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Wir haben dem Papst Mate angeboten

22. Mai 2013 in Weltkirche, keine Lesermeinung
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Als der Papst im Papamobil ganz nah vorbei fuhr, nutzte ein junges deutsch-argentinisches Ehepaar die Gelegenheit. Ein Erlebnisbericht von Ferdinand Güsewell - Mit Fotostrecke


Vatikan (kath.net) Es ist noch sehr früh am Morgen, als wir von unserer Unterkunft in Rom zum Petersplatz aufbrechen. Rom, die „ewige Stadt“, scheint noch zu schlafen, wir fuhren mit dem Zug, fast direkt bis zum Vatikan und liefen dann einfach einer Ordensschwester hinterher. Meine Frau (Jorgelina aus Argentinien, siehe Foto) und ich (aus Kiel/Norddeutschland) hätten sonst keine Ahnung gehabt, wo lang. Wir kommen ins Gespräch, die Ordensschwester stammt aus Mexiko, es war ein Priester aus Kolumbien dabei, so lernten wir die ersten Leute schon während der Anreise kennen.

In freudiger Erwartung unterhielten wir uns auf Spanisch und waren auch sehr schnell am Vatikan angekommen. Ein unbekannter italienischer Priester schenkte uns noch zwei Eintrittskarten, für alle Fälle - und dann hieß es geduldig sein. Auf einmal waren sie da, die Menschenmassen, vor uns etwa 1.000 Italiener, der Erzdiözese Otranto (aus dieser Erzdiözese wurden 800 Märtyrer heiliggesprochen) und während wir eine halbe Stunde warteten, wuchs die Menschenmenge hinter uns auf bestimmt 4.000 Personen an.

8.15 Uhr sind wir endlich auf dem Petersplatz. Das Gerenne geht los, wer bekommt die besten Plätze (unsere Info war nur, so nah wie möglich an den Absperrungen sein und so schafften wir es mit viel Mühe noch in den vorderen Teil des Petersplatzes, relativ mittig, und nur eine Sitzreihe trennte uns von der Absperrung). Hinter uns sammelten sich Ordensfrauen, Dominikanerinnen aus Ecuador, Kolumbien, Italien und Spanien, wir konnten uns schnell mit diesen anfreunden. In unserer Nähe war auch eine Gruppe von ca. 300 Kolumbianern aus Medellin, alle mit einem Halstuch ihrer neuen Heiligen Laura Montoya.

Überall sah man die Vorfreude den Leuten ins Gesicht geschrieben, vor uns noch viele Italiener aus drei italienischen Diözesen und ja, Schönstatt kannten auch viele!

Nach dem wir gefrühstückt hatten, begannen wir gleich unsere beiden Fahnen (für Argentinien und Schönstatt) an der Absperrung zu befestigen und meine Frau sprach sich mit den Ordensschwestern ab, wie wir versuchen wollten den Papst auf uns aufmerksam zu machen. Viele Leute fragten uns über Schönstatt und einige kannten Schönstatt auch aus Kolumbien.


Um 9.30 Uhr wurde es langsam spannend. Wir stimmten uns mit dem Rosenkranz langsam auf die hl. Messe ein. Mitten auf dem Petersplatz war eindeutig spanisch die vorherrschende Sprache beim Rosenkranz. :)

Dann begann die Hl. Messe, der Papst sprach über die neuen Heiligen, die 800 Märtyrer von Otranto und man merkte richtig, wie sanftmütig und gleichzeitig er begeisternd er über das Leben der hl. Schwester Laura Montoya (Kolumbien) und der hl. Schwester Guadaloupe Zavala (Mexiko) reflektierte. Es war das erste Mal seit seiner Papstwahl, dass er solange öffentlich auf Spanisch sprach.

Es tat gut, er rief u.a. zur Bescheidenheit und Nächstenliebe auf und erinnerte uns daran, mit welch beeindruckendem Vorbild Schwester Laura Montoya die indigenen Völker in Kolumbien evangelisiert und unterrichtet hatte. Zuerst kam gleich zum Beginn der Messe die Heiligsprechung , dann die gute Predigt und schließlich feierten etwa 300.000 Menschen gemeinsam die Hl. Messe. Kolumbianischen Freunde von uns, die relativ spät dazukamen, fanden nur noch auf der Via della Conciliazione einen Platz. Auch diese Straße war am Ende der Messe ebenfalls komplett gefüllt.

Dann war die Messe vorbei und der große Augenblick rückte immer näher. Nachdem der Papst alle offiziellen Gäste begrüßt hatte, machte er sich im Papamobil auf durch die Massen. Und da kam er auf einmal. Meine Frau und ich befanden uns in der ersten Reihe mit den sechs Dominikanerinnen. Da kommt auch schon das Papamobil. Meine Frau am Zaun versucht dem Papst einen Mate anzubieten...und der Papst erkennt den Mate und fragt freudig überrascht: „Für mich?“ [¿Para mí]. „Ja, für Sie, Papst Franziskus“ [Sí, es para vos, Papa Francisco], antwortet meine Frau. „Geben Sie ihn mir!“ [Damelo yo lo recibo!] - siehe Fotostrecke unten. Das Papamobil war schon fünf Meter weiter – doch da kommt eine Hand eines Bodyguards, schnappt den Mate und stellt den Mate zum Papst ins Auto. Meine Frau überglücklich, ebenso ich und die Ordensschwestern, und so entschließen sich die Ordensschwestern, gemeinsam nach Ende der Veranstaltung mit uns noch einen Mate zu trinken, um zu probieren, was der Papst da trinkt. Und es hat ihnen geschmeckt.

Nach der hl. Messe blieben viele Touristen noch mehrere Stunden auf dem Petersplatz, um zu essen und zu feiern.

Am darauffolgenden Mittwoch gingen wir noch zur Generalaudienz. In der Warteschlange vor dem Petersplatz merkten wir schnell, dass wieder beeindruckend viele Argentinier anwesend waren. Doch auch sonst waren es unglaublich viele Menschen. Wir wussten, dass gewöhnlich zu Generalaudienzen bisher durchschnittlich ca. 30.000-40.000 Pilger gekommen waren, doch ein befreundeter Priester hatte uns „vorgewarnt“, dass viele Leute kommen werden. Und so war es: Am Ende waren es rund 180.000 Leute bei der Generalaudienz, der Petersplatz war wieder voll.

Doch der Reihe nach. Die Schlange vor dem Eingang wurde immer länger und es tauchten von überall her immer mehr Argentinier auf, von überall her waren sie gekommen.

Da auch unsere pilgernde Gottesmutter wieder mit von der Partie war, sprach uns auch gleich eine argentinische Schönstattfamilie an. Sie stammten aus dem Großraum Buenos Aires und gehörten ebenfalls zu Schönstatt, eine weitere Familie schloss sich ihnen an. Wir hatten Glück und konnten uns gemeinsam mit unseren kolumbianischen Freunden und den beiden argentinischen Familien wieder Plätze direkt an der Absperrung sichern.

Ein tolles Gefühl. Die Generalaudienz, die verschiedensten Sprachen, Pilgergruppen aus allen Ländern der Erde und mittendrin wir, einfach nur beeindruckend und am Ende der Audienz fuhr der Papst noch zweimal an uns vorbei, wieder konnten wir ihn aus kürzester Entfernung sehen!

Kurzum, unvergessliche Momente, seine Ausstrahlung war beeindruckend und so gingen wir alle erfüllt nach der Audienz unseres Weges und jeder hatte das Gefühl, Christus hätte ihn während der Audienz in Gestalt des Papstes persönlich besucht.

kath.net-Fotostrecke:
Papst Franziskus hat den Mate entdeckt und fragt freudig überrascht: „Für mich?“


Jorgelina Jordá und der Matetee, der dann ins Papamobil wandert


Imposante Kulisse für eine lateinamerikanische Spezialität


Ferdinand Güsewell und Jorgelina Jorda warten auf den Papst


Ferdinand und Jorgelina freuen sich über die Nachricht, dass ihre junge Familie von zwei auf drei Menschen angewachsen ist


Abendstimmung: Blick vom Tiber zum Petersdom


Foto oben (c) kath.net/Jorgelina Jordá


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