deren Wichtigkeit: "Man wächst im Verständnis der Wahrheit. Die Exegeten und die Theologen helfen der Kirche, im eigenen Urteil zu wachsen. Auch die anderen Wissenschaften und ihre Entwicklung helfen der Kirche bei diesem Wachstum des Verständnisses. Es gibt zweitrangige kirchliche Normen und Vorschriften, die früher einmal effizient waren, die aber jetzt ihren Wert und ihre Bedeutung verloren haben. Die Sicht der Kirche als Monolith, der ohne jeden Abstrich verteidigt werden muss, ist ein Irrtum."
Und weiter: "Auch die Formen, die Wahrheit auszudrücken, können verschieden sein. Und das ist sogar nötig, um die evangelische Botschaft in ihrer unveränderlichen Bedeutung weiterzugeben."
Wir werden uns noch auf einige Überraschungen einstellen dürfen/müssen.


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 Kant 20. September 2013 

Inhalt und Wirkung

Wunderbare Interview-Beiträge des Papstes: den Menschen ins Zentrum, gegen Ideologisierung in lit. Fragen, zuerst die Frohe Botschaft dann die Moral etc. Sie bestätigen vieles von dem, was ich denke, und regen mich zu neuen Gedanken an. Aber ...
1. ... spricht er nicht doch zu sehr aus der Perspektive der lateinamerikanischen Kirche, die sich nicht von den "Mächtigen" gegen die Armen und Unterdrückten instrumentalisieren lassen darf?
2. ... ist er nicht sehr oft mehrdeutig bis mißverständlich: z.B. Beichtpraxis von wiederverheirateten Geschiedenen, Position zu „Homosexuellen-Themen“, Beziehung von Glaube und Zweifel, „Sohn der Kirche“, Lebensschutzfragen nicht zu viel etc.
3. ... liefert er nicht kirchenfeindlichen Kräften unnötig Munition, mit der sie das ohnehin schon verunsicherte Kirchenvolk gegen eine lehramtstreue Leitung aufhetzen können (z.B. Spiegel-Online gegen Kardinal Meisner).
Ich staune über die Kraft der Inhalte, vermisse aber eine Sensibilität für die Wirkung.


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 Irustdim 20. September 2013 
 

Meiner Eindrucken aus Argentinien nach

Glaubenstreue Freunde aus Argentinien berichteten mir, dass Sie ganz (im negativen Sinn) erschüttet sind von diese und die jüngsten Interviews des Heiligen Vaters. Dazu kommen die Äußerungen des neuen Staassekretärs und die unausprechlichen Jubelschreie der Linke und Liberale Presse in Argentinien. Ich bin ebenso erschüttert und tief besorgt.


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 carl eugen 20. September 2013 

Ich gebe freimütig zu,...

dass ich doch etwas verstört war, als ich das Interview das erste Mal gelesen habe. Aber ich habe es mir jetzt noch einmal in Ruhe zu Gemüte geführt und auch ein paar wirklich gute Kommentare, z. B. in der Tagespost, durchgelesen, und ich muss sagen, vielleicht habe ich dem Heiligen Vater doch Unrecht getan. Vielleicht liegt es auch an dem etwas zerfahrenen Redestil des Heiligen Vaters, den ich so nicht gewohnt bin, und der für mich etwas schwer verständlich ist. Papst Benedikt war immer so klar in seinen Aussagen, das fehlt mir sehr. Worum es dem Heiligen Vater geht, ist nicht, irgendwelche Sünden gutzuheissen, sondern der Kirche eine gewisse Priorität zu geben. Das Wichtigste, das die Kirche verkünden muss, ist die überwältigende Liebe Gottes zu den Menschen. Alles andere ist nachrangig, bedeutet aber nicht, unwichtig. Siehe seine grossartige Rede heute vor italienischen Ärzten.


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 Providelis 20. September 2013 

Sich ehrlich hinterfragen lassen

Es ist unaufrichtig, sich gleich auf den Randsspekt „nicht lehramtlich” zu stürzen. Ich kann mich gut erinnern, wie unter Benedikt jeder Halbsatz auf den Altar gehoben wurde, als sei er genau dies – Lehramtsverkündigung. Franziskus hat ein volles Lebensbuch in Verkündigung u. Seelsorge.

Wieso reagieren hier manche so ängstlich? Weil sie besser wissen, wie man die Kirche führt? Wie man die Herde (der Papst rückt die ganze Herde in den Blick) führt? Weil sie seine Medienberater sind, klug und weitsichtig?

Der Papst will, nahe am Menschen sein. Er ist kein „Medien- und Meinungstaktierer". Den Katechismus hat er übrigens erwähnt. Muss er diesen (genau das kritisiert er) jedes Mal untermauern?Aus seinen Worten spricht die Skepsis eines festgefahrenen und fruchtlosen (!) Kirchenverständnisses, das sich in moralischen Positionen verbarrikadiert. Und die Medien haben auch unter Benedikt gemacht, was sie wollen.

Es gibt so viele unbestreitbar positive Haupt- und Nebeneffekte dieser Meldung!


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 bernhard_k 20. September 2013 
 

Neue Strategie

Es gibt eine neue Strategie der Medien und Kirchengegner! Herr Prof. Zulehner hat im Fernsehen (kath.net hat berichtet) schon deutlich werden lassen, wohin dieser "neue Hase" läuft. Es soll nun ein Keil getrieben werden zwischen Papst Franziskus und den romtreuen Katholiken: Eine höchst trickreiche Aktion, um totale Verwirrung zu stiften und die Kirche zu erschüttern. Die Medien ziehen den Papst auf ihre Seite und spielen ihn gegen die romtreuen Katholiken aus. Also aufgepasst. Danke Kathole für den link.


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 mphc 20. September 2013 

Presse: Nicht immer von Abtreibung u. Homosexualität reden

Wir haben soeben zwei Tage eine junge Frau als Gast gehabt. Vor 10 Jahren haben der Vater und eine Schwester sie zur Abtreibung genötigt. Sie ist deswegen in Frühpension und kommt bis jetzt nicht darüber hinweg, und und...

Der Papst hat sicher nicht dazu aufgefordert, solche Dramen zu verschweigen.
Übrigens: Bei jedem Eingriff muss man eine Information über eventuelle Nebenwirkungen zur Kenntnis nehmen und unterschreiben. Gilt das auch vor Abtreibungen?
Wenn ja, welche Nebenwirkungen werden aufgeführt?
Aus konkretem Anlass: Welche Hilfen gibt es für solche Frauen?
Genügen Medikamente für seelische Leiden???


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 Kathole 20. September 2013 
 

@carl eugen: Maßgeblich für uns ist nur das beständige kirchliche Lehramt

Das Lehramt in diesen Fragen ist ja in der Tat reichhaltig und klar, zuletzt insbesondere durch die sehr umfangreichen Darlegungen des Seligen Johannes Paul II. und die von ihm approbierten lehramtlichen Dokumente der CDF unter ihrem Präfekten Joseph Ratzinger, sowie durch das reiche Lehramt Benedikt XVI.

Was Papst Franziskus in einem Interview von sich gibt, gehört nun nicht wirklich zum Lehramt. Es könnte bestenfalls sein Lehramt unterstreichen, schlimmstenfalls dieses in der öffentlichen Wahrnehmung aber sogar eher vernebeln als erhellen oder gar eine diffuse Stimmung der Geringschätzung des Lehramts erzeugen.

Sein Lehramt hat er bisher ja fast nur in der -primär wohl noch von Benedikt XVI. verfassten- Enzyklika "Lumen Fidei" ausgeübt. Nachrangig gehören dazu evtl. noch die Mittwochskatechesen, die aber viel weniger Aufmerksamkeit erregt haben, als seine morgendlichen Predigten als eine Art Betriebsseelsorger des Vatikans, seine Gesten, seine Telefongespräche und privaten Briefe.

katholisches.info/2013/09/19/die-neue-strategie-der-kirchengegner-papst-franziskus-gegen-die-kirche-ausspielen-mit-seinem-zutun/


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 Suarez 20. September 2013 

@Wiederkunft - Ein Mensch kann in die Sünde fallen

Wer erkennt, dass er gesündigt hat und von tiefstem Herzen bereut, verdient Barmherzigkeit, so lehrt es uns Jesus Christus.

"Ich habe euch gesagt: Ihr werdet in euren Sünden sterben; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr in euren Sünden sterben." (Joh 8,24)

"Wer meine Worte nur hört und sie nicht befolgt, den richte nicht ich; denn ich bin nicht gekommen, um die Welt zu richten, sondern um sie zu retten.
Wer mich verachtet und meine Worte nicht annimmt, der hat schon seinen Richter: Das Wort, das ich gesprochen habe, wird ihn richten am Letzten Tag." (Joh 12,47-48)

"Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt, dann steht ihr draußen, klopft an die Tür und ruft: Herr, mach uns auf! Er aber wird euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid." (Lk 13,24-25)


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 carl eugen 20. September 2013 

Ich möchte offen und ehrlich sein.

Mich lässt das Interview des Heiligen Vaters etwas ratlos zurück. Vor allem, dass die linken Kirchenzerstörer dieses Interview so bejubeln lässt in mir ein sehr ungutes Gefühl aufsteigen. Ich weiss nicht, was ich von dem Interview halten soll. Einerseits sagt der Heilige Vater sehr weise Dinge, andererseits sind einige Passagen darunter die ich so nicht unterschreiben kann. Ich mache mir jetzt doch etwas sorgen um die Zukunft unserer Kirche. In einigen Dingen verlässt Papst Franziskus den guten Weg, den Benedikt XVI. beschritten hat, und das kann ich so nicht gutheissen. Es kann sein, das ich etwas überreagiere, aber die Jubelstürme der linken Presse machen mir Angst.


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 Irustdim 20. September 2013 
 

Über die Übersetzung auf Deutsch

Ich habe den Text auf Spanisch gelesen (meiner Muttersprache) und finde die deutsche Übersetzung richtig.


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 Wiederkunft 20. September 2013 
 

Gescheitert

Der Papst appelliert ,mit viel Barmherzigkeit auf die im Leben gescheiterten zu zugehen, was natürlich zu tiefst Jesus Umgang mit den Sündern wiederspiegelt. Über die Hürde über die ich nicht komme ist, dass wir dann auch noch viel mehr Mitleid für die sitzen gelassenen Ehepartner und deren Kinder haben sollten. Bei Homosexuellen kommen wir dann in der Politik an. Verlangt die Barmherzigkeit dann doch das Adoptionsrecht. Ein homosexueller Mensch der Gott sucht und seine Neigung nicht auslebt braucht keine Barmherzigkeit, dem ist ja nichts vorzuwerfen! Und natürlich wird diese Person von Gott genauso geliebt wie wir alle. Lebt er sie aber aus, sucht er dann nach Gott? Oder besser gesagt wird er in diesem Zustand Gott finden? Barmherzigkeit ,setzt Umkehr und Reue voraus. Das gilt natürlich für alle Sünden. Warum scheitern überhaupt so Viele in ihrem Leben? Ist es nicht doch deswegen, da der Mensch sich von Gott nichts vorschreiben lassen will? Gott gebe uns Weisheit !


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 Kathole 20. September 2013 
 

@AlbinoL

In beiden Zitaten? - Danke für die Antwort.


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 Theodor69 20. September 2013 
 

@Kathole

Warum muss die "Verfälschung der Papstworte“ (ich kann dies nicht überprüfen) wieder ein böses Motiv haben? Warum muss man wieder gleich etwas unterstellen? Es kann auch einfach ein ganz normaler Übersetzungsfehler passiert sein; das ist für mich viel näherliegend. Halten Sie wirklich die Leute für so dumm, dass sie einfach die Worte des Papstes absichtlich falsch übersetzen in der Hoffnung dass niemand draufkommt? Aber Grundsätzlich: Hüten wir uns vor Unterstellungen!


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 EinChrist 20. September 2013 
 

Zumindest

in Spiegel Online wird dieses Interview gefeiert, als wäre es der Beginn einer neuen Ära, als wäre endlich mit den alten Dingen gebrochen worden.
Die Aussagen "Ich bin ein Sünder" ist doch keine neue Aussage eines Papstes, das ist doch medial total lächerlich aufgebauscht.

Also, ich denke, ganz ruhig. Papst Franziskus wird uns nicht enttäuschen, er wurde vom Hlg. Geist gesendet und seine Mission ist deutlich: den Menschen Gott nahe bringen und die Menschen auf Gottes seligmachende Gnade hinzuweisen.

Ein Problem sehe ich natürlich darin: er wird es noch nicht gewohnt sein, dass gerade in Europa solche eher "flapsigen" Aussagen so leicht ins Gegenteil gepresst werden. Je "natürlicher" er spricht, desto mehr Falschaussagen werden daraus gemacht. Und das ist ärgerlich!!
Auf der anderen Seite tut es auch ganz gut zu wissen, dass er womöglich, im übertragenen Sinne, der Presse auch mal den Stinkefinger zeigt und deren idiotische Stimmungsmache krass ignoriert. Mal schauen.


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 AlbinoL 20. September 2013 

Die deutsche Übersetzung ist richtig

die spanische wurde wenn Sie sie richtig ins Deutsche übersetzt haben verfälscht


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 Kathole 20. September 2013 
 

Krasse Unterschiede zwischen deutscher und spanischer Übersetzung - Manipulation der Papstworte? (2)

Ein weiteres Beispiel für eine völlige Sinnumkehr zwischen der deutschen und der spanischen Übersetzung:

Deutsch: „Wir können uns nicht nur mit der Frage um die Abtreibung befassen, mit homosexuellen Ehen, mit der Verhütungsmethoden. Das geht nicht. Ich habe NICHT VIEL über diese Sachen gesprochen. Das wurde mir vorgeworfen. (...)“

Spanisch: "Wir können nicht weiter nur auf Fragen herumreiten, welche die Abtreibung, die homosexuelle Ehe oder den Gebrauch von Verhütungsmitteln betreffen. Es ist unmöglich. Ich habe VIEL über diese Dinge gesprochen und bin dafür getadelt worden."

(Hervorhebungen der gegensätzlichen Übersetzungen in Großschrift durch mich)

Entweder verfälscht der spanische Jesuit die Papstworte, um die Orthodoxie des Papstes zu retten, oder die deutschen Jesuiten verfälschen, um dem Papst eine Heterodoxie anzudichten, die er gar nicht an den Tag gelegt hätte. Der Durcheinanderwerfer dürfte jedenfalls seine Freude an diesem Verwirrspiel im Herzen der Kirche haben.

razonyfe.org/images/stories/Entrevista_al_papa_Francisco.pdf


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 Kathole 20. September 2013 
 

Krasse Unterschiede zwischen deutscher und spanischer Übersetzung - Manipulation der Papstworte? (1)

Die hier präsentierte ("Stimmen der Zeit"?-) Übersetzung weist etliche signifikante Unterschiede zur spanischen Übersetzung des Jesuiten Luis López-Yarto SJ auf.

Deutsch: ‚Sag mir: Wenn Gott eine homosexuelle Person sieht, schaut er die Tatsache mit Liebe an oder verurteilt er sie und weist sie zurück?‘

Spanisch: ‘Sag mir: Gott, wenn er auf eine homosexuelle Person sieht, heißt er ihre Existenz mit Zuneigung gut oder weist er sie zurück und verurteilt sie?’

Erstere legt nahe, daß Gott "die Tatsache" der Homosexualität der Person gutheißen würde, also das, was laut KKK objektiv ungeordnete Tendenzen sind. Gott, der Schöpfer der natürlichen Ordnung, fände also die objektive Unordnung gut, oder salopp formuliert: "It's OK to be gay". Dies wird auf SpOn bereits als Abkehr von der traditionellen Lehre gefeiert.

Ganz anders Letztere: Hier ist es die Person mit objektiv ungeordneten Tendenzen, deren Existenz von Gott zuneigungsvoll gutgeheißen wird. Das ist klassische katholische Lehre.

www.aciprensa.com/noticias/lo-que-si-dijo-el-papa-francisco-sobre-el-aborto-y-los-gays-en-nueva-entrevista-61158/


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 proelio 20. September 2013 
 

Liebe den Sünder, hasse die Sünde

Dieser Grundsatz galt schon immer in unserer heiligen katholischen Kirche und daran wird sich hoffentlich auch nichts ändern.
Unser Heiliger Vater muss aber aufpassen, dass er von den Medien und Kirchengegnern nicht falsch verstanden wird. Als Papst und Bischof von Rom hat er nämlich die katholische Glaubens-und Sittenlehre in ihrem ganzen Umfang zu verkünden.
Und hier steht auch eindeutig fest, dass die Teilnahme am übernatürlichen Leben nur durch die heiligmachende Gnade zu gewinnen ist. Wer also in einer Todsünde lebt oder gar stirbt, hat diese nicht und wird für immer verdammt.


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 Adson_von_Melk 20. September 2013 

Geehrte Mitposter - eine Bitte:

Nicht diesen großen Text, aus dem die Erfahrung eines langen Lebens als Ordensmann und Priester in einem wahrlch nicht einfachen Umfeld spricht, gleich wieder runterbrechen auf die Ebene der sogenannten "heißen Eisen."

Wir würden dann denselben Fehler mache wie so viele Journalisten. Erinnert man sich noch, wie sie von einer ganzen Afrikareise von Papst Benedikt nur einen Satz über Kondome zu bereden wussten? Von uns kath.net LEsern erhoffe ich mir ein bisschen mehr Verstand.

Besonders der zweite Teil ist sehr, sehr reich. Ich gehe heute morgen um mit einem der 'einfachen' Sätze:
"Wenn einer Antworten auf alle Fragen hat, dann ist das der Beweis dafür, dass Gott nicht mit ihm ist. "

oder auch mit

"Unser Leben ist uns nicht gegeben wie ein Opernlibretto, in dem alles steht. Unsere Leben ist Gehen, Wandern, Tun, Suchen, Schauen …"


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 alphonsus 20. September 2013 

Den GANZEN Franziskus sehen!

Ein tolles Interview! Allerdings werden viele Progressive wichtige und interessante Aspekte ausblenden: Etwa dass hier ein Papst spricht, der offenbar ein lateinisches Brevier nutzt, ja überhaupt sein Brevier betet (sogar im nicht unproblematischen vorkonziliaren Stil morgens "auf einen Rutsch") und Summorum Pontificum eine weise Entscheidung nennt, ein Papst, der keinen liturgiefreien Tag einlegt, sondern täglich die Messe feiert, den Rosenkranz schätzt und eine Stunde vor dem Allerheiligsten betet. Franziskus hatte zu Beginn seines Pontifikats in einer Ansprache Mutter Teresa erwähnt und betont, dass ihre soziale Arbeit OHNE tägliche Messe und Anbetung nicht möglich wäre. Die Kirche sei eben keine NGO und bloße Sozialstation. Man muss Franziskus dankbar sein, dass er progressive Themen offensiv aufgreift, aber eine bodenständige Frömmigkeit zugleich einfordert u vorlebt. Das kann man den selbstgerechten Gremienkatholiken und ihrer leblosen Papierkirche wunderbar vorhalten! Spannend!


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 Quirinusdecem 20. September 2013 
 

Das Argument der Freiheit ist wichtig

Franziskus sagt aber auch " Die Ansichten der Kirche sind klar und ich bin ein Kind der Kirche. Darüber muss man nicht immer wieder reden!"
Was bedeutet das? Nun die Abtreibung ist passiert und wird bereut und kann vergeben werden. Mit der erneuten Heirat und den in dieser Ehe geborenen Kindern sind Fakten geschaffen worden, die über das Recht als solches hinausgehen. Des weiteren kommt der Wunsch hinzu, als Christ wieder zu wachsen . D.h. das Dilemma ist auch der Frau klar. Eine Absolution im Sinne des Rechts kann es nicht geben, aber einen Verweis auf die Freiheit der Schöpfung und die Empfehlung der Seele an Gottes Barmherzigkeit. Damit bleibt die Materie der Sünde zwar bestehen, wird aber der Barmherzigkeit Gottes übergeben, der in allumfassender Kenntnis der Person sicherlich das richtige tun wird. Es ist kein Lösen aber auch kein Binden der Schuld, sondern eine Weitergabe an Christus.


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 Theodor69 20. September 2013 
 

Wiederverheiratete Geschiedene

Das Beispiel des Papstes ist ein sehr interessantes, weil es sicher kein konstruiertes ist, sondern eines mit dem sich ein Beichtpriester jeden Tag konfrontiert sieht. Übrigens: Ich möchte wissen, wenn so manch Bischof dies gesagt hätte, da wäre vermutlich ein Sturm der Entrüstung im Forum über ihn hereingebrochen – zum Glück hat es der Papst gesagt…
Kirchenrechtlich ist die Sache ganz klar, wie „Ester“ beschrieben. Aber „Iñigo“ hat ganz recht: Allein, dass er die Frage aufwirft zeigt, dass er selber mit der vorgegebenen Lösung nicht zufrieden ist. Finde aber auch weiters interessant, dass er diese seine Sicht als Papst einfach so öffentlich mitteilt. Daraus schließe ich, dass sich auf dem Gebiet irgendetwas tun wird.


