Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  2. Eine „Erzbischöfin“ stürzt die Anglikanische Kirche ins Chaos
  3. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  4. Tantum ergo Sacramentum
  5. Kardinal Burke: Sexuelle Unmoral heute erinnert an Sodom und Gomorrha
  6. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“
  7. Eine vergiftete Unterstützungserklärung
  8. Während Messfeier mit Erstklässlern: Bengalisches Feuer in katholische Kirche geworfen
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Was Charlie Kirk Friedrich Merz antworten würde
  11. ‚Das Exil von Pater Edmund‘
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. Katholische Cityseelsorge St. Gallen Mitveranstalter von ‚Drag-Show‘
  14. Niederlande: Ein zweijähriges Kind wurde durch Euthanasie getötet
  15. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'

Alfred Läpple tot - Benedikt XVI. war einst sein Messdiener

22. Juli 2013 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Der bayerische Theologe Alfred Läpple starb im Alter von 98 Jahren. Von Barbara Just (KNA)


Gilching (kath.net/KNA) Wer Alfred Läpple in den vergangenen Jahrzehnten traf, hätte stets meinen können, der Mann sei in einen Jungbrunnen gefallen. Richtig alt wirkte der bayerische Theologe und Religionspädagoge mit den weißen Haaren und wachen Augen nie. Als der Geistliche 2010 seinen 95. Geburtstag feierte, lud er seine Gäste sogar noch auf eine Nostalgie-Dampferfahrt ein. Den Führerschein hatte er da erst vor kurzem aus Sicherheitsgründen abgegeben. 2011 war er dann zugegen, als auf dem Freisinger Domberg ein Festakt zum diamantenen Priesterjubiläum von Benedikt XVI. stattfand. Seinem ehemaligen Schüler übermittelte er per Film noch den frommen Wunsch: «Joseph, bleib so, wie du bist.» Nun ist der einstige Lehrer des emeritierten Papstes am Sonntag an seinem Wohnort in Gilching bei München gestorben. Er wurde 98 Jahre alt.

Mit Benedikt XVI. war Läpple befreundet, seit er den Ratzinger-Brüdern im Priesterseminar in Freising 1946 als Präfekt im Roten Saal vorgestellt wurde. Der zwölf Jahre jüngere Joseph war wissbegierig und ein guter Lateiner. Das wusste Läpple zu schätzen und bat ihn 1951 zum Korrekturlesen seiner Thesen, mit denen er auf Lateinisch seine Doktorarbeit über John Henry Newman verteidigen musste. Bei seiner Primiz 1947 in Sankt Anton in Partenkirchen war Ratzinger sein Ministrant.


Sechs Jahre war Läpple alt, als sein Vater 1921 starb. Die Mutter stand mit Alfred und seinem ein Jahr jüngeren Bruder Adolf allein da. Doch ihr protestantischer Ehemann, der den tiefen katholischen Glauben seiner Frau schätzte, hatte vorgesorgt: Die beiden katholisch getauften Kinder konnten eine Volksschulausbildung im Internat der Barmherzigen Brüder in Algasing östlich von München machen. Die Mutter verdiente ihr Geld mit einer Wäscherei in Partenkirchen, wo die Söhne in den Ferien mithelfen mussten.

Der junge Alfred begeisterte sich für die Musik von Richard Strauss (1864-1949) und ging in dessen Haus in Garmisch ein und aus. «Eigentlich wollte ich Dirigent werden», erzählte Läpple einmal. Dann aber entschied er sich doch für die Theologie. Mit dem Studium war 1938 Schluss. Der Reichsarbeitsdienst rief zum Einsatz in Hinterpommern. Ein Jahr später musste er in den Krieg ziehen - eingesetzt bei der Luftwaffe. Zweimal wurde der Bordschütze über Russland abgeschossen. Sein sorgfältig gefalteter Fallschirm rettete Läpple jedes Mal das Leben.

Zurück im zerbombten München lief der von den Amerikanern entlassene Kriegsgefangene vom Hauptbahnhof bis zur Ludwigskirche. «Das war die einzige Kirche, die noch stand.» Dann suchte er ein Telefon, um der Mutter von seiner glücklichen Heimkehr zu berichten. In Freising wartete man schon im Priesterseminar auf ihn. Nach der Priesterweihe am 29. Juni 1947 unterrichtete er am Seminar Sakramentenlehre. Frisch promoviert, wurde Läpple Religionslehrer am Max-Planck-Gymnasium in München. Sein Nachfolger als Dozent auf dem Domberg wurde - Ratzinger.