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 Aetius 20. September 2013 
 

Gottes Gnade ist unendlich

@Ester: Das ist nicht nur Unfug, es ist Häresie. Gottes Gnade ist unendlich, also wird er jede Sünde, die bereut wird, vergeben.
Das Dumme mit der Wiederverheiratung ist, daß zur Reue der Vorsatz gehört, es nicht wieder zu tun. Reue würde hier nicht beinhalten, ihren neuen Mann zu verlassen, sondern sich vorzunehmen, mit ihm keusch zusammenzuleben. Vielleicht ist ihr Mann damit sogar einverstanden, die Jüngste wird sie nicht mehr sein...
Dem Papst geht es hier um die Frage, nicht um die Antwort. Er ist eben anders als Benedikt.


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 Suarez 20. September 2013 

@Iñigo

"Er richtete sich auf und sagte zu ihr: Frau, wo sind sie geblieben? Hat dich keiner verurteilt?
Sie antwortete: Keiner, Herr. Da sagte Jesus zu ihr: Auch ich verurteile dich nicht. Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!" (Joh 8-10;11)

Ich interpretiere die Aussage des Papstes in diese Richtung. Die Sünde bleibt als solche bestehen und der Ehebruch wird auch nicht rückwirkend aufgehoben, sondern Jesus mahnt die Sünderin, nicht mehr zu sündigen. Die Sünde wird also nicht relativiert, oder gar gutgeheißen, sondern dem einzelnen Menschen wird Vergebung von seinem sündigen Tun geschenkt.

Das hebt aber das Dogma der Kirche zur Ehe nicht auf, sondern bestärkt es, denn Jesus vergibt ja der Sünderin nicht, damit sie weiter sündigt, sondern damit die Sünde des Ehebruchs aus der Welt verschwinden möge. Jesus erbarmt sich der menschlichen Schwäche, die den Menschen immer wieder in die Sünde zieht.

Man sollte daher die Aussage des Papstes nicht als Plädoyer für einen Relativismus verstehen.


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 nurmut 20. September 2013 
 

Mahnung und Beispiel

und Vater ist der Papst für alle Katholiken (und auch für andere). Da können sich konservative ("gediegen" lebende) Christen genauso ein Scheibchen abschneiden wie die aufmüpfigen - alles besserwissenden liberalen Schäfchen.
Unser Papst verlangt doch tatsächlich, dass wir uns alle bewegen - hin zu Christus und zum Nächsten. Und er geht uns voran. So wünsche ich mir einen Seelenführer und "Vater". Wir müssen die 99 Schafe, die sich verlaufen haben, suchen, und nicht mit dem Einen das noch da ist, die Tür von Innen zusperren. Nur Mut!


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 Wiederkunft 20. September 2013 
 

Charismatisch

Der Papst ist tief charismatisch. Das hört sich genau so an ,wie Vorträge der charismatischen Erneuerungsbewegungen. Die Aussage, von der wiederverheirateten Frau ,die abgetrieben hat, die jetzt glücklich ist und Vergebung sucht, ist schon sehr revolutionär für unser Denken. Obwohl die Meisten Wiederverheirateten auch nicht viel glücklicher sind als vorher, da sie oft im Konflikt mir ihrem ersten Partner stehen, sich so manche Verletzung zugefügt haben und ihre Kinder zu Halbwaisen gemacht haben. "Die Frau ist jetzt glücklich" diese Aussage überzeugt mich nicht und scheint mir ein wenig von der Realität entfernt zu sein. Natürlich wenn jemand Verzeihung sucht, wird man diese in der Beichte gewähren. Aber leider suchen viele Geschiedene diese nicht, und wir kommen wahrlich mit dem Gebot der Unauflöslichkeit der Ehe in Konflikt. Es scheint der Papst gibt hier die Verantwortung an die Priester weiter um hier eine pastorale ,barmherzige Entscheidungen zu treffen. Das ist neu!


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 Adson_von_Melk 19. September 2013 

Das ist ein Fenster

das in das Wesen und Denken des Mannes vom Ende der Welt blicken lässt. Vielen Dank!

Für die Mitleser hier das Bild von Caravaggio
http://stadtbesichtigungen.de/wp-content/uploads/2011/01/Matteo_Caravaggio_01.jpg
Da ist der Blick "Miserando atque Eligendo"

Ich habe beide Teile des Interviews vollständig gelesen, bin damit aber noch lange nicht "fertig". Ich fürchte, mein armer Arbeitgeber wird mir morgen einen Ausdruck auf Paper spendieren müssen (na, so arm ist er nicht) und dann geht es mit dem Leuchtstift weiter.

Was auch in diesem Text sofort auffällt, ist die Fähigkeit von Papst Franziskus, die anspruchsvollsten Sachverhalte in einfache Bilder zu kleiden. Der apostolische Palast: ein umgekehrter Trichter, die Kirche: ein Feldlazarett.

Oder solche Sätze (Teil 2):
"Die Zeit eröffnet Prozesse, der Raum kristallisiert sie... Wir müssen eher Prozesse in Gang bringen als Räume besetzen"

Nein, ich bin lange nicht fertig damit.


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 Ester 19. September 2013 
 

@ Inigio

das ist doch Unfug! Wenn der Beichtvater sich an das Recht hält kann er ihr die Abtreibung vergeben.
Natürlich kann das vergeben werden.
Was er nicht kann ist die Wiederverheiratung vergeben, außer die Frau, die ihren Weg als Christin gehen will, trennt sich von dem zweiten Mann, was im Beispielsfall ja verkehrt wäre, der Kinder wegen, also bleibt ihr nur mit ihrem Mann "wie Bruder und Schwester zu leben".


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 Theodor69 19. September 2013 
 

@Iñigo

Sehr guter Beitrag von Ihnen - und natürlich auch vom Papst :-)


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 Scotus 19. September 2013 

Hier spricht ein großer Charismatiker

Mich erinnert dieses Interview an etwas, das mir einmal Spanier über den Unterschied zwischen einem Europäer und einem Lateinamerikaner sagte: Der Europäer formuliert kurz und bündig, der Lateinamerikaner hört nicht auf zu reden.
Benedikt war demnach ein typisch europäischer Papst. Franziskus ist eben ein Lateinamerikaner. Der eine war Pragmatiker, der andere ist Charismatiker.

Auch wenn ich jedes Wort von Franziskus unterstreichen kann, möchte ich anmerken, dass mich die pointierten Aussagen von Benedikt mehr angesprochen haben. Aber ich kann es gut nachvollziehen, wenn viele Menschen mit dieser ausströmenden Art von Papst Franziskus offenbar mehr anfangen können. Aber ich selbst bin, was diese Dinge angeht wohl durch und durch Europäer.

Dennoch liebe ich diesen Papst. Er sagt doch genauso die Wahrheit wie Benedikt. Aber nur anders.


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 Stefan Fleischer 19. September 2013 

"Ordensleute sind Propheten"

Unser Papst ist ein Prophet!


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 Ottaviani 19. September 2013 

herzlichen Dank

für diesen Artikel werde ihn morgen genau lesen


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 Iñigo 19. September 2013 

Herzlichen Dank an Papst Franziskus

für diese nachdenklich stimmenden Worte.

Nur ein Beispiel, das mich betroffen macht:

"Das ist auch die Größe des Beichtvaters: jeden Fall für sich zu bewerten, unterscheiden zu können, was das Richtige für einen Menschen ist, der Gott und seine Gnade sucht. ... Ich denke auch an die Situation einer Frau, deren Ehe gescheitert ist, in der sie auch abgetrieben hat. Jetzt ist sie wieder verheiratet, ist zufrieden und hat fünf Kinder. Die Abtreibung belastet sie und sie bereut wirklich. Sie will als Christin weiter gehen. Was macht der Beichtvater?"

Wenn er sich an das Recht hält, kann er ihr natürlich keine Absolution sprenden, muss sie wegschicken.

Dass der Papst hier die Frage stellt, zeigt, dass diese Lösung offensichtlich nicht die ist, die er sich vorstellt. Er fordert uns heraus gemäß den Worten Jesu: "Darum lernt, was es heißt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.
Denn ich bin gekommen, um die Sünder zu rufen, nicht die Gerechten." (Mt 9,13)


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