1972 erhielt Läpple einen Ruf als Professor für Kathechetik und Religionspädagogik an die Salzburger Universität, wo er bis 1981 lehrte. Der Theologe war ein produktiver Publizist. Schulbücher stammten aus einer Feder, aber auch Ratgeber für einen «Guten Lebensabend!». In einem seiner letzten Werke «Der andere Nietzsche» stellt er Gebete des streitbaren Philosophen vor. So sind mehr als 150 Bücher entstanden.

Benedikt XVI. schrieb über Läpple, er sei einer der «fruchtbarsten religiösen Schriftsteller unserer Zeit». Die katholische Kirche habe allen Grund ihm zu danken, dass er stets Glaubensorientierung und Glaubensimpulse gegeben habe. Dies sei gerade im verwirrenden Angebot heutiger Medien wichtig für den mündigen Christen, um einen klaren Standort zu haben. Ein letztes Zusammentreffen der beiden gab es in der Sakristei des Münchner Liebfrauendoms, als der Papst im September 2006 seine bayerische Heimat besuchte.

Die Brieffreundschaft zwischen Lehrer und Schüler blieb ein Leben lang bestehen. Das änderte sich auch nicht, als Ratzinger das Oberhaupt der katholischen Kirche wurde. Da begann Läpple seine Briefe zwar mit «Lieber Papst Benedikt XVI.», wechselte dann aber ins Du. Die liebgewordenen Neuigkeiten aus Gilching dürfte der emeritierte Papst nun vermissen.

Video: Zeitzeugen Benedikts im Interview - auch Alfred Läpple kommt darin mehrmals vor:


Foto: (c) Wikipedia/Lappisch;
CC-BY-SA-2.0-DE.

(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Theologie

  1. Bischof Barron warnt vor postmoderner Umdeutung des Naturrechts in der katholischen Moraltheologie
  2. Vatikanische Theophantasien zur Frauenfrage
  3. Papst Leo: Das Theologiestudium ist keine „akademische Verpflichtung, sondern eine mutige Reise“
  4. Leere Hörsäle: Dramatischer Einbruch bei katholischen Theologie-Studenten
  5. Weihesakrament und Leitungsvollmacht
  6. „Ich wünsche mir gebildete Laien!“ – Newman hätte Martin Lohmann als Beispiel genommen
  7. Zahl der Theologiestudenten in Passau in drei Jahren versiebenfacht - Von 21 auf 140 Studienanfänger
  8. US-Theologe: Es ist nicht katholisch, wenn man ständig das Lehramt kritisiere
  9. ‚Veritatis splendor – der 30. Jahrestag einer vergessenen Enzyklika’
  10. Knalleffekt am Aschermittwoch: Vier Synodale verlassen den "Deutsch-Synodalen Irrweg"







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Robert Bellarmin SJ – De gemitu columbae
  3. „Manchmal ist es schwer, den Zusammenhang zwischen meinem Kreuz und dem Kreuz Christi zu erkennen“
  4. 'Ich würde mir gerne Sorgen machen, aber ich mache mir keine'
  5. Die Bibliothek als Herz des kirchlichen Gedächtnisses. ‚Nimm und lies!‘ - Die Unruhe der Wahrheit
  6. „Ich erwarte die Auferstehung der Toten und das Leben der kommenden Welt“
  7. Marsch fürs Läbe: Together for Life! – Männer übernehmen Verantwortung für das Leben
  8. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  9. DJ "Padre Guilherme" begeistert in Mörbisch 5.000 Jugendliche
  10. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  11. Präsident der Akademie für das Leben meint: Unvollkommenes Euthanasiegesetz unterstützen
  12. Papst-Tipps an neue Bischöfe: Namen Kennen, Zuhören und Hausbesuche
  13. „Selbst wenn ein paar Omas dazu gedrängt werden – ist das nicht ein Preis, den man zahlen kann?“
  14. Wenn die Liebe das Gesetz des Kalküls durchbricht…
  15. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